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United Internets Spiel mit der Börse

18. Dezember 2007, 09:49 Uhr

United Internet und Freenet - eine Lehrbeispiel für das Spiel mit der Börse. Hier die Chronologie:

  • 18. Oktober: United-Internet-Sprecher Marcus Schaps sagt in einem Interview: "United Internet wird 2007 kein Übernahmeangebot für Freenet mehr abgeben". Der Aktienkurs von Freenet fällt.
  • 9. November. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth sagt: "Freenet ist für uns keine kurzfristige Geschichte, höchstens eine mittel- bis langfristige. Ehrlich gesagt: Ich beschäftige mich im Moment gar nicht damit". Ergebnis: Der Aktienkurs von Freenet, der sich gerade wieder erholt hatte, fällt wieder.
  • 14. November (also nur 5 Tage später): United Internet meldet adhoc, sich mit Drillisch und Freenet in konkreten Gesprächen über eine strategische Partnerschaft zu befinden. Der Aktienkurs von Freenet steigt.
  • 19. November: United Internet beendet Kooperationsgespräche mit Freenet, weil keine Einigung über den Preis zu erzielen ist. Die Übernahme des Vatas-Pakets an Freenet hätte das Unternehmen mit rund 2 Milliarden Euro bewertet. Obwohl Dommermuth Freenet haben will, war ihm dieser Preis zu hoch. Der Aktienkurs von Freenet fällt.
  • 28. November: United Internet erwirbt eine 20-Prozent-Beteiligung an Versatel. Der Aktienkurs von Freenet fällt, der Versatel-Kurs steigt.
  • 13. Dezember: United Internet und Drillisch erhöhen ihre Beteiligung an Freenet auf 20 Prozent. Der Aktienkurs von Freenet steigt.
  • 17. Dezember: Dommermuth sagt in einem Interview, in den Aktienkursen von Freenet und Versatel sei zuviel Übernahmephantasie eingepreist. „Derzeit ist eine Komplettübernahme kein Thema". Die Aktienkurse von Freenet und Versatel fallen.

Und die Moral von der Geschichte: United Internet will Freenet von Anfang an und wird wohl weiterhin nicht aufgeben, Freenet ganz oder in Teilen zu übernehmen. Wie oft wird es United Internet noch schaffen, den Kurs von Freenet erfolgreich herunter zu reden, damit Freenet billiger wird? Nicht zu vergessen: Freenet-Chef Eckhard Spoerr hat gesagt, sollte bis Jahresende keine Entscheidung getroffen sein, werde er seine Integrationsstrategie allein umsetzen. Es bleibt also auch im neuen Jahr spannend. 

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Veröffentlicht 18. Dezember 2007, 09:49 von Holger Schmidt
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Kommentare

Max Müller

21. Dezember 2007, 10:38

Na, dass ist doch mal schön zusammengefasst!

Jan

04. Januar 2008, 11:21

Unternehmen handeln und äussern sich so, dass sie davon profitieren. Das ist derart profan, dass Anleger es einfach nicht wahrhaben wollen.

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