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Netzökonom

StudiVZ feuert seine Anwälte

23. Dezember 2007, 11:15 Uhr

Das Studentennetzwerk StudiVZ hat der Kanzlei, welche die umstrittene Neufassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Studentengemeinschaft formuliert hat, das Mandat entzogen. „Die juristischen Texte waren in entscheidenden Details nicht sauber formuliert. Deshalb haben wir uns von der Kanzlei getrennt", sagte der StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke, ohne jedoch den Namen der Kanzlei zu verraten (F.A.Z. vom 15. Dezember).

StudiVZ spricht zur Zeit mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix, um die Vorwürfe des Missbrauchs der Nutzerdaten auszuräumen. „Ich begrüße es, dass StudiVZ auch nach der Einführung der neuen AGB und Datenschutzregelungen keine Nutzerdaten an Dritte verkaufen oder weitergeben wird", lässt sich Dix von StudiVZ zitieren. „In unseren Gesprächen wurde deutlich, dass dies auch niemals die Absicht von StudiVZ gewesen ist. Die Mitglieder von StudiVZ können frei wählen, ob sie zielgerichtete Werbung erhalten möchten oder nicht".

Nach erheblichen Protesten seiner Nutzer hatte StudiVZ die Weitergabe der Nutzerdaten an Dritte, zum Beispiel Werbepartner, in seinen Geschäftsbedingungen ausdrücklich ausgeschlossen. „Einige Punkte haben wir präzisiert. Geändert haben wir nach den Protesten unserer Nutzer nur die Passage, ihnen Werbung als SMS auf ihr Handy oder in ihr Instant-Messaging-System zu senden", sagte Riecke.

Als der Protest am Freitag vor einer Woche laut wurde, haben sich 10000 Nutzer abgemeldet. Die Zahl der Abmeldungen sei aber inzwischen auf das Normalmaß gesunken und StudiVZ wachse inzwischen wieder stark, sagte Riecke.

Knapp eine Million der rund vier Millionen Mitglieder des Netzwerkes haben die neuen Geschäftsbedingungen inzwischen akzpetiert. „Weniger als 1 Prozent haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die zielgerichtete Werbung auszuschließen", sagte Riecke.

Das Werbesystem, das sich an den Angaben der Nutzer orientiert, soll so früh wie möglich im kommenden Jahr eingesetzt werden. „Unsere Werbeeinnahmen sollen dadurch zwei bis dreimal höher ausfallen als in diesem Jahr", sagte Riecke. Werbesysteme dieser Art werden von allen großen Internetseiten eingesetzt. Der Einsatz auf den Seiten des Ablegers SchülerVZ ist nach Rieckes Angaben erst einmal nicht geplant.

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Veröffentlicht 23. Dezember 2007, 11:15 von Holger Schmidt
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