United Internet hat seinen Anteil am Konkurrenten Versatel um
5 Prozentpunkte auf 25,05 Prozent erhöht und damit die Aktie des Konkurrenten auf Talfahrt geschickt. Wie das Unternehmen mitteilte, seien die insgesamt 11 Millionen Aktien zu einem
Preis von durchschnittlich 16,28 Euro gekauft worden. Da United Internet für
die ersten 9 Millionen Aktien 14,46 Euro je Stück gezahlt hat, beträgt der
Kaufpreis für die aktuell erworbenen Papiere knapp 23 Euro, was darauf schließen lässt, dass United Internet die Aktien nicht an der Börse gekauft hat. Der
Aktienkurs von
Versatel sackte daher am Montag um 13,44 Prozent auf 23 Euro ab, während das UI-Papier um 2 Prozent zulegte. Am Dienstag gab das Papier im Verlauf weitere 5 Prozent nach.
Was United Internet mit der Beteiligung vorhat, weiß auch
Versatel nicht. „Bislang hat das Management von United Internet nicht konkret
zu seinen Plänen und Zielen für die Beteiligung an Versatel Stellung bezogen.
Um der Verantwortung gegenüber dem Unternehmen seinen Kunden, Mitarbeitern und
Anteilseignern gerecht zu werden, sollte diese Unsicherheit schnell beseitigt
werden", sagte der Versatel-Chef Peer Knauer. Die entscheidenden Gespräche führt
United Internet Chef Ralph Dommermuth nicht mit Knauer, sondern mit der
Beteiligungsgesellschaft Apax, dem anderen Versatel-Großaktionär.
Auf alle Fälle hat Dommermuth mit dem knapp 180 Millionen Euro teuren Überschreiten der Sperrminorität erreicht, dass kein anderes Unternehmen bei Versatel zum Zuge kommt. Das setzt den Kurs zusätzlich unter Druck, da die Spekulation um einen Bieterwettbewerb nun beendet ist und United Internet günstige Gelegenheiten zum Kauf weiterer Aktien abwarten kann.
Im Gegensatz zu United Internet besitzt Versatel eine eigene
Infrastruktur für schnelle DSL- und Telefonanschlüsse, allerdings nur in
einigen Ballungsräumen. Ob sich eine Komplettübernahme für United Internet
lohnt, wird von vielen Analysten aber bezweifelt, da sich die Branche zurzeit
im Übergang auf die Netzwerke der nächsten Generation (NGN) befindet. Diese
Netzwerke übertragen Sprache und Daten ausschließlich auf Basis des
Internet-Protokolls und lösen die klassische Infrastruktur der
Telekommunikationsunternehmen, wie sie auch Versatel nutzt, in den kommenden
Jahren ab.
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