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Netzökonom

Yahoos stiller Exodus

04. Februar 2008, 10:41 Uhr
Yahoo wehrt sich gegen die Übernahme durch Microsoft. Das ist verständlich, denn von Yahoo würde nicht viel übrig bleiben. Zu groß sind die Überschneidungen:

  • Beide haben Online-Werbesysteme entwickelt, jeweils für die Suche und die Display-Werbung. Microsoft hat gerade für 6 Milliarden Dollar Aquantive übernommen, um gegen Google/Doubleclick gerüstet zu sein. Yahoo hat viel Geld in die Entwicklung seiner Panama-Plattform investiert und den Online-Werbemarktplatz Right Media gekauft. Beide Systeme parallel einzusetzen, würde keinen Sinn machen. Zumal Google in wichtigen Suchmaschinenmarkt in puncto Effizienz und Werbewirksamkeit das Maß aller Dinge ist und bleibt.
  • Beide Unternehmen haben auch viel Geld in die Suchtechnik gesteckt. Damit sind sie zwar nahe an die Qualität von Google gekommen, aber sind keinesfalls besser. Beide Systeme parallel weiter zu entwickeln, macht ebenfalls keinen Sinn. Eine Technik würde auf der Strecke bleiben.
  • Riesige Marktanteile würde Microhoo in den Feldern E-Mail und Instant Messaging erhalten. Hier hat Google bisher nicht wirklich punkten können und hätte gegen Microhoo dann wohl auf Dauer keine Chance mehr. Hierin sieht Tim O´Reilly den eigentlichen Zweck der Übernahme. Auch hier würde im Endeffekt wohl alles auf ein System hinauslaufen.

Die Folge der Überschneidungen wären wohl deutliche Arbeitsplatzverluste bei Yahoo. Vielleicht ist das aber auch gar nicht nötig, denn die guten Leute werden Yahoo sehr schnell weglaufen, wenn der Integrationsprozess ins Rollen kommen sollte oder auch schon, wenn zu lange darüber diskutiert wird.  Das wissen die Yahoo-Manager ganz genau. Wenn Yahoo seinen stillen Exodus vermeiden will, wird es daher sehr schnell Alternativen zur Microsoft-Offerte finden müssen. Bei dem Premium-Aufschlag, den Microsoft geboten hat, dürfte das nicht leicht sein. Aber es ist die wohl letzte Chance für Yahoo.

Veröffentlicht 04. Februar 2008, 10:41 von Holger Schmidt
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