Nokias Pläne mit Plazes
23. Juni 2008, 09:57
Uhr
Nokia hat das Berliner Internet-Unternehmen Plazes
mit seinen 13 Mitarbeitern komplett übernommen. "Diese Akquisition
hilft Nokia seine Vision zu beschleunigen, Menschen und Plätze näher
zueinander zu bringen", sagte Niklas Savander von Nokia.
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Plazes hat seinen Sitz zwar in Zürich, beschäftigt aber am
Hauptstandort Berlin 13 Angestellte in der Entwicklungsabteilung. Ein Kaufpreis
wurde von den beiden Unternehmen nicht genannt. Nach Informationen aus
Branchenkreisen wird Nokia aber nur einen einstelligen Millionenbetrag für
Plazes gezahlt haben, da die Finnen eigentlich nur an der Software interessiert
sind. Plazes ist es bisher nicht gelungen, eine große Gemeinschaft aus eigener
Kraft aufzubauen.Ein funktionierendes Geschäftsmodell hatte das Unternehmen bisher auch noch nicht gefunden.
Jetzt soll das Start-up vollständig in Nokias Internet-Portal
Ovi integriert werden. Dann wird dort auch der Name Plazes verschwinden. Ob es eine
Plazes-Anwendung außerhalb des Ovi-Portals geben wird, hat Nokia noch nicht
entschieden.
Plazes bietet einen "Social-Activity" Dienst
an, mit dem Menschen ihre täglichen Aktivitäten planen, speichern und
untereinander austauschen können. Dabei geht es im Wesentlichen um die Frage, in
welchem Zusammenhang jemand zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort ist
und wie hilfreich diese Information für gute Freunde sein
kann. Allerdings hat das Unternehmen bisher aus eigener Kraft noch nicht den Massenmarkt erreicht.
Nokia-Manager
Anssi Vanjoki hatte schon auf dem Venice Media Festival im April erklärt, wie
Nokias Strategie aussieht - was damals sich schon sehr nach der Plazes-Idee anhörte: "Digitale Landkarten werden das
User-Interface der nächsten Internetgeneration. Ich bin auf der
Landkarte, alle Dienstleistungen sind darauf verzeichnet und auch die
Menschen, zu denen ich Beziehungen habe - und natürlich auch die
Werbung, um Geld zu verdienen. Die Landkarte sehen wir übrigens nicht
nur auf den Mobiltelefonen, sondern auch auf den Internet- und
Fernsehschirmen als Startpunkt", sagte Vanjoki. Da sich viele Dienste
im Internet nur durchsetzen, wenn sie kostenlos angeboten werden, baut
Nokia ebenfalls auf Werbung als Finanzierungsquelle.
Nach Ansicht Vanjokis geht es beim Internet der
nächsten Generation vor allem um den Kontext, in dem sich Menschen im
Netz bewegen. Kontextinformationen wie "Wer bin ich", "Wo bin ich" und
"Mit wem habe ich Beziehungen" sind die wichtigsten Informationen. Auf
dem Mobiltelefon, das in Zukunft selbstverständlich mit dem
Satellitennavigationssystem GPS ausgestattet ist, können die Nutzer
neben ihrem eigenen Standort auch die Aufenthaltsorte ihrer Freunde
sehen.
Der nächste Schritt sei die Änderung der Medien: "Die
Medien werden überall sein und immer dort, wo die Menschen sind. Das Lokale
gewinnt an Bedeutung, denn die Menschen können auf den digitalen Landkarten
jederzeit sehen, was in ihrem Umfeld passiert", sagte Vanjoki
Link:
Das große Start-Up-Sterben hat begonnen