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Klicks auf StudiVZ brechen ein

07. September 2008, 06:00 Uhr

Die Zahl der Seitenaufrufe im sozialen Netzwerk Studi VZ sind im August um rund eine Milliarde auf 4,2 Milliarden eingebrochen. Als Ursache nennt das Unternehmen den Einsatz der Ajax-Technik, die Teile einer Internetseite nachlädt, ohne dass dies als Seitenaufruf (PI) gezählt wird. „Wir haben bestehende Kernfunktionen überarbeitet und dabei war es uns ein Anliegen, die Anzahl der Klicks zu minimieren, um die Nutzerfreundlichkeit zu erhöhen. Ein Beispiel ist die Änderung der Fotoalben: Früher produzierte jedes angeschaute Foto des Albums einen Seitenaufruf. Jetzt verursacht das gesamte Album wegen der Slideshow nur noch einen Seitenaufruf. Daher ist die Zahl der Seitenaufrufe gesunken", sagte Studi VZ-Chef Marcus Riecke der FAZ. Auch für Schüler VZ ging es technikbedingt in der PI-Statistik im August bergab: Knapp 6 statt wie im Juli 6,8 Milliarden Seitenaufrufe verzeichnete das Schülernetzwerk im vergangenen Monat. Trotz des Rückgangs haben die drei Netzwerke zusammen weiterhin die mit Abstand meisten Seitenaufrufe in Deutschland.

Seit dem Höhepunkt im Januar, als die Studenten 6,3 Milliarden Seiten aufriefen, sind die Klicks damit schon um mehr als 2 Milliarden gefallen. Ein Teil des Rückgangs ist auch auf die Abwanderung zum neuen Netzwerk Mein VZ zurückzuführen, das sich vor allem an die Menschen richtet, die ihr Studium beendet haben. „Die Hälfte der neuen Mein VZ-Nutzer kommt weiterhin von Studi VZ", sagte Riecke. Mein VZ hat die Zahl seiner registrierten Mitglieder inzwischen auf 1,4 Millionen gesteigert; gegenüber Juli stieg die Mitgliederzahl um 27 Prozent. Die Seitenaufrufe blieben weitgehend konstant.

Das Sinken der Seitenaufrufe bei Studi VZ ist aber noch nicht beendet. „Der Rückgang wird sich fortsetzen. Neue Funktionen wie der Messenger werden dazu führen, dass andere Kommunikationsfunktionen wie Nachrichten oder Gruscheln etwas weniger geklickt werden", sagte Riecke, der das aber nicht schlimm findet. „Wir haben nie die Strategie gehabt, PI-Weltmeister zu werden. Die tatsächlichen, aktiven Nutzer sind aussagekräftiger für die Werbewirtschaft. Entscheidend sind für uns daher das Wachstum der aktiven Nutzerbasis und deren Verweildauer", sagte Riecke. Das Ziel, bis zum Jahresende 14 Millionen Mitglieder in den drei Netzwerken zu haben, werde erreicht.

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Veröffentlicht 07. September 2008, 06:00 von Holger Schmidt
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Kommentare

Chris

07. September 2008, 10:46

Entscheidend ist sowieso der Uniqe User und die Verweildauer. Die Verweildauer auf den VZ-Seiten ist immens, man muss sich nur mal umschauen, wie viel Content überhaupt produziert wird. Das neue Fotoalbum sorgt außerdem auch dafür, dass die Verweildauer steigt, da es einfacher ist, die Fotoalbum zu durchstöbern.

Markus Göbel

07. September 2008, 12:59

Super interessant! Auf welche Weise kommen Sie immer zuerst an solche Stories?

Und wieso immer am Sonntag? Das habe ich mich schon im November gefragt, als der Netzökonom als erster meldete, dass Jajah Werbung statt Freizeichen spielen wird.

Die anderen Medien erfuhren es erst drei Tage später per Pressemitteilung.

Henning

08. September 2008, 10:38

Ich denke, studiVZ sollte schleunigst einen Newsfeed einführen (bzw. die angekündigte Funktion fertigstellen), dann werden auch die Klickzahlen wieder steigen!

Laut Mark Zuckerberg konnte Facebook seinen Traffic dank Newsfeed um 50% steigern (www.techcrunch.com/.../liveblogging-the-facebook-developer-conference) !!

Dazu kommt, wer einmal auf den Facebook-Zug aufgesprungen ist (und dort eine kritische Masse an Kontakten erreicht hat), der wird ohnehin selten zu studiVZ&Co zurückkommen, da es dort dann einfach absolut langweilig ist!!

Falk Lüke

08. September 2008, 11:20

Lieber Netzökonom,

diese Anpassung ist keineswegs freiwillig erfolgt. Stattdessen hat die IVW online ihre Zählpixelrichtlinien überarbeitet - siehe auch die Zahlen aller sonstigen Angebote.

Markus Göbel

08. September 2008, 12:51

Der Newsfeed ist super, weil ich damit gar nicht mehr bei Facebook reinschauen muss, um von neuen Nachrichten meiner Freunde zu erfahren. Das spart Zeit.

Mein Facebook-Traffic ist dadurch extrem gesunken und Werbung können sie mir damit auch nicht anzeigen. Ich weiß gar nicht, ob der Newsfeed wirklich gut ist für die Firma. Für mich ist er auf jeden Fall hilfreich.

Stephan Dörner

13. September 2008, 00:25

Online-Werbung - der falsche PI-Gott: doener.blogage.de/.../Online-Werbung-Das-falsche-PI-Gott

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