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Verlage lassen Archive von Google digitalisieren

22. September 2008, 16:22 Uhr

Während sich viele deutsche Verlage noch Gedanken machen, ob sie ihre noch nicht digitalisierten Archivinhalte gemeinsam mit Google vermarkten sollen, schaffen andere Verlage Fakten. "Mit den größten europäischen Verlegern führen wir schon seit Jahresanfang Gespräche über Google News Archives . Das Interesse der Verleger ist groß, denn die Digitalisierung der Archivinhalte steht weit oben auf der Agenda. Wir hoffen, einige Vereinbarungen mit bekannten, traditionellen Verlagen schon sehr bald bekanntgeben zu können. Die Erlöse werden wir dann mit den Verlagen teilen", sagte Google-Manager Rob Jonas, der für Medienpartnerschaften der Suchmaschine in Europa verantwortlich ist. Angst vor dem Verlust der Kontrolle über die Inhalte müsse kein Verleger haben. In den Gesprächen hätten sich die Verleger auch sehr zufrieden gezeigt mit den Kontrollmöglichkeiten, die sie haben werden. 

Google digitalisiert künftig auch Zeitungsseiten, macht sie durchsuchbar und finanziert die „News Archive Search" mit Werbung, hatte Google-Produktchefin Marissa Mayer auf der Internet-Konferenz Techcrunch50 angekündigt. Nutzer sollen Artikel vollständig durchsuchen und Seiten im Original-Layout samt Fotos und Anzeigen aufrufen können

Das News Archive Projekt ist nicht neu. Google ermöglicht dort seit zwei Jahren die Suche nach Zeitungsartikeln, die bereits in digitalisierter Form vorliegen. Zeitungen wie die New York Times und die Washington Post machen mit. Google hat auch bereits damit begonnen, die auf Mikrofilmen gespeicherten Zeitungsseiten einzuscannen und greift dabei auf die Erfahrungen mit dem Google-Books Projekt zurück. 

Nun bietet Google allen Verlagen an, auch ihre bisher nur auf Mikrofilmen gespeicherten alten Zeitungsseiten einzuscannen und damit zu digitalisieren. „Verlage können damit auch diese redaktionellen Leistungen monetarisieren, da sie den Großteil der Werbeerlöse erhalten", sagte ein Google-Sprecher. Zunächst ist das Projekt auf die Vereinigten Staaten und Kanada beschränkt. „Wir planen aber die Ausweitung auf andere Länder", sagte der Sprecher. 

Die Initiative fällt in eine Zeit, in der immer mehr Verlage ihre Archive online kostenlos zur Verfügung stellen, um mehr Nutzer auf ihre Internetseiten zu locken. Statt des weitgehend erfolglosen Geschäftsmodells "Paid Content" hoffen die Verlage auf Werbeerlöse. "Viele Tageszeitung werden sich die Frage stellen müssen: Warum haben wir die Google-Archivsuche nicht selbst erfunden?", sagte Heiko Hebig, Head of Digital Media beim Münchener Medienkonzern Burda.   

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Veröffentlicht 22. September 2008, 16:22 von Holger Schmidt
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