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Netzökonom

United Internet wollte sich an StudiVZ beteiligen

17. November 2008, 10:32 Uhr

Noch eine nette Geschichte aus der scheinbar unendlichen StudiVZ-Saga: Nachdem Holtzbrinck den Verkauf an Facebook abgesagt hatte, wurden Verhandlungen mit United Internet über eine Minderheitsbeteiligung an StudiVZ geführt. Obwohl die Verhandlungen im Sommer wohl schon weit fortgeschritten waren, scheiterte auch dieser Deal an Holtzbrinck - sehr zum Ärger von United Internet. Denn das Internetunternehmen war und ist auf der Suche nach neuer Reichweite (-> United Internet: Ende einer Wachstumsstory?). United Internet Media (UIM) ist der anerkannt beste Online-Werbevermarkter in Deutschland, hat aber ein Problem: Die eigenen Portale Web.de und GMX wachsen kaum noch und haben unter dem Portalchef Matthias Greve den Sprung in die Web 2.0 Welt nicht geschafft. Auch der Aufbau eines eigenen sozialen Netzwerkes (unddu.de) ist gescheitert.

Nachdem Matthias Greve das Unternehmen verlassen hat, muss sein Nachfolger Jan Oetjen die E-Mail-Dienste zukunftsfähig machen. Er will auch schon eine Strategie gegen die Wanderung junger Internetnutzer in die sozialen Netzwerke gefunden haben. Web.de soll der zentrale Kommunikationspunkt im Internet werden, an dem die Nutzer die Nachrichten aus allen sozialen Netzwerke in einem Postfach verwalten können. „Wir glauben an die Integration, an einen Kommunikationspunkt im Internet", sagte Qetjen. Statt sich nacheinander bei StudiVZ, Xing oder Facebook einzuloggen, um neue Nachrichten abzurufen, sollen die Nutzer künftig alle Netzwerke und E-Mail-Dienste auf einer Seite zusammenführen. Web.de hat dafür bereits den „Multi-Messenger" entwickelt; weitere Angebote sollen unter dem Stichwort "Single Communication Point" zur Computermesse Cebit im März folgen, um die Nutzerzahlen wieder hoch zu treiben.

Weil aber kurzfristig keine eigene Reichweite zu bekommen war, hat UIM-Chef Matthias Ehrlich schon sein Werbesystem TGP für Wettbewerber geöffnet. Er möchte gerne viel mehr große Internetseiten vermarkten - und könnte es wahrscheinlich sogar weit besser als die meisten anderen Vermarkter, die aber ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben wollen. Vielleicht hilft ihm jetzt die Krise, die Reichweite von United Internet Media weiter auszubauen. Die könnte einen Anschub gut gebrauchen.

Da auch das DSL-Geschäft leidet, haben viele Analysten die Aktie von United Internet herabgestuft. Entsprechend ist der Aktienkurs am Montag auf den tiefsten Stand seit 2005 eingebrochen.

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Veröffentlicht 17. November 2008, 10:32 von Holger Schmidt
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