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Soziale Netzwerke und Spiele sind Gewinner des Jahres im Internet
23. Dezember 2008, 19:01
Uhr
Die großen Trends im Internet sind soziale Netzwerke und
Online-Spiele. Die Rangliste der Reichweitengewinner in diesem Jahr zeigt das
soziale Netzwerk Facebook, das Frauennetz Glam und die Videoseite Youtube an
der Spitze in Amerika, während Mozilla, die Organisation hinter dem
Firefox-Browser, Youtube und die Suchmaschine Google die deutsche Rangliste
anführen, wie das Marktforschungsunternehmen Nielsen Online für die FAZ errechnet
hat. Alle Unternehmen waren auch schon im vergangenen Jahr in der Spitzengruppe
und ziehen ihren jeweiligen Konkurrenten wie MySpace oder Yahoo weiterhin davon. (-> Youtube und Glam sind die Gewinner des Jahres 2007)
Die Rangliste der größten prozentualen Reichweitengewinner
zeigt die Unternehmen mit der höchsten Dynamik. Hier dominieren ganz eindeutig
die Online-Spieleseiten. In Amerika liegen gleich vier Spieleanbieter vorn:
Zynga, GSN, Gamevance und Quiz Rocket haben ihre Reichweiten zwischen Januar
und November um mindestens 300 Prozent erhöht. In Deutschland haben sich mit
Pennergame.de und Electronic Arts ebenfalls zwei Spieleseiten unter den ersten
zehn Plätzen etabliert. Anbieter wie Gameforge oder Bigpoint haben es trotz
hoher Zuwächse allerdings nicht in die Spitzengruppe geschafft. Die Ranglisten
für Deutschland zeigen aus methodischen Gründen nur die Reichweitenzuwächse
zwischen Mai und November an.


Facebook hat nach Messung von Nielsen seine Reichweite in den
Vereinigten Staaten bis November auf 47,5 Millionen Besucher erhöht; nach
Comscore-Messungen strömten bereits 50 Millionen Menschen auf die Seite des
sozialen Netzwerkes, das nach eigenen Angaben inzwischen 140 Millionen Nutzer
in aller Welt hat. In Deutschland hat sich der Weltmarktführer lange Zeit sehr
schwergetan hat, nimmt nun aber Fahrt auf: 1,8 Millionen Besucher hat Nielsen
im November auf den Facebook-Seiten gemessen, 163 Prozent mehr als im Mai.
Anfang Oktober hatte der Facebook-Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg noch von
1,26 Millionen Nutzern in Deutschland gesprochen.
Trotz des Wachstums hat Facebook bis zu seinem Ziel, das
größte soziale Netzwerk auch in Deutschland zu werden, noch ein gutes Stück des
Weges vor sich. Denn die Konkurrenz schläft nicht: Wer-kennt-wen hat seine
Reichweite seit Mai um 1,7 Millionen auf 4,5 Millionen Menschen ausgebaut.
Ähnlich gut hat sich der StudiVZ-Ableger MeinVZ in dieser Zeit entwickelt: Um
1,35 Millionen auf 1,7 Millionen Besucher je Monat hat das Netzwerk, das erst
Ende Februar an den Start gegangen ist, zugelegt. Das entspricht 368 Prozent
Zuwachs und damit Rang 5 unter den dynamischen Internetseiten.
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Nicht mehr vertreten in dieser Rangliste sind dagegen SchülerVZ
und StudiVZ, die im vergangenen Jahr in der Spitzengruppe zu finden waren. Die
Reichweite von StudiVZ ist nach Messungen der Arbeitsgemeinschaft
Online-Forschung in diesem Jahr sogar gefallen, da die Nutzer nach dem Studium
entweder zu MeinVZ oder zur Konkurrenz weiterziehen.
Dagegen hat es das Start-up Qype zum ersten Mal in der Liste
der Reichweitengewinner geschafft. Auf Qype können die Nutzer Geschäfte,
Restaurants, aber auch Rechtsanwälte oder Banken bewerten, mit denen sie
persönliche Erfahrungen gemacht haben. Wer sich dann auf die Suche nach einem
Anbieter in seiner Stadt macht, kann dabei von den Erfahrungen anderer
profitieren. Auch die Personensuche Yasni.de hat es unter die ersten 15
geschafft. Yasni sammelt alle Informationen, die über Menschen im Internet zu
finden sind. Die Nutzer können auf Basis dieser Informationen dann ein eigenes
Profil anlegen.
In Amerika gehört das Nachrichten-Blog Huffington Post zu
den dynamischsten Unternehmen. Arianna Huffington hat dabei allerdings von der
Präsidentschaftswahl profitiert, die ihrem liberalen Politik-Blog sehr viele
Besucher zugeführt hat. Die Huffington Post hat gerade 25 Millionen Dollar
Risikokapital erhalten, was die Seite mit insgesamt 100 Millionen Dollar
bewertet. Damit gilt die Huffington Post als kommerziell erfolgreichstes Blog.
In Deutschland immer groß im Trend sind
Preisvergleichsseiten wie Sparbillig.de oder NexTag und Angebote für
Schnäppchenjäger. Zu den Gewinnern des Jahres gehört die Seite Vente-Privee.com.
In diesem französischen Einkaufsclub werden Markenprodukte erheblich billiger
als in den normalen Läden verkauft. Allerdings sind die Markenprodukte meist
Auslaufmodelle. Neben Vente-Privee sind auch Anbieter wie Brands4Friends, Buy
VIP, Private Outlet oder Triphunter für die Reisebranche in diesem schnell
wachsenden Markt aktiv. Klassische Online-Handelsseiten wie Amazon, Quelle oder
Otto sind nicht mehr in der Rangliste vertreten, da diese Unternehmen unter den
inzwischen 42 Millionen Internetnutzern in Deutschland schon sehr beliebt sind.
Lediglich C&A hat die Reichweite seiner Seite stark erhöht, allerdings
immer noch auf einem niedrigen Niveau.
Die Rangliste der Gewinner sagt nichts über die Verlierer
aus. Dazu gehört das amerikanische Portal Yahoo, das sich nach der
gescheiterten Übernahme durch Microsoft in eine schlechte Position manövriert
hat. Gute Mitarbeiter laufen in Scharen weg; das Unternehmen muss sparen,
während die Konkurrenten Google und Microsoft auch in der Krise weiter
investieren. Auch in Deutschland setzt der Trend zum Web 2.0 die klassischen
Portale unter Druck. Da sich die Kommunikation in die sozialen Netzwerke
verlagert, müssen E-Mail-Anbieter wie Web.de oder GMX um die Aufmerksamkeit
ihrer Nutzer kämpfen. Ebay ist weiterhin populär, wird es aber schwer haben,
sich weiter zu steigern. Auch von T-Online sind lange keine innovativen Ideen
mehr gekommen.