Marissa Mayer: „Google muss viel mehr Inhalte anzeigen"
26. Januar 2009, 18:53
Uhr
Marissa Mayer treibt bei
Google die Entwicklung der Suchmaschine maßgeblich voran. Obwohl das
Unternehmen den Suchmaschinenmarkt beherrscht, sieht Mayer Google noch lange
nicht am Ziel. Gerüchte, sie wolle Google verlassen, weist sie zurück.
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Googles hat die "Universal
Search" eingeführt, die als Suchergebnis zum Beispiel auch Nachrichten oder Videos
umfasst. Was kommt als Nächstes?
Universal Search ist nur der
Anfang. Wir müssen viel mehr Inhalte in der Suche anzeigen; Videos, lokale
Informationen oder Produktinformationen. Noch geben wir den Nutzern nicht die
bestmögliche Antwort. Auch der Suchmodus wird sich ändern: Können wir
Suchmöglichkeiten in Autos anbieten, oder was ist die beste Suche für Handys. Es
gibt zwar bereits Suchmöglichkeiten auf dem Handy, aber das ist noch nicht
perfekt. Zum Beispiel haben wir die Sprachsuche in Amerika eingeführt, damit
die Menschen ihre Suchanfrage einfach am Telefon stellen können.
Wie unterscheiden sich die
Suchanfragen, die von einem Handy kommen, von den Anfragen am Personalcomputer?
Die Menschen benötigen
andere Informationen, oft Zugfahrpläne, Anfangszeiten von Veranstaltungen und Nachrichten.
Auch die Ergebnisse, die Google anzeigt, sind andere. Zum Beispiel zeigen wir
bei einer Bildersuche nur fünf oder zehn Bilder auf dem Handy an, während auf
einem normalen Bildschirm Platz für viel mehr Bilder ist. Über die
Weihnachtsferien sind die normalen Suchanfragen gesunken; auch die Büchersuche
ging zurück, weil die Studenten nicht an den Universitäten waren. Aber die
mobile Suche ist gestiegen, weil die Menschen häufig unterwegs waren. Mobile
Landkarten waren besonders gefragt.
Gibt es eigentlich zwei Infrastrukturen
bei Google, für Anfragen von stationären Computern und von Handys?
Wenn eine Suchanfrage
ankommt, geht sie durch 700 bis 1000 Netzwerkrechner. Die Anfragen werden
gleich behandelt, nur die Anzeige unterscheidet sich dann.
In Deutschland sind vor
allem Verlage besorgt, dass Google die Nutzer in der Suche am liebsten zu
seinen eigenen Angeboten wie Google Maps oder Youtube leitet, um die Wertschöpfungskette
zu verlängern, also mehrfach Werbung verkaufen zu können.
Ich weiß, woher diese Angst
kommt, denn viele Portale der ersten Stunden haben das gemacht. Aber für Google
ist das keine Option. Wir versuchen, dem Nutzer die beste Information zu geben,
egal woher sie kommt.
Googles Anteil am
Online-Werbemarkt lag im vergangenen Jahr bei rund 60 Prozent, wenn die
tatsächlich erzielten Umsätze zugrunde gelegt werden. Befürchten Sie, dass ihre
Wettbewerber bald die Kartellbehörden einschalten, weil Googles Marktmacht
einfach zu groß geworden ist?
Nun, unser Marktanteil im
Suchmaschinengeschäft basiert darauf, dass die Nutzer bei Google suchen wollen -
freiwillig. Sie können jederzeit eine andere Suchmaschine nutzen.
Viele Verlage sind
enttäuscht, weil ihre Erlöse aus dem Google-Adsense-Programm nicht die
erhofften Erlöse gebracht haben.
Eric Schmidt hat in der
Vergangenheit schon gesagt, dass die Online-Werbemodelle mit Nachrichten, vor
allem mit Qualitätsjournalismus, effektiver werden müssen. Auf diesem Feld muss
noch mehr Erfahrung gesammelt werden.
Wie wird Cloud Computing die
Suchmaschinen beeinflussen? Hat Google einen Vorteil, wenn es die Suchmaschinen
und die Cloud betreibt?
Cloud Computing wird den
Wert des Internet als Plattform erhöhen. Und das ist natürlich eine von Googles
großen Zielen. Wenn das Internet besser wird, werden die Menschen es häufiger
nutzen und dann auch häufiger suchen. Und davon profitieren wir natürlich. Aber
dafür ist es egal, ob Suchmaschine und Cloud in einer Hand sind.
Werden wir bald ein Produkt
namens GDrive, also eine Online-Festplatte von Google sehen?
Mit unseren Produkten GMail,
Docs, Calender oder Picasa sind wir schon sehr nah an einem solchen Produkt. Anzukündigen
habe ich aber nichts.
Ein amerikanisches Weblog
hat spekuliert, dass Sie Google verlassen wollen. Was ist dran an der
Geschichte?
Gar nichts. Ich habe keine
Pläne, Google zu verlassen. Google ist mein Leben und ich werde sicher noch
viele Jahre dort arbeiten.
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