Wachablösung: Wer-kennt-wen zieht an die Spitze
09. Februar 2009, 14:15
Uhr
Im hart umkämpften Markt der sozialen Netzwerke bahnt sich
eine Wachablösung an. RTL-Ableger Wer-kennt-wen hat im Januar 4,8 Milliarden
Seitenaufrufe verzeichnet, während Studi
VZ nur 4,2 Milliarden Seitenaufrufe
erreichte, hat die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung
von Werbeträgern (IVW) gemessen. Noch klickfreudiger zeigten sich nur die
Besucher der Seite Schüler VZ, die 5,2 Milliarden Seiten aufgerufen haben, aber im Werbemarkt keine Relevanz haben.

Im Kriterium der Besuche auf der Seite
hat sich Aufsteiger Wer-kennt-wen ebenfalls näher an die Spitze geschoben: 148
Millionen mal kamen die rund 5,5 Millionen Mitglieder der Online-Gemeinschaft
im Januar auf die Seite; 170 Millionen Besuche bekam Studi VZ abgestattet. Der
ehemals stattliche Vorsprung des Platzhirschen Studi VZ schmilzt also weiter
zusammen.

Diese Entwicklung zeigt sich auch im - für die Werbewirtschaft
wichtigeren - Kriterium der Einzelbesucher auf der Seite. Eine Messung mit dem
Google-Instrument Trends zeigt, dass Wer-kennt-wen und Studi VZ jeden Tag von
etwa 650000 Menschen in Deutschland aufgesucht werden. Allerdings stagniert
diese Zahl seit einigen Monaten ebenso wie für den Studi VZ-Ableger Mein VZ.
Wachstum zeigt vor allem Weltmarktführer Facebook, der nach verhaltenem Start
in Deutschland inwischen mehr als zwei Millionen Nutzer angezogen hat und
dessen Seite täglich von etwa 200000 Menschen in Deutschland aufgesucht wird.
Damit liegt Facebook nur noch knapp hinter MeinVZ, aber schon gleichauf mit dem
amerikanischen Konkurrenten MySpace, der weit früher in Deutschland gestartet
ist.

Die Netzwerke haben ihre Popularität bei den Nutzern bisher aber nicht in
Gewinne umwandeln können. Sowohl Studi VZ als auch Wer-kennt-wen arbeiten noch
mit Verlust und suchen nach dem passenden Geschäftsmodell im Internet. Als
Vorreiter gilt MySpace, die vor allem auf interaktive Werbekampagnen setzen,
die sich möglichst von allein in der Nutzerschaft verbreiten.
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Infos von Holger Schmidt zur Netzökonomie per -> 