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Netzökonom

Xing verliert an Schwung

11. Februar 2009, 12:53 Uhr

Umsatz um 80 Prozent gesteigert, Ebitda sogar um 85 Prozent. Die Zahl der Mitglieder auf 7 Millionen erhöht; von denen 550.000 zahlen. Am Online-Geschäftsnetzwerk Xing scheint die Wirtschaftskrise spurlos vorbeizugehen. Allerdings zeigt ein genauer Blick, dass Xing im Jahresverlauf 2008 etwas an Schwung verloren hat.

Das Chart der Umsatzentwicklung sieht noch gut aus. 35,3 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen im vergangenen Jahr erzielt, davon 10,2 Millionen Euro im vierten Quartal. 

Das Chart des Umsatzwachstums gegenüber dem Vorjahr lässt aber schon erkennen, dass der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte weniger stark gewachsen ist.

Deutlicher wird der schwindende Rückenwind bei der Ebitda-Entwicklung: Im vierten Quartal erzielte Xing 3,35 Millionen Euro als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, während es im dritten Quartal noch 3,7 Millionen Euro waren.   

Die nachlassende Dynamik im Ergebnis zeigt sich besonders gut im Chart, das die Ebitda-Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr zeigt. Zum Teil lasse sich das Ergebnis im vierten Quartal mit Sondereffekten erklären, die das Unternehmen aber erst mit dem endgültigen Jahresbericht aufschlüsseln will, teilte Xing auf Anfrage mit.

Auch an der Entwicklung der Besucher lässt sich ablesen, dass Xing wieder mehr Schwung braucht. Aus diesem Grund hat das Unternehmen Socialmedian gekauft. Die Nutzer sollen sich gegenseitig Nachrichten empfehlen und die Diskussion anregen. Diese Akquisition dient dazu, den Traffic auf Xing zu beflügeln. (-> Xing steigt ins Nachrichtengeschäft ein; -> Die neuen Aggregationsmächte im Netz)

Entwicklung der täglichen Unique User in Deutschland:

Tägliche Unique User weltweit:

An der Börse gibt der Kurs im Tagesverlauf leicht um 2,3 Prozent auf 30,27 Euro nach. Die Zahlen haben laut einem Händler im Rahmen der Erwartungen gelegen. Er verwies darauf, dass Xing bislang keinen Ausblick gegeben habe. DZ-Bank-Analyst Marcus Pratsch schrieb in einer ersten Einschätzung, das Geschäftsmodell von Xing sei rezessionsresistenter als andere internetbasierte Dienstleistungen. Entsprechend hat sich die Aktie im vergangenen halben Jahr deutlich besser entwickelt als der Index Tec-Dax.

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Veröffentlicht 11. Februar 2009, 12:53 von Holger Schmidt
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