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Netzökonom

Biz Stone: Twitter bleibt unabhängig

24. Februar 2009, 13:49 Uhr

Der Micro-Blogging-Dienst Twitter will sich nicht übernehmen lassen. „Unser Ziel ist ein starkes, unabhängiges Unternehmen um das Twitter-Konzept herum zu bauen", sagte Twitter-Mitgründer Biz Stone der FAZ. Auch beim Internetunternehmen Google, das nach Branchengerüchten als Käufer in Frage käme, wurde diese Option als abwegig bezeichnet. Ein Übernahmeangebot des sozialen Netzwerkes Facebook, das Twitter mit etwa 500 Millionen Dollar bewertet hätte, hat das Unternehmen offenbar schon abgelehnt. Das heißt zwar nicht, dass diese Option für alle Zeit aus der Welt ist, aber im Moment ist wohl nichts dran. 

Twitter konzentriert sich voll aufs Wachstum. Im vergangenen Jahr ist die Nutzerzahl um 900 Prozent auf etwa sechs Millionen gewachsen; genaue Zahlen gibt Twitter aber nicht bekannt. „Deutschland ist für Twitter das viertgrößte Land außerhalb der Vereinigten Staaten", sagte Stone. Die Zahl der aktiven Twitterer wird in Deutschland auf etwa 50000 geschätzt, wächst zurzeit aber sehr schnell.

Noch macht Twitter allerdings kaum Umsatz und arbeitet dementsprechend noch mit Verlust. Doch die Gründer haben Ideen im Kopf, wie die Popularität in Umsatz umgewandelt werden kann. „Erste Ideen, um Umsatz zu erzielen, sind Mehrwertdienste, zum Beispiel für Unternehmen, die Twitter für ihre Zwecke nutzen. Wir werden Wege finden, die Nutzererfahrung anzureichern, dabei aber den aktuellen Dienst für private und gewerbliche Nutzer kostenlos zu halten", sagte Stone.

Twitter hat im Moment alle Hände voll zu tun, seine technische Plattform mit dem Nutzerwachstum auszubauen. „Der größte Teil des technischen Fortschritts findet hinter den Kulissen statt, um unser Netzwerk effizienter zu machen. Daneben wird die Suche prominenter werden. Wir haben herausgefunden, dass die Suche eine wertvolle Funktion in Twitter ist", sagte Stone. Inzwischen wird schon spekuliert, wann Google auch Suchergebnisse aus Twitter anzeigt und ob die Twitter-Suche ein Kontrahent für Google werden könnte. Auf technischer Ebene wird Twitter auch näher an Facebook heranrücken und deren Angebot Facebook Connect einführen. „Wir planen die Integration von Facebook Connect, haben aber noch noch kein konkretes Einführungsdatum", sagte Stone. Facebook Connect verbindet andere Internetseiten mit Facebook.

Viel technischer Fortschritt findet außerhalb von Twitter statt, da viele Unternehmen Anwendungen bauen, die aufgrund der offengelegten Schnittstellen mit Twitter verknüpft werden können. Besonders wichtig sind dabei mobile Anwendungen. „Ich mag besonders eine iPhone-Anwendung namens Summizer, die sich auf die Suche und Trends in den Twitter-Updates konzentriert", sagte Stone.

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Veröffentlicht 24. Februar 2009, 13:49 von Holger Schmidt
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