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United Internet verzichtet auf Marktanteile

20. April 2009, 16:23 Uhr

Nach einem Jahr als Hasardeur mit teuren, aber erfolglosen Investitionen in Freenet und Versatel tritt United-Internet-Chef Ralph Dommermuth (Foto) nun auf die Bremse. Im ersten Quartal hat er keinen neuen DSL-Kunden dazugewonnen, weil ihm die Kundenakquisitionskosten der Konkurrenten einfach zu hoch sind. "Uns ist wichtig, im DSL-Geschäft weiter Geld zu verdienen. Deshalb verzichten wir weiterhin auf zu teure Vertriebskanäle und nehmen notfalls in Kauf, ein wenig Marktanteile zu verlieren. Das Wachstum wird in diesem Jahr vor allem bei der Telekom, Vodafone und den Kabelnetzbetreibern anfallen", sagte Dommermuth der FAZ. Schon im vergangenen Jahr waren die Telekom, Vodafone und die Kabelnetzbetreiber schneller gewachsen als United Internet. Die Kundenzuwächse im DSL-Segment des Unternehmen gehen stetig zurück.

Auch wegen des nachlassenden Online-Werbegeschäfts entwickelt sich der Umsatz weniger dynamisch. Investitionen in das Hosting-Geschäft sollen das Geschäft in diesem Jahr aber wieder ankurbeln. 

Mit der Vermarktung der schnellen VDSL-Anschlüsse hat es Dommermuth nicht eilig. Das Vorleistungsangebot der Deutschen Telekom findet er inakzeptabel. „Mit dem Telekom-Angebot kann niemand arbeiten. Denn zu den 30 Euro im Monat kommen noch die Traffic-Kosten, die sich zum Beispiel bei drei Stunden Fernsehen am Tag auf über 70 Euro im Monat addieren. Insgesamt müsste ein Anbieter mehr als 100 Euro an Vorleistung im Monat an die Telekom zahlen. Das wird niemand ernsthaft in Erwägung ziehen", sagte Dommermuth. „Aber solange die Telekom so wenige VDSL-Anschlüsse verkauft - ich schätze die Zahl auf höchstens 100.000 bisher - bleibe ich gelassen".

 

Veröffentlicht 20. April 2009, 16:23 von Holger Schmidt
Kommentare

Phil

20. April 2009, 18:05

http://www.internettarifvergleich.net/

Die Preise für die VDSL Vorleistungsprodukte sind wirklich fernab von Gut und Böse. Darauf aufbauend ein wirtschaftlich rentables Angebot aufzubauen kann ich mir einfach nicht vorstellen. Das sollte sich die BNetzA wohl noch einmal anschauen. Oh, ich vergaß die Diskussion um den "neuen Markt" ;)

Aber selbst wenn es deutlich günstiger wäre, die Kabelnetzbetreiber bieten Internet mit 32 MBit im Download für unter 30 Euro inklusive Internet und Telefon-Flatrate an. In meinen Augen ist das die härteste Konkurrenz. Auch für VDSL direkt von der Telekom...

MfG

Peter Meier

20. April 2009, 22:25

Wichtig wäre es, von jedem Anbiter zu verlangen, an jedem Ort in Deutschland zu demselben Preis seine Leistung anzubieten, damit es nirgends, bei A-DSL passiert, ein Tal der Ahnungslosen wie in der DDR gibt.

Die Mischkalkulation darf der Anbieter machen, darin sind sie ja erfahren (siehe Handytarife, wo sogar das Abbezahlen des Handykaufpreises funktioniert), auch dürfen mehrere Anbieter sich Regionen teilen und gegenseitig die gelegten Anschlüsse vermieten, das können die alles unter sich ausmachen.

Aber daß man in der Großstadt VDSL bekommt, auf dem Land hingegen ein Jahrzehnt abgeschnitten ist, daß darf nicht ein zweites mal passieren !

Torsten Sollitzer

21. April 2009, 14:02

@ Peter Meier: genau,  deshalb kostet auch der Frisör in Deutschland überall das gleiche... das Land hat halt andere Vorteile (großer Garten, Pendlerpauschale,...)

Torsten

27. Mai 2009, 11:22

http://www.dsl-tarifjungle.de

Ja so schnell kann man seine Meinung ändern :-) Wie es aussieht ist der Deal doch nun unter Dach und Fach und United Internet übernimmt die Freenet-DSL-Sparte. Scheinbar sind Aquisitionen langsam der schnellste und bequemste Weg zum Gewinnen neuer Kunden. Gerade einmal 175 Euro soll jeder Kunden kosten...

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