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Netzökonom

Twitter: Großes Interesse, wenige Anmeldungen

21. April 2009, 10:57 Uhr

Das Interesse an Twitter wächst auch in Deutschland sprunghaft: Besuchten im Oktober noch 109.000 Nutzer die Website Twitter.com, waren es nach Messungen von Nielsen Online im Februar schon 348.000. Allerdings melden sich längst nicht alle Besucher auch tatsächlich an, denn die Schätzungen für die Zahl der aktiven Twitterer in Deutschland schwanken zwischen 30.000 und 50.000. Offenbar ist die Hemmschwelle für viele Nutzer noch zu groß oder sie wissen nicht, was sie mit Twitter anfangen sollen. Um Twitter aber richtig beurteilen zu können, muss man aktiv mitmachen. Denn die Nutzung ist so individuell, dass Berichte nicht die eigenen Erfahrungen ersetzen können. Im Gegenteil: Dass ein Promi (Demi Moores Ehemann Ashton Kutcher (@aplusk)) als erster Twitterer eine Million Follower erreicht hat, und dass Oprah Winfrey (@oprah) jetzt auch twittert, führt Twitter zwar in den "Mainstream", aber alle, die Twitter nicht nur zum Spaß nutzen wollen, in die Irre. Denn Twitter lässt sich über die Auswahl der Menschen, denen man folgt, zum Beispiel sehr gut als individuelles und schnelles Informations- und Kommunikationsinstrument nutzen. Entscheidend ist die Identifikation der Menschen, Medien oder Unternehmen, die Interessantes sagen oder spannende Links twittern. Ein erster Einstieg könnten die Twitter-Charts oder Twem sein. Listen twitternder Journalisten gibt es ebenso wie Listen twitternder PR-Fachleute oder Juristen. Dabei gilt die Devise: Anschauen, ob der Twitterer Interessantes schreibt und erst dann "followen". Ist ein interessanter Twitterer identifiziert, lassen sich auch mit einem Blick auf dessen Follower-Liste oft spannende Mensche entdecken. Twitterer, die man nicht mehr lesen möchte, lassen sich aber auch einfach wieder abbestellen. Auf diese Weise lässt sich kontrolliert ein Verzeichnis der Twitterer aufbauen, die zusammen einen guten Strom an Informationen generieren können. Oft entsteht dabei eine Mischung aus "Mainstream-Medien" und anderen Fachleuten, die es an anderer Stelle so nicht gibt. Diese passive Annäherung an Twitter ist nur die eine Seite der Medaille. Richtig Spaß macht Twitter natürlich erst, wenn man selber schreibt. Ich war auch lange skeptisch und habe Twitter erst spät für mich entdeckt. Jetzt möchte ich es als Informationstool nicht mehr missen. (-> Twitterer sind Nachrichten-Junkies)

Hier noch einmal ein Leitfaden für die ersten Schritte auf Twitter:

Anmeldung

Auf der Internetseite www.twitter.com mit dem Namen und einem selbstgewählten Nutzernamen anmelden. Dieser Nutzername gilt dann zusammen mit einem vorangestellten @-Zeichen als Adresse im Twitter-System.

Twittern:

In dem Feld „What are you doing“ die Nachricht (Tweet) eintragen und auf Update klicken. Diese Nachricht ist auf der Twitter-Startseite zu sehen und wird allen Followern angezeigt.

Links einfügen

Wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen werden auch die elektronischen Verweise auf andere Internetseiten verkürzt. Das erledigen Seiten wie Tinyurl.com. Für Bilder eignet sich der Dienst Twitpic.com.

Auf Twitterer antworten

Die Funktion „Reply“ ermöglicht das Versenden einer Antwort auf einen Tweet. Diese Antwort können alle lesen.

Direkte Nachricht senden

Twitterer, die sich gegenseitig folgen, können sich auch direkte Nachrichten senden, die nur der Empfänger lesen kann.

Tweets weiterleiten

Mit dem Befehl RT (retweet) lassen sich Nachrichten weiterleiten. Wer einen interessanten Tweet liest, kann diesen schnell an seine eigenen Follower weiterleiten.

Twitter-Anwendungen nutzen

Inzwischen gibt es viele Programme, die das Twittern erleichtern. Zu empfehlen sind Tweetdeck oder Twhirl.

Twitter filtern

Wer nicht immer alle Tweets lesen möchte, kann zum Beispiel in Tweetdeck Gruppen der Menschen auswählen, deren Tweets angezeigt werden sollen.

Twitter-Knigge

Gibt es nicht. Manche twittern über das Wetter, ihren Hund oder dass sie gerade Hunger haben. Wer das nicht lesen möchte, kann diesen Twitterer wieder loswerden, indem in der „Following-Liste“ auf der Twitter-Startseite auf „remove“ geklickt wird. Dort lassen sich auch unliebsame Follower blocken oder Meldungen schützen, damit sie nur zugelassene Freunde lesen können („Protect my updates“ in der Rubrik Settings).

Links: 

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Tägliche Infos zur Netzökonomie 
unter twitter.com/HolgerSchmidt
und twitter.com/netzoekonom 

Veröffentlicht 21. April 2009, 10:57 von Holger Schmidt
Abgelegt unter:
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