Werber wollen mehr Geld ins Internet investieren
22. April 2009, 13:57
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70 Prozent der Werbetreibenden wollen ihre Ausgaben für Online-Werbung auch in diesem Krisenjahr erhöhen, hat eine Umfrage der European Interactive Advertising Association (PDF) unter 300 Marketing-Entscheidern großer Unternehmen in 9 europäischen Ländern ergeben. Nur 8 Prozent der Befragten wollen ihre Ausgaben für die Online-Werbung in diesem Jahr kürzen, hat die Umfrage ergeben. 47 Prozent sehen das Internet inzwischen als unverzichtbaren Kanal für ihr Marketing an. Im vergangenen Jahr waren erst 37 Prozent der Befragten dieser Ansicht; 2006 waren gar nur 17 Prozent vom Netz überzeugt.

Der Anstieg im Netz ist mit einer Umschichtung aus den klassischen Medien verbunden, denn insgesamt gehen die Etats in diesem Jahr zurück. 37 Prozent der Befragten sagten, die Steigerung des Online-Etats gehe zu Lasten der Fernsehwerbung, 32 Prozent schichten von Zeitungen ins Internet um und 46 Prozent verlagern aus Zeitschriften ins Netz, hat die EIAA-Umfrage ergeben.
Dieses Ergebnis deckt sich mit einer Analyse der Agentur Zenithoptimedia, die einen stetig steigenden Marktanteil für das Internet vorhergesagt hat (untere Grafik). Dagegen scheint die Verlagerung aus dem Hörfunk und dem Direkt-Marketing in diesem Jahr geringer zu werden, da Performance basierte Werbemöglichkeiten in Krisenzeiten immer gut gefragt sind.

Neben dem Trend zum Suchmaschinenmarketing setzen vor allem die Publisher verstärkt auf Targeting-Ansätze, um eine bessere Wirkung der Display-Werbung zu erreichen. Auch in Deutschland sind die Targeting-Spezialisten wie Nugg.ad zurzeit sehr gefragt. Zudem versucht United Internet Media, zusätzliche Anwender für seine Targeting-Lösung TGP zu finden. Die Gespräche laufen.
Das E-Mail-Marketing wird auf die Frage, welche Online-Werbeform ausgebaut wird, vergleichsweise häufig genannt. Dagegen stehen Rubrikenanzeigen (Classifieds) und auch die hochgelobten Werbenetzwerke (Ad Networks) weniger hoch in der Gunst der Werbetreibenden, hat die EIAA-Umfrage herausgefunden.

Der Trend Richtung Suchmaschinenmarketing hat sich in Amerika bereits im vergangenen Jahr deutlich gezeigt. Der Anteil des Suchmaschinenmarketing am gesamten Online-Werbemarkt ist 2008 dort von 41 Prozent auf 45 Prozent gestiegen. Während sich die Display-Werbung (Banner) behauptet hat, verloren klassische Online-Rubrikenanzeigen und Sponsorship an Bedeutung. Insgesamt ist die Online-Werbung 2008 trotz beginnender Krise um 11 Prozent auf 23,45 Milliarden Dollar gewachsen, haben IAB und PriceWaterhouseCoopers in ihrem Jahresbericht (PDF) herausgefunden.
