Netzökonom
Artikel-Services

Dämpfer für Twitter: 60 Prozent der Nutzer kehren nicht zurück

29. April 2009, 09:43 Uhr

David Martin vom Marktforschungsunternehmen Nielsen versetzt der Twitter-Gemeinde einen Dämpfer: Trotz des rasanten Wachstums kehren 60 Prozent der Nutzer im Folgemonat nicht wieder zurück, hat der Marktforscher herausgefunden. Eine "Retention-Rate" von nur 40 Prozent bedeute, dass die Gesamtreichweite nicht über 10 Prozent aller Internetnutzer hinauskommen könne, schreibt Martin. 

Auch im Vergleich mit MySpace und Facebook schneidet Twitter schlecht ab. In vergleichbaren Wachstumsphasen seien die Retention-Rates der beiden Netzwerke etwa doppelt so hoch gewesen, bei Facebook sei sie gestiegen.

Nun lässt sich sicher als Kritik anbringen, dass Nielsen nur die Website Twitter.com misst, nicht aber die Vielzahl der Applikationen wie Tweetdeck oder Tweetie für das iPhone, die vor allem von fortgeschrittenen Nutzern eingesetzt werden. Insofern werden die Nielsen-Zahlen die Retention-Rate unterschätzen. Dennoch macht Martins Beitrag auf ein Problem aufmerksam, das man als "Ashton Kutcher Falle" bezeichnen könnte: Mit steigender Popularität von Twitter scheint auch das Ausmaß der Belanglosigkeiten zuzunehmen. Es fällt vor allem Neueinsteigern immer schwerer, wahrhaft interessante Twitterer zu finden. Viele Neulinge sind mit dem Filtern überfordert und bekommen das Gefühl, mit Twitter ihre Zeit zu verschwenden - obwohl Twitter als Instrument für den schnellen Informationsfluss und die schnelle Kommunikation genial ist.

Eine niedrige Retention-Rate passt auch zur Beobachtung, dass viele Menschen die Website besuchen, sich aber nicht anmelden. Zum Beispiel haben im Februar 350.000 Menschen in Deutschland die Twitter-Website besucht. Im März ist diese Zahl schon auf 1,03 Millionen gestiegen, obwohl die Zahl der aktiven Nutzer sehr viel niedriger ist. Meine Vermutung: Die Einstiegshürde ist für die Nutzer, die jetzt auf Twitter aufmerksam werden, einfach zu hoch. Um Twitter aber richtig beurteilen zu können, muss man aktiv mitmachen. Gerade weil sich Twitter über die Auswahl der Menschen, denen man folgt, sehr individuell zuschneiden lässt, ist ein Urteil von außen nicht möglich. Vielleicht brauchen wir als Einstiegshilfe daher "Qualitätslisten" mit Twitterern, die interessante Informationen twittern, aufgeteilt nach Interessensgebieten. Twitter-Charts, die nach der Zahl der Follower sortiert sind, lösen das Problem nicht. 

Meine aktuelle, alphabetisch sortierte "Twitter-Qualitätsliste" für den Bereich Internet, Social Media und Computing gibt es in meinem Profil auf Tweetranking.

 

Hier noch einmal eine Einführung in Twitter:

Anmeldung

Auf der Internetseite www.twitter.com mit dem Namen und einem selbstgewählten Nutzernamen anmelden. Dieser Nutzername gilt dann zusammen mit einem vorangestellten @-Zeichen als Adresse im Twitter-System.

Twittern:

In dem Feld „What are you doing“ die Nachricht (Tweet) eintragen und auf Update klicken. Diese Nachricht ist auf der Twitter-Startseite zu sehen und wird allen Followern angezeigt.

Links einfügen

Wegen der Beschränkung auf 140 Zeichen werden auch die elektronischen Verweise auf andere Internetseiten verkürzt. Das erledigen Seiten wie Tinyurl.com. Für Bilder eignet sich der Dienst Twitpic.com.

Auf Twitterer antworten

Die Funktion „Reply“ ermöglicht das Versenden einer Antwort auf einen Tweet. Diese Antwort können alle lesen.

Direkte Nachricht senden

Twitterer, die sich gegenseitig folgen, können sich auch direkte Nachrichten senden, die nur der Empfänger lesen kann.

Tweets weiterleiten

Mit dem Befehl RT (retweet) lassen sich Nachrichten weiterleiten. Wer einen interessanten Tweet liest, kann diesen schnell an seine eigenen Follower weiterleiten.

Twitter-Anwendungen nutzen

Inzwischen gibt es viele Programme, die das Twittern erleichtern. Zu empfehlen sind Tweetdeck oder Twhirl.

Twitter filtern

Wer nicht immer alle Tweets lesen möchte, kann zum Beispiel in Tweetdeck Gruppen der Menschen auswählen, deren Tweets angezeigt werden sollen.

Twitter-Knigge

Gibt es nicht. Manche twittern über das Wetter, ihren Hund oder dass sie gerade Hunger haben. Wer das nicht lesen möchte, kann diesen Twitterer wieder loswerden, indem in der „Following-Liste“ auf der Twitter-Startseite auf „remove“ geklickt wird. Dort lassen sich auch unliebsame Follower blocken oder Meldungen schützen, damit sie nur zugelassene Freunde lesen können („Protect my updates“ in der Rubrik Settings).

Auch bei Christoph Dernbach gibt es eine Einführung in Twitter

Links:
-> Twitter's lack of loyalty
-> Ignore Twitter? Major Brands learn they'd better repond
-> Twitter: Ein MUSS für Unternehmen
-> 15 Fascinationg Ways to track Twitter Trends
-> Biz Stone: Twitter bleibt unabhängig
-> Twitter: Das nächste große Ding im Internet
-> Twitter bekommt mehr als 35 Millionen Dollar frisches Kapital -> Twitter bleibt kostenlos
-> Twitters Popularität steigt rasant

Veröffentlicht 29. April 2009, 09:43 von Holger Schmidt
Kommentare

@susuh

29. April 2009, 10:26

http://www.susuh.de

Teething problems. Der Wert des Dienstes liegt doch nicht im Austausch bzw. im Konsum von Belanglosigkeiten, sondern im Teilen von Gedanken, Neuigkeiten, Informationen oder Unterstützung.

Sicherlich erfordert dies persönlichen Einsatz, wenn man diesen Nutzen für sich reklamieren möchte. Twitter unterscheidet sich in diesem Sinne in keiner Weise von anderen Dienst; nirgendwo fällt Manna vom Himmel.

Roland Kopp-Wichmann

29. April 2009, 10:32

http://www.persoenlichkeits-blog.de

Das mag so sein. Aber Twitter ist auch noch am Anfang. Das ist doch mit allen Neuerungen so, dass es Zeit braucht, bis sie sich durchsetzen, Man denke an Handys, SMS, LCD- und Plasma-Fernseher.

Ich bin seit Okt. 2007 bei Tiwtter und habe schon manchen interessanten Link dort gefunden und auch mich mit anderen interessanten Twitterern über andere Kanäle vernetzt.

Als Marketingtool für Blogs und Websites finde ich es mittlerweile unverzichtbar.

Holger Schmidt

29. April 2009, 10:48

@ Roland Kopp-Wichmann: Damit kein falscher Eindruck aufkommt: Ich bin auch Twitter-Fan; für mich als Journalist ist Twitter unverzichtbar geworden. Ich fürchte nur, dass viele Neueinsteiger im Moment den Nutzen von Twitter nur schwer erkennen.

Felyx

29. April 2009, 10:53

http://blogts.wordpress.com/

Das Phänomen ist vielleicht nicht so stark wie angegeben, eben aufgrund der vielfach eingesetzten Anwendungen, wie sie geschrieben haben.

Der Neueinsteiger jedoch benutzt meist eh nur Twitter.com und nichts drumherum - was manchmal schon unattraktiv genug ist. Nach der großen Hürde des Anmeldevorgangs scheuen viele dann noch die Mühe, sinnvolle Twitterer zu suchen. Aus diesem Grunde wird Twitter kurze Zeit später wieder "abgesägt".

Wer würde jedoch bei den unfassbaren Wachstumszahlen davon ausgehen, dass tatsächlich jeder Neueinsteiger bleibt, der nur aufgrund des "Hypes" anfängt?

Die Stärkung des Twitterns auf lokaler Ebene könnte das Tool imho speziell für Neueinsteiger attraktiv machen -  mal sehen, was Twitter hier demnächst aus dem Hut zaubert.

PS: Speziell die Netzökonom-Beobachtungen zu Twitter sowie Social Networks gefallen mir immer sehr gut, danke!

Alexander Korte

29. April 2009, 11:33

http://www.korte.de/alexander

Danke für die Liste, @deinname sieht toll aus, ist aber mega unpraktisch, geht das nicht einfacher, z.B. mit dem guten alten Link also statt @bjoern http://twitter.com/bjoern  , Ihre ganze Liste hab ich mal hier veröffentlicht: www.korte.de/.../twitter-quality-poster-internet-social.html In diesem Zusammenhang ist mir die Idee einer Twitterroll oder Tweetroll in Anlehnung an Blogroll gekommen.

Alexander Korte

29. April 2009, 11:35

http://www.korte.de/alexander

Da hat sich mein Kommentar wohl erübrigt. Die Links sind jetzt da. Danke.

Holger Schmidt

29. April 2009, 11:36

@ Alexander Korte: Die Twitter-Namen sind verlinkt.

Klaus Wolfrum

29. April 2009, 11:40

http://www.xing.com/profile/Klaus_Wolfrum2

Die meisten twitter-Nutzer lassen sich schnell ein großes Rauschen durch die Quantiät der kommenden Follower und dem "Höflichkeitsfollowing" praktisch aufzwitschern - oder erzeugen es selbst. Je, mehr desto besser. Damit erledigt sich eine effektive Nutzung von selbst.

Ich denke, jeder Vogelschwarm geht in der Natur vernüftiger vor und verteilt sich daher auf den Bäumen.

Wesentlich ist jedoch bei twitter auch das Fehlen einer greifbaren Info und Anleitung zumindest in den führenden europ. Sprachen. Trotz vielfältig vorhandener Extra-Software: Der Nutzer möchte gerne den Dienst einfach auf twitter.com erklärt haben. Wenn ich offen eingestanden mich selbst zurück erinnere, wie lange ich für den Sinn+Nutzen von twitter gebraucht habe, möchte ich mich gar nicht in Otto-Normalnutzer hineinversetzen wollen.

Alex Schestag

29. April 2009, 11:45

http://www.online-praesenz-beratung.de

Ich verstehe die Aufregung nicht. Es müßte doch erst mal geklärt werden, was "kehren nicht zurück" überhaupt heißt. Das wird zumindest aus dem Blogeintrag und aus diesem Artikel hier überhaupt nicht deutlich. Heißt das, daß sie selbst nicht mehr aktiv twittern? Daß sie sich gar nicht mehr einloggen und ihre ? Was ist mit DMs? Angesichts dieser offenen Fragen halte ich die reißerische Schlagzeile "Dämpfer für Twitter: 60 Prozent der Nutzer kehren nicht zurück" für sehr gewagt!

Thomas Pfeiffer (@codeispoetry)

29. April 2009, 12:44

http://webevangelisten.de/twittersources/

Hallo,

wenn Nielsen ausschließlich die Zugriffe auf die Website misst, machen sie einen kapitalen Fehler.

Allein im deutschsprachigen Raum nutzten 45% der aktiv twitternden User die Website *nicht* direkt, sondern twittern vom Desktop (bspw. über TweetDeck) oder einen mobilen Client (z.B. Tweetie).

Diese 45% sind wohl eher fortgeschrittene User. Diese außen vor zu lassen verfälscht das Ergebnis beträchtlich.

Holger Schmidt

29. April 2009, 13:00

@ Thomas Pfeifer: Es steht explizit im Text, dass die Nichtberücksichtigung der Applikationen natürlich die Retention Rate unterschätzt.

Johannes Lenz

29. April 2009, 13:06

http://www.alma-mater.de

Hallo Herr Schmidt

unsere www.twitter.com/almameise ist seit Mitte September am twittern und dies m.e. recht erfolgreich. Inzwischen hat sie über 700 follower aus verschiedenen Branchen (Medien, Job&Karriere, PR, etc.).

Nach einer ersten quantitativen Phase, in der sie quasi auf die "Pirsch" gegangen ist, hat sie nun eine qualitative Phase eingeläutet, die beinhaltet, nur mit solchen followern in kontakt zu bleiben, die den Austausch pflegen bzw. thematisch nach individuellen Kriterien für sie interessant sind.

Zudem legt Alma wert auf den ursprung von twitter: den schnellen Austausch von wissen und der damit verbundenen Hilfe für andere. Und das klappt immer besser, was uns sehr freut.

Ein Bsp: Heute hat sie zwei User auf ein neu erschienenes Produkt von www.alma-mater angespriochen und wurde sofort per Emailadresse weitergeleitet. Ratzfatz.

So stellen wir uns twitter vor: Schnell, informativ und unkompliziert.

Aber: Es ist eine Geben&Nehmen, das man einhalten sollte, weil man sonst keine follower findet.

Qualitäts- oder Themenlisten gibt es m.E. inzwischen einige, auch wir sind dort vertreten. Aber als Einstieg könne sie nicht schaden. Nur sollte man wuissen,

was man will, bevor man anfängt, zu twittern!

Mit besten Grüßen aus Stuttgart

Johannes Lenz

Dörte Giebel | dieGoerelebt

29. April 2009, 13:26

http://diegoerelebt.wordpress.com

Meine spontane Frage:

Juckt mich das, ob "die Anderen" den Wert von Twitter erkennen oder nicht? Wenn "die Anderen" diejenigen sind, die meine gezwitscherte Werbebotschafte lesen sollen, dann muss ich als Social Media Marketing-Beraterin bei diesen Analysen natürlich nervös werden...

Meine weiteren Gedanken:

Qualitätslisten und Leitfäden sind für den Einstieg sehr wertvoll - da macht sich jeder verdient, der dazu etwas beiträgt. Schließlich haben auch wir so von anderen gelernt und profitiert. Ich selbst hab da auch schon einmal meinen Beitrag geleistet (Liste: Weiterbildung auf Twitter: www.fernstudientag.de/.../liste-weiterbildung-auf-twitter-das-update-ist-fertig - in Kürze gibt's ein Update!)

Wenn ich überlege, wie lange es gedauert hat, bis Blogs zum Mainstream wurden, dann geb ich Twitter gern noch ein bisschen Zeit. Und bis dahin versuche ich, mich immer wieder daran zu erinnern, was Twitter ist und sein kann, wenn ich es entsprechend nutze: Für die einen ist es ein feiner Business-Micro-Blog, für die anderen der größte Chatroom der Welt... Die Nutzungsvielfalt ist enorm - da muss wohl jede/r für sich "durch"...

Es grüßt die Göre Dörte Giebel

Ulrike Langer

29. April 2009, 13:57

http://medialdigital.wordpress.com

Ich schließe mich der Meinung von Dörte Giebel an: Den ”Dämpfer" müssen die Twitter-Gründer selbst, die Marketing-Twitterer, die auf Massenreichweite setzen, und vor allem die Spammer ertragen. Uns anderen kann es eigentlich nur recht sein, wenn echte Komik, Lakonik, Information und Dialog nicht in der Flut von Belanglosigkeiten verschwinden.

Meine Prognose: Es wird auch in einem Jahr noch einen harten Kern von Microbloggern geben und drumherum eine je nach jeweiligen Medienhype mehr oder weniger wabernde Wolke von Leuten, die nur mal reinschauen.  

Vielen Dank übrigens für die Aufnahme von @mauisurfer25 in die "Qualitäts-Twitterliste". Und dito auch im Namen von @mediummagazin .

Jochen

29. April 2009, 14:22

http://schmuckgrosshandel.de

Ich bin in den 60%. Ich beschäftige mich mit Twitter, aber ich finde den Nutzen einfach nicht.

Und ich bin jetzt eigentlich auch recht froh nicht zu viel Zeit verschwendet zu haben um mich in Second Life einzufuchsen.

DerSilberneLoeffel

29. April 2009, 16:04

http://dersilberneloeffel.blogspot.com/

Momentan ist für mich der Einstieg schwer. Was vielleicht auch an der Fülle der "Nichtinformationen" liegen mag. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit mehr Zeichen als bei Twitter lieber informiert werde.

SEO Notes

29. April 2009, 18:21

http://www.isa-media.de/blog/

Hi,

da haben sich wohl auch Twitterprofile in die Liste eingeschlichen, die nicht aktiv sind oder nicht mehr aktiv sein wollen:

http://twitter.com/johnbatelle

http://twitter.com/danschwabel

Holger Schmidt

29. April 2009, 19:41

@ SEO Notes, danke, jetzt funktionieren die Links.

Holger Schmidt

29. April 2009, 19:47

@ Dörte Giebel, @ Ulrike Langer: Die Ansicht 'was kümmert mich, ob Twitter wächst', greift zu kurz. Ohne Wachstum wird Twitter den Dienst nicht (allein) finanzieren können.  

jo

29. April 2009, 21:41

Die Nichtberücksichtigung der Applikationen wurde ja schon angesprochen. Für mich - auch ohne nähere Kenntnis der Studie - ist sie bereits ein K.O.-Kriterium (Ohne nachzuschlagen: Letzten Sommer lag das Nutzungserhältnis zwischen Webseite und Anwendungen iirc bei 56:44. Wobei auf der Webseite insbesondere Wenignutzer und Schnupperversuche einen beachtlichen Anteil ausmachen dürfen).

Wer Twitter regelmäßig nutzt, wird dies kurz über lang mit einer dedizierten Anwendung tun. Die Twitterwebseite ist für eine halbwegs gewinnbringende (ob nun sozial oder monetär) Nutzung schlicht ungeeignet.  

Zweiter Punkt ist die Frage nach dem Nutzwert bzw. "interessanten Inhalten". Die mag relevant sein, wenn man Twitter als Business- oder Newsnetzwerk betrachtet oder nach Bespaßung sucht. Kann man natürlich, muss man aber nicht. Ich sehe Twitter vor allem als ein Plattform für soziale Interaktion, vergleichbar mit dem guten alten Flurfunk oder einem Kneipengespräch.

Menschen sind - zum Glück - keine autonomen Nutzwertmaschinen, sondern Herdentiere. Manchmal reicht es, sich ganz archaisch aneinander zu reiben. Wahrscheinlich ist es für die meisten von uns sogar nötig. Im Offline-Leben geschieht dies weitgehend unbemerkt.

Online können Dienste wie Twitter - in Grenzen - zum Substitut werden - auch und gerade, weil es keine pauschale Nutzwertverpflichtung gibt. Twitter (Chats, lustige Büromails, oder das Gespräch am Kaffeeautomaten ...) wäre somit der soziale Kitt, der uns zu gesellschaftsfähigen Wesen macht.

Ich bewerte einen Kneipenbesuch doch auch nicht danach, welchen Nutzwerk er für mich hat. Ganz im Gegenteil. Ich möchte entspannen und für ein paar Stunden loslassen können.

Auf eine "Liste wirklich relevanter Toptwitterer" kann ich daher dankend verzichten. Die Fokussierung auf vermeintliche A-Lister hat - mein These - auch schon der deutschsprachigen Blogosphäre mehr geschadet als genutzt.

Zum Vergleich mit Second Life: Der ist gar nicht schlecht. Ebenso wie bei Twitter, erschließt sich die Faszination (und der Nutzen) von Second Life oft erst nach einer gewissen Eingewöhung (und für viele User auch nie). Das macht weder Twitter noch SL zu einer "Zeitverschwendung". Es erklärt aber durchaus  die für Aussenstehende absurd scheinende Retention Rate (Bei SL sollen zeitweise >90% der Einsteiger das einführende Tutorial abgebrochen haben).

Markus Jakobs

30. April 2009, 01:05

Es werden z.Z. Unmengen Twitteraccounts angelegt um einfach nur den Firmen- / Produkt- oder Real-Namen zu sichern bevor ihn jemand anderes belegt.

Von daher sind die 60 % nicht aktiver Profile keine Grundlage mit der man rechnen könnte.

Andere Netzwerke haben aber die gleichen Probleme.

 

Holger Schmidt

30. April 2009, 09:08

@ Jo: Natürlich soll jeder weiterhin twittern, über was er oder sie möchte. Darum geht es mir doch gar nicht. Ich fürchte nur, dass das öffentliche Ausleben des Privaten die Neueinsteiger nicht unbedingt interessiert, wahrscheinlich sogar eher abschreckt. Meine Erfahrung ist, dass viele Außenstehende schon abgeschreckt sind, bevor sie Twitter richtig kennenlernen.  

Denken

30. April 2009, 09:10

Der zweite Beitrag zum Thema in den ich rein schaue. Und der Dienst erscheint nach wie vor Belanglos ...

Der Einwurf mit den Tools ist überhaupt nicht von Relevanz. Weil die Messungsgrundlage für alle Dienste die gleiche ist. Und hier schneidet Twitter eben im Vergleich deutlich schlechter ab. Zumal die anderen Dienste ja sicher auch Tools für die bequemere Verwaltung vorweisen können.

Holger Schmidt

30. April 2009, 10:42

@ Denken: Nein, Twitter ist nicht belanglos, wenn man es erst richtig entdeckt hat. Aber dass oberflächliches Betrachten zu dem Eindruck der Belanglosigkeit führen kann, ist meine Sorge.  

Leander Wattig

30. April 2009, 23:34

http://leanderwattig.de

Danke für den Link!

Eine wichtige Frage ist aus meiner Sicht, wie man dem Otto-Normal-Surfer aufzeigt, was die Vorteile des Microbloggings sein können. Das merkt man ja bekanntlich erst während der intensiveren Nutzung, zu der es bei vielen aber nicht kommt. Von daher kann man sicher dankbar sein, dass bspw. Facebook auf diesem Felde derzeit einiges leistet.

Jochen Siegle

05. Mai 2009, 12:17

http://techfieber.de

Dämpfer zum Trotz ist Twitter.com wohl dieser Tage die begehrteste Firma des Planeten. Nachdem sich Google inen Korb einfing, will sich nun scheinbar Apple Twitter einverleiben, siehe: techfever.net/.../twitter-fever-apple-to-buy-twitter

Trackbacks

Bookmarks for 04/29/2009 | craaank

29. April 2009, 21:52

Ihr Kommentar

 
Hinzufügen
Aktuelle Twitterbeiträge
RT @kressZwitscher: "Ich bezahl euch sogar gerne dafür": Chatprotokolle bringen SchülerVZ-Betreiber in Erklärungsnot http://bit.ly/450koz
Vor 6 Stunden
RT @mashable: Official Twitter retweet feature is live for some. We just added screenshots of it in action: http://bit.ly/2hLL1D
Vor 1 Tag
Lesetipp: Why is Gen Y Now Flocking to #Twitter? http://bit.ly/3JBEZL (via @rww und @SocialMedia411)
Vor 2 Tage
Telefónica übernimmt #Hansenet (Alice) für 900 Millionen Euro. Vodafone und United Internet gehen leer aus.
Vor 2 Tage
RT @NiemanLab: CEO Eric Schmidt on Google Wave: "They're getting ready for a much broader distribution...very soon," within weeks.
Vor 2 Tage
Blogsuche
in
Blog abonnieren
per Email an folgende Adresse