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Facebook und Twitter leiten Leser auf Nachrichtenseiten
19. Mai 2009, 21:00
Uhr
Im Internet geschieht - wieder einmal - ein Quantensprung: Aus
einem eher statischen Netz mit großen Anlaufstellen wie Google oder Yahoo
entwickelt sich das Echtzeitinternet, gekennzeichnet von einem stetigen
Informationsfluss, der Nachrichten oder Statusmeldungen der Nutzer dezentral - und damit an den großen Seiten vorbei - im
Internet verteilt. Angetrieben wird das Echtzeitinternet
von den mehr als 200 Millionen Internetnutzern auf Seiten wie Twitter, Facebook
oder Friendfeed, die Informationen blitzartig verbreiten. So schnell, dass
sogar Google nicht mehr mitkommt. Denn dessen Alghorithmus ist bisher nicht
schnell genug, um die Informationen im Echtzeitinternet auch in Echtzeit zu
finden.
Deutlich wird das Konzept in der „Timeline" auf Twitter, auf der chronologisch
sortiert die Statusmeldungen der Twitterer durchlaufen. Neue Techniken wie
Adobe Air lassen die Informationen automatisch über den Bildschirm der Nutzer fließen
- manuelle Aktualisierungen der Internetseiten sind nicht mehr nötig, was das
Tempo der Informationsverbreitung stark erhöht. Viele Medienseiten oder Blogs, deren Inhalte schon
bevorzugt mit Hilfe dieser Nachrichtenströme verbreitet werden, bekommen
Zugriffe auf ihre Inhalte immer häufiger von Twitter oder Facebook und immer seltener von
Google (News). Neben Google werden auch große Aggregatoren
wie Digg.com oder Techmeme.com, die bisher Online-Artikel aufgrund von
Nutzerempfehlen oder der Zahl der darauf gerichteten Links gewichtet und auf
ihrer Seite sortiert haben, darunter leiden, dass die
Informationsströme an ihnen vorbeifließen.
Das Marktforschungsunternehmen Hitwise hat nun für Großbritannien ermittelt, wie sich der Downstream-Traffic auf die Medienwebsites gerade verändert. Seitdem die Nutzerzahlen auf Twitter stark steigen, steigt auch der Traffic, den die Medienseiten von Twitter zugeführt bekommen, stetig an. Knapp 10 Prozent des Downstream-Traffics von Twitter landete im Februar auf Medienseiten. Besonders profitiert hat der Guardian, der knapp 20.000 Follower auf Twitter hat.

Twitter gewinnt zwar stark an Bedeutung als Trafficquelle, bringt aber weniger als ein Zehntel des Traffics, den Facebook in Großbritannien den Homepages der Medienseiten zuführt. Verlierer sind Google News und Digg.com, die an Bedeutung verlieren. Eine konsequente Nutzung der Web 2.0 Instrumente mindert also die Abhängigkeit der Medienseiten von Google.

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