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Wie Ebay, Otto, Web.de und GMX die E-Mail retten wollen
18. Juni 2009, 13:48
Uhr
E-Mails sind die beliebteste Form der Kommunikation im Internet. Doch im
Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen und Kunden wird der elektronischen Post
tiefes Misstrauen entgegengebracht. Denn Phisher fälschen massenweise E-Mails, um die mehr als 30 Millionen Kunden von
Online-Banken oder Händlern in Deutschland auf falsche Internetseiten zu locken.
Mehr als 90 Prozent aller gesendeten E-Mails sind Fälschungen, auch wenn die
Filter der E-Mail-Dienste inzwischen den Großteil dieser Nachrichten abfangen,
bevor sie zum Nutzer gelangen.
Jetzt haben sich Otto, Ebay, 1&1, die Postbank und
Weltbild gemeinsam mit den beiden großen E-Mail-Diensten Web.de und GMX das
System "Trusted Dialog" ausgedacht, das der E-Mail wieder Vertrauen im
Geschäftsverkehr verschaffen soll. Die Unternehmen haben dafür ihre
E-Mail-Systeme miteinander verbunden. Schickt ein Händler eine E-Mail an einen
Kunden, der sein privates Postfach bei Web.de oder GMX hat, wird die Nachricht
zwar wie bisher über die Internetleitungen geschickt. Über eine geschützte
Parallelroute wird allerdings gleichzeitig geprüft, ob die E-Mail auch wirklich
vom richtigen Absender stammt und der Inhalt nicht verändert wurde. Erst dann
erscheint das Logo des absendenden Unternehmens im Postfach des Empfängers als
Zeichen, dass diese Mail vertrauenswürdig ist. "Otto-Kunden, die ein Web.de oder
GMX-Postfach haben, können künftig schon im Posteingang erkennen, dass auch
wirklich Otto drin ist, wenn Otto draufsteht", sagte Thomas Schnieders, Direktor
Neue Medien beim Hamburger Versandhändler.
Die Initiatoren wollen ihr System weiter ausbauen und
führen Gespräche mit anderen Marktteilnehmern, vor allem Banken und
E-Mail-Diensten. Parallel zu dieser Initiative soll auch das "De-Mail"-System in
Deutschland an den Start gehen. Das System, das vom Bundesinnenministerium
verantwortet wird, soll die E-Mail rechtsverbindlich machen. Auch sensible
Korrespondenz, zum Beispiel mit Behörden, Ärzten oder Anwälten, soll sich dann
bequem über das Internet abwickeln lassen.
