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Tinker.com: Online-Werbung in Echtzeit
07. Juli 2009, 11:55
Uhr
Während der Mikroblogging-Dienst
Twitter noch über die Frage des Geldverdienens nachdenkt, preschen die ersten
Twitter-Applikationen mit Geschäftsmodellen vor: Tinker.com heißt die Seite des
amerikanischen Medienunternehmens Glam, die Twitter-Mitteilungen oder
öffentliche Statusmeldungen aus anderen sozialen Netzwerken wie Facebook zu
einem Thema bündelt und die passende Werbung dazu verkauft. "Mit Tinker.com helfen wir,
Echtzeit-Trends und Veranstaltungen zu monetarisieren", sagte der Glam-Gründer
Samir Arora gegenüber dem amerikanischen Blog Techcrunch.
Tinker.com fasst alle Tweets, die
zu einem Ereignis auf Twitter geschrieben werden, zusammen, erklärt
Burda-Manager Marcel Reichart. Burda ist seit dem vergangenen Jahr an Glam
beteiligt. Diese Ereignisse können echte Veranstaltungen sein, aber auch
Aktuelles wie die Verurteilung des Betrügers Bernie Madoff zu 150 Jahren
Gefängnis.
Die maximal 140 Zeichen langen Statusmeldungen auf
Twitter lassen sich dann nach den passenden Stichwörtern zum Ereignis filtern
und zusammenfassen. Auf diese Weise ergibt sich ein sehr aktuelles Stimmungsbild
des Ereignisses, das nicht nur auf der Tinker-Seite angeschaut, sondern
auch auf allen anderen Internetseiten eingebaut werden kann, die ihre Inhalte um
aktuelle Twitter-Diskussionen bereichern wollen. Tinker biete dann quasi eine
Live-Suche, die nach Themen strukturiert ist, sagt Reichart. Erste Werbepartner
wie der Computerhersteller Hewlett-Packard buchen dann entweder vorher
festgelegte Ereignisse oder auch spontan stattfindende Diskussionen. Die Preise,
die Werbetreibende im Umfeld dieser Live-Diskussionen zu zahlen bereit wären,
seien deutlich höher als normal. Die Einnahmen teilt sich Glam dann mit dem
Betreiber der Internetseite.
Die Werbung im Umfeld der Live-Veranstaltungen hat zudem
einen Vorteil gegenüber Google. Der Suchmaschinenprimus hat mit der wachsenden
Popularität von Twitter und dem Echtzeitinternet zwar schon seine Intervalle
gesteigert, in denen die Seiten aktualisiert werden, aber noch ist Google für
Echtzeitereignisse zu langsam.