Home
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Mittwoch, 08. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Netzökonom

Vodafone und die Blogger

11. Juli 2009, 23:18 Uhr

Wenn die deutschen Blogger, die sich so gerne beschweren, dass sie nicht ernst genommen werden, von einem großen Unternehmen wie Vodafone einmal ernst genommen werden, was tun die Blogger dann: Sie prügeln, zum Beispiel Thomas Knüwer, so vehement auf Vodafone ein, dass sich andere Unternehmen von nun an erst einmal sehr genau überlegen werden, Social-Media-Kampagnen dieser Größenordnung zu starten. Dabei wäre diese Kampagne, die viel mehr ist als die verunglückte Pressekonferenz, die Gelegenheit gewesen, Social Media in der Werbung und Kommunikation zu etablieren. Die Chance ist erst einmal vertan worden. 

Doch auch wenn die Kritik überzogen war - Vodafone trägt eine nicht gerade geringe Mitschuld an dem Desaster. Denn einige Dinge hätten den Verantwortlichen vorher klar sein müssen:

- Man kann die neue Zielgruppe der „Generation Upload" nicht mit Old-School-Marketingsprüchen begeistern. Die Versuche wirkten in der Tat lächerlich (sich daran in unzähligen Blogbeiträgen abzuarbeiten allerdings genauso). Dass die Pressekonferenz aber etwas mehr Inhalt brauchte, war wohl auch dem Vodafone-Chef Fritz Joussen noch klar geworden. Darum verkündete er zum Beginn der PK den Abschluss des VDSL-Bitstream-Vertrages mit der Telekom. Sein Pech: Diese Nachricht interessierte die "Community" rein gar nicht.

- Ein Unternehmen, das ein eher schlechtes Image in der Zielgruppe hat, muss sich schon mehr als eine Werbekampagne einfallen lassen, um seinen Ruf zu drehen. Das schlechte Image beruht einerseits in der Zustimmung zu den umstrittenen Netzsperren („Zensursula"), die von den Bloggern (aus gutem Grund) abgelehnt werden, andererseits aber auch in den Produkten und Tarifen: Die „Generation Upload" ist entweder bei T-Mobile unter Vertrag, weil sie ein iPhone will, oder bei O2, weil die Münchner vernünftige Datentarife haben. Vodafone ist in der Zielgruppe weder für coole Handys noch für attraktive Tarife bekannt. Warum also sollte die gut informierte „Generation Upload" zu Vodafone wechseln? Ein attraktives Angebot hätte die anschließende Diskussion anders aussehen lassen.

Vielleicht lernen wenigstens andere Unternehmen aus dem Vorgang. Zumindest wissen sie jetzt, dass jede Bewegung auf das Social-Media-Terrain sehr kritisch beäugt wird. Fehlertoleranz gibt es nicht. Doch Social Media braucht auf Dauer Social-Media-Kampagnen. Denn Social Media braucht irgendwann einmal eine Finanzierungsquelle. Also: Bitte über den Tag hinaus denken.

Ebenfalls zum Thema:

Zweipunktnull: Vodafone: War das was?

Ralf Schwartz: Vodafone: Wenn der Blauäugige auf den Einäugigen trifft

Don Alphonso: Vodafone lädt auf und eckt an (FAZ)

Mirko Lange: Der (schmutzige?) Kampf um die Deutungshoheit

Sascha Lobo nimmt Stellung

 

Veröffentlicht 11. Juli 2009, 23:18 von Holger Schmidt
Abgelegt unter:
Aktuelle Twitterbeiträge
Is it possible to predict what types of stories will go wild on Twitter? Scientists say yes http://t.co/VzPQqo7U by @NiemanLab
Vor 17 Stunden
Google joins desktop and mobile with Chrome for Android http://t.co/blPZt41S by @fttechhub
Vor 18 Stunden
Almost half of under-12s using Facebook bit.ly/w6JxmY #facebook via @FacebookGeek
Vor 20 Stunden
Ich empfehle @SocialbakersDE in den Kategorien #social media #statistik http://t.co/5vyrDGGb - das Twitter-Verzeichnis
Vor 1 Tag
Blogsuche
in
Blog abonnieren
per Email an folgende Adresse
Themenfinder
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z