Schlechte Politik lässt Deutschland in Internet-Rangliste zurückfallen
01. September 2009, 13:26
Uhr
Wie gut ist ein Land auf das Internet-Zeitalter vorbereitet? Steht die
Breitband-Infrastruktur? Wird genug in Forschung und Entwicklung investiert? Hat
die Regierung ihre Hausaufgaben gemacht? Diese Fragen hat IBM in einer globalen Studie mit
dem Titel "E-Readiness" untersucht und darin vor allem der deutschen Regierung
und der öffentlichen Verwaltung ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Bürger und
Unternehmen in Deutschland können deutlich weniger Online-Dienstleistungen der
Bundesbehörden nutzen als andere Europäer. Auch die öffentlichen Ausgaben für
Informations- und Kommunikationstechnik liegen weit unter dem Durchschnitt,
haben die Forscher von IBM
herausgefunden. Sogar miserabel schneidet Deutschland im Kriterium der
"E-Partizipation" ab, also der Nutzung der Informations- und
Kommunikationstechnik im politischen Entscheidungsprozess.

Ergebnis: Deutschland kommt in der Rangliste zum Thema
"Regierungspolitik" nur auf Platz 29 in der Welt. Die schlechten Noten für die
Regierung zeigen sich auch in der Gesamtrangliste, in der Deutschland in diesem
Jahr gegenüber dem Vorjahr um 3 Plätze auf Rang 17 abgerutscht ist. Zurückgefallen von Rang 1 auf Rang 5 sind auch die
Vereinigten Staaten, während sich die nordeuropäischen Länder, vor allem der
neue Spitzenreiter Dänemark, Schweden (Rang 2) und Norwegen (Rang 4 nach Rang 11
vor einem Jahr), verbessert haben.
In der Kategorie "Konnektivität und
Technologie-Infrastruktur", in der die Anschlussdichte mit Breitbandverbindungen
und die Sicherheit der Datenübertragung gemessen wurde, erreicht Deutschland den
elften Rang in Europa. Gute Werte in den Kriterien Sicherheit, Breitbandpreise,
Mobilfunkverbreitung und internationale Breitbandverbindungen werden von einer
geringen Breitbandanschlussdichte und einem immer noch vergleichsweise niedrigen
Anteil der Internetnutzer an der Gesamtbevölkerung von rund 70 Prozent getrübt.
Die skandinavischen Länder, die Niederlande und die Schweiz haben in diesem
Kriterium besonders gut abgeschnitten, haben die IBM-Forscher ermittelt. Insgesamt
verfügt Nordeuropa über die beste Infrastruktur in der Welt.
Im europäischen Durchschnitt liegen Deutschlands Werte
für das Rechtssystem und die ökonomischen Rahmenbedingungen, die in der Krise
ebenfalls schlechter geworden sind. Vergleichsweise gut hat Deutschland dagegen
in der Kategorie Innovation abgeschnitten. Zusammen mit Schweden hat Deutschland
die Spitzenposition inne.
Ranking 1- 30:
