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Burda baut "Google-News-Killer" und teilt mit Urhebern
03. September 2009, 13:40
Uhr
Google News bekommt Konkurrenz: Die zum Medienhaus Burda gehörende Tomorrow
Focus AG hat das Finanzportal Finanzen 100 gestartet, das seine
Inhalte nicht selbst erstellt, sondern 12.000 Quellen aus dem Internet
aggregiert. In der kommenden Woche wird Nachrichten.de folgen, eine ebenfalls
vollautomatisch erstellte Nachrichtenseite, die 600 journalistische Quellen
zusammenfasst.
Anders als Google wird Tomorrow Focus die Inhaltelieferanten
an den Werbeerlösen auf der Seite beteiligen. „Wenn wir nur den Teaser
des Textes zeigen, erhält der Urheber 20 Prozent des Werbeerlöses", sagte
Jochen Wegner, Chefredakteur von Focus Online, der FAZ. Der Teaser
enthält immer einen Link auf die Originalquelle. „Wenn mehrere Teaser auf einer
Seite gezeigt werden, müssen sich die Urheber die 20 Prozent teilen", sagte
Wegner. Das Teilen wird zunächst auf Nachrichten.de getestet und soll nach dem
Test auf Finanzen100 und weitere folgende Aggregationsportale übertragen
werden.

Ausschnitt aus Burdas News-Aggregator Nachrichten.de
In einem zweiten Schritt können die Urheber zustimmen, dass auch
der gesamte Text auf den Tomorrow-Focus-Seiten gezeigt wird. „In diesem Fall
erhält der Urheber die Hälfte des Werbeerlöses", sagte Wegner. Das sei dann
interessant, wenn die Burda-Seiten eine höhere Reichweite haben als die Originalseiten
und damit höhere Werbepreise erzielen können. Die neuen Portale werden von
Tomorrow Focus vermarktet und können auch Google-Werbung enthalten. Um den
Anteil an den Werbeerlösen zu erhalten, müssen die Urheber zuvor einen Vertrag
unterschreiben. Das Geld wird allerdings erst ausgezahlt, wenn mindestens 500 Euro erreicht sind. Als nächsten Schritt wollen die Entwickler eine Programmierschnittstelle (API) anbieten, mit deren Hilfe andere Internetseiten die Inhalte der neuen Portale auf ihren eigenen Seiten einbinden können.

Aus einer Tomorrow-Focus-Präsentation
Große Umsatzerwartungen hat man bei Burda allerdings nicht. „Man
wird im ersten und zweiten Jahr nur moderate Beträge einnehmen. Uns ging es
mehr darum, ein Signal zu setzen", sagte Wegner. Sein Chef Hubert Burda hatte
sich zuletzt vehement über die Suchmaschine Google beklagt, die mit den
Inhalten der Verleger Geld verdiene, diese aber nicht an den Werbeerlösen
beteilige. Burda hatte sogar davon gesprochen, Google enteigne die Verlage schleichend. (Lesetipp dazu: "Verleger müssen wie Google denken") Doch natürlich weiß auch Hubert Burda, dass die Verlage auf die kostenlos zugeführten Leser von Google angewiesen sind. Die Kritik greift also ins Leere, denn den Mut, Google auszusperren, hat auch Hubert Burda nicht. Denn sein Flaggschiff Focus Online profitiert besonders von den Lesern, die von Google kommen, wie eine aktuelle Analyse von Meedia zeigt:

(Der "Google-News-Value-Index" (SGNVR) setzt die Anzahl der bei Google News indexierten Artikel mit
der Dauer und der Art der Platzierung (ob als Schlagzeile auf der
Startseite oder nur als ein Link in einer der Kategorien) ins
Verhältnis. Der Index wurde von Searchmetrix entwickelt.)
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