Neuer Newsaggregator Fastflip: Google teilt mit Verlegern - ein bisschen
15. September 2009, 01:00
Uhr

Google geht in seinem
Schmusekurs mit den Verlagen einen Schritt weiter. Nach der Ankündigung, ein Mikro-Paymentsystem für die Verlage zu entwickeln, will Google erstmals
Werbeerlöse, die auf Google News erzielt werden, mit Verlagen teilen. Das neue Projekt
Fastflip, das Google in der Nacht
zum Dienstag gestartet hat, zeigt Abbildungen ganzer Internetseiten, nicht nur
die Links auf die Seiten. Damit sollen die Nutzer viel schneller die gewünschten
Inhalte finden und von dort per Mausklick auf die Seiten der Verlage gelangen.
"Die Geschwindigkeit ist eine wesentliche Entwicklung", sagte der zuständige Produktmanager Josh Cohan. Die Werbeerlöse, die Google auf den Fastflip-Seiten erzielt, sollen mit den
Verlegern geteilt werden. "Jedesmal, wenn wir eine Seite heruntergeladen, wird auch eine Werbung mitgeladen, die aus dem Google-Content-Netzwerk stammt. Jede Seite hat damit ein Werbemittel", sagte Cohan. Bisher machen rund 40 Verlage wie die New York Times oder das
Wall Street Journal mit. Wann Fastflip nach Europa kommt, steht noch nicht
fest.Es gibt aber bereits Versionen für das iPhone und Android.
"Fastflip ist nur von vielen Idee, wie Google Verlegern helfen will, ihr Publikum zu finden, ihre Leser an sich zu binden und Geld zu verdienen", sagte Cohan. Zu den Plänen von Google passt eine Passage aus Chris Andersons Buch "Free". Dort berichtet Anderson von den Sorgen des Google-Vorstandschefs Eric Schmidt.
"Weshalb sollte sich ein Unternehmen wie Google Gedanken darüber
machen, wie andere Firmen „Free" zu ihrem wirtschaftlichen Vorteil einsetzen
können? Weil Google auf andere Unternehmen und ihre Daten und Informationen
angewiesen ist, um diese zu indizieren, strukturieren und sonst wie zu
verpacken, um selbst daran zu verdienen? Wenn das digitale „Free" Branchen das
Geld entzieht, bevor es neuen Geschäftsmodellen gelingt, es wieder ins Spiel zu
bringen, gibt es nur noch Verlierer. ... Deshalb würde es Google sehr begrüßen,
wenn die Zeitungen im Geschäft blieben. Google hat ein starkes Interesse daran,
dass es viele Sieger gibt, denn diese erzeugen wieder Informationen, die Google
aufbereiten kann. ... Der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt macht sich
Gedanken darüber, dass „Free" für Google nur allzu gut funktioniert, aber nicht
gut genug für den Rest."
