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Google und Microsoft geben Twitter den Ritterschlag
22. Oktober 2009, 13:57
Uhr
Innerhalb weniger Stunden haben die
beiden Internet-Suchmaschinenbetreiber Google und Microsoft Abkommen mit dem
Kurznachrichtendienst Twitter geschlossen. Beide Abkommen, die Twitter
wahrscheinlich Millionen Dollar in die Kassen spülen werden, sehen vor, dass Twitter
den Suchmaschinen die maximal 140 Zeichen langen Kurznachrichten in Echtzeit
zur Verfügung stellt. Die Tweets sollen dann in den
Suchergebnissen auftauchen. Das ist nichts weniger als der Ritterschlag für Twitter, der den Microblogging-Dienst einem weit größeren Publikum als bisher näherbringt. Wenn es Google und Microsoft (besser als Twitter selbst) gelingt, die wirklich interessanten, relevanten Tweets aus der Masse herauszufiltern und in ihren Suchmaschinen zu zeigen, wird das Interesse an Twitter schlagartig steigen. Wenn die Abkommen Twitter zudem dreistellige Millionenbeträge in die Kasse spülen, könnte Twitter doppelt gewinnen, auch wenn einige Risiken damit verbunden sind, wie Dave Winer anmerkt.
Die Einbeziehung der Statusmeldungen von Twitter und Facebook
sollen die Aktualität der Suche erhöhen. „Wer zum Beispiel nach den
Schneebedingungen in einem Skigebiet sucht, findet dann die Tweets anderer
Nutzer, die dort gerade sind", erklärte Google-Managerin Marissa Mayer (Foto) die
Vorteile dieser Echtzeitsuche im Google-Blog.
Bei Google vergeht keine Sitzung, ohne dass Firmengründer Larry Page seiner
Mitarbeiter antreibt, die Echtzeitsuche in den Google-Suchalgorithmus
einzubinden. Das Google-Produkt soll allerdings erst in einigen Monaten fertig
sein, schrieb Mayer.
Dagegen hat Konkurrent Microsoft seine Suchmaschine Bing schneller
angepasst. Vorerst nur in Amerika können die Tweets unter Bing.com/twitter durchsucht werden. Ganz
ausgereift ist die Microsoft-Suche aber noch nicht: Die Tweets werden entweder
chronologisch angezeigt oder nach der Zahl der Follower des Nutzers sortiert. Hinter
den Kulissen arbeiten aber beide Suchmaschinen daran, die Tweets nach Relevanz
zu sortieren, um die Flut der Kurznachrichten besser durchsuchbar zu machen. Die Integration der Tweets hat erhebliche Auswirkungen auf das Online-Marketing und auch auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO), denn nun muss darauf geachtet werden, dass auch Tweets möglichst prominent in den Suchmaschinen auftauchen. Wer zum Beispiel als Reiseveranstalter seine Last-Minute-Angebote per Twitter vertreibt, wird künftig stark darauf achten müssen, dass diese Tweets möglichst weit oben bei Google und Bing erscheinen.
Microsoft hat auch einen Vertrag mit dem sozialen Netzwerk Facebook abgeschlossen. Danach werden auch die Statusmeldungen, die für alle Nutzer freigegeben sind, in die Suchmaschine einfließen. Google wird einen ähnlichen Vertrag in Kürze ebenfalls abschließen, wird in der Branche vermutet.
Google geht auch noch einen weiteren Schritt in Richtung der
sozialen Medien. Mayer kündigte auf einer Konferenz in San Francisco an, Google
werde auch die sozialen Netzwerke, die ein Nutzer in seinem Google-Profil
eingetragen habe, mit durchsuchen
können. „Die Suche nach einem lokalen Restaurant könnte dann die Bewertung
eines Freundes als Suchergebnis bringen. Eine Suche nach einem Reiseziel würde
als Treffer einen passenden Blogeintrag eines Freundes anzeigen.
Bing.com/twitter (in englischer Version)

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