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Netzökonom

New York Times zieht die Zahlschranke hoch

18. Januar 2010, 16:23 Uhr

Die „New York Times“ will ihre Leser im Internet künftig zur Kasse bitten. Nach einem Bericht des Magazins „New York" hat sich der Verleger Arthur Sulzberger Jr. offenbar für ein System entschieden, das den Lesern den freien Zugriff auf einige Artikel im Monat lässt, darüber hinaus aber den Zugriff nur noch gegen Bezahlung erlaubt. Dieses Modell wird auch von der britischen Financial Times eingesetzt. Die New Yorker haben sich damit offenbar auch gegen einen Beitritt zur Initiative „Journalism Online“ entschieden, die – angeführt von dem ehemaligen Wall-Street-Journal-Herausgeber Gordon Crovitz – ein einfaches Zahlsystem für die Medienbranche entwickeln will. Der Entscheidung ist offenbar eine einjährige Diskussionsphase vorweg gegangen, denn die Internetseite der Times ist mit rund 92 Millionen Besuchern im Monat die populärste Zeitungsseite im Internet.  Eine Zahlschranke wird die ohnehin unter Druck stehenden Online-Werbeeinnahmen weiter einbrechen lassen. 

Wie viele Artikel die Besucher kostenlos lesen können, steht noch nicht fest. Ebenso wenig ist bekannt, ob der Umweg über Google auf die Seite offen bleiben wird. Google hatte im Dezember angekündigt, den Zugriff auf Nachrichtenseiten ebenfalls limitieren zu können (First click free). 

Die Times kehrt damit zur Strategie zurück, die Leser für Inhalte im Netz zahlen zu lassen. Der jüngste Versuch, mit Times Select den Nutzer ausgewählte Kommentare nur gegen Geld zugänglich zu machen, hatte die Zeitung 2007 erfolglos beendet. "Times Select ist nicht nur gestorben, weil die Top-Kolumnisten dagegen protestiert haben, sondern weil die Befürworter eines freien Zugangs eine Alternative anbieten konnten, die mehr Geld versprach", schreibt das Blog PaidContent.org. Die große Frage sei, ob das neue Modell mehr Umsatz erziele als es in der Online-Werbung verdränge.

Die Times gilt als die Zeitung mit dem modernsten Methode, ihre Inhalte möglichst breit im Internet zu verteilen, um viele Leser auf ihre Seite zu locken (Zeitung 2.0 in der New York Times, New York Times und die Revolution im Internet). 

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Veröffentlicht 18. Januar 2010, 16:23 von Holger Schmidt
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