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Netzökonom

Ernüchterung nach dem iPad: Auch Steve Jobs kann nicht zaubern

27. Januar 2010, 22:15 Uhr

Die Erwartungen an das neue Apple-Gerät waren so groß, dass sie kaum zu erfüllen waren. Das, was dann herausgekommen ist, enttäuscht - zumindest die Tech-Gemeinde: Das neue iPad ist ein Computer für das Sofa, zum Surfen, Spielen, Videos schauen, E-Mail schreiben, zum Lesen von Zeitungen und Büchern. Bedient wird das iPad mit den Fingern wie das iPhone; die Tastatur ist auch virtuell. Allerdings gibt es als Zubehör eine Docking-Station mit Tastatur. Per W-Lan und (später) UMTS kann es mit dem Internet verbunden werden. Die Preise schwanken zwischen 499 und 699 Dollar. Damit ist das iPad zwar billiger als erwartet, erfüllt die hochgesteckten technischen Erwartungen aber nicht. Sicher, eine Kamera braucht man im Wohnzimmer nicht (außer für Videotelefonie) und auch Multitasking ist nicht wirklich nötig, wenn man ein Video anschaut oder Zeitung am Bildschirm liest. Aber ob die Menschen für das bequeme Sofa-Surfen bereit sind, so viel Geld auszugeben, ist mehr als fraglich. Dafür ist der Vorteil gegenüber dem Notebook oder Smartphone zu klein.

Ist das iPad ein Zeitungsretter? Apple hat parallel zum Gerät den Online-Buch- und Zeitungsladen iBook entwickelt, ähnlich wie iTunes für Musik. Verlage können ihre Bücher und Zeitungen für iBook optimieren. Das iPad ist zwar deutlich eleganter als Amazons Kindle und es kann auch viel mehr, aber gerade darin liegt die Tücke: Mit dem Gerät können die Nutzer schnell und bequem ins Internet. Warum also für Zeitungsinhalte bezahlen, wenn der freie Content nur einen Klick entfernt liegt? Auch Steve Jobs kann nicht zaubern. Das sehen auch die Börsianer: Die Apple-Aktie reagierte kaum auf die Ankündigung, während der Schlag für Amazon weniger hart ausfiel als gedacht. Die Amazon-Aktie gewinnt knapp 3 Prozent. Der nächste Kindle hat nun ein erreichbares Vorbild.

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Veröffentlicht 27. Januar 2010, 22:15 von Holger Schmidt
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