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Europa hat in der digitalen Medienwelt den Anschluss verpasst - ein Standpunkt von Stefan Glänzer

02. März 2010, 17:14 Uhr

Europa hat in der alten analogen Medienwelt einen Anteil von 28 Prozent, an der neuen digitalen Medienwelt aber nur von 1,8 Prozent. Stefan Glänzer erklärt in einem Standpunkt, der am 2. März auch in der F.A.Z. erschienen ist, wie es soweit kommen konnte, dass Europa den Anschluss verpasst hat. Der erfahrene Unternehmensgründer und Investor, der zuletzt den Musikdienst Last.fm mit aufgebaut hat, prangert vor allem den fehlenden Mut an, Unternehmen zu gründen, eigene Ideen zu verfolgen und groß zu machen. Weil Unternehmen wie Google, Apple oder Microsoft fehlen, fließt auch nur sehr wenig Risikokapital in den Internet-Markt. Hier der Beitrag im Original.
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Berlin-Mitte ist heute wahrscheinlich die größte globale Fabrik, die digitale Ideen kopiert. Schockierend, dass sich selbst beim jüngsten Idealab, dem Gründerkongress der privaten Eliteuniversität WHU an der Otto Beisheim School of Management, alles ausschließlich darum drehte, welche Idee man kopieren und schnell nach Deutschland bringen könne. Den meisten deutschen Gründern fehlt der erkennbare Wille, auf Basis einer Kopie Dinge weiterzuentwickeln oder zu optimieren.

Doch das ist nicht unser einziges Problem. Es ist offensichtlich, dass es Deutschland und anderen europäischen Ländern in der digitalen Welt nicht gelingt, international so erfolgreich zu sein wie in vielen traditionellen Branchen. Was ist der Grund, dass der Marktanteil Europas in der digitalen Medienwelt lediglich 1,8 Prozent beträgt? Bei den traditionellen Medien liegt er immerhin bei 28 Prozent.

Um in der digitalen Welt Erfolg zu haben, sind fünf Dinge nötig: Gründer, Universitäten, Investoren, große Webfirmen und die Möglichkeit, erfolgreiche Firmen zu verkaufen. Alle diese Faktoren liegen im Silicon Valley auf wenigen Quadratkilometern dicht beieinander. Diese Nähe werden wir niemals herstellen können in Europa.

Bei uns existieren verschiedene Zentren. So ist etwa die Zahl der Start-ups in Berlin-Mitte beispiellos. Es gibt hier zwar auch eine recht gute Szene an Business Angels, die bereit sind, ein wenig eigenes Geld zu investieren. Was hier aber fehlt, ist der Faktor Risikokapital. Auch die Qualität der Universitäten in der deutschen Hauptstadt ist unterentwickelt - selbst wenn man nicht die Maßstäbe von Stanford oder Berkeley anwenden wollte.

London hat im East End ebenfalls eine sehr gute Start-up-Kultur. Doch Oxford und Cambridge sind einfach zu weit von London entfernt. Die britischen Risikokapitalisten gehören zwar zu den besten Europas. Doch das sind auch diejenigen, die schnell Kasse machen wollen. Hätten sie vielleicht stillgehalten, als Yahoo im Herbst 2006 das schnell wachsende, aber noch umsatzlose soziale Netzwerk Facebook für eine Milliarde Dollar kaufen wollte? Europäische Investoren hätten einen jungen Gründer wie den damals 20 Jahre alten Mark Zuckerberg massiv bearbeitet, das Unternehmen zu verkaufen. Doch in Amerika waren weder Zuckerberg noch seine Geldgeber daran interessiert. Sie sahen die Chance, eine wirklich relevante Firma aufzubauen, ein Unternehmen von echter Größe. Ein Jahr später wurde die Firma mit 15 Milliarden bewertet, und Microsoft durfte einen 1,6-Prozent-Anteil erwerben.

Zuckerbergs Denke ist auch der entscheidende Unterschied zu europäischen Gründern. Diese - das sieht und erlebt man immer wieder bei den viele Gründertreffen - wollen vor allem das schnelle Geld und denken kaum daran, wie man die Welt mit einem neuen Service verbessern könnte.

Ein bekannter Risikokapitalgeber eines großen deutschen Medienkonzerns berichtete, dass sein Unternehmen als Investor häufig lieber selbst eine Firma startet (natürlich auf Basis eines in den Amerika funktionierenden Konzeptes) und sich dazu dann "Gründer" sucht. Diese Methode, 80 Prozent für den Investor, 20 für das "Gründerteam", gibt es vornehmlich in Deutschland. Doch wie soll dabei wirklich Disruptives entstehen? Wie kann das der Nährboden für echte Innovation sein? Gründer sollten nach den ersten Finanzierungsrunden die Mehrheit haben, und Investoren sollten sich nicht einbilden, dass sie ohne echte Gründer auskommen.

Junge Gründer brauchen Vorbilder, Mentoren und echte Frühphasenfinanzierer, so wie sie das Valley seit vielen Jahren produziert. Menschen, die selber "gegen jede Chance" große Unternehmen aufgebaut und dabei viel Geld verdient haben. Sie sind später meist sehr daran interessiert, Kapital und Wissen in die nächste Generation zu investieren. Sie verstehen, dass echte Innovation ihren Ursprung in den Köpfen einiger weniger hat, und sind bereit, das Risiko einzugehen.

Junge Gründer brauchen gute Universitäten - nicht nur wegen der innovativen Impulse durch die Forschung. Dankenswerterweise mehren sich bei uns Ansätze, technische Absolventen frühzeitig mit kaufmännischen Absolventen zusammenzubringen. Es wäre begrüßenswert, wenn dieser Austausch sich intensivieren würde, wenn mehr digitale Unternehmer/Manager an die Unis gehen und für das Abenteuer des Gründens werben. Dort, wo junge Menschen noch nicht durch das Angestellten-Dasein an den regelmäßigen monatlichen Gehaltsscheck gewöhnt sind, besteht die gute Chance, dass sie ihr Schicksal in die Hand nehmen und mit Mut ihren eigenen Ideen nachgehen.

Junge Gründer brauchen etablierte Webfirmen (und nicht nur deren vorwiegend verkaufsorientierte Niederlassungen), in denen eine starke Managementebene ausgebildet wird. Solche Leute finden regelmäßig Zugang in die Gründerszene, können die dort entstehende Kreativität in die richtigen Managementprozesse einführen, ihre Erfahrung im Umgang mit Großkunden ebenso einbringen wie ihr Wissen um die Bedeutung eines guten Personalmanagements.

Junge Gründer brauchen etablierte Unternehmen aus allen Branchen. Wenn solche Firmen nicht bereit sind, sich mit Hilfe von Übernahmen oder Zusammenschlüssen in die Zukunft einzukaufen, fehlt ein wesentlicher Bestandteil des Kreislaufes. Und an dieser Bereitschaft scheint es in Europa zu fehlen. Wie könnte es sonst sein, dass eine europäische Firma wie Last.fm mit deutsch-österreichisch-englischem Gründerteam und Sitz in London in den Jahren 2006/2007 zwar von rund zehn amerikanischen Firmen wegen eines möglichen Verkaufs kontaktiert wurde, dass aber nur eine einzige europäische (französische) Firma eine solche Frage stellte.

Europa hat kein Silicon Valley, an dem die für eine Gründerszene wichtigen Faktoren zusammenkommen. Doch warum machen wir daraus nicht eine Tugend? Warum denken wir nicht europäisch? Unsere große Chance liegt in der Internationalität. Wir sind mit dem Selbstverständnis verschiedener Kulturen aufgewachsen, und dank der Politik haben wir inzwischen eine einheitliche Währung. Wäre unter diesen Voraussetzungen eine gemischteuropäische Internetfirma denkbar? Oder bleibt das gezielte Zusammenspiel, beispielsweise von Designern aus Frankreich und Italien, Technikern aus Israel, Prozessexperten aus Deutschland, Business Development und Vertrieb aus England und Gründern aus Skandinavien, gepaart mit dem Ehrgeiz und Willen von Vertretern osteuropäischer Kulturen, für immer nur ein Traum? Gerade Berlin und London sollten für solche Ideen prädestiniert sein.

Der Weg wird gerade bereitet. Business Angels wie etwa Christophe Meire (Gründer von Gate5), Michael Brehm (Co-Gründer studiVZ), Klaus Hommels, Lukasz Gadowski (Gründer von Spreadshirt) sind europaweit unterwegs. Aus London heraus arbeitet beispielsweise Seedcamp. Business Angels, Venture-Kapitalisten, Gründer und Berater sind hier zusammengekommen und veranstalten europaweit Mini-Seedcamps, bei denen junge Teams ihre Ideen vorstellen und sogleich Feedback und Mentoring bekommen. Doch auch solche Gelegenheiten bieten sich nur dem, der Mut hat. Und Mut ist es, was wir eigentlich brauchen. Mut zur originären Kreativität, zur wirklichen Innovation. Den Mut, groß zu denken. Den Mut zur ersten Finanzierung. Den Mut zur 100-Prozent-Motivation. Den Mut, nicht das schnelle Geld zu jagen, sondern die Welt verbessern zu helfen. Den Mut gestandener Digitalmanager, ihr Knowhow für Gründer einzusetzen. Den Mut, Risikokapital bereitzustellen. Den Mut, trotz Versuchungen durchzuhalten, und den Mut etablierter Firmen, sich an neuem Geschäft zu beteiligen.

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Veröffentlicht 02. März 2010, 17:14 von Holger Schmidt
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Kommentare

Martin Bregulla, Twoonix, Berlin

02. März 2010, 18:00

http://twoonix.com

Bei der Radioreportage zum Nationalen IT-Tag 2007 konnte man sich als Gründer und Gründungswilliger anhören, was nach Vorwürfen klang. Wir hätten keine Visionen, hierzulande würde sich niemand zutrauen ein Bill Gates zu werden.

Man gründet, man kämpft, man fühlt sich wie der Depp der Nation. Aber das Geld wird Enterprise 1.0 und dem Konservatismus hinterhergeworfen. Für den Erhalt überkommener Strukturen ist Geld da. Für kreative Zerstörung und Neuerschaffung nicht. Dafür bekommt man Bedenken und Bedenkenträger en masse und gratis.

Wirklich Spass macht das Gründen in Deutschland nicht. 2006 hatte man noch eine revolutionäre Idee. Das ausgebremste Wachstum, Zeit ist Geld, was gestern eine noch eine Innovation war, ist heute nur noch das Suchen nach einer Nische. Auf diese Art und Weise wird es hierzulande niemals ein Twitter, Google oder Facebook geben.

Wenn Du eine Idee hast, geh zum US Konsulat und kauf Dir ein Flugticket - oder Deine Idee werden andere verwirklichen.

Bill Gates wäre hierzulande Sachbearbeiter bei Siemens.

Stephan Uhrenbacher

02. März 2010, 18:22

http://stephan-uhrenbacher.com

Guter Beitrag, Stefan!

Christoph Kappes

02. März 2010, 19:17

Sehr wichtiges Thema. Vielleicht darf ich noch eine Meinung meines Vorkommentators zitieren, die ich für richtig halte: es fehlt hierzulande an Produkt-Denkweise. Dieses Land hat gute Ingenieure, aber viele Produkte sind schlicht nicht so gut wie die in Deutschland entwickelten. Das ist - zusammen mit dem zweiten Absatz von S.G., dass man lieber kopiert als weiterentwickelt - eine der Hauptursachen für den Erfolg von Facebook vs. VZ. Und es gibt noch ein weiteres Beispiel einer deutschen Firma im Social-Network-Umfeld, die recht erfolgreich ist, sich aber im Produktkonzept verheddert hat.

Monty

02. März 2010, 19:27

Seh ich genauso. Mister Glänzer hat vollkommen recht. Typischerweise hört man von den meisten deutschen VC's, EFF, TEV, dass in Deutschland keine großen globalen Webunternehmen entstehen können, weil Europa ein anderer Markt sei. Das ist solch ein Unsinn und nur zum Teil richtig. Es fehlen einfach die richtigen Förderer und die Gründer mit Mut. Produkte, die an die europäischen Strukturen perfekt angepasst sind, werden auch hier funktionieren und über Europa hinaus erfolgreich sein.

Am peinlichsten in Deutschland finde ich die Rocket Internet GmbH (Samwers). Die kopieren wöchentlich US Unternehmen, bestücken sie mit frischen planlosen Uni Absolventen und denken, dass Sie damit einen Mehrwert für unsere deutsch europäische Gesellschaft leisten. Deren Existenz in dieser Form ist für uns in Deutschland einfach nur beschämend.

Wenn Chinesen den Transrapid kopieren, geht ein großes raunen durch Deutschland.  Wenn aber wir U.S. Unternehmen kopieren, ist es nichts peinliches und vollkommen in Ordnung. Gehirn neustarten liebe Leute und auf eigene Ideen setzen. Wir sind das Land der Ideen. Das soll auch so bleiben, in ALLEN Branchen.

Frank Didszuleit

02. März 2010, 19:41

http://www.iptv.de

Toller Beitrag!!

Ein schönes Beispiel, dass in Deutschland den Unternehmern (und deren Investoren) auch der nötige gesellschaftliche Rückhalt fehlt, ist die (leidige) Thematik "Wesentliche Beteiligungsgrenze":

Schon ab einer Beteiligung von 1% müssen (seit ca. 2000) nach wie vor alle Beteiligungserlöse voll versteuert werden. Die Anhebung dieser Grenze auf 10-15% stand schon im Koalitionsvertrag der großen Koalition(!!!) Und bis heute ist nichts ist passiert! Obwohl man doch verstanden hat, dass dadurch die ganze Seed-Szene praktisch ausgetrocknet wurde!

Im Gegenteil: auch das Halbeinkünfte-Verfahren wurde wieder abgeschafft!

Diese Thematik ist sicherlich nicht jedermann geläufig, zeigt aber exakt, welche "Gründerkultur" in Deutschland politisch gewollt ist!

Ein weiterer "Witz" ist es, dass ein "old economy" Unternehmen - das aus der Deutschen Bundespost Telekom(!) hervor gegangen ist (Kabel Deutschland) - viel leichter Kapital erhält bzw. viel einfacher an die Börse zu bringen ist , als ein Unternehmen das ein richtiges Zukunftspotenzial hat (IPTV Deutschland).

(Wo werden die Menschen denn künftig fernsehen?)

Ralph Schneider

02. März 2010, 20:29

Uns fehlt halt die kindliche Naivitaet der Amerikaner, die Welt verbessern zu meinen, indem wir Dinge wie Facebook erfinden.

Andreas Ebert

02. März 2010, 21:00

http://dailyplaces.net

Danke für den sehr gelungenen Beitrag. Es lassen sich ja viele BAs, VCs etc. über die deutsche Startup Szene aus und den fehlenden Innovationen. Stefan Glänzer beschreibt immerhin offen und zutreffend worin eigentlich die Probleme liegen. Sehr gut!

Max Niederhofer

02. März 2010, 22:03

http://maxniederhofer

Super Artikel!

colorcraze

02. März 2010, 22:49

Habe Designkonzept für Produkt, Reichweite etwa 1/10 des atlantischen Handymarkts wenn voll erblüht, Forschung ist noch nicht ganz so weit (sie sind dran, aber noch nicht produktfertig). So. Auf ökumenische Massenhochzeiten will ich nicht. Wie finde ich nun einen Reichen, der 3 Jahre Geld für Forschung und Entwicklung ausgibt, ohne zu zucken, und im Idealfall noch Erfahrung im Aufbau eines Massengeschäfts hat? Meinjanur. Ich will eigentlich nicht so viel reden, sondern machen.

Harald Wagner

03. März 2010, 00:11

http://shopprops.de

wirklich sehr guter Artikel. Bin voll und ganz der selben Meinung. Allerdings würde ich nicht gleich einen Copycat Ansatz verteufeln. Sollte aber nicht wirklich das Erstrebenswerte sein. Wenn sich aber eine Chance ergibt warum nicht was nachbilden. Aber eben halt ein Stückchen besser als das Original! Selbst ein Facebook ist ja nichts anderes oder war facebook das erste soziale Netzwerk?

Aber vieles halt zeitgemäß einfach besser gemacht wie bspw. offener Ansatz mit Apps, die ganze zur Kommunikation einladende Architektur usw.

Motivation an deutschen Hochschulen und Zusammenbringung von Technikern und Kaufleuten ist ein ganz wichtiger Punkt. Da braucht man regionale Leuchtürmer - Alumni die selbst erfolgreich im Web unterwegs sind.

Die Frühphasenfinanzierung im Web-Bereich trägt sich ja durch ein paar wenige (die meisten oben bereits erwähnten) Köpfe. Für mein jetziges Unternehmen haben wir sehr viel Zeit mit Fundraising erfolglos verschwendet. Obwohl wir nach wie vor von unserem Ansatz überzeugt sind und unseren BP auch nach und nach nur in Slow Motion erfüllen. Unser jetziges Ideenkind ShopProps versuchen wir jetzt erst einmal komplett ohne externe Finanzierung zu starten.

Randolf Jorberg

03. März 2010, 00:18

http://randolf.jorberg.de/

Gute, aber auch traurige Einsichten... Bis auf wahre Ingenieursleistungen (im Auftrag mutiger ausländischer Investoren/Auftraggeber) wird sich der deutsche Beitrag für den Fortschritt im 21. Jahrhundert wohl im überschaubaren Rahmen halten...

Robert

03. März 2010, 01:35

Ich finde es merkwürdig, dass man es schockierend findet, dass Gründer Ideen aus Amerika nach Deutschland holen wollen und dann in einen 1:1 Klon wie dailydeal.de investiert

Roland F.

03. März 2010, 02:08

http://www.rolandfreise.com

Die Ausführungen kann ich nur unterschreiben habe in direktem Umfeld gerade erfahren müssen, dass einige vielversprechende Gründungen sowohl an fehlender Finanzierung als auch am fehlenden Mut der Unternehmer gescheitert sind.

keshoo

03. März 2010, 02:30

http://keshoo.com

Kopieren ist nicht schockierend! Das beste Beispiel ist der chinesische Internet-Konzern Baidu, dem es bis jetzt gut gelungen ist, Google in seinem Land klein zu halten.

Was ist daran falsch? Ich habe als Gründer und Vorstand des Markt&Technik Verlages erfahren (ich lebe seit 12 Jahren in USA) dass Business - insbesondere wenn man mit Amerikanern zu tun hat - Krieg ist. Baidu führt auch Krieg mit Google.

Ja, um zu gewinnen wird in Amerika nicht immer sportlich gekämpft, sondern oft Krieg geführt! Mit allen Mitteln. Wer mit Amerikanern im Wettbewerb steht, benötigt deswegen eine gesunde Portion "kriegerischer" Energie, um zu gewinnen.

Ich sehe heute aus amerikanischer Sicht viele gute Internet-Technologien, die aus Deutschland kommt. Oft besser als das was in Silicon Valley produziert wird. Wir Deutschen sind gründlicher, intelligenter und strebsamer, das zahlt sich auch im Technologieerfinden aus. Wenige wissen, dass viele geniale Erfinder in Silicon Valley Ausländer sind.

Sie haben recht, es fehlt der Mut in deutschen Finanzkreisen, wenn eine Sache in Deutschland gut läuft, wo man vielleicht 5 Mio angefasst hat, für eine Expansion in den USA 50 Mio anzufassen, um dort erfolgreich zu werden. Aber nur so gehts.

Eine europäische Zusammenarbeit kann da sicher mehr bewegen.

Noch etwas fehlt: Mut zum Fehler machen.

Unsere deutsche Kultur stempelt jeden, der Fehler begeht, als Versager. Insbesondere die Medien schreiben genüsslich über jeden Fehlgriff eines Gründers oder Managers.

Das ist tödlich in einer digitalen Welt.

Fehler muss man erfahren, ausprobieren und daraus lernen, um zur richtigen Lösung zu finden, die Erfolg hat. Diesen Mechanismus beherrschen die Amerikaner aus dem eff eff. Schon im Kindergarten lernt man: Don't hurt my feelings". Ob deutsche Journalisten dies lernen können?

Deswegen, was junge Gründer brauchen, sind Mentoren, die Fehler begrüssen und zur besseren Lösung animieren können. Mentoren, die Gründer durch schwere Zeiten bringen, wenn sie angegriffen werden.

Warum nicht, lieber Stefan Glänzer eine Online-Mentoren-Community für Gründer ins Leben rufen?

Die Community könnte an allen Stellen wirken, die Sie als "fünf Dinge zum digitalen Erfolg" genannt haben. Ich wäre mit dabei.

Gruß aus California

Otmar Cürten (früher als Otmar Weber bekannt)

keshoo.com

Hayo Werner

03. März 2010, 08:09

http://www.hayowerner.com

...perfekt auf den Punkt gebracht...

Stefanie Lang

03. März 2010, 09:26

http://www.MAKIme.com

Toller Artikel und trifft auch meine eigenen Erfahrungen. Also nicht nur diskutieren, sondern ändern. Ich bin gerne der erste Teilnehmer der "Online-Mentoren-Community" von Otmar Cürten...

Christoph Kappes

03. März 2010, 10:07

http://www.fructus-gmbh.de

Die Copycat-Diskussion ist ein alter Hut. Lassen Sie uns das bitte so nicht diskutieren. Es ist für die Ausgangsfrage nicht wichtig. Wichtig ist, ob es wirklich innovative Nicht-Copycats gibt, die das Zeug dazu haben, Marktführer zu werden.

In diesem Zusammenhang noch zwei Anmerkungen:

1. Zum ganzen Komplex gehört auch der Umgang mit ausländischen Knowhowträgern. Stichwort reicht von Einwanderungspolitik bis Akzeptanz.

2. Zum Thema "Mut", das S.G. oben anspricht, noch das Beispiel Semantic Search. Ich höre hier öfter, das sei zu spät. Ist es wohl inzwischen auch. Aber warum startet dann mit kngine.com ausgerechnet ein Startup in Kairo eine beachtliche Suchmaschine? Während hier die Reanimation von fireball nicht gelingt, das 2002 immerhin 22% Marktanteil hatte, infoseek stirbt, keiner metager kennt etc.? Auf diesem Gebiet wird in D gute Forschungsarbeit gemacht, aber grössere und gut durchfinanzierte Startups, wo sind sie?

Stefan Glaenzer

03. März 2010, 10:31

@Stephan, @Max: Vielen Dank

@Robert: Ja, da gebe ich Dir recht, das ist auf den ersten Blick merkwuerdig, dass ich in www.dailydeal.de investiert habe. Aber so wie ich die beiden Brueder kennengelernt haben, die Energie, diese Passion, da konnte ich nicht anders, die musste ich unterstuetzen. Ausserdem traue ich ihnen eine gewisse Portion 'Kaizen' zu. Mal ganz davon ab dass ich seit p2p Marktplaetzen kein so bestechendes Business Modell mehr gesehen habe.

@Ottmar - agree, hab ich vergessen, der Mut zum fehler machen gehoert wesentlich dazu.

Generell: Mir ist bewusst dass zur Innovation auch immer Kopieren gehoert und viele gute Sachen wie zB Metro heute sind nichts anderes als Kopien (Cash&Carry). Ich moechte nur nicht ausschliessen, dass echte Innovation im Schumpeterschen Sinne (kreative Zerstoerung) nicht ganz unter den Tisch faellt.

FplusB

03. März 2010, 10:33

http://www.twitter.com/agentmrschmitt

Sehr guter Artikel...hat mich irgendwie berührt...vielleicht kriegen wir´s ja auch irgendwann mal mit ein bissel mehr Flexibilität umgesetzt...die Hoffnung stirbt zuletzt

Stefan Glaenzer

03. März 2010, 10:35

Wo ich schon dabei bin - dieser Absatz ist dem Print-Platzmangel zum Opfer gefallen. Wie schoen dass es Platzmangel nicht wirklich gibt in der digitalen Realitaet:

"Oder liegt es vielleicht daran, dass Deutsche und Europäer sich zunehmend seltener über ihre Arbeit definieren und mehr als die Amerikaner nach der ausgeglichen Work-Life-Balance suchen?

Nein, in amerikanischen Startups wird nicht härter gearbeitet als hier. Und ein gutes Gründerteam schafft es hier wie dort, echte 100% Motivation bei allen Mitarbeitern zu schaffen. Dann macht es einfach Spaß an einem großen Ganzen zu arbeiten und alles dafür zu geben. In einem solchen Klima erleben alle die wahrscheinlich schönste (Arbeits-) Zeit ihres Lebens und selbst in Deutschland spricht dabei niemand von Ausbeutung."

Thomas Koch

03. März 2010, 14:20

http://www.koch.ro

Apropos Facebook und Welt verbessern: Greenpeace hat eine Kampagne um Facebook dazu zu bringen, für sein neues Rechenzentrum Erneuerbare Energien zu verwenden:

www.greenpeace.org/.../facebook-dump-coal190210

sari

03. März 2010, 15:22

http://www.diewebag.de

super Artikel...haargenau auf den punkt gebracht

Christian Vollmann

03. März 2010, 15:28

http://www.edarling.de

Guter Beitrag, Stefan!

Bestehendes besser machen zählt in meinen Augen auch als Innovation. Als Late Mover in einen bestehenden Markt einzutreten und die incumbents aufzuwecken, übrigens auch.

Steffen Rühl

03. März 2010, 15:54

http://www.yasni.de

Sorry Stefan - Du hast ja vollkommen Recht mit Deinem Artikel bzgl. des Mainstreams der Investoren-Szene: wirkllich NEUE Sachen passen nun mal nicht ins deutsche Maschinenbau-Konzept, da sie nicht direkt profitabel starten.

Die Aussagen zu Motivation der Gründer usw. kann ich aber überhaupt nicht unterchreiben - vielmehr wird der von Dir beschriebene Unternehmertyp in Deutschland von den Investoren selbst gesucht, gezüchtet (siehe WHU) und bevorzugt.

Und die anderen fragen sich, warum sie eigtl. nicht in den Staaten gegründet haben (es gibt ja auch ne Menge deutscher Gründer, die einfach nicht als deutsche Gründer zählen, weil sie schlau von der "anderen Seite aus" gründeten).

Vasco Sommer-Nunes

03. März 2010, 16:02

http://www.blog.de

Sehr guter Beitrag. Wie wahr.

Wer sich übrigens mal eine Übersicht über die deutsche Start-up Landschaft machen möchte, kann das anhand dieser dynamischen Karte tun:

www.blog.de/.../deutsche-startups

Angela Haslbeck, Minifico, München

03. März 2010, 17:09

http://www.honeywish.net

Natürlich ist mehr Innovation in der deutschen Internetwirtschaft und als zwingende Voraussetzung dafür mehr Mut aller Beteiligten wünschenswert.  Vor allem die Haltung von Investoren spielt hier sicherlich eine große Rolle, beeinflusst sie doch die Gründer in nicht unerheblichen Ausmaß. Dennoch sehe ich persönlich die Lage nicht ganz so schwarz.

Abseits von Berlin und der WHU existieren einige der genannten Faktoren auch in Deutschland. So bietet München nicht nur ausgezeichnete Universitäten, die es in interdisziplinären Einrichtungen wie dem Center for Digital Technology and Management (CDTM) sehr wohl verstehen, technische und kaufmännische Studenten rund um das Thema digitale Technologien zusammenzubringen, was eine hohe Quote an Ausgründungen eindrucksvoll darlegt. Auch verstehen es die Münchner Unis wie kaum andernorts in Deutschland junge Gründer mit staatlichem Seed-Kapital (EXIST-Programm) in nicht unerheblicher Höhe zu versorgen. Vielleicht nicht ganz überraschend, findet man in München auch sehr wohl Internet-Gründer, die echte Innovation hervorbringen oder fest entschlossen sind Dinge ganz entschieden weiterzuentwickeln und zu optimieren. Da wir uns hier selbst mit einreihen, würden wir uns natürlich über jede Verbesserung der weiteren Faktoren (mehr mutige Investoren jenseits des 80/20 Prinzips, engagierte Mentoren und einen guten Exit-Markt) freuen. Davon abschrecken lassen, dass in Deutschland nicht ganz so optimale Bedingungen wie im Silicon Valley herrschen, sollte man sich aber gerade als Internet-Gründer nicht.

Stefan Kellner

03. März 2010, 17:53

http://www.plazes.com

Danke Stefan! Ich bin 100% einverstanden.

Stefan Glaenzer

03. März 2010, 21:14

@Angela - na klar, es gibt ueberall in Deutschland Gruender (siehe Vasco's blog.de Karte) und auch ne Menge guter Sachen wie Exists, HTGF etc.

Was mich nur nervt - warum sind wir in vielen traditionellen Branchen gut dabei (bis hin zum Weltmarktfuehrer) nur in der digitalen Welt nicht? Im Gegenteil, warum hinken wir sogar im Europa-Masstab hinterher?

Was mich wundert - warum kommentiert hier eigentlich kein Investor?

m. mahlke

04. März 2010, 02:19

http://www.solidaritaet.de

Ist schon interessant, wie hier diskutiert und gedacht wird. Ich habe zehn Jahre versucht, mit der Adresse www.solidaritaet.de ein Portal für Hilfe und Miteinander aufzubauen. Ich bin mit meinen Gedanken an vielen Stellen gewesen und habe immer dasselbe erlebt: Finanzierung? War uninteressant. Thema? War uninteressant. Mitmachen? War uninteressant.

Es gibt im übrigen genug Risikokapital, auch in Deutschland. Wer Milliarden mit Zinswetten verzockt, der hat genug davon.

Und um die Diskussion noch um eine weitere Anmerkung zu ergänzen, die das deutsche Denken zeigt, möchte ich folgendes hinzufügen. Heute wollen die Leute Startups durchführen mit Internetadressen, die kein Normalbürger mehr versteht. Empfängerorientierte Startups brauchen aber gute Internetadressen, die verstanden werden, zum Beispiel deutsche Wörter. Dafür will man dann aber nur 300 Euro bezahlen. Der Schlüssel soll nichts kosten aber den Zugang zum Reichtum öffnen. Das ist ein typisch deutsches Phänomen. In Amerika sind gute Internetadressen eine gute Geldanlage und Grundlage für viele erfolgreiche Vermarktungen, ein relativ einfacher Weg zum Erfolg.

Mal sehen, was noch kommt ...

Moritz Berger

04. März 2010, 09:11

Was mich so überrascht, ist die überwiegende Jammerei in den jeweiligen Beiträge.

Alle haben schon einmal in den US gearbeitet und wissen wie einfach es ist doch Risikokapital zu erhalten..........:-) :-)

Vielleicht sollte man sich auch einmal frage, wie man/frau diese Hürde in .de überwinden kann...

Wenn ich manchmal die Naivität der start-up Gründer sehe, wenn sie ihre Konzepte vorstellen, dann wundert es mich nicht, dass in .de oftmals die Risikofinanzen in Derivate und sonstigen Sch.. wandern....

Wer meint, der Businessplan wäre das A und O einer erfolgreichen Untersgründung  HiHiHi...

Im übrigen in den U.S. sind die Wiesen auch nicht grüner als in der .eu  :-) :-)

Und wer hier jammert sollte sich vielleicht einmal beim Personalcoach auf das Sofa legen und sich fragen lassen ob er tatsächlich als Unternehmer geeignet ist :-) :-)

Markus Breuer

04. März 2010, 12:53

http://notizen.posterous.com

Ein sehr schöner Artikel, der die kulturellen Unterschied, die dem Versagen deutscher Unternehmer (Gründer und Finaznziers) zugrunde liegen, wenn es um den Aufbau von "Startups" (eigentlich ein putziges Wort) geht.

Wo ich nicht ganz zustimmen kann:

>> Schockierend, dass sich selbst beim jüngsten Idealab, dem Gründerkongress

>> der privaten Eliteuniversität WHU an der Otto Beisheim School of Management,

>> alles ausschließlich darum drehte, welche Idee man kopieren und schnell nach

>> Deutschland bringen könne.

Speziell, wenn daraus der folgende Schluss gezogen wird:

>> Den meisten deutschen Gründern fehlt der erkennbare Wille,

>> auf Basis einer Kopie Dinge weiterzuentwickeln oder zu optimieren.

Ich bin der Ansicht, dass es sehr wohl auch in Deutschland Gründer gibt, die den Willen haben, sowohl vollkommen neue Angebote in die Welt zu setzen, als auch vorhandene Modelle nachzuempfinden und "besser zu machen". Ich habe keinen Kontakt mit einem "repräsentativen Querschnitt" der Gründerszene, um das belegen zu können :) Aber einige kenne ich doch. Und ich sehe da viel Gestaltungswillen und auch den Willen, eine Idee langfristig zu verfolgen und "die Welt zu verbessern".

Was m.E. in erster Hinsicht fehlt, sind echte RISIKOkapitalgeber. Die Präferenz, Plattformen zu kopieren, die in den USA schon ansatzweise erfolgreich sind, ist ja eine Strategie der Risikovermeidung auf Investorenseite. Eine Plattform zu lokalisieren ist weniger riskant, als ein unerprobtes Modell anzugehen - hat aber auch wenige Upside-Potential. Denn zwischen dem Erfolg in Deutschland und der internationalen Expansion, die bei Online-Projekten, erst den richtigen Hebel darstellt, steht ja die Tatsache, dass das US-Original international den Markt schon besetzt hat.

Deshalb ist das Wachstumspotenzial von xxxVZ oder von Xing international eher beschränkt. Denn Facebook und LinkedIn "sind ja schon da" - und werden mittelfristig in vielen Fällen auch den deutschen Anbieter schlucken oder platt machen. "Schlucken" ist dabei eine durchaus akzeptable Exit-Option. Das Upside-Potential ist aber auf jeden Fall geringer als bei einer Innovation, die danach weltweit reüssiert - und das Weltverbesserungs-Potential sowieso. Solange Geldgeber den Risikohebel nicht weiter aufzuspannen gewillt sind, wird sich am überschaubaren Anteil der deutschen (und europäischen) Unternehmen an den Erfolgen der digitalen Medienwelt nichts ändern.

Das hat mit steuerlichen Gegebenheiten eher wenig zu tun - die treffen mehr die Investoren, die mit überschaubarem Risiko überschaubare Renditen erzielen wollen.

Daran zu glauben, dass das in der europäischen Zusammenarbeit deutlich besser werden wird, fällt mir schwer. Unsere kulturelle Diversität mag Vorteile haben, eine Bündelung der (intellektuellen und finanziellen) Ressourcen über nationale Grenzen hinweg, auch. Solange das kulturelle Umfeld in Europa aber grundsätzlich ein vorsichtigeres Verhalten begünstigt (und Scheitern als Schande bewertet), werden Pionier-Kulturen wie die US-amerikanische - und die aufkommenden südostasiatischen Innovationszentren - der europäischen (oder deutschen) Gründerszene gegenüber immer im Vorteil sein.

Matthias Vogl

04. März 2010, 14:07

http://jappy.de

Nach meinem Empfinden wird zu viel aus dem Ausland kopiert. Ich begründe das mit der allg. Stimmungslage bei Finanzierungsrunden. „Das geht in Amerika gerade richtig ab“ wird bewusst als Argument genutzt, um an Risikokapital, Medienaufmerksamkeit und Image zu kommen. Natürlich sind nicht immer die Ersten am erfolgreichsten, aber deswegen ein Copycat einer neuen Möglichkeit vorzuziehen halt ich für äußerst gefährlich: Welchen Markt sollte man anstreben, wenn das Konzept in Deutschland funktioniert und das Ausland bereits vom Innovator besetzt ist? Und wie kann man nur auf Deutschland konzentriert eine „etablierte Webfirma“ aufbauen? Der deutschsprachige Raum dafür viel zu klein.

Weiterhin ist es schwierig in Deutschland innovativ zu sein. Es ist leichter belächelt zu werden, als mit Medienaufmerksamkeit belohnt zu werden. Schon vor über 8 Jahren haben wir bei Jappy.de sog. virtuelle Geschenke eingeführt. Damals nicht nur in meinen persönlichen Umfeld etwas belächelt und jetzt bei vielen deutschsprachigen Angeboten durchaus üblich.

Der Fokus bei vielen Investoren, Risikokapitalgebern, Medienmachern und Meinungsführer liegt bewusst nicht auf dem deutschen Markt. Es ist einfacher über dem großen Teich zu blicken um dort Vorbilder und sog. Innovationsführer zu suchen. Auch bei manchen Produkten aus Übersee wäre meinem Empfinden nach die aktuelle Marktsituation sicherlich anders, wenn man diese nicht - wie man so schön sagt - „hyped“.

Joachim Graf

04. März 2010, 15:20

http://www.ibusiness.de/aufmerksamkeitsoekonomie

Es liegt nicht an Amerika. Es liegt an dem größeren Ein-Sprachen-Markt USA/UK, dass kleine Projekte schneller erfolgreicher sind. Wenn ich in den USA einen Shop für Seitenwindvergaser aufmache, habe ich 400 Millionen potenzielle Kunden. In Deutschland eben nur 80 Millionen.

Das Problem ist hierzulande weder der Wagemut noch das Seed-Capital - das Problem sind die Erweiterungs-Investments. Multinationale Firmen aufzubauen ist teurer als einfach skalierende Prozesse hochzuziehen. Als wir das letzte Mal Deutschlands VCs befragt haben war die oberste Prioriät "Schneller Return on Investment" - und mit diesem Ansatz kann man kein 10-Länder-Unternehmen in fünf Jahren hochziehen.

Andreas Schweinbenz

04. März 2010, 16:26

http://www.gruenderlust.de

Sehr guter Beitrag zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema: Alle reden nur davon, wie nicht vorhandenes Geld verteilt werden soll. Kaum einer redet davon, wie man mehr Geld generieren kann.

www.gruenderlust.de will einen konstruktiven Beitrag zur Gründerkultur in unserem Land zu leisten. Wir wollen Leute motivieren, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Mehr können wir leider zeitlich nicht leisten. Umso mehr suchen wir Mitstreiter, die uns helfen, das Projekt voranzutreiben. Einfach mit Textbeiträgen, Videos, Kommentaren, Interviews etc.

Denn es gibt deutsche Firmen, die sich weltweit im Konzert der ganz Grossen behaupten. Gameforge z.B. und Netviewer: www.webconferencing-test.com/.../webkonferenz_home.html.

Auf gruenderlust.de stellen wir gerne weitere Success Stories vor. Und natürlich sind wir jedem dankbar, der uns hilft, die Reichweite zu erhöhen. (Wir haben übrigens - ganz ununternehmerisch - keine Gewinnerzielungsabsicht mit der Initiative).

mac4ever

05. März 2010, 00:44

Guter Artikel.

Gibt es eigentlich in anderen Ländern ein so abschreckendes Abmahnunwesen, wie hier? In D muß man doch am besten ein halber Jurist sein, um ein Unternehmen zu gründen...

colorcraze

06. März 2010, 00:37

"Es liegt nicht an Amerika. Es liegt an dem größeren Ein-Sprachen-Markt USA/UK."

'Xactly.

Bastian

06. März 2010, 00:47

http://folkd.com

sehr guter Beitrag. Kann ich nur zustimmen. Als Gründer hat man es nicht wirklich leicht in Deutschland. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass das aber auch kulturell bedingt ist - wenn ich zurückdenke an alle Leute aus meinem Umfeld, so komme ich bei meinem Jahrgang +/- 2 Jahre vielleicht auf max. 2 Personen die auch mit dem Gründergeist infiziert wurden. Alle anderen von den grob 200 Leuten an die ich hier denke sind nach dem Abi erst durch Ausbildung, dann durch FH oder durch durch Praktika / verkürzter Bachelor Abschluss der "Angestellten-Kultur" zum "Opfer" gefallen. Ich bin jetzt 25 und auf mich ist NIE jemand zugekommen und hat gesagt: Schau mal der da ist "Unternehmer" und "Ja, Chef-Sein ist tatsächlich ein Beruf" .. das musste ich ganz für mich alleine entdecken. Alle anderen, die auch so denken habe ich erst durch meine eigene Initiative kennen gelernt.

Auf denk Punkt gebracht: Ich glaube unseren Kindern fehlt es an geeigneten Vorbildern aus diesem Bereich!

Andreas

06. März 2010, 13:19

Toller Beitrag und eine aufschlussreiche Ergänzung von @Otmar.

Ein Punkt fehlt mir, und ich möchte damit sicher nicht ein "einfaches" Erklärungsmuster liefern: Allzu oft höre ich quer durch die Generationen den Spruch, den ich von den Großeltern zu hören bekam. "Wozu soll das gut sein, Junge?" Damit will ich ausdrücken, dass wir immer noch häufig ein Volk von Pessimisten und "Ablehnern" sind. Nicht alle von uns, aber zu viele. Und damit kommt man schlicht sehr schwer auf eine ansehnliche Nutzerschaft für seib Produkt. Und dann muss der lange Gründeratem noch länger sein.

Wie gesagt, nur ein weiterer Punkt, ansonsten Zustimmung.

Tobias Kaufmann

07. März 2010, 00:35

http://www.whitewhale.de

Was Markus Breuer sagt!

Gordian Hense

08. März 2010, 18:48

http://www.gh-consulting.net

Guter Beitrag. Gründe: In Europa wird immer noch klein-klein und national gedacht. Da gibt es ja sogar Gräben zwischen den Bundesländern, von den Grenzen in den Köpfen und zwischen den Nationen gar nicht zu sprechen. Einheimische bekommen eher Unterstützung als Auswärtige. Traditionell wird auch immer noch stärker gegeneinander als miteinander gekämpft. In den USA haben alle gelernt, dass es besser ist zusammen zu stehen. In Europa hat man dagegen gegeneinander gekämpft und daran denken heute noch viele. Dann gibt es in den USA die ganzen Seilschaften aus den UNIs, einmal in der Familie angekommen, kann man leicht eine Firma gründen und Risikokapital bekommen. Uns fallen halt die nicht auf, die nicht zum Zug kommen, weil sie nicht an der XYZ UNI in USA studiert haben. Dazu kommt, dass die USA wirklich einen Markt von 320 Mio. Konsumenten hat. Da ist vom Start weg eine andere Verkaufsbasis da. Bei uns hat ja schon mancher Angst in Österreich zu kaufen. Die Politik tut in Europa das was sie schon immer gemacht hat, bewahrtes schützen. Sie wird ja auch von den bewahrten gewählt. Erst wenn die Grenze, mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter dem Mittelstandsniveau angekommen ist, dann ändert sich daran was. Das liegt am System. In USA ist beides, das Risiko aber auch die Chance höher. Das hat hier etwas mit dem Sicherheitsdenken zu tun. Weniger Risiko bedeutet automatisch auch weniger Chance. Risiko wird eben nicht belohnt. Ich stelle mir gerade eine Präsentation vor einem Start-Up-Gremium in Europa vor, wo die Frage gestellt wird "ja und was passiert, wenn sie nicht 500'000 Artikel im ersten Jahr verkaufen? Und die Gründer sagen, "ja, dass Risiko tragen sie, liebe Investoren". Die Gesichter möchte ich sehen.

Sascha Klengel

11. April 2010, 20:29

http://www.wunschboutique.de

Sehr treffender Beitrag!

Mohandy

27. April 2010, 04:56

Hallo Stefan, erstmal Danke fuer den sehr ehrlichen und guten Beitrag. Ich wollte kurz etwas zu Deinem Einwand schreiben warum hier kein Investor kommentiert. Sie haben alle wichtigeres zu tun. Sie residieren im Emirates Palace....etc. C.B. ein Freund von Dir....ohne jetzt boese wirken zu wollen, aber wenn man einige Insights hat, fragt man sich wirklich ob so mancher am 'Neuen Markt' reich gewordener es wirklich verdient hat. Investoren zeigen sich in Wahrheit haeufig als Abzocker..sie tadeln Banken und preisen die Form der Beteiligung (des Risikokapitals) aber erpressen Ihre 'Schuetzlinge'. Leider! Viele reichgewordene verlieren leider Ihre Erdung und den Sinn fuer die Realitaet. Die Samwers goennen einfach jungen Leuten keinen Erfolg. Sie wollen bei allem die Mehrheit halten und zerstoeren jegliche Innovation durch Ihren Kopierwahn und Ihren Willen den schnellen Exit zu erzwingen. Als ob Sie Ihr Geld mit ins Grab nehmen werden. Und ganz ehrlich : Es hilft schon Gehoer zu finden, wenn man an der WHU studiert hat oder der Bucerius Law School...;-) Ich stehe hinter Dailydeal.de aber manchmal frage ich mich als Absolvent einer 'normalen' deutschen Hochschule ob ein Studium an einer der genannten Unis mir im Leben einiges erleichtert haette ? Dennoch ..bleibt positiv und traut euch..;-)

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