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Netzökonom

Wunderloop meldet Insolvenz an

20. April 2010, 14:47 Uhr

Der Online-Werbespezialist Wunderloop hat überraschend einen Insolvenzantrag gestellt. „Leider haben sich alte und neue Investoren nicht auf eine Zwischenfinanzierung einigen können. Daher hätten wir in vier Wochen nicht mehr alle Zahlungen leisten können", sagte der CEO Torsten Ahlers der FAZ. „Ich bin aber zuversichtlich, bald einen strategischen Investor zu finden. Wir führen Gespräche mit mehreren Interessenten", sagte Ahlers. Bis dahin soll der Geschäftsbetrieb zusammen mit dem Insolvenzverwalter wie gewohnt weitergeführt werden. Zunächst bleiben alle Mitarbeiter an Bord.

Wunderloop hat eine Technik entwickelt, mit der sich Werbung im Internet an den Interessen der Nutzer ausrichtet. Im vergangenen Herbst hatte United Internet angekündigt, sich an Wunderloop beteiligen zu wollen. Auch die Deutsche Telekom hat offenbar vor, sich an Wunderloop zu beteiligen. Doch kurz vor dem Einstieg, dem allerdings noch das Kartellamt hätte zustimmen müssen, waren die Altinvestoren Klaus Hommels, Michael Kleindl sowie die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Sprüngmann offenbar nicht mehr bereit, die nötige Zwischenfinanzierung bis zum Einstieg der neuen Investoren zu leisten. Die Insolvenz erstaunt vor allem vor dem Hintergrund, dass wohl nur 1,2 Millionen Euro für die Zwischenfinanzierung gefehlt haben. Für das erste Quartal 2011 hat das Unternehmen das Erreichen der Gewinnzone geplant.

Wunderloop ist auch der Techniklieferant des Gemeinschaftsunternehmens Ad Audience, das die deutschen Medienunternehmen RTL, ProSieben Sat.1, Gruner + Jahr sowie Tomorrow Focus (Burda) gegründet haben. Das Unternehmen soll die Reichweite der Medienunternehmen im Premium-Markt bündeln und somit ein Gegengewicht gegen Google bilden. Auch andere Unternehmen wie die Group M (Holland) oder Telefonica haben Verträge mit Wunderloop abgeschlossen. 

Wunderloop und der Berliner Konkurrent Nugg.ad beliefern die deutschen Unternehmen mit der Targeting-Technik. Sie konkurrieren gemeinsam gegen Google. Möglich wäre nun auch, dass ein Unternehmen nur die Wunderloop-Technik kauft, nicht aber das Unternehmen. 

- Kartell gegen Monopol: Kartellamt genehmigt Anti-Google-Allianz deutscher Online-Werber
- United Internet steigt bei Wunderloop ein
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Veröffentlicht 20. April 2010, 14:47 von Holger Schmidt
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