Eric Schmidt: "Die Netzbetreiber bekommen kein Geld von Google"
08. September 2010, 16:59
Uhr
Der Google-Vorstandsvorsitzende Eric Schmidt hat sich in einem Gespräch mit der FAZ klar für den Erhalt der sogenannten Netzneutralität ausgesprochen. „Die Netzbetreiber bekommen kein Geld von Google. Wir zahlen nicht für den Datenverkehr", sagte Schmidt. Google werde auch in Zukunft nicht für einen bevorzugten Datenverkehr im mobilen Internet an die Netzbetreiber zahlen. Die Diskussion war aufgeflammt, das Google einen gemeinsamem Vorschlag mit dem amerikanischen Mobilfunknetzbetreiber Verizon gemacht hat, ob es künftig Überholspuren im Internet geben soll. In der anschließenden Diskussion hätten einige Menschen bewusst gelogen. „Die Reaktionen waren schärfer, als wir erwartet haben. Das lag auch daran, dass einige Leute uns falsch wiedergegeben haben. Vieles von dem, was geschrieben wurde, ist einfach falsch. 1. Wir haben unsere Politik nicht geändert. 2. Wir haben keinen Deal mit Verizon. 3. Wir kaufen keinen bevorzugten Datenverkehr. Also klare Antwort auf alle der drei Fragen: No, no, no.", sagte Schmidt.
Hier die Passage aus dem F.A.Z.-Interview:
FAZ: Ein großer Streit dreht sich zurzeit um die Netzneutralität, also die Frage,
ob Netzbetreiber alle Daten gleich behandeln müssen oder die Daten zahlender
Kunden bevorzugt
transportieren dürfen. Google hat mit dem gemeinsamen Vorschlag mit
dem Netzbetreiber Verizon zur Netzneutralität große Entrüstung hervorgerufen, die bis
zum Vorwurf
des Verrats am freien Internet ging. Stimmt das?
Schmidt: Zuerst:
Der Großteil des Internet heute ist kabelgebunden, nicht mobil. Unser
Vorschlag an den amerikanischen Kongress war, die volle Netzneutralität
im kabelgebundenen
Internet zu garantieren. Einige Leute haben bewusst gelogen und
unsere Meinung
falsch wiedergegeben.
FAZ: Aber
die Netzbetreiber bauen gerade Überholspuren im mobilen Internet ein, um
ein Zwei-Klassen-Internet
zu schaffen. Spätestens mit dem Start der vierten
Mobilfunkgeneration LTE
wollen sie die Netzneutralität aufweichen.
Schmidt: Der
Wettbewerb um das mobile Internet ist so groß, dass der Markt die richtige
Antwort gibt. Wenn
die Kunden das nicht wollen, werden sie den Netzbetreiber
wechseln.
FAZ: War
Ihnen klar, welche Reaktionen Ihr Vorschlag auslösen würde?
Schmidt: Die
Reaktionen waren schärfer, als wir erwartet haben. Das lag auch daran, dass
einige Leute
uns falsch wiedergegeben haben. Vieles von dem, was geschrieben wurde, ist
einfach falsch.
1. Wir haben unsere Politik nicht geändert. 2. Wir haben keinen Deal mit Verizon.
3. Wir kaufen
keinen bevorzugten Datenverkehr. Also
klare Antwort auf alle der drei Fragen: No,
no, no.
FAZ: Aber
die Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom fordern doch Geld von
Google, weil
Google und Youtube so viele Daten durchs Netz transportieren. Werden Sie
zahlen?
Schmidt: Die
Netzbetreiber bekommen kein Geld von Google. Das ist eine schlechte
Strategie. Wir
zahlen nicht für den Traffic. Das ist eine ganz klare Aussage.
FAZ: Und
Google wird auch nicht in Zukunft für solchen bevorzugten Traffic
zahlen?
Schmidt: Nein.
Das komplette Interview von Joachim Müller-Jung und Holger Schmidt erscheint am Donnerstag in der F.A.Z. und hier auf FAZ.NET. Foto: Andreas Pein
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