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Netzökonom

Google Panda: Gute Inhalte rauf, schlechte runter

09. Mai 2011, 21:08 Uhr

Google schickt den Panda nach Deutschland. Panda ist der Name für Googles großangelegten Versuch, die Qualität seiner Suchergebnisse zu verbessern. Nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien werden die Änderungen des Suchalgorithmus künftig auch in Deutschland wirksam werden. Noch nennt Google kein konkretes Datum für die Einführung, aber bei nicht wenigen Betreibern von Internetseiten läuten schon jetzt die Alarmglocken: Panda soll nämlich Seiten mit hochwertigen, möglichst einzigartigen Inhalten belohnen, straft aber viele andere Seiten mit "schlechten Inhalten" mit einem niedrigeren Ranglistenplatz ab.

Dazu gehören vor allem die sogenannten Content-Farmen wie Demand Media, deren Geschäftsmodell die möglichst günstige Produktion der Inhalte ist, die in den Suchmaschinen besonders häufig nachgefragt werden. Aber auch Preisvergleichsmaschinen, Aggregatoren oder Seiten, die ausschließlich nutzergenerierte Inhalte aufweisen, zählen in Amerika und Großbritannien zu den Panda-Opfern. In Großbritannien gehören Seiten wie die Microsoft-Tochtergesellschaft Ciao, das deutsche Bewertungsportal Qype, Burdas Content-Farm Suite101 und Springers Preisvergleichsmaschine Idealo zu den Panda-Verlierern, hat der Suchmaschinenspezialist Sistrix errechnet. Das Ergebnis sind teilweise heftige Umsatzeinbrüche, weil die Zahl der Besucher, die von Google kommen, im Extremfall bis zu 80 Prozent zurückgegangen ist.

"Google hat es gut gemacht"

Dennoch hat Google für das Panda-Update mehr Lob als Kritik bekommen. „Unter den Suchmaschinenoptimierern genießt Google für das Panda-Update Hochachtung. Wir wissen zwar nicht genau, was Google gemacht hat, aber sie haben es gut gemacht", sagt Eric Kubitz, Geschäftsführer des Suchmaschinenspezialisten Contentmanufaktur. Für eine gute Plazierung in der Suchmaschine sei nun ein guter Inhalt, der die Leser lange fesselt, viel wichtiger als früher. Interessante Grafiken, strukturierte Zwischenüberschriften, tolle Bildunterzeilen und viele Links auf weiterführende Inhalte werden von Google nun stärker honoriert. Entsprechend sind Nachrichtenseiten wie der Guardian Gewinner des Google-Updates. Der Aufbau von vielen Links, die auf eine Seite weisen, verliert dagegen an Bedeutung.

Was aber genau sind schlechte Inhalte? Google hat inzwischen Kriterien dafür definiert. Dazu gehören kurze Texte, meist ohne Strukturmerkmale wie Zwischenüberschriften oder Grafiken, oft mit sprachlichen oder grammatikalischen Fehlern, meist als Kopie von anderen Seiten übernommen. Wenn die verwendeten Schlüsselwörter (Keywords) verdächtig sind, zudem die Nutzer wenige Kommentare hinterlassen und viele Leser die Seite schnell wieder verlassen, dann könnte Google die Seite als minderwertigen Inhalt klassifizieren - und entsprechend schlechter in der Suchrangliste plazieren. Zusätzlich schauen sich Tester im Auftrag von Google die Seiten an und sollen zum Beispiel angeben, ob sie dieser Seite ihre Kreditkartendaten anvertrauen würden.

Social Media ist das neue SEO

Warum aber Bewertungsseiten wie Ciao oder Preisvergleichsmaschinen wie Idealo abgestraft wurden, ist nicht sofort nachvollziehbar. Offenbar hat Google auch innerhalb der verschiedenen Kategorien unterschieden: Seiten mit langer Verweildauer schneiden jetzt besser ab als Seiten, auf denen sich die Nutzer nur kurz aufhalten. „Qype ist in England abgestraft worden, aber das muss in Deutschland nicht so sein, weil das Unternehmen hier besser aufgestellt ist", sagte Kubitz. Einige Seiten sind in Amerika zunächst abgestraft worden, haben dann aber wieder ihre alte Plazierung zurückbekommen. Offenbar lernt auch Google noch dazu.

Die Änderungen am Google-Algorithmus sowie die Entwicklung im Web krempeln die Branche der Suchmaschinenoptimierer (SEO) gerade um. Die Unternehmen haben in der Vergangenheit gut davon gelebt, mit allerlei technischen Tricks Links auf eine Seite zu leiten. Heute verlagert sich der Schwerpunkt Schritt für Schritt in Richtung der sozialen Medien. „Social Media ist das neue SEO", sagt Kubitz. Für die Google-Rangliste wird es immer wichtiger, wenn Nutzer auf Facebook oder Twitter Links auf Inhalte an ihre Freunde weiterleiten.  Die negative Begleiterscheinung: In Blogs tauchen immer mehr Spam-Kommentare auf, deren Ziel ausschließlich das Setzen eines Links auf eine Seite ist.

Grafik: Techchunks

 

           

 

 

Veröffentlicht 09. Mai 2011, 21:08 von Holger Schmidt
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