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Netzökonom

Google übernimmt Dailydeal für 150 Millionen Dollar

19. September 2011, 09:05 Uhr

Google kauft den deutschen Groupon-Klon DailyDeal. Der Kaufpreis liegt nach Branchenangaben bei gut 150 200 Millionen Dollar. Das Unternehmen, das im Dezember 2009 als Kopie des amerikanischen Vorbilds Groupon an den Start gegangen ist, geht einschließlich der Landesgesellschaften in Österreich und der Schweiz komplett an den Suchmaschinenriesen. Der Verkaufserlös geht zu jeweils etwa einem Drittel an die beiden Gründer Fabian und Ferry Heilemann sowie die VCs Insight Ventures (New York) und Rebate Networks (Michael Brehm/Stefan Glänzer) sowie ein kleiner Teil noch an Adinvest aus der Schweiz. Klaus Hommels, Oliver Jung und Mangrove sind schon vor etwa einem Jahr ausgestiegen.

DailyDeal soll nun mit der Google-Abteilung, die mit dem Produkt Google Offers ebenfalls den Markt bearbeitet, zusammenarbeiten. Die Heilemann-Brüder bleiben an Bord und sollen das Geschäft weiter ausbauen.

DailyDeal ist inzwischen auf rund 200 Mitarbeiter angewachsen. Im zweiten Quartal gewann das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 3.000 neue Werbepartner und verkaufte in ihrem Auftrag Gutscheine mit einem Gesamtwert von 22,8 Millionen Euro. Der Umsatz stieg gegenüber dem ersten Quartal um 45 Prozent. Die Zahl der verkauften Gutscheine erhöhte sich zum ersten Quartal um 65 Prozent. Die erst im Februar gestarteten "Travel-Deals" sowie die Wellness-Angebote trugen zwischen April und Juni 42 Prozent zum Umsatz bei. Fabian Heilemann, Gründer und CEO: "Das letzte Quartal ist ohne Zweifel das bisher erfolgreichste unserer Firmengeschichte. Wir haben in den vergangenen drei Monaten fast so viele Gutscheine verkauft wie im gesamten Jahr 2010". 

Während alle Welt also noch rätselt, wie nachhaltig das Gutschein-Modell wirklich ist, geht Google genau in diese Richtung. Google hatte bisher erfolglos versucht, in dem Markt Fuß zu fassen. Die Übernahme von Groupon scheiterte, weil das Unternehmen eine 6-Milliarden-Dollar-Offerte von Google ausschlug. Groupon selbst hatte sich damals in Deutschland auch Dailydeal angeschaut, dann aber lieber den Samwer-Klon Citydeal übernommen. Seitdem sind die Samwer-Brüder mit etwa 10 Prozent an Groupon beteiligt.

In der Branche ist der Deal weitgehend auf Unverständnis gestoßen. DailyDeal hat demnach seinen Zenit überschritten; das Geschäft erodiere gerade, heißt es. Zudem ist Google vorwiegend an global tätigen Unternehmen interessiert; DailyDeal ist aber nur im deutschsprachigen Raum aktiv. Ein Preis von 150 Millionen Euro gilt als weit überzogen. Aber Google steht unter Druck, seine Milliarden anzulegen - und allzu viele Unternehmen in nennenswerten Größenordnungen gibt es nicht.

Im Gutschein-Markt herrscht weiterhin ein heftiger Wettbewerb. Im Vordergrund stehen Groupon und LivingSocial, an denen der Onlinehändler Amazon beteiligt ist. Über einen Verkauf einer asiatischen Coupon-Gesellschaft ist Rebate Networks inzwischen an LivingSocial beteiligt. Daher war in der Branche spekuliert worden, LivingSocial werde für sein Europa-Geschäft DailyDeal übernehmen.

Nun hat aber Google zugeschlagen. Die Strategie von Google: -> Marissa Mayer: Google hat großes Interesse am lokalen Internet - und jede Menge Daten dafür

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Veröffentlicht 19. September 2011, 09:05 von Holger Schmidt
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