Home
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 10. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bewerber aufgepasst: Die absolute Relativität der ECTS-Note

06. März 2009, 08:36 Uhr

Auch wenn die Bologna-Vision mit ihrem wunderschönen Traum vom Europäischen Hochschulraum selbst von ihren Protagonisten als gescheitert angesehen wird, bleibt sie uns noch einige Zeit erhalten. Die Leidtragenden sind die Studenten, die ihre „relative ECTS-Note" bekommen. In diesem Detail verbirgt sich für die Betroffenen allerdings eine gefährliche arbeitsmarktrelevante Sprengladung.

Trotz aller Kritik am Bologna-Prozess wird die Bologna-Reform „durchgezogen", auch wenn vor allem die Umsetzung in Deutschland wenig mit den Bologna-Zielen zu tun hat und diese auch nicht erfüllt. Diese von HRK (Hochschulrektorenkonferenz), KMK (Kultusministerkonferenz), CHE (Centrum für Hochschulentwicklung) und Akkreditierungsrat forcierte Logik von „macht keinen Sinn, ist aber Vorschrift" betrifft auch die „relative ECTS-Note".

Der Reiseführer definiert: „Die relative ECTS-Note ist (1) eine Muss-Vorschrift der deutschen Bologna-Interpretation, gibt (2) die Note als Position auf einer Verteilung an, führt (3) zu völlig kontraproduktiven Verhaltenseffekten, sollte (4) zumindest von 50% der Absolventen eher versteckt werden und spricht (5) Studierenden Lernfähigkeit sowie Dozenten Lehrbefähigung ab."

Zur Förderung der Transparenz und der internationalen Vergleichbarkeit werden neben den lokalen Noten immer auch europäische ECTS-Noten nach einem relativen System ausgewiesen werden. Die ECTS-Noten geben Auskunft über die Position eines erfolgreichen Studenten innerhalb einer Bezugsgruppe (wie Jahrgang oder Studiengang und später vielleicht einmal Studienfach beziehungsweise Klausur). Danach gilt:

- A die besten 10%
- B folgende 25%
- C folgende 30%
- D folgende 25%
- E die letzten 10%
- FX nicht bestanden (mit Verbesserungsoption)
- F nicht bestanden

So weit - nur leider nicht so gut. Denn: Was hat das mit Transparenz und Vergleichbarkeit zu tun?

Das Groteske an diesem Vorgang wird deutlich, wenn man ihn mit dem Abitur vergleicht. Unterstellt man, dass im Bundesland X die Schüler beispielsweise wenig Mathematik lernen und wenig Mathematik können, bekommen dort ebenso 10% ein A wie im Bundesland Y, in dem Mathematik wirklich im Vordergrund steht. Noch schlimmer: Wenn im Bundesland X fast alle lediglich ein weißes Blatt Papier abgeben und „gerade mal" bestehen, so bekommen immer noch 35% die Top-Note A und B - und der Dozent kann nichts dagegen machen. Und am Schlimmsten: Das B im Bundesland X ist plötzlich besser als das C im Bundesland Y, das seinen Top-Standard nicht einmal mit Top-Noten dokumentieren kann.

Vor allem das Ziel „Vergleichbarkeit" ist verräterisch. Denn jetzt vergleicht man die Note im Land X mit der Note im Land Y. Und als nächstes vergleicht das computergestützte Personalinformationssystem automatisch: Wenn dann plötzlich SAP-HR mit der relativen ECTS-Note rechnet (was viel einfacher ist, als die lokalen Unterschiedlichkeiten zu berücksichtigen), dann ist die relative ECTS-Note absolute Gewissheit. Das Ersatzargument „zusätzlich kann es noch die alte Note geben" hilft nichts. Die relative ECTS-Note ist in der Bewertung einfach, in der Handhabung „transparent und vergleichbar": Sie wird sich durchsetzen.

Einige Psychologen argumentieren, dass die relative ECTS-Note richtig sei, weil schließlich Begabung „normalverteilt" sei und an dieser Normalverteilung weder motivierte Studenten noch motivierende Dozenten etwas ändern könnten. Genau das ist das Traurige an diesem Ansatz: Wie beim gesamten Bologna-Prozess interessieren weniger Inhalte und Leistungen als vielmehr Stunden und Prozentzahlen.

Was aber ist die Folge? Um im Auswahlprozess der Zukunft zu bestehen, der sich primär an der relativen ECTS-Note orientiert, müssen sich Studierende möglichst dorthin begeben, wo überwiegend schlechte Studenten sind. Denn dort kommen sie leichter in die oberen 10%. Und wie sieht es aus mit gegenseitigem Helfen und gemeinsamem Lernen? Nach Bologna absolute Fehlanzeige! Denn das verringert die eigenen Chancen, in der relativen ECTS-Note oben zu landen.

Der Reiseführer rät im Umgang mit relativen ECTS-Noten: Hochschulen sollten sich so weit wie möglich gegen sie wehren. Studenten sollten sie möglichst verstecken. Akkreditierungsagenturen sollten darauf verzichten, sie zu erzwingen. Medien sollten darüber berichten. Arbeitgeber beziehungsweise Computersysteme sollten sie ignorieren.

Und alle gemeinsam sollten darauf drängen, dass die relative ECTS-Note als absoluter Unsinn im neuen Regelungssystem „Bologna 2" nicht mehr vorkommt.


(Foto: cts)

P.S.: Der Reiseführer „Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams gibt im Übrigen zukunftsweisend keine relativen ECTS-Noten an. Vielmehr beschränkt er sich darauf, dass Arthur Dent „als abgehärteter Weltraumreisender mit guten Dreiernoten in Physik und Erdkunde" unterwegs ist.

 

http://www.per-anhalter-durch-die-arbeitswelt.de

Veröffentlicht 06. März 2009, 08:36 von Christian Scholz
Kommentare

mitten im leben

06. März 2009, 12:27

Ein Unternehmen orientiert sich bei der Personalauswahl an den relativen Noten? Schön. Soll es doch. Dann hat es auch verdient, die "relativ guten" Deppen einzustellen, die ihre Uni nach eben diesem Merkmal ausgewählt haben.

Lieber Herr Scholz, ein wenig mehr Vertrauen in Marktmechanismen darf es schon sein. Ganz zu schweigen davon, dass Berufseinsteiger ohnehin zumeist Tests unterworfen werden.

Es führt zu nichts, "Bologna" in Bausch und Bogen zu verdammen; der Grundgedanke entfaltet durchaus Wirkung - die Mobilität der Studierenden (nicht der Studenten :o) hat sich signifikant verbessert.

carlschade

06. März 2009, 15:56

Sehr geehrter Herr Scholz!

Ihr Blog hat mir gut gefallen, denn das "Bologna-System" wird mich betreffen, und auch ich sehe die Entwicklung weg von Leistung zu Prozentsätzen und stur absolvierten Stunden als Schritt in die total falsche Richtung an. Mit Humboldts Vision einer Universität hat die Uni von heute nichts mehr zu tun.

Was raten sie mir als kommenden Studenten an? Ausland? Oder in Deutschland bleiben?

Beste Grüße

Carl Schade

tito

06. März 2009, 16:08

Es stimmt auf jeden Fall, dass diese ECTS-Noten, wie es so schön gesagt wurde, zu "3) zu völlig kontraproduktiven Verhaltenseffekten" führt.

Im Klartext > Stärkers Konkurrenzverhalten im täglichen Studentenleben.

Survival of the fittest und zwar nicht im ursprüngliche Sinne, der Fortpflanzungsfähigkeit sondern im Sinne der körperlichen/ geistigen Stärke und Durchsetzungsfähigkeit.

Abgesehen davon, wurde früher schon und wird auch heute noch, in vielen Fächern eine Glockekurve über die Klausurergebnisse gelegt, so dass auch so ein gewisser Prozentsatz eine bestimmte Note bekommt.

Aber die ECTS-Noten gehen da eben noch einen Schritt weiter......

Markus

06. März 2009, 16:12

Das schöne am freien Schreiben ist, man muss nichts nachweisen. Welche Psychologen sind für ETCS im beschriebenen Sinne?  Ah und die gleichen Psychologen meinen Begabung ist normalverteilt? Da verwechselt wohl jemand Intelligenz mit Begabung. Ist nur die Frage ob es die Psychologen oder der Autor ist, der den Psychologen da etwas in den Mund legt.

Nicht immer sind die Psychologen an allem Schuld. Und mit Bologna haben sie weiß Gott nichts zu tun...

Anne

06. März 2009, 16:18

in Frankreich gilt nicht der Notendurchschnitt, sondern die Position  (d.h. möglichste Bester) innerhalb eines Bezugssystems (Klasse, Jahrgang, Studiengang,...), was sich sehr schlecht auf die Teamfähigkeit auswirkt.

Man bekommt von anderen Studenten selten Auskünfte (vor allem von den "Besten"), denn der andere könnte dadurch in der Klausur ja mehr Punkte erreichen.

ich habe das während 2 Erasmus-Semestern erlebt.

Julius

06. März 2009, 16:51

http://-

Ich kann dem Artikel ganz und gar nicht zustimmen. Wer die Auskunft fehlinterpretiert ist im Gegenteil selbst schuld. Die relative ECTS Note bietet nämlich eine gute Möglichkeit zu sehen, wie der Student im Vergleich zu seinen Komilitonen abgeschnitten hat, ganz unabhängig davon wie hoch letzten Endes das Niveau war.

Es spielt schließlich immer eine Rolle, ob ich meinen Abschluss in Bugsdehude oder an einer Spitzenuniversität geleistet habe.

Die Einzigen, die Angst vor der ECTS Note haben, sind diejenigen, die an einer "schlechteren" Uni zu den schlechteren Absoleventen gehören.

Schlechte Leistungen werden eben nicht belohnt. Punkt.

Christian D.

06. März 2009, 19:03

http://-

Mit Verlaub gesagt Herr Scholz, Sie haben keine Ahnung worüber Sie sprechen.

Die relative Notengebung ist statistisch ab Klassengrößen von rund 30-40 Studenten/Schülern sinnvoll.

Eine absolute Notengebung stellt die Annahme, dass ein das Leistungsniveau über Jahrgänge hinweg durch immer gleich schwere Klausuren feststellbar ist. Dass diese Annahme falsch ist, weiß jeder Schüler/Student. Ich habe als Student an manchen Instituten eine absolute Notengebung erlebt. Es führt immer dazu, dass die Schwierigkeit der Klausur über meine Note entscheidet, in manchen Jahren gibt es keine A's/1er, in anderen Jahren sind sie sehr häufig.

Eine relative Notengebung geht von der Annahme aus, dass die Begabung/Motivation der Gruppe über Jahrgänge hinweg gleich ist. Sie haben richtig beschrieben, dass diese Annahme nicht gut wäre, wenn alle ein leeres Blatt abgeben. Die Erfahrung lehrt uns, dass das nicht der Fall ist, Kooperation sinkt mit der Größe der Gruppe. In der Realität führt eine relative Notengebung dazu, dass Studenten/Schüler nicht mehr von der Willkür einer schweren oder leicht Klausur Angst haben müssen, sondern sich auf ihre eigene Leistung konzentrieren können.

Eine letzte Anmerkung: Leistungsmessung ist immer relativ, ein vierjähriges Wunderkind am Klavier spielt in der Regel schlechter als ein 21-jähriger Musikstudent. Wir sprechen bei Begabung aber immer von relativer Begabung, etwas anderes gibt es nicht.

tanenbaum

06. März 2009, 20:16

http://./.

Wie man trotz Noten à la Bolognese zu aussagekräftigen Noten gelangt, kann man von der APPD lernen: So wie diese sehr fortschrittliche Partei eine Zoneneinteilung für Deutschland vorschlägt (Arbeitsscheue, Arbeitswillige und Schwerverbrecher), sollte das auch an Unis eingeführt werden: Unis für Leute, die tatsächlich arbeiten und lernen wollen und Unis für Leute, die das eher nicht vorhaben. Am Ende kommen zwar alle mit den gleichen Noten raus. Dann nimmt man noch ein Uniranking dazu, das genau den Arbeitswutfaktor berücksichtigt. Und am Ende kommt man mit einer zweidimensionalen-Note heraus: AA heißt Topmann/frau von Topuni und das geht dann bis FF runter. Das ganze läßt sich bestimmt auf einem farbigen zweidimensionalen Diagramm auftragen, damit es schicker aussieht. Wie dann AF gegenüber BA zu bewerten ist, ist dann Aufgabe von SAP-HR.

J.Tanenbaum.

Steve

08. März 2009, 23:58

Das erinnert mich an die Personalpolitik, die Ford lange Zeit praktiziert hat: Die schlechtesten 10% der Verkäufer werden gefeuert. Sind wir schon so weit? Nein, ich finde man sollte es den Arbeitgebern nicht ersparen sich mit den individuellen Vorzügen und Nachteilen eines Bewerbers auseinanderzusetzen als ihnen diese fragwürdigen Maßzahlen auf dem Silbertablett zu servieren.

DJHLS

20. März 2009, 13:31

Da wird einfach mal so behauptet, die Relativität der ECTS-Note führe zu "völlig kontraproduktiven Verhaltenseffekten". Einziges Argument: Konkurrenzdruck.

Wer so pauschal daherkommt, hat es natürlich auch nötig, den angeblichen "kontraproduktiven Verhaltenseffekten" ein "völlig" voran zu stellen. Die Bekräftigung soll die Begründung ersetzen. Für mich kein FAZ-Niveau.

Hobbes

30. März 2009, 17:50

Nunja ein gutes hat dies schon, denn bisher gab es durchaus Universitäten, die fast allen Studenten Noten im 1er und 2er Bereich gegeben haben und die Studierenden von den Unis, die das Notenspektrum voll ausschöpften standen im Verleich ganz schön blöd da. Das hat nun glücklicherweise ein Ende.

Es kann wohl auch nicht sein, dass 90% sehr gut und gut sind, allein von der Definition her (herausragende Leistung und überdurchschnittliche Leistung) Da gibt die Bologne Bewertung nun endlich den Proffessoren ein wenig Nachhilfe in statistischer Mathematik. Scheinbar brauchen dies ziemlich Viele.

Christian Scholz

30. März 2009, 19:29

@mitten im Leben

Vielleicht zwei kleine Klarstellungen:

„Vertrauen in den Markt“? Als Anhänger der absoluten Marktradikalität als einer systemtheoretischen Unausweichlichkeit glaube ich sehr wohl an die Kräfte des Marktes. Die Frage ist nur, wie lange es braucht, bis sie sich durchsetzen. Und da werden leider einige Generationen von Studenten auf der Strecke bleiben – natürlich nicht nur wegen der relativen ECTS-Noten.

„Mehr Mobilität“? Das war sicher ein richtiges und wichtiges Ziel von „Bologna“. Dieses Ziel ist aber leider nicht erfüllt.

Christian Scholz

30. März 2009, 19:30

@Carl Schade

Ich würde die Entscheidung davon abhängig machen, wo ich später einmal leben möchte. Die rasche Anpassung an das Zielland ist wichtiger als die Überlegenheit eines Hochschulsystems.

Ansonsten: Für viele Fächer ist weiterhin Deutschland optimal, wenngleich der Vorsprung geschrumpft ist.

Was auf jeden Fall wichtig ist: Sich die Hochschule vorher gründlich anschauen, mindestens eine Woche dort in Vorlesungen gehen, mit Studenten und Professoren reden, Internetseiten anschauen und dann erst entscheiden.

Viel Glück!

Christian Scholz

30. März 2009, 19:30

@ tito:

.. leider!

Christian Scholz

30. März 2009, 19:31

@ Markus

Einspruch akzeptiert. Vielleicht habe ich mich beim Schreiben zu stark an einem bestimmten Psychologen orientiert und daran, dass viele psychologische Tests Normalverteilungen unterstellen.

Falls Sie Psychologe sind: Sorry! Ich wollte nicht unterstellen, dass Psychologen an Bologna schuld sind!

Christian Scholz

30. März 2009, 19:31

@ Anne

Deshalb haben die Franzosen auch kein Problem mit der relativen ECTS-Note. Das ganze setzt aber – wie Sie ja auch beschrieben haben – eine ganz bestimmte Denkhaltung (um nicht zu sagen „Kultur“) voraus.

Bei meinen Studenten schätze ich diese Kultur nicht – auch wenn ich Wettbewerb für gut halte. Nur letztlich gewinnt und verliert man als Team, und das ist ein Qualitätsmerkmal, das leider trotz der krampfhaften Zusatzkurse in „soft skills“ in den Hintergrund rücken wird.

Christian Scholz

30. März 2009, 19:31

@Julius

Es wäre schön, wenn Sie Recht behalten würden. Nur leider unterstellen Sie völlige Transparenz der Hochschullandschaft. Erfahrungsgemäß kennen Personalentscheider allenfalls zwei bis drei „Gute Hochschulen“ (darunter meist ihre eigene). Alles andere wird als gleich eingestuft, eine Gleichartigkeit, die laut „Bologna“ auch gewünscht ist.

Christian Scholz

30. März 2009, 19:31

@ Christian D.

Leider ist ein gravierender Unterschied zwischen dem, was statistisch sinnvoll ist und dem, was in der Realität praktiziert wird.

Mit dem Aspekt der Willkür haben Sie im Prinzip Recht: Nur würden wir Professoren doch nie willkürlich handeln. Oder?

Christian Scholz

30. März 2009, 19:32

@ J.Tanenbaum

Das ist so (schön) böse formuliert, dass Douglas Adams daran seine Freude gehabt hätte!

Falls es jemals eine Printausgabe dieses Reiseführers geben sollte, müsste man diese Formulierung aufnehmen!

Christian Scholz

30. März 2009, 19:32

@ Steve

Richtig: Genau deshalb müssen wir sie auf die Fragwürdigkeit diverser Messzahlen hinweisen.

Und: Diese „Low Performer Programme“ gibt es auch in Deutschland bei immer mehr Firmen. Hierbei unterstellt man, dass man vielleicht absolut durchaus falsch bewertet, aber irgendwie relativ die schlechtesten schon hinten runterfallen. Traurig, aber wahr!

aboe

14. April 2009, 19:43

Ich bekomme seit über drei Jahren Credits und Noten im ECTS-System. Ich bilde immer noch Lerngruppen und freue mich, wenn Kommilitonen eine gute Note erreichen. Bin ich zu mitmenschlich für dieses System?

Robert Hoffmann

17. Januar 2011, 12:06

Wohl alle Hochschulen habe fuer die Bewertung nach ECTS einen einfachen Weg gefunden:

Die bisherigen Noten (1,0 1,3 1,7 ... 4,0) werden einfach gruppiert.

Das sieht dann so aus:

ECTS-Grades Deutsche Note ECTS-Definition Deutsche Übersetzung

A 1,0 bis 1,5 Excellent Hervorragend

B 1,6 bis 2,0 Very good Sehr gut

C 2,1 bis 3,0 Good Gut

D 3,1 bis 3,5 Satisfactory Befriedigend

E 3,6 bis 4,0 Sufficient Ausreichend

F 4,1 bis 5,0 Fail Nicht bestanden

www.uni-goettingen.de/.../23215.html

ThinkVision

17. Januar 2011, 16:37

Die relative ECTS-Note bekommt gerade jetzt noch einmal besondere Bedeutung wenn es um die Vergabe der Masterplätze geht.

Selbst die Abschluss-Note sagt da je nach Hochschule oder Hochschultyp nur bedingt etwas über die Qualität des Bewerbers aus. Trotzdem wird die Note wohl das Ausschlagkriterium für einen Masterplatz sein.

Noch schlimmer wäre da die relative Note....

Christian Scholz

26. Januar 2011, 22:57

@ThinkVision

Vollkommen richtig. Das ist ein großes Problem und wird ein noch grösseres.

Es ist erschreckend, mit welcher Naivität hier Hochschulplaner an dieses Thema gehen. Vor allem können sich die nicht vorstellen, wie das Schielen auf Noten (um einen Masterplatz zu bekommen) das Studienklima vergiftet und einen Wettbewerb zwischen den Studierenden schafft, der kontraproduktiv und ethisch nicht vertretbar ist.

"Sich helfen" wird out sein, "Bücher verstecken" dagegen in. Und das ist nur die harmlose Lesart.

sowasauch

19. September 2011, 22:44

Die "Noteninflation" ist leider Realität geworden. "Personaler" glauben schon lange nicht mehr an die Aussagekraft von Noten. Die Belohnung der Hochschule durch Ministerien, die möglichst viele Absolventen "produziert",  trägt auch dazu bei. Es sollte daher die - zumindest vorübergehende - Anwendung des ECTS-Systems nicht gleich verdammt werden. Übrigens befinden die EU selbst und die HRK wohl auch das ECTS-System inzwischen als zu kompliziert in der Anwendung (es wurde ja auch praktisch kaum angewendet, obwohl dies einfach wäre!), sodass es, wie "Robert Hoffmann", s.o., einfach durch (eigentlich bisher unzulässige) Zuordnungstabellen ersetzt wird. Schade! Für Hochschullehrer dürfte das Ganze ohnehin als Katastrophe anzusehen sein, da ihre Fähigkeiten zur Leistungsbewertung durch Nichtfachleute ignoriert, abgesprochen und außer Kraft gesetzt werden. (Siehe auch Ausführungen in www.technikexpertise.de)

Trackbacks

Clemens?? Blog » Magister, was?

01. April 2009, 15:02

Ihr Kommentar

 
Hinzufügen
Wenn Sie diesen Beitrag kommentieren möchten, bitten wir Sie, sich vorher anzumelden. Nutzen Sie dazu das Login-Feld oben im Kopf rechts. Dort können Sie sich auch neu registrieren, falls Sie noch kein Passwort haben.
Blogsuche
in
Blog abonnieren
per Email an folgende Adresse
Themenfinder
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z