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Na wo ist er denn, der Klimawandel?
09. Januar 2009, 14:35
Uhr
Ja, wo ist er? Es friert es Stein und Bein wie schon lange nicht mehr. Da mag manch einer die Hoffnung schöpfen, daß er seinen SUV noch lange behalten darf - oder die auf köstliche dänische Rieslinge aufgeben, je nach dem. Aber nach einem Wärmerekord sieht 2009 bislang wirklich nicht aus. Vielleicht war's das ja, mit dem Klima-Hype. Gewiß, die 13 wärmsten Jahre zwischen 1880 und 2006 liegen in dem Zeitraum nach 1990. Aber das kann ja auch Zufall sein - so wie eine Münze mehrmals hintereinander auf „Kopf" landen kann. Irgendwann aber ist jede Glücks- oder Pechsträhne mal vorbei, und jede Reihe warmer Jahre vielleicht auch. Könnte ja schon jetzt der Fall sein, so wie es draußen gerade aussieht.
Da kommt der Artikel gerade recht, den Eduardo Zorita und Hans von Storch vom GKSS Forschungszentrum in Geestacht sowie Thomas Stocker von der Uni Bern gerade in den Geophysical Research Letters veröffentlich haben. Ganz ohne Klimamodelle haben die drei mal ausgerechnet, wie wahrscheinlich es denn ist, dass die besagte Häufung von warmen Jahren rein Zufällig ist. Das ist nicht so trivial wie es sich vielleicht anhört. Wärmejahre sind - anders als Münzwürfe - nämlich nicht ganz unabhängig voneinander, da Wärme in den Meeren länger als ein Jahr gespeichert bleibt. Aber unter zwei möglichen Annahmen darüber, wie dieser Speichereffekt sich mathematisch auswirkt kam am Ende recht Ähnliches heraus: die Wahrscheinlichkeit, dass die Reihe der warmen Jahre nach 1990 nur Zufall ist, beträgt mickerige 1: 10 000. Das entspricht etwa der Gewinnchance von jemandem, der darauf gewettet hat, 14 mal hintereinander „Kopf" zu werfen. Da ist er, der Klimawandel.
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