Blogger im Außendienst - alles für die Wissenschaft
30. März 2009, 20:33
Uhr
Karierter Notizblock auf dem Tisch, Kuli dazu, ein schwerer Kaffeetisch ohne Terminals, Gedrucktes aus der Holzära in der Mitte und weit und breit kein Schreibroboter. Es war schon schön und einigermaßen beruhigend zu beobachten, wie sich die Avantgarde der neuen Netzkultur - oder jedenfalls drei, vier Dutzend der erfolgreichen unter ihnen - immer noch im Kleinod der alten Welt zurechtfindet.
Blogger sind also ganz normale Menschen. Blogger sind auch ganz normale Wissenschaftler. Oder Journalisten. Und „Scilogs" hat sie fast alle glücklich im Boot. Treffender diesmal vielleicht: im Bottich, meinetwegen noch korrekter: im Zuber. Scilogs nämlich wurde am Wochenende weinselig und scharte zum „Offline Treffen 2009" seine Blogautoren in der kleinen Pfälzer Weinbauhauptstadt Deidesheim um sich. Scilogs - das sind die von Spektrum der Wissenschaft in Heidelberg initiierten „Tagebücher der Wissenschaft", gewiss eine der angesehensten Adressen im deutschsprachigen Blogblätterwald.
Inhaltlich soll das Aufeinanderteffen der Cyberlinge im „Geist von Deidesheim" (so hieß nicht etwa das nette Tagungshotel) an dieser Stelle aus Gründen der Befangenheit des Autors nicht weiter erörtert werden. Es gab, soviel sei hier bemerkt, höchst anregende, ja erfreulich kontroverse Diskussionen und Spekulationen über die Zukunft der Wissenschaftskommunikation sowie über das heutige Verhältnis von Bloggern und Journalisten. Nachzulesen, wie gesagt, bei Stephan Schleim von Brainlogs und bei Michael Blume von Chronologs.
Wie sich die Menschen in den nächsten Jahren über den fast haltlos ausufernden und leider auch immer komplexer werdenden Wissenschaftsbetrieb und seine globalen Ergüsse informieren können, diese Frage wird jeden halbwegs bildungs- und informationshungrigen Zeitgenossen sicher interessieren.. Und dass Blogs in diesem reißenden Strom mittlerweile tatkräftig mitrudern, muss ja auch niemanden beunruhigen. Deshalb gerne dieser Hinweis auf das Scilogs-Forum, das - wie sollte es anders sein - selbstverständlich im Netz weiter lebt. Es sind Debatten, wie sie „Nature" in den vergangenen Wochen ebenfalls befeuert hat. Sie sind nicht etwa schädlich, sondern hoffentlich lehrreich für alle. Wäre schön, auch von Leserseite mehr über Ideen und Wünsche zu erfahren.
P.S. Ob die Keyword-Auswahl und -Dichte hier stimmt? Der extrem beeindruckende Scilogs-Workshop zu SEO (zu deutsch: Suchmaschinenoptimierung) von den Holtzbrinck-Spezialisten hat da ernsthafte Selbstzweifel geweckt. (was hier folgte, war unerheblich und wurde deshalb gerne nachträglich gelöscht / siehe Kommentar v. Stephan Schleim)
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