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Autos warnen vor Superschurken
02. Juli 2009, 14:38
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Bricht in Gotham City der Notstand aus, wirft ein gewaltiger Scheinwerfer einen noch gewaltigeren Schattenriss einer stilisierten Fledermaus an den dort stets trüben Himmel. Dadurch weiß jeder brave Bürger, dass er nun besser in Deckung geht, weil Superschurken schon wieder ihr Wesen treiben, dass aber Superheld Batman schon zu Hilfe eilt. Und jeder Superschurke weiß dadurch, dass er nun besser in Deckung geht, weil Batman zu Hilfe eilt. Bricht in Deutschland der Notstand aus, zum Beispiel durch einen Waldbrand, einen Chemieunfall oder schwere Unwetter, gibt es keine Möglichkeit für solch einen allgemeinen Weckruf mehr: Nach dem Ende des Kalten Krieges wurden die meisten der rund 100.000 öffentlichen Sirenen aus Kostengründen abgebaut. Kommt es heute zur Katastrophe, wie im Februar 2006 in mehreren bayerischen Landkreisen wegen heftigen Schneefalls, wenden die Behörden sich mit ihren Warnungen meistens indirekt, über die Medien, an die Bürger. Dadurch wird allerdings nicht jeder erreicht, und es geht Zeit verloren.
Kluge Köpfe haben diesen Mangel längst erkannt und nach neuen Möglichkeiten zum schnellen und möglichst allgemeinen Alarm gesucht: In der Diskussion waren bereits Massen-SMS, Massen-Anrufe übers Festnetz und die Übermittlung von Massen-Warnungen per Rauchmelder oder Funkwecker. Allerdings war das entweder technisch nicht machbar, zu teuer, oder man würde eben doch wieder nicht jedermann rechtzeitig erreichen.
Wie sie heute verkündet haben, sind Forscher des Fraunhofer-Instituts für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen (INT) in Euskirchen nun auf eine neue Idee gekommen und haben diese auch gleich zum Patent angemeldet: Sie wollen die Bevölkerung künftig mit hupenden Autos warnen. Möglich machen soll das das neue Notrufsystem "eCall", an dem auf Initiative der EU-Kommission ab 2010 jeder Neuwagen beteiligt sein soll. eCall soll die Zahl der Verkehrstoten verringern, indem ein GPS-Sensor und ein Funksender im Auto nach einem Unfall den Unfallzeitpunkt, die Koordinaten und die Ausrichtung des Fahrzeugs an eine Zentrale schicken. Die INT-Forscher fanden heraus, dass sich diese Technik auch dafür nutzen lässt, dass die Zentrale zum Beispiel folgendes Signal verschickt: "Alle Fahrzeuge mit abgestelltem Motor, die sich in den Grenzen folgender Koordinaten befinden, beginnen zu hupen!" Der dafür nötige Aufwand beschränke sich darauf, ein weiteres, kleines Elektrogerät einzubauen. Schon ein Ausstattungsgrad von 14 Prozent aller zugelassenen Fahrzeuge reiche aus, um eine flächendeckende Alarmierung zu ermöglichen. Nach einer Aufbauphase von zwei bis vier Jahren könnte das neue Superwarnsystem einsatzfähig sein. Ob Batman bald neidisch sein wird?
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