Die Arktis schmilzt wieder, aber nicht rekordverdächtig
26. August 2009, 10:15
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Das wird wohl nichts mit einem neuen Fanal: Die diesjährige Eisschmelze im Nordpolarmeer steht kurz vor Ihrem Höhepunkt, und wenn sich die im norwegischen „Arctic ROOS"-Sekratariat gesammelten Aufzeichnungen auch nur annähernd bestätigen, dann dürfte das gefürchtete Abschmelzen des Meereises in der Arktis auch im zweiten Jahr nach der Rekordschmelze von 2007 geringer ausfallen.
Momentan nimmt die Eisfläche knapp 5 Millionen Quadratkilometer ein, wie die Grafik zeigt. Das ist gut 1,2 Million Quadratkilometer mehr als vor zwei Jahren. Im vergangenen Jahr wurden zur gleichen Zeit eine halbe Million Quadratkilometer weniger gemessen.
Aktuelle Meereisausdehnung. Quelle Arctic ROOS
Böse Zungen könnten jetzt also behaupten, dass die im Sommer zurückbleibende Meereisfläche im zweiten Jahr nacheinander sogar wieder ansteigt. Tatsache ist aber auch, dass man - wie die schwarze Kurve zeigt - immer noch deutlich, nämlich mehr als eine Million Quadratkilometer, unter dem langjährigen Mittelwert liegt.
Dass es dieses Jahr keinen Rekord liegt, dürfte vor allem daran liegen, dass es im Frühjahr im hohen Norden deutlich länger kalt geblieben war. Bei meiner Stippvisite auf Spitzbergen vor drei Monaten jedenfalls lagen noch Berge von Schnee und überall hörte man, wie spät die Fjorde diesmal eisfrei wurden.
Auch in den Messkurven der Bergener Arktisforscher lässt sich erkennen, dass die eine Million Quadratkilometer zusätzlicher Eisfläche (gegenüber 2007) schon im Winter und erst recht im Frühjahr „draufgepackt" war. Das Abschmelzen selbst beschleunigte sich dann wieder deutlich, zumal im Juni, Juli und Anfang August, als durchaus wieder Schmelzraten wie im Rekordjahr 2007 registriert wurden.
Eisminimum der Arktis im Jahr 2008. Quelle Nasa
So oder so, für neue Rekordmeldungen wird es wohl nicht reichen. Eine Erkenntnis, die vor allem im Hinblick auf die schwierigen Klimaverhandlungen vor und in Kopenhagen für den einen oder anderen Beteiligten nicht unwichtig ist. Doch gemach. Die Erfahrung lehrt, dass die Klimawandelforschung noch jedes Mal die eine oder Hiobsbotschaft bereit hielt, die dann rechtzeitig aus dem Hut geholt wird.
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