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Sonntag, 19. Februar 2012
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Sanchos Esel

Jelenas Rücken bei der Preisverleihung von Oviedo (2)

29. Oktober 2009, 14:40 Uhr

Das Schöne an der Preisverleihung von Oviedo ist, dass man nie vorher weiß, was einen beeindruckt und begeistert (wenn denn etwas dabei ist) und was einen eher ernüchtert, gar enttäuscht. In unangenehmer Erinnerung blieb zum Beispiel 2003 der Auftritt von Susan Sontag, die sich gegenüber der Frau, mit der sie den Preis teilte, arrogant und geringschätzig verhielt. In ausgezeichneter Erinnerung blieben die Beine von Steffi Graf.



Womit wir beim Thema wären, dem überraschenden Anblick des nackten Rückens der russischen Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa. Ich sollte vorausschicken, dass ich mich bis dahin weder mit diesem Sport noch mit der Dame - und noch weniger mit ihrem Rücken - eingehend beschäftigt hatte. Als ich nach Asturien flog, wusste ich nur, dass Jelena, wie ich sie jetzt der Einfachheit halber nennen möchte, eine der erfolgreichsten Sportlerinnen der Erde und vielmalige Weltrekordhalterin in ihrer Disziplin ist. Entsprechend hatte ich mich auch nicht gefragt, wie es aussieht, wenn sich ein solcher Mensch in feierlicher Garderobe präsentiert. Ich kannte sie ja kaum im Sportdress. Dass sie als erste und einzige Frau die fünf Meter überwunden hatte, war an mir vorbeigegangen. Noch weniger hatte ich einen Gedanken an die Frage verschwendet, wie weit Jelena in der Wahl ihres Kleides gehen würde. Nun, sie ging sehr weit. Sie hatte ein Kleid an, das man wohl nur fleischfarben nennen kann und das, wie ich später aus Gesprächen heraushörte, einige Betrachter in Zweifel darüber stürzte, was denn an Jelenas Anblick Kleid und was Fleisch gewesen war. Namentlich die Gesäßpartie ließ Ungewissheit darüber entstehen, ob die Sportlerin überhaupt etwas unter ihrem Kleid trug. Ich sage das als Beobachter von einem hinteren, aber mittig gelegenen Platz aus. Meine Vermutung ist, dass Jelenas Kleid diese Zweifel wecken sollte, in Wahrheit aber recht züchtig war, sofern man das noch sagen darf, wenn ein Kleid solche Zweifel weckt. Sie wissen ungefähr, was ich sagen will.

Der Rücken war etwas ganz anderes. Jelenas Rücken lag frei. Und da Jelena groß ist, kann man dasselbe von ihrem Rücken sagen. Außerdem ist dieser Rücken außerordentlich muskulös. Als sie unter Beifall nach vorn an den Tisch des Kronprinzen ging, um ihre Urkunde in Empfang zu nehmen, konnten wir das unglaubliche Muskelspiel auf der Rückseite ihres Torsos auch aus größerer Entfernung erkennen. Es erinnerte an eine junge Tigerin, wenn Sie den Vergleich gestatten. Nicht, dass ich schon viele Tigerinnen bei Preisverleihungen gesehen hätte. Egal. In dieser Sekunde wurde uns klar, dass Jelenas tägliches Leben ganz anders aussieht und jedenfalls nichts mit Fräcken, Zeremonien und alten Herren in Krawatten zu tun hat. Später, bei der Bildersuche im Internet, habe ich dann Fotos entdeckt, auf denen man sie mit diesem schwarzen Schmier an den Händen sieht, von dem ich vermute, dass er das Packen und Festhalten des Stabs erleichtert. Andere Fotos, die sie in Aktion zeigen, enthüllen die ungeheure Muskelkraft dieser Athletin. Aus der Nähe besehen, ist sie durchaus zum Fürchten. Also, mich wunderte gar nichts mehr. So einen Menschen in ein Abendkleid zu packen musste einen gewaltigen Eindruck machen.



Die Blicke der Betrachter habe ich übrigens nicht studiert. Ich blickte ja selbst. Ich hatte keine Zeit für etwas anderes. Als Jelena die Preisurkunde in Empfang genommen hatte, ging sie mit gedämpfter Anmut (ihr Schritt hat naturgemäß etwas von Sportplatz und Spandex) nach vorn an die Rampe und warf mit schwungvollen Bewegungen Kusshände ins Publikum. Darauf steigerte sich der schöne Beifall noch einmal beträchtlich. Man könnte sagen, er brandete auf. Und in dieser Sekunde war allen klar, dass Jelenas Kleid, ihr Rücken, die Kusshände in den Zeitungen des nächsten Tages einen privilegierten Platz beanspruchen würden. Ich will aber nicht verschweigen, dass ich später auch Kritik hörte. Und las. Etwa in einem Blog der Gratiszeitung 20 minutos (Sie müssen dort etwas herunterscrollen), der Jelenas Kleid als völlig unmöglich bezeichnete. Ich will mich nicht zum Richter über Garderobenetikette aufschwingen, bin auch kein Experte in diesen Dingen. Ich beschränke mich auf den Hinweis, dass Jelenas Rücken ohne dieses Kleid nicht denselben Eindruck hervorgerufen hätte. Und dass die meisten von uns für diesen Eindruck dankbar waren. 

Da Sie sich daran gewöhnt haben, in diesem Blog die schlechtesten Fotos zu sehen, die man im Netz zu Gesicht bekommt, will ich Sie auch heute nicht enttäuschen. Ich habe im Gedränge Bilder gemacht. Natürlich halten die Leute nicht still, was die Aufgabe kompliziert, denn mein Telefon ist nicht das beste. Außerdem will ich nicht, dass die Gäste merken, dass ich fotografiere. Es ist zum Beispiel sehr leicht, diskret eine Damenfrisur von hinten aufzunehmen. Ich habe ein paar davon in meiner Sammlung. Allerdings schaue ich sie mir nicht so oft an, weil sie wenig vom Reiz des gesellschaftlichen Ereignisses verraten.

Viel schwieriger ist es, an den Prinzen heranzukommen. Lassen Sie mich um des Lokalkolorits willen aus einer älteren Reportage zitieren, die ich über die Preisverleihung des Jahres 2001 schrieb. Damals war der Prinz noch nicht verheiratet und galt als begehrtester Junggeselle Spaniens. Seinen Auftritt bei der Verleihung der Prinz-von-Asturien-Preise erlebte ich so:

„Dass die Veranstaltung einen besonderen Reiz hat, liegt an der Begeisterung, mit der Oviedo dem Kronprinzen und den Preisträgern huldigt. Auch das Madrider Establishment, das einen Tag lang die aufregendsten Kleider, elegantesten Krawatten und duftigsten Parfums und Haaröle nach Asturien gebracht hat, weiß die entspannte Atmosphäre zu würdigen. Rund vierzig Dudelsack- und Folkloregruppen, insgesamt tausend Musiker aus der ganzen Provinz, ziehen durch die Innenstadt. Sie begleiten die berühmten Leute auf dem Weg vom traditionsreichen Hotel de La Reconquista zum Teatro Campoamor, und sie spielen ihnen auf, bevor sie zur Zeremonie ins Theater einziehen.



Wenn dann alles vorbei ist, strömen die geladenen Gäste zum Empfang ins Hotel zurück. Man steht im großen Patio, wo es angenehm kühl ist, oder wandelt durch die alten Gänge und Festsäle. Es ist voll, die Häppchen sind unaufregend, aber die Parfüms und Haaröle kommen jetzt richtig zur Geltung. Auch Königin Sofía gibt sich die Ehre. Jeder weiß um ihr Interesse an Kultur und Politik und dass dies für sie kein beliebiger Pflichttermin ist. Beobachtet man sie im Gespräch, versteht man sofort, warum die Spanier sie lieben.

In einem schönen hohen Saal, der einmal die Kapelle war, steht der Kronprinz, größer als alle anderen. Er darf angesprochen werden, deshalb herrscht in seiner Nähe Gedränge. Es ist witzig, wie sich alle verwandeln in seiner Gegenwart. Dass Mädchen und junge Frauen ihn anhimmeln, ist begreiflich. Junge Männer jedoch sind kaum anders - auf rauhere Art. Wenn junge Männer herantreten, um ihm die Hand zu geben, drehen sie sich in der Bewegung fast schon wieder ab, als erkennten sie seine Überlegenheit an (auch sie müssen zu ihm aufschauen), wollten aber nicht auf das kameradschaftliche Zeichen, das in einem Händedruck liegt, verzichten. Dadurch bekommt die Geste etwas von sportlicher Demut.

Eine große junge Frau mit dunklem Haar steht in einiger Entfernung da und verspeist den Prinzen mit den Augen. Sie sieht zauberhaft dabei aus, sie lacht, sie schmachtet, scheint aber keine Eile zu haben, die Kampfzone wirklich zu erreichen. Ohne den Blick vom Prinzen zu wenden, sagt sie etwas zu ihrer Mutter. Jetzt hat sich eine kleine Freche vor den Prinzen geschoben, schüttelt seine Hand und spricht ein paar rasche Sätze zu den luftigen Höhen hinauf, dort, wo die hoheitsvollen Ohren sind. Die wartende Dunkle achtet nicht auf die kleine Freche. Als sie selber an die Reihe kommt (sie hat sich mit wahrnehmbarer Entschlossenheit vorgeschoben, nachdem sie sich mit ihrer Mutter ein letztesmal beraten hat), streckt sie dem Prinzen ihre große, blasse Hand entgegen, lächelt ein Lächeln, das entwaffnend wäre, wenn der Prinz sich Zeit dafür nähme, und geht nach links ab. Warum glaubt man, in dieser Szene ein Argument für die Monarchie zu sehen?" 

An diese wunderbaren Minuten musste ich in diesem Jahr beim abendlichen Empfang wieder denken, als in meiner Nähe plötzlich Gedränge zu spüren war. Ich schaute in einen angrenzenden Saal und entdeckte den Prinzen, groß wie ein Leuchtturm, im Gespräch. Er und Doña Letizia (welche ich nicht sah) waren offenbar im Begriff, sich zurückzuziehen. Solche Rückzüge gehen nicht ohne Gefechte ab, vergleichbar einem Musketier, der mit dem Rücken zur Treppe fechten muss und sich, letzte Degenstöße austeilend, langsam nach oben arbeitet, um seine Verfolger abzuschütteln und von einem Zimmer im ersten Stock aus auf den Rücken des unten wartenden Pferdes zu springen.



Ich beschloss, im Gedränge auszuharren und ein paar diskrete Bilder zu machen. Das Ergebnis sehen Sie hier. Was meine Fotos an Qualität nicht aufweisen, gewinnen sie an innerem und äußerem Drama. Sie sehen die Anspannung in den Zügen der Sicherheitsbeamten. Doch keine Sekunde lang verliert der Prinz die Haltung. Sein Gesicht bleibt aufmerksam, verbindlich und freundlich.



Auch Doña Letizia hat sich an diese Kämpfe an seiner Seite gewöhnt. Sie ist benachteiligt, weil sie nicht so groß ist wie er und zu den Menschen keinen natürlichen Abstand halten kann. Insofern wäre die muskulöse Jelena im Vorteil, zumal, wenn sie ihren Stab mitbringen würde. Mit dem Stab ließen sich die Menschen schön auf Abstand halten. Aber Doña Letizia hat keinen Stab. Man sieht es auf diesen Bildern.



Und natürlich können wir uns leicht vorstellen, wie erschöpft sie nach dem (irrigerweise so genannten) „Bad in der Menge" gewesen sein muss. Keine Frage, sie hat den schwierigeren Teil der Aufgabe. Ich bin froh, dass sie aus Asturien stammt und das Ganze als Heimspiel betrachten kann.

Kommentare

Paul Ingendaay

29. Oktober 2009, 14:48

mugabarru, es ist gleich 14:50 Uhr. Geht es Ihnen gut?

ambb

29. Oktober 2009, 15:26

http://www.goehte.de/madrid

Also, ich finde sowohl Jelenas Kleid als auch ihren Rücken als auch sie selbst einfach die Wucht. Soviel dazu.

Grüße aus Goethes!

Anna Maria

mugabarru

29. Oktober 2009, 15:29

¡¡Bravo maestro!! Ich geniesse ihren Beitrag intensiver - ich wusste es - als die Szenen in youtube. Danke.

ambb

29. Oktober 2009, 15:29

http://www.goethe.de/madrid

Ach und übrigens: wann kommt der Beitrag über FC Alcorcón? Oder schweigt sich Sanchos Esel diskret darüber aus?

Zwinkernde Grüße

Anna Maria

Dulcinea

29. Oktober 2009, 15:36

Jetzt haben Sie sich so angestrengt, Don Paul -- reingehängt, könnte man auch sagen -- und nun ist mugabarru entrückt! mugabarru! mugabarru! -- Haben Sie übrigens gesehen? Der Eintrag in diesem Modeblog der von Ihnen verlinkten Gratiszeitung rief 273 Kommentare hervor! 273 nicht gegengelesene Kommentare! Merece la pena ojearlos. Zum Beispiel "TODOS LOS OJOS ESTABAN PUESTOS EN EL MISMO LUGAR AL MOMENTO DE LAS REVERENCIAS", das haben Sie ja auch sehr schön beschrieben, Don Paul. Oder auch "Ay ñam ñam que rica :>=" -- und sehr schön zusammengefaßt: "Pues bien guapa que iba, oye. Y si enseñaba las posaderas... Pues que las enseñe, que para eso las tiene tan bien puestas."

Paul Ingendaay

29. Oktober 2009, 15:54

ambb, über Alcorcón haben wir in den letzten Kommentaren des vorherigen Eintrags kurz gesprochen. Unser geschätzter pardel hat das Thema angeschnitten. Von Verschweigen kann also keine Rede sein.

*

mugabarru, wir alle hoffen, dass Sie jetzt gut ins Wochenende kommen.

*

Dulcinea, einige der Kommentare habe ich gesehen. Sehr amüsant.

Nico58

29. Oktober 2009, 23:40

Don Paul, man mag ja über die Monarchie Spaniens denken wie man will, aber Stil hat sie schon in ihrem Gebahren. Die letzte Preisverleihung sah ich im span. TV, die Stimme des Prinzen verleiht der Sache Aura und Grandezza und, ja, seine Letitia, die passt schon schön darein.

.

" ...Wenn junge Männer herantreten, um ihm die Hand zu geben, drehen sie sich in der Bewegung fast schon wieder ab, als erkennten sie seine Überlegenheit an (auch sie müssen zu ihm aufschauen), wollten aber nicht auf das kameradschaftliche Zeichen, das in einem Händedruck liegt, verzichten. Dadurch bekommt die Geste etwas von sportlicher Demut"....Sehr schön getextet. Genauso empfindet es der geneigte Betrachter, und eigentlich ist man kein Monarchie-Fan. So ist Spanien. Ich freu mich drauf.

Chus

30. Oktober 2009, 07:31

Nico58. Ich möchte nicht so früh am morgen schlecht drauf werden... (Es geht heute relativ flott, denn ich habe gleich Zahnarzttermin) Vielleicht sollte ich (bevor ich loslege) doch lieber zur Toilette rennen um Luft zu schnappen... Klare Gedanken, Chus. Klare Gedanken... Aaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!!!!!!!!! Sie Monarchie hat Stil? Felipe einschöne Stimme?

Man kann ja wohl solche Inszenierungen mögen. Wer denn nicht? Ich war selber mit meiner Familie in Juni in Schloss Bellevue. Na ja. Wir und ca. weitere 1000 Gäste! Wegen den Kindern, sonst wäre es mir eher peinlich gewesen, haben wir uns gaaaaaaaanz vorne platziert. Nicht ganz vorne. VORNE. Genau gegenüber des Lesepultes, wo Herr Köhler immer zum reden stehet. Als er und seiner Frau samt Diener bzw. Bodyguards usw. heraus kamen war ein unglaubliches, peinliches Gefühl plötzlich da. Ich habe es sehr genossen. Meine Kinder haben mit ihm gesprochen. Wir haben Bilder, womit wir das Ganze Leben Familie und Freunde nerven werden. Ich bin mir aber GANZ sicher. Ich hätte meinen Kindern nicht erklären können bzw. wollen, dass der Herr (gegebenenfalls) der da stehet, NICHTS um da zu stehen getan hat und immer bis er stirbt da sein wird.

Fazit: Das Glamouröse kann man auch durch Demokratie schaffen.

pardel

30. Oktober 2009, 10:50

Chus, bei Ihrer Darstellung Ihres Bellevuefamilienausfluges musste ich an die Dame denken, die im 100er Bus neulich hinter mir saß, als wir beim Bundespräsidenten vorbeifuhren. Das Wetter war schön, die Wachen standen stramm, Polizisten patroullierten zu Pferde, die Fahne wehte im Wind, und sie murmelte, zu niemanden gerichtet, aber deutlich zu hören: "Iss´ der Lappen druff, sind die Lumpen drinn." Das, Don Paul, ist auch Ethnographie.

Paul Ingendaay

30. Oktober 2009, 10:57

Ja, pardel. Und natürlich ist meine Sicht auf den Kronprinzen davon geprägt, dass ich nie eine Monarchie hatte. Eine eigene, sozusagen.

Nico58

30. Oktober 2009, 14:38

Auch Spanien hat, soweit ich weiß, seit 1978 eine demokratische Verfassung, zu deren Erzielung der momentane Don Carlos nicht unerheblich beigetragen hat. Und letztlich ist es der Wille des Volkes, der dafür verantwortlich zeichnet, daß es noch einen Monarchen gibt. Die Spanier wollen dies ausdrücklich. Ich brauche es nicht, und wir haben auch ohne schon genug Pomp. Die Spanier mögen puritanisch und altmodisch dadurch wirken, aber haben wir nicht diesen Vereinswahn wie Tauben(Ratten)züchtervereine und diese unsägliche Schützenfestmaskerade, die so martialisch wie tief obsolet daherkommt. Unerträglich dieses Ordendefilèe heutzutage. Und auch der Stierkampf ist die Sache der Spanier, den wir aus dem fernen Deutschland zu bekämpfen suchen, anstatt hierzulande zunächst die zahlreichen Batterien mit 100tausenden, sich zu Tode hackenden Hühner - oder besser - Kreaturen aus der Welt zuschaffen. Aber die sieht ja keiner.

Und sehr schlecht sieht es für jemanden aus, der meint, der Bundespräsident hätte nichts getan, ein solches Amt auszuführen. Vielleicht brauchen wir keinen, aber ich bin sicher, der hat weit mehr getan als viele seiner Schafe. Zumindest beherrscht er die deutsche Rechtschreibung.

BlueMonkey

30. Oktober 2009, 17:07

http://www.txtrblog.de

Entschuldigung, dass ich hier kurz das Thema wechsle - eigentlich wollte ich Bezug nehmen zum Blog-Eintrag vom 26. September bezüglich der Memoria-Thematik und dem Ermittlungsrichter Garzon (doch da scheinen die Kommentare mittlerweile deaktiviert zu sein): Wie ich gerade auf elPais.com gelesen habe (www.elpais.com/.../Tes) scheint demnächst in Spanien der Dokumentarfilm  "Los caminos de la memoria" erscheinen, der das ganze Thema in großem Stil aufrollt. Denke, das dürfte für viele Leser hier ganz interessant werden. Regisseur und Drehbuchautor ist der Belgier José Luis Peñafuerte, Sohn spanischer Flüchtlinge.

Bin schon gespannt, ob wir von diesem Film bald hier im Blog lesen können. Jetzt will ich aber nicht weiter bei der Diskussion über die Blaublütigen stören :-)

Dulcinea

30. Oktober 2009, 23:05

Ja, Nico58, unser Bundespräsident hat, was die deutsche Rechtschreibung anbelangt, sicher einen Heimvorteil. Da haben Sie recht. Und auf Spanisch muß er ja nichts texten. Denn jemandem, der in einer Fremdsprache schreibt, dem sehen wir Kleinigkeiten nach, nicht wahr?

***

Im Zusammenhang mit Blaublütigen und Demokratie muß ich übrigens immer an Anas Hochzeit denken. Ja, genau! Seinerzeit, als so viele illustre Gäste nach El Escorial kamen. Das waren noch Zeiten!

Paul Ingendaay

31. Oktober 2009, 02:27

Dulcinea, da wäre allmählich eine längere Reminiszenz fällig. Ana Aznar... und Alejandro Agag... und ihre Freunde... el caso Gürtel... so viele Fäden laufen dort im Escorial zusammen.

Melibea

31. Oktober 2009, 02:45

Zuerst ein Geständnis: Melibea folgt nun schon seit über einem halben Jahr den Spuren Sanchos Esels... Sehnsüchtig hatte sie seiner Rückkehr von der Sommerweide geharrt und sorgte sich vor kurzem zusammen mit mugabarru und pardel um des Esels Wohlergehen. Still am WG-Tisch sitzend hatte sie es bisher vorgezogen, den anderen aufmerksam zu lauschen. Aber sie hat – noch etwas verwirrt – gerade ihre Stimme (wieder)gefunden…

*Chus, eine Frage: Sprachen Sie vom Bundespräsidenten oder von Felipe, als Sie meinten, dass er nichts dafür getan hätte, um „da“ zu stehen? Ich dachte, Sie hätten von Felipe gesprochen, der sich als Prinz und Thronfolger automatisch hinter Rednerpulten und auf glamourösen Veranstaltungen wiederfinden musste. Aber anscheinend habe ich mehr interpretiert als gelesen, seufz… Oder was meinten Sie, als Sie schrieben, dass er bis zu seinem Tode immer „da“ sein wird? Weil er nicht mehr der Jüngste ist? Denn der Bundespräsident kann doch nur einmal wiedergewählt werden…

Nun, sea como sea, Melibea überlegt, ob sie ab sofort häufiger nachfragen wird, bevor sie sich vor Verzweiflung… ach, Sie wissen schon…

Chus

31. Oktober 2009, 04:39

Nico58 "Und sehr schlecht sieht es für jemanden aus, der meint, der Bundespräsident hätte nichts getan, ein solches Amt auszuführen".  Ich habe GENAU das Gegenteil geschrieben. Rechtsschreibungsprobleme hin oder her (bin keine Deutsche, wurde in Deutschland nicht erzogen, habe auch nicht Germanistik studiert), kann man mich gut verstehen, wenn man den guten Willen dazu hat.

Und bitte, Nico58, die spanische Monarchie (die wurde uns zusammen mit der Verfassung untergejubelt) hat - nicht einmal metaphorisch - wenig mit Ihrem deutschen Vereinswahn zu tun. Und ich möchte nicht einmal erwähnen, dass ich bis dato mit meinen Steuern (die Sprache erkennen Sie bestimmt gleich) keinen von diesen Vereinen unterstützt habe.

Chus

31. Oktober 2009, 04:41

"Lappen druff... Fäden drin..."

Chus

31. Oktober 2009, 10:42

Melibea. À propos guter Willen... Sie haben mich richtig verstanden. Bitte, tun Sie es nicht!

Nico58

31. Oktober 2009, 11:54

@Melibea, muchas gracias!

pardel

31. Oktober 2009, 13:58

Hm, Nico58, Sie bringen mich ins grübeln. Meinen Sie mit Ihrer Kritik auch mich? Bei einem solchen Rundumschlag, kann sich jeder getroffen fühlen. Rechtschreibung? Das ist nicht mein "Gebahren" (sic! & ;-)), zur Demokratie gehört auch, dass man öffentlich Kritisieren darf, ironisch oder gar sarkastisch. Ich glaube nicht, dass Spanier puritanisch wirken, mir ist ein Rätsel, was Sie mit "Tauben(Ratten)züchtervereine und diese unsägliche Schützenfestmaskerade" meinen. Und warum Sie Stierkampf und Hühnerbatterien gerade in diesem Zusammenhang aus der Welt "zuschaffen" möchten (an sich sicher ein löbliches Ziel), wundert mich. Rechtschreibung? Gerne! Aber mir sind, bei allem gebotenen Respekt, Semantik und Syntax wichtiger. Bitte um Aufklärung: Was meinen Sie, auf wen zielen Sie, und warum?

Chus

01. November 2009, 07:44

@ pardel, dulcinea und melibea. Danke für die Unterstützung. Ehrlich gesagt, hatte ich zuerst gedacht, Nico58 sei Carlista, aber dann habe ich schon verstanden, dass er doch sowohl Juan Carlos als auch die Tauben(Ratten)züchtervereine unterstützen möchte. Allein der Ethnologie wegen.

Und Deutschland liegt nicht in der Ferne, Nico58. Beide Länder sind verdammt sehr nah! Ich gehe do noch mal lieber zur Toilette, oder kurz raus, dieses waschküchenmäßige Wetter wirkt mindestens genauso erfrischend bei meiner Therapie...   Und ja. Ich werde weiterhin Deutsch lernen. Nichts lieber als das!

Nico58

01. November 2009, 09:54

@Geehrter Pardel,

Es geht hier nicht (nur) um Rechtschreibung, denn dann schriebe ich ständig falsch, denn die neue Regel ist mir zuwider. Das aber ist ein anderes Thema. Auch, um dem vorzubeugen, hege ich keine pädagogischen Ansätze oder gar Ziele. Niemand will auch über Textvehler diskutieren. Dennoch bin ich der Meinung, nimmt man an einem Forum der F.A.Z. teil, deren Autoren uns stets mit tollen Beiträgen beglücken, das Kommentieren zulassen und Kommentare auch noch beantworten, schuldet man ihnen - und auch den Lesern - zumindest den Respekt und die Mühe, in halbwegs verständlicher Weise - und dazu gehört eben auch die Rechtschreibung -, zu texten. Sinn und Aussage bleiben sonst im Verborgenen.

Sicher wollen auch Sie, dass das hohe Niveau dieser FAZ-blogs entgegen anderer erhalten bleibt.

Was meine Veranschaulichung durch Vergleiche anbelangt:  Jedes Land hat eben seine zum Teil historisch gewachsenen Festivitäten und Rituale. Die Spanier bspw. die Guardia Civil, den König und den Stierkampf, den auch ich nicht besonders attraktiv finde, die Deutschen aber nicht gerade als Lehrmeister in Tierquälerei auftreten sollten, wenn sie dorthin reisen oder gar dort residieren, im eigenen Land indes andere fragwürdige Ereignisse und Geschäfte zulassen.  

.

Leider gibt es überall Menschen, die neigen dazu, sich angegriffen zu fühlen, weil sie zuvor nicht richtig schrieben und lasen, um dann in einem Akt der Verzweifelung - oder besser: mit einem Rundumschlag - andere mit nicht relevanten "Argumenten" mundtot zu machen trachten.

Dulcinea

01. November 2009, 12:59

Werter Don Paul, können Sie uns denn auch etwas Erbauliches über die Rücken bei der Preisverleihung von Darmstadt berichten?

Paul Ingendaay

01. November 2009, 13:07

Dulcinea, danke der Nachfrage. Leider muss das ein wenig warten, weil dasselbe Mädchen, das von mir Fotos von Brad Pitt gefordert hat, jetzt drängelt und in die Stadt will. Die Stadt heißt Frankfurt. Und es (das Mädchen) schaut mir gerade über die Schulter.

pardel

01. November 2009, 13:22

Nico58: Mal sehen, ob ich es richtig verstanden habe. "Gebahren" war ein Fehler, "Textvehler" war Ironie, und der letzter Absatz bei Ihrem Beitrag um 08.54 Sarkasmus? Die Guardia Civil ist eine Festivität, der König ein Ritual und die Deutschen keine "Lehrmeister in Tierquälerei", oder doch, sollten es aber Ihrer Meinung nach wohl eher lieber nicht sein? Meine Verwirrung nimmt zu.

Chus

01. November 2009, 13:24

don Paul, Sie sagen mir bitte Bescheid, wenn Sie denken, wie Nico58,  das FAZ Niveau möchte lieber auf Leute wie ich verzichten. Immerhin ginge es ja hier um die Beziehungen jeder Art zwischen Spanien und Deutschland. Nur deswegen habe ich mich getraut, hier herein zu blicken. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man hier gerne einen Blog hätte, wo bloß Rethorik Professoren über Spanien und "Don Carlos" und Stierkämpfe unter sich erzählen. Vielleicht bin ich einfach zu jung (!). Ich schlage erstmal die Türspalte zu.

pardel

01. November 2009, 18:11

Chus, bitte, die Toilettenmethode, schnell! Tief einatmen, no ofende quien quiere, tief ausatmen, sino quien puede, lesen Sie die ´58er Beiträge erneut, ich entdecke viel unfreiwillige Komik darin. Ich nehme jedenfalls an, dass sie unfreiwillig ist. Der Kommentator ist wütend, er schreibt wie im Affekt. Das kann man doch nicht persönlich nehmen! Und wie kommen Sie auf die Idee, man könnte vom "divino tesoro, te vas para no volver", zu viel haben? Jugend vergeht von alleine, es ist eine Frage der Zeit. Unreife setzt Arbeit an sich, und manchmal auch etwas Geduld seitens der Umwelt, voraus.

Dulcinea

01. November 2009, 18:30

Chus, meisheng, meisheng! Trinken wir ein Weinchen zusammen? Das hebt die Stimmung. Bestimmt! Und nachher schreiben wir beschwipst ein paar lustige Kommentare. So, wie seinerzeit mugabarru? Mit vielen Vehlern? Wollen wir das tun?

Melibea

01. November 2009, 23:03

bzgl. "Dennoch bin ich der Meinung, nimmt man an einem Forum der F.A.Z. teil, deren Autoren uns stets mit tollen Beiträgen beglücken, das Kommentieren zulassen und Kommentare auch noch beantworten, schuldet man ihnen - und auch den Lesern - zumindest den Respekt und die Mühe, in halbwegs verständlicher Weise - und dazu gehört eben auch die Rechtschreibung -, zu texten. […] Sicher wollen auch Sie, dass das hohe Niveau dieser FAZ-blogs […] erhalten bleibt."

* In halbwegs verständlicher Weise? Nun, ICH habe Chus' Beitrag zu hundert Prozent verstanden. Mein Beitrag war als netter, „demütiger“ Versuch gedacht, das Missverständnis aufzuklären.

** Respekt und Mühe? Nun, Nico58, auf mich hinterließ es den Eindruck, dass Sie sich Ihrerseits nicht die Mühe gemacht hatten, aufmerksam zu lesen. Melibea hat nicht ohne Grund ihren Dornröschenschlaf beendet: sie fand, dass Sie, Nico58, es verletzend an Respekt haben fehlen lassen. Zwischenmenschliche Kommunikation ist für mich nicht einfach nur ein steriles Verhältnis von Gesagtem/Geschriebenem und Gemeintem; die Musik wird – meiner Meinung nach – durch den Ton gemacht. Chus teilt uns seit dem 14. Juli regelmäßig ihrer Gedanken mit, sie hat uns sogar zu Beginn auf ihr nicht perfektes Deutsch entschuldigend hingewiesen. Sind nun alle anderen Kommentatoren dieses Blogs, die bisher nicht unter Einsatz ihres digitalen Lebens für das Wohl der deutschen Sprache kämpften, respektlos gegenüber Herrn Ingendaay und dem Abstraktum FAZ? Ich selbst habe in Frankreich und Spanien jeweils ein Jahr gelebt; nicht viel im Vergleich zu anderen Kosmopoliten und Auswanderern hier im Blog, genug jedoch, um zu wissen, dass es nicht ein Mangel an Wille, Bemühen und Respekt ist, wenn man sich in der Fremdsprache nicht immer stilvoll und geschliffen auszudrücken weiß! Ihr Kommentar, Nico58, war für mich gleich eines auf dem Küchenboden zersplitternden Weinglases, das dissonant die entspannte Stimmung am nächtlichen Küchentisch unserer WG zerstörte.

*** Meine Meinung zur Konvention „Niveau“ erspare ich allen…

mugabarru

02. November 2009, 00:59

Schauen sie bitte her, ich schwenke eine weisse Fahne. Don't shoot the piano player... ich bin zwar nur der Sohn und kann überhaupt nicht Klavier spielen, doch bitte ich um etwas Ruhe. Ist heute schon Vollmond? Was ist denn passiert?

Ich habe alle Einträge mehrmals gelesen weil ich einfach nicht verstehen konnte wo das Problem liegt. Den ersten Beitrag con Nico58 habe ich so verstanden als wolle er ausdrücken, dass die Deutschen gefälligst nicht nur "die paja en ojo ajeno" sehen sollten. Nico58 sie verstehen doch den spanischen Ausdruck, ja? Dann hat er seine Anerkennung für das Protokoll des spanischen Hofes ausgedrückt. Na und? Ist dies ein Schwerverbrechen? Chus, sie waren vielleicht nicht ganz wach als sie ihren ersten Beitrag schrieben. Sie haben ihre Meinung und Nico58 seine. Na und? Weder will er sie überzeugen, noch sollten sie ihn.  Ich glaube ich habe ihn verstanden, und ich habe das Gefühl er versuchte souverän gegen alte Vorurteile Spanien gegenüber zu sein. So habe ich es wenigstens aufgefasst. Dann hat sich die Sache eskaliert, nicht zuletzt weil - wie Abfeldmann schon mal in einem anderen Zusammenhang meinte - manche Menschen (nicht nur Spanier lieber Abfeldmann) sich viel zu ernst nehmen. Nico58 hat noch einemal versucht sich zu erklären, und ich habe dies wieder so verstanden. Die Bemerkung über Rechtschreibung und texten mag unglücklich gewesen sein, ist aber kein Drama. Andere, unter denen ich leider auch mich selbst zählen muss, sind auch schon in ein Fettnäpfchen getreten. Und überhaupt: ja, ich begehe Flüchtigkleits- Whisky und Rechtschreibfehler. Ich weiss es. Na und? Es ist für mich kein Problem dies anzuerkennen. Mich nerven die Rechtschreibfehler in spanischen Blogs ebenfalls, und die aufbrausenden und agressiven Töne nocht mehr. Diese unangenehmen Umgfangsfromen wurden hier, mit Recht, auch schön erwähnt (ich glaube es war wieder Abfeldmann).

Die meisten von uns sind keine profesionellen Schriftsteller,und viele von uns beherrschen die deutsche Sprache nicht in der Vollkommenheit die wir uns vielleicht wünschen würden. Doch bin ich sicher dass Nico58 dies sie in kauf nehmen kann, wenn der Wille zur Verständigung nicht nur gefordert sondern auch gegeben wird. (Pastora-Marcela ist die Einzige die sich einen Korrektoren hält, liebe Grüsse, und lassen sie mal wieder von sich hören). Wir kennen uns nicht persönlich und das erschwert die Kommunkation, darüber wurde hier auch schon geschrieben. Na und? Das Mitschreiben macht, oder sollte Spass machen. Hier soll niemand missioniert werden. Ich geniesse und lerne von allen Teilnehmern, obwohl ich deren Meinung nicht immer teile. Vielleicht wäre dies ein passender Moment um Herrn Ingendaays Beitrag über das Bloggen wieder zu lesen. Ich fand es sehr interssant. Doch bitte keine Barrikaden und keine Treueforderungen. Ich bin Baske, doch mich interessier nur Jelenas Rücken als Barrikade. Bitte verzeihen sie die Länge dieses Beitrags, doch ich wollte eigentlich etwas ganz anderes erzählen...... Darf ich, oder habe ich schon alle mir für nächste Woche zustehenden Zeilen verbraucht?

mugabarru

02. November 2009, 01:11

Nur noch eine Bemerkung: wir müssen ja nicht gemeinsam "potes" trinken gehen, doch können wir uns gegenseitig lesen ohne überempfindlich zu reagieren. Erst ein, zwei oder zehn mal lesen, und versuchen die Missverständnisse auf eine kreative Weise aus der Welt zu schaffen. Bitte keine Dämonisierungen, Verallgemeinerungen und keine Fronten.

mugabarru

02. November 2009, 01:32

Eigentlich wollte von frisch eingesammelten Pilzen, frischen Artischocken, merluza de pincho (mit Angelhaken gefischt) erzählen - alles pardel gewidmet -, herrlich gekocht von einer Freundin meiner amatxu (Mütterchen auf baskisch) zu ihrem Geburtstag gekocht, all dies begossen mit Txakoli, dem Wein dem wir angedichtet haben dass er das Reisen nicht verträgt um die Ernte nicht teilen zu müssen... Aber ganz unbedingt wollte ich vom "Bosque de Oma" des Künstlers Agustin Ibarrola erzählen. Doch da das ambiente heute nicht so festlich gestimmt ist, der Esel auch nicht auf meine Anfrage geantwortet hat, verschiebe ich es lieber. Ich wünsche allen eine schöne Woche. Kann jemand das Fenster öffnen damit frische Luft hereinkommt?

Dulcinea

02. November 2009, 01:37

Palmström reist, mit einem Herrn v. Korf,

in ein sogenanntes Böhmisches Dorf.

Unverständlich bleibt ihm alles dort,

von dem ersten bis zum letzten Wort.

Auch v. Korf (der nur des Reimes wegen

ihn begleitet) ist um Rat verlegen.

Doch just dieses macht ihn blaß vor Glück.

Tiefentzückt kehrt unser Freund zurück.

Und er schreibt in seine Wochenchronik:

Wieder ein Erlebnis, voll von Honig!

***

Meisheng, meisheng! Was wollten Sie uns denn eigentlich erzählen, mugabarru? Ich bin neugierig! Ich finde, Sie dürfen weiterschreiben!

Melibea

02. November 2009, 01:44

... que si que si, mugabarru! Erzählen Sie uns vom Bosque de Oma! Ich befürworte die verstärkte Aufnahme der bildenden Künste als Thema in diesen Blog. Dieser Wald scheint mir für uns alle der perfekte Perspektivwechsel, wie es sich anhand der Google-Bilder auf den ersten Blick erahnen lässt...

Paul Ingendaay

02. November 2009, 02:37

mugabarru, auch ich wünsche allen eine schöne Woche. Chus, pardel, Nico58, Melibea, Dulcinea: Starten Sie gut hinein. Sie wissen ja, dass ich am Wochenende unterwegs war. Am späten Abend fand ich in unserer Wohnküche ein paar ungespülte Gläser vor, aber immerhin wurde erzählt und getrunken. Das ist das Wichtigste.

pastora-marcela

02. November 2009, 10:27

Lieber Mugabarru: mein „Korrektor“ korrigiert nicht. Er beantwortet nur meine Fragen. Ich übernehme jede Verantwortung bezüglich Sprach- und Rechtschreibfehler und natürlich auch der gelegentlichen inhaltlichen „meteduras de pata“.

Und da ich da bin, würde ich gerne zum Thema des Blogeintrages zurückkommen und eine Frage stellen, die nichts mit Rücken, Beinen oder der Monarchie zu tun hat. Ich würde gerne wissen, inwiefern sich Susan Sontag 2003 gegenüber ihrer Mitpreisträgerin Fatima Mernissi arrogant verhielt. Ich habe die Reden von beiden gelesen und dort nichts Tadelnswertes gefunden. Sontag war einer von diesen Menschen, bei denen die Person genau so faszinierend ist wie das Werk. Ich habe ihre Biographie teilweise gelesen und einen gewissen Grad Arroganz kann ich mir bei ihr gut vorstellen. Aber in so einer Zeremonie…, und bei jemandem, der so politisch engagiert war…, und gegenüber jemandem wie Mernissi, der reinen Verkörperung des Kampfes um die Rechte der Frauen in der muslimischen Welt…? Was hat Susan Sontag bloß gesagt oder getan, señor Ingendaay?

Paul Ingendaay

02. November 2009, 10:36

pastora-marcela, mein Respekt vor der Essayistin Susan Sontag ist groß. Dennoch fallen einem bei so einer Preisverleihung Details auf, die auch etwas über den Menschen sagen. Darf ich aus meinem Bericht für die FAZ des Jahres 2003 zitieren?

"Susan Sontag allerdings scheint mit der Rolle, für die sie in diesem Jahr mehrfach ausgezeichnet wurde, nicht mehr einverstanden zu sein. In ihrer Rede brachte sie Mut und Engagement zugunsten eines Hohen Liedes auf die Ewigkeitswerte der Literatur zum Verschwinden. Ihre abfälligen Bemerkungen über Literaturpreise, die an Randkulturen oder marginalisierte gesellschaftliche Gruppen gehen, klangen aus dem Mund einer Amerikanerin nicht nur arrogant, sie konnten auch als häßliche Anspielung auf die marokkanische Schriftstellerin Fatima Mernissi verstanden werden, mit der sich Susan Sontag den diesjährigen Prinz-von-Asturien-Preis für Literatur teilen mußte. Als die beiden Preisträgerinnen am Ende der Zeremonie unter den Klängen der asturischen Hymne aus dem Theater zogen, war nur noch die Frage, wer wem bei den fünf Stufen von der Bühne hinab den Vortritt lassen würde. Susan Sontag ging entschlossen voran und sagte damit, was sie von sich selbst hält.

Details dieser Art fallen auf, weil der ganze Festakt, jeder Schritt zu den samtbezogenen Sesseln, jede Verbeugung zur Loge der Königin, einer genauen Choreographie gehorcht. Wenn ausländische Gäste das leichte Befremden überwunden haben, das solcher Formalismus auslöst, entdecken sie schnell dessen Reiz. Welchen Sinn die Monarchie für eine Gesellschaft hat, hängt ja von der zivilen Kultur beider ab, der jeweiligen Gesellschaft und der jeweiligen Monarchie. In Spanien tragen die Bürgerkönigin Sofía und der Bürgerprinz Felipe, wie die jährliche Preisverleihung von Oviedo zeigt, erheblich zur Mäßigung der politischen Lager bei, und selbst die ärgsten Schreihälse würden es nicht wagen, diese symbolische Befriedung zu gefährden. Einmal im Jahr gegen Ende Oktober verlieren die Rechts-Links-Kategorien an Gewicht, beugen sich Journalisten, Künstler, Akademiker, die Größen aus Politik, Gesellschaft und Finanzwelt dem Ritual einer kleinen Provinzhauptstadt, die ihrem Prinzen mit Musikern und Trachtengruppen die Ehre erweist. "

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