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Sanchos Esel

Abschied von einem freien Menschen: Erinnerungen an Francisco Ayala

03. November 2009, 23:22 Uhr

Mit siebenundneunzig Jahren veröffentlichte er sein erstes Buch auf deutsch, Erzählungen unter dem Titel Der Kopf des Lammes. Mit hundert Jahren ließ er dem späten Debüt ein zweites deutsches Buch folgen, den fast fünfzig Jahre zuvor geschriebenen Roman Wie Hunde sterben. Jetzt ist der spanische Schriftsteller Francisco Ayala im Alter von hundertdrei Jahren gestorben. Ein guter Grund für Sanchos Esel, sich zu verbeugen und noch einmal an diesen wunderbaren Mann zu erinnern.

In den letzten sieben Jahren hatte ich einige Male das Vergnügen, über Ayala zu schreiben. Ich hatte auch die Ehre, ihn kennenzulernen, als einen Spätneunziger gewissermaßen, in biblischem Alter, wie man gern sagt. Er hatte eine große Altbauwohnung in der C/ Marqués de Cubas in Madrid, gleich um die Ecke vom Círculo de Bellas Artes und dem gleichnamigen Café, einem der wenigen Orte, wo man für den Eintritt bezahlen muss. Bei einer dieser Gelegenheiten in seiner Wohnung gab er mir einen Packen Fotokopien mit. „Vielleicht interessieren sie dich", sagte er. „Diese Artikel handeln von Deutschland."

Zu Hause las ich die Texte aufmerksam durch. Es waren die Berichte, die der gerade vierundzwanzigjährige Stipendiat Francisco Ayala nach seinem juristischen Examen für eine spanische Zeitschrift aus Berlin geschrieben hatte. Im Frühjahr 1930 beobachtete er den deutschen Parteienstaat, das Aufkommen der Nationalsozialisten, die ungute Radikalisierung und einiges mehr. Einen lustigen Fehler begeht er im ersten Bericht, als er von „Alfred" Hitler spricht. Danach jedoch wird der Mann zu „Adolfo" und bleibt es. Ayala diagnostiziert die deutsche Misere sehr genau. Er sieht das Unglück kommen, so wie es auch manch andere ausländische Beobachter sehen. Merkwürdig, dass es über diese jedem offenstehende Möglichkeit - die Zeichen zu deuten, sich zu rüsten und gegebenenfalls Folgerungen daraus zu ziehen - je einen Zweifel geben konnte.

Ich möchte ein paar Zeilen aus Ayalas Bericht im März 1930 zitieren:
"El partido nacional socialista alemán, que representa la ideología con sus postulados de ‘gobierno para el pueblo'  y exaltación de los valores nacionales y de la cultura germánica, ha perdido en la oposición toda responsibilidad pública, y hostiliza sin cesar la única línea de conducta que en estos momentos se presenta como viable para Alemania: la política diplomática de que Stresemann ofreció excelente norma. En cuanto a la, mejor que fuerte, bien conducida fracción nacional socialista y a la imponente y torpe masa comunista, que persiguen la destrucción del actual Estado para edificar, según sus respectivas ideologías, uno nuevo desde la base, no quieren saber nada de la Alemania republicana, ni menos, naturalmente, recogen su responsibilidad. Son también irresponsables."

Nicht schlecht für einen Vierundzwanzigjährigen, oder? An welche Leser mag der Student des Völkerrechts bei seinen Sätzen gedacht haben? Gewiss an ein aufgeklärtes spanisches Publikum, das sich immer für Deutschland interessiert hat und die Namen deutscher Philosophen und Historiker wie selbstverständlich im Munde führte. Doch nun wurde ein anderes Stück aufgeführt: Ayala erkennt im Anwachsen von Hitlers Partei einen mit demokratischen Mitteln unternommenen Anschlag auf die Demokratie selbst, und genauso erklärt er es seinen Lesern. „Furchterregend" nennt er, was er in Deutschland sieht, und noch furchterregender droht zu werden, worauf schon damals die Rassenideologie hindeutet. Ayala irrt sich nur in einem: dass sich in der urdemokratischen Form der Parlamentsdebatte Hitlers ganze Erbärmlichkeit offenbaren werde und der Spuk dann sehr schnell ein Ende haben müsse.

Es wundert einen nicht, dass Ayala später genauso missbilligend auf die Radikalisierungstendenzen der spanischen Politik reagierte und sich nach dem Bürgerkrieg den ideologischen Grabenkämpfen entzog. Er war Literat und Soziologe, dazu ein überaus skeptischer Kopf, misstrauisch gegenüber fremden Glaubensbekenntnissen und den eigenen. Als ich mit ihm zu seinem hundertsten Geburtstag ein langes Gespräch führte, um es für eine Radiosendung über ihn zu benutzen, sagte er Dinge, die so gar nicht nach vorschriftsmäßigem Republikanismus klangen, obwohl er Republikaner war. Was sonst sollte er sein? Es war, als hätten ihn seine Studien und eigenes Nachdenken gegenüber politischer Dummheit immun gemacht.

Ebenso spürbar war in dem fast Hundertjährigen die Erinnerung an eine alte Liebe. Sie galt der deutschen Kultur.

„Als ich noch ein Junge war", erzählte er, „genoss Deutschland in Spanien und sicherlich in ganz Europa einen hervorragenden, ja einen grandiosen Ruf. Man hielt Deutschland schlichtweg für den Mittelpunkt der Weltkultur, den Ort, den man einfach besuchen musste, um sich zu inspirieren, um zu lernen und zu studieren. Das war die gängige Meinung. Gewiss galten auch England und Frankreich als bedeutend, doch sie konnten sich, was künstlerische und kulturelle Leistungen betraf, mit Deutschland nicht messen. All das brachte mich dazu, mich um ein Stipendium für ein Studium in Deutschland zu bewerben, und dann fuhr ich hin.
Es waren kritische Jahre, wie man sofort sieht, wenn man sich an das Datum erinnert, 1929 bis 1931. Kritische Jahre oder mehr, eine Tragödie, denn als solche habe ich immer aufgefasst, was damals geschah.
Das Deutschland jener Jahre beeindruckte mich allerdings sehr. Ich hatte gute Freunde, und meine Lebenserfahrungen dort standen in scharfem Kontrast zu meinen Erfahrungen in einem zurückgebliebenen Spanien, das eben erst im Begriff war, einen Schritt in die Moderne zu tun. Ich selbst hatte mich ja mit meinen frühen, der literarischen Avantgarde verpflichteten Werken an dem Versuch beteiligt, Spanien zu modernisieren."

Später gehörte Ayala dann zu den ersten linken Intellektuellen, die Francos Spanien wieder besuchten. Nicht alle hätten es riskieren können, und Ayala sicherlich eher als andere. Doch entscheidend war seine Neugierde. Er wollte sich sein Heimatland nicht durch Franco ersetzen lassen:

„Als ich aus dem Exil zum erstenmal nach Spanien zurückkehrte [um 1960, P.I.], war das Ende der Diktatur noch nicht abzusehen. Ich tauchte nicht als Bürger oder sonst etwas auf, sondern als Tourist, der mit ausländischem [argentinischem, P.I.] Pass einreiste und sich niemandem gegenüber als der zu erkennen gab, der er vorher gewesen war. Alles ging glatt und ohne Zwischenfälle vonstatten, doch ich nahm die Stimmung im Land auf, eine immer noch niedergedrückte Stimmung. Es war das Jahr, in dem die wirtschaftliche Erholung begann, doch sie befand sich im Frühstadium, so dass sie von außen noch nicht wahrzunehmen war. Bereits im Jahr darauf veränderten sich die Dinge auf eine Weise, dass sie für alle sichtbar wurden, und ich konnte mit den Augen des Ausländers verfolgen, was im Land geschah. Als ich dann pensioniert wurde [um 1970, P.I.], beschloss ich, mich in Spanien niederzulassen. Ich hatte das schon länger erwogen und mir in Madrid eine Wohnung gekauft, in der ich mich nach der endgültigen Rückkehr einzurichten gedachte. Und dort lebe ich bis heute."

Einer seiner Freunde, der nur um weniges ältere Schriftsteller Max Aub, der mit dem sechsteiligen Romanfresko El laberinto mágico (Das magische Labyrinth) ein großes Epos über den Bürgerkrieg schuf, hat in seinen Tagebüchern verbittert von einer kurzen Rückkehr ins Franco- Spanien berichtet: Der Exilant erkannte kaum etwas wieder, verstand die Menschen nicht, die ihn umgaben, und fühlte sich überflüssig und am falschen Ort. Irgendetwas muss Francisco Ayala vor diesem Schicksal bewahrt haben. Der Autor nennt es seinen „Mangel an Phantasie", die Unfähigkeit, der verlorenen Heimat nostalgisch nachzuhängen und in ein unerreichbares Land Luftschlösser zu setzen. Fast verschämt bekennt er, nie Heimweh nach Spanien empfunden, sich aber auch an kein Land seines Exils unwiderruflich gebunden zu haben.

Jetzt noch zu einer Besonderheit dieses Schriftstellers: Anders als viele seiner Kollegen hat Francisco Ayala nie darauf hingearbeitet, seinen Beruf abzuschütteln und sich nur noch dem Schreiben zu widmen. Im Gegenteil, die Verankerung in der akademischen Welt und sein Renommee als Soziologe, später als Professor für spanische Literatur an verschiedenen amerikanischen Universitäten erlaubten ihm die ideale Verschmelzung der beiden Sphären. Nicht als Berufsschriftsteller zu leben hieß für ihn vor allem: Nicht darauf angewiesen zu sein, hohe Auflagen zu erzielen, sich vom Geschriebenen zu ernähren und durch Erfolg oder Misserfolg erpressbar zu sein.

Und so hatte ich bei ihm immer das Gefühl, er sei frei und stehe für sich. Er hänge nicht ab von der Billigung der Mehrheit. Francisco Ayala warb für niemanden, unterschrieb keine Erklärungen und diente keiner politischen Sache als Wappentier. Seine Memoiren Recuerdos y olvidos spiegeln diese Haltung wider. Muss er von persönlichen Enttäuschungen berichten, tut er es knapp und fast mit einem Fragezeichen, als handelte es sich um eine Sache, über die noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Beim Lob dagegen wird er ausführlich und rückt den zu Lobenden in sein bestes Licht. Über sich selbst spricht Ayala mit der ehrlichen Absicht, dem Leser einen fremden Menschen zu erklären. Man kann diesen Zugang rational nennen. Doch das Subjekt dieser Autobiographie vergisst nie, dass sein Leben auch von Zufällen gelenkt wird.

Am Ende unserer damaligen Begegnung - nicht der ersten und nicht der letzten - fragte ich ihn, was denn die wichtigsten literarischen Einflüsse seines Lebens gewesen seien. Er wollte keine Namen nennen. „Alle Bücher, die ich je gelesen habe", sagte er. „Jedes Buch zu seiner Zeit. Die Summe aller Bücher."

Veröffentlicht 03. November 2009, 23:22 von Paul Ingendaay
Kommentare

mugabarru

04. November 2009, 01:18

Eine treffende Hommage an einen wirklichen grossen Intelektuellen. Ich habe zwar nur das Buch "Recuerdos y olvidos" von ihm gelesen, doch auch seine Artikel haben mich immer sehr beeindruckt. Seine intelligente, stille und ironische Art ist in Spanien eher selten. Sie haben es wunderbar beschrieben. Er ist bis zum letzten Moment aktiv und "lúcido" gewesen. Leider hat er in Spanien nie die Anerkennung erhalten die ihm eigentlich zusteht. Individualisten und kritische Denker haben nun mal kein Publikum. Ayala, Zubiri und andere Einzelgänger sind fast unbekannt. Wer sich nicht einfach in eine Schablone pressen lässt hat wenig Chancen. Es ist ein Trost fast sicher zu sein dass er das Leben trotzdem genossen hat. Der Mensch ist tot, aber sein Werk bleibt. Es ist ein guter Moment sich damit zu beschäftigen. Danke für diesen grossartigen Beitrag.

Paul Ingendaay

04. November 2009, 10:48

Danke, mugabarru. In guten Buchhandlungen könnte sich auch noch Ayalas Buch "El tiempo y yo, o el mundo a la espalda" (Visor) finden lassen. Auch dort lernt man den Schriftsteller gut kennen.

Melibea

05. November 2009, 00:26

Herr Ingendaay, angeregt durch Ihre Laudatio auf Walter Kappacher und durch diesen „Abschied“, frage ich mich gerade, wie funktioniert das eigentlich mit der Veröffentlichung von übersetzten Werken fremdsprachiger Autoren? Ist es der Autor, der sein Werk den englisch-, französisch-, spanisch-, deutschsprachigen Lesern zugänglich machen will, Verlage kontaktiert, und dann kommt der Ball evtl. ins Rollen? Sind es die inländischen Verlage, die einen fremdsprachigen „Klassiker“ oder „Bestseller“ endlich der eigenen Leserschaft anbieten möchten, den Autor kontaktieren und um die Rechte bitten? Wer sucht den Übersetzer aus? Wie funktioniert dieser Literaturbetrieb länderübergreifend? Wer glaubt zu wissen, was sich verkauft und was nicht? Gibt es Förderungen durch die ländereigenen Kulturinstitute (wie Goethe oder Cervantes)? Sie, pardel und andere Kommentatoren kennen sich da ja sehr gut aus und können mir auf meine naiven Fragen antworten, falls das diesen Blog-Rahmen nicht sprengen sollte. (Ich frage dabei nicht nach der Publikation von Fachliteratur, sondern von Belletristik…)  

Paul Ingendaay

05. November 2009, 01:13

Melibea, es gibt verschiedene Wege. Im Fall eines deutschsprachigen Autors zum Beispiel ist es meistens so, dass der Verlag sich um Übersetzungen in fremde Sprachen bemüht. Der Erlös für die verkauften Rechte wird dann etwa paritätisch geteilt. Hat der Autor einen Agenten, kümmert der sich darum, besonders dann, wenn er für den Autor hundert Prozent der Übersetzungstantiemen herausgehandelt hat. Den Übersetzer sucht im allgemeinen der Verlag aus. Hat der Autor eigene Ideen, kann er natürlich mitreden. Kulturinstitute und Stiftungen können die Übersetzung fördern. Als Katalonien Gastkultur der Frankfurter Buchmesse war, wurden rund 60 katalanische Werke ins Deutsche übersetzt. Dafür flossen natürlich Fördergelder der Generalitat. Allein könnten die Verlage das nicht tragen. Im Fall Argentiniens im Jahr 2010 wird es genauso sein.

Die interessanten Werke - Bücher der neuen Saison, hochgehandelte Geimtips, Bestsellerhoffnungen und so weiter - werden aktiv angeboten und Gegenstand von Bietwettbewerben. Um die Nase vorn zu haben, beschäftigen die Verlage in anderen Ländern sogenannte Scouts, die den Markt beobachten. Aus Nordamerika etwa werden auch mittelmäßige bis schlechte Romane übersetzt, weil sie bekannt und marktkonform sind. So etwas lässt sich leicht verkaufen. Für einen iranischen oder aserbaidschanischen Autor gilt das weniger.

Übrigens gibt es auch Übersetzer, die ein Buch so großartig finden, dass sie den Autor oder den Originalverlag kontaktieren und sich auf die Suche nach einem Verleger für die Übersetzung machen. Es gibt in dieser Beziehung wirklich alles. Ich selbst habe als Student einmal aus Spaß ein amerikanisches Theaterstück übersetzt - und fand mich wenig später als Übersetzer von Theaterstücken wieder. Im Fall Francisco Ayalas hat die Übersetzerin Erna Brandenberger durch persönliches Engagement dazu beigetragen, dass der Autor recht spät im Leben noch einen deutschen Verleger fand. Einen sehr enthusiastischen Verleger, der stolz darauf ist, zwei von Ayalas Büchern im Programm zu haben.

Melibea

05. November 2009, 10:44

Danke für die ausführliche Antwort! Besonders interessant finde ich die Bietwettbewerbe... nun, wieso sollte es im Literaturbetrieb auch anders sein als in der Baubranche oder in anderen Gewerben...

Dulcinea

05. November 2009, 11:59

Weil es sich um Bücher handelt, Melibea? Bücher sind keine Backsteine. Daher sollten Betrieb und Markt für Bücher eigentlich anders aussehen als für Backsteine. Ich habe aber auch schon davon gehört, daß dies mit dem Aussterben älterer Verleger und der Internationalisierung der Verlage immer weniger der Fall ist bzw. immer schwieriger wird. Sie haben es auch gesagt, Don Paul. Übrigens hatte JorgeValencia interessante, wenn ich mich recht erinnere auch relativ bittere Erfahrungen auf dem Gebiet der Übersetzungen. Leider meldet er sich ja erst wieder, wenn Real und Barça zusammen und zugleich absteigen. Das kann noch dauern. Und Sie, Chus? Haben Sie nicht auch mit Übersetzungen und Verlagen zu tun?

Chus

05. November 2009, 13:32

Oh! Dulcinea! Nun muss ich doch die Tür wieder aufmachen... Zugegeben. Ich war die ganze Zeit da...

Ich kann den Bericht von don Paul absolut bestätigen. So läuft es. Ich habe alle Erfahrungen der Welt bereits eingesammelt. Gestern noch habe ich eine spanische Übersetzung mit dem Original verglichen und war sooo wütend, dass ich wieder an die frische Luft musste. Letzte Zeit, immer öfters, zugegeben. Ich war deswegen so wütend, weil ich mich in dem Milieu richtig durchboxen muss, um letztendlich immer wieder gegen gut situierte Übersetzer (ja, die gibt es auch) zu verlieren. Auch, wenn mache von Ihnen einfach kein Deutsch können und völlig falsch oder gar einfach frei übersetzen. Gerade mache ich Probeübersetzungen für eine Agentin (deswegen war ich auf der Buchmesse). Es wird ja klappen, ist aber ein schwieriger Weg, v.a. von Deutschland aus. Immerhin arbeite ich für eine deutsche Autorin, bekannt genug um mir wahrscheinlich die Türe langsam aufmachen zu können. Bis jetzt kümmere ich mich um ihre Internetseite (auf Spanisch) und um die Fans (nicht anonym).

Es gibt auch die Plattform www.newspanishbooks.com (die Version für Deutschland ist in der Mache und ich arbeite gelegentlich als Gutachterin). Leider läuft es nicht über Scouts, das fände ich viel sinnvoller, sondern der Gremio de Editores schickt eine Bücherauswahl zum Begutachten und stellt die dann ins Netz, um sie für den (in unserem Fall deutschen) Markt bekannt zu machen.

Sich persönlich bei den Autoren bzw. Verlagen zu melden läuft meistens nicht gut. Die Autoren haben immer Interesse, dürfen aber nichts ohne die Verlage unternehmen, und diese haben schon ihre Agenten, die ungern Dich auch noch dazwischen funken sehen möchten. Normalerweise antworten die Verlage nicht einmal.

Es ist also eine sehr undankbare Arbeit, leider. Wobei ich diesen Job absolut liebe (ja, das Unterrichten auch, aber das ist wieder etwas anders). Es ist ein unglaublich schönes Gefühl, eine Geschichte von einer fremden Sprache in deine Muttersprache zu übertragen.

Paul Ingendaay

05. November 2009, 13:44

Javier Marías sagte einmal, sein bestes Buch sei seine Übertragung des "Tristram Shandy" ins Spanische.

Chus

05. November 2009, 15:07

Ich koche sehr schlecht, brauche gute Rezepten von guten Köchern. Wenn ich koche, bin ich trotzdem kein Koch, auch wenn meine Gerichte genießbar werden. Halbwegs, nach Rezept zu kochen und oben drauf Ketchup hintun gehört einfach verboten.

Javier Marías kennt sich schon gut in seiner Küche aus.

pardel

05. November 2009, 17:18

Interessant, was Herr Marías sagt, und wie er sich selbst einschätzt. Er könnte Recht haben. Hier die Meinung von M. García Viñó über ihn: www.lafieraliteraria.com/estafa.html Es könnte durchaus sein, dass Herr M. García Viñó ein culé ist, und dem merengue Marías eins auswischen will, oder dass er ihn einfach nicht leiden kann. Es ist jedenfalls ein heftiger Verriss geworden.

@ Melibea: Leider kenne ich mich eben nicht sehr gut aus mit der Verlegerwelt, sonst hätte ich meine Manuskripte schon längst veröffentlicht. Ich sagte es bereits: Ich bin Dolmetscher, nicht Übersetzer. Ich weiss nur eines: Mit Literaturübersetzungen ist es schwer, angemessen Geld zu verdienen. Das ist bedauerlich, aber "nunca es triste la verdad, lo que no tiene es remedio".

Melibea

05. November 2009, 17:22

Ach, liebe Dulcinea! Ich sehe das doch wie Sie; das nächste Mal werde ich ein Smiley hinterherschicken...

Paul Ingendaay

05. November 2009, 17:36

pardel, das ist ein lustiger Link. In meinen Augen liegt der Herr mit seiner Meinung völlig daneben, aber ich musste doch sehr lachen. Vielen Dank.

pastora-marcela

05. November 2009, 20:02

Ist Marías nicht auch „ein freier Mensch“? Von der Hommage an Ayala oben schließe ich, dass dieser anderen gegenüber knapp und elegant mit Kritik umging. Was natürlich nicht der Fall bei Marías ist. Ist Marías aber nicht jemand, der keine „pelos en la lengua“ hat, der selten Kompromisse eingeht und seine Meinung offen sagt, manchmal sogar etwas aggressiv? (Ich denke jetzt vor allem an seine Artikel in EPS). Ich weiß nicht, ob er immer so war, auf jedem Fall kann er es sich jetzt leisten. Solche Menschen (ich muss wieder an eine gewisse Seite Susan Sontags denken - ein etwas verspätetes Dankeschön für Ihre Antwort, Señor Ingendaay…) machen sich häufig unbeliebt. Diese vergiftete, groteske Kritik im Link darf man in der Tat nicht ernst nehmen. Aber es ist auch wahr, dass Marías Art extreme Reaktionen auslöst, eher als seine Literatur, bei der sowohl (seriöse) Kritiker als auch Leser einer Meinung zu sein scheinen.

Den Versuch, etwas gegen die „Industrialisierung der Literatur“ zu unternehmen, finde ich legitim. Verleumdung ist aber das falsche Mittel dazu.

Paul Ingendaay

05. November 2009, 20:14

pastora-marcela, Sie haben recht. Javier Marías ist bei seiner Kritik schonungslos. Manchmal finde ich sie überzogen. Da ich andererseits weiß, welche ästhetischen Auffassungen dahinterstehen, kann ich sie mir recht gut erklären. Für mich ist er der bedeutendste spanische Schriftsteller. Natürlich hat das mit meinen Präferenzen zu tun. Auch Rafael Chirbes, Julio Llamazares und Antonio Muñoz Molina haben wunderbare Bücher geschrieben. Und natürlich der spätentdeckte Ramiro Pinilla. Übrigens, so kämpferisch und streitlustig Marías als öffentliche Person auftritt, so großzügig ist er als Privatmensch. Amigo de sus amigos, que son muchos.

pardel

05. November 2009, 21:09

Es freut mich, dass Sie über einen so tobsüchtigen Verriss lachen können, auch wenn er einen Freund von Ihnen betrifft. So war der Link auch gemeint. Es ist klar, dass Sie damit nicht einverstanden sein können, sagen Sie es aber nicht zu laut, sonst bekommen Sie Post von ihm. Besagter Herr hat sich auch bei anderen gemeldet, die die Dreistigkeit besaßen, mit ihm nicht 100%-ig einverstanden zu sein. Sein Geduldsfaden ist kurz, seine Komik unfreiwillig und pedantisch: sendalibros.blogspot.com/.../el-affaire-garca-vi.html Was es im Netzt nicht alles gibt! Denken Sie bitte nicht, ich stünde hinter ihm oder auf sener Seite!

Paul Ingendaay

05. November 2009, 21:23

Das habe ich selbstverständlich nie gedacht, pardel. Sondern ich dachte: Dieser pardel! Er will mich unterhalten und zum Lachen bringen!

Und sehen Sie? Es ist Ihnen gelungen.

pardel

05. November 2009, 21:44

Das lese ich gerne, Herr Ingendaay, Sie haben meine Absicht erkannt, das beruhigt mich. Ich wollte nur sicher sein: Wir sahen beim letzten Blogeintrag, dass Missverständnisse sich leicht hochschaukeln, und danach tut es uns leid und keiner wäscht ab. Und das Netz merkt sich alles! Más vale prevenir...

Paul Ingendaay

05. November 2009, 21:49

Vor vielen Wochen sagte hier jemand - vielleicht ich selbst -, wir seien nicht empfindlich. Da dies ein sehr spanischer Blog ist, der Sanchos Esel heißt, zählen wir aber auch auf Großzügigkeit. Dann kann uns hier nichts passieren.

pardel

05. November 2009, 22:48

Zurück zu D. Francisco de Ayala und zu den Übersetzungen: Er hat auch übersetzt, warum hat er das wohl getan? Kann man das heute noch wissen? Eine Auswahl: Carl Schmitts "Verfassungslehre" von 1928 (1934 übersetzt), von Thomas Mann "Lotte in Weimar" (1939 geschrieben, 1941 übersetzt) und von Rilke "Die Aufzeichnungen von Malte Laurids Brigge" (1910 geschrieben, 1944 übersetzt). Zwischen 1930 und 1944 hat D. Francisco de Ayala nichts eigenes geschrieben (genauer: veröffentlicht), dafür hat er damals mehr übersetzt als jemals danach. Hat er sich in der Übersetzung zurückgezogen? War es eine Flucht? Oder schliessen sich bei manchen Menschen das gleichzeitige literarische Schaffen und das lierarische Übersetzen aus? Hat er das übersetzt, was ihm besonders gefiel, oder haben sich Verlage an ihn gewandt, und er hat die Aufträge nur ausgeführt? Wissen Sie es, Herr Ingendaay?

Paul Ingendaay

05. November 2009, 23:31

Die Geschichte ist interessant. Ayala erzählt sie in seinem Buch "Recuerdos y olvidos". Zuerst hat er bei seinem Stipendienaufenthalt in Deutschland übersetzt, eher kurze Texte. Dabei hat ihm eine dralle, offenbar sehr muntere Deutsche namens Beate Hermann zur Seite gestanden, die von ihm etwas Spanisch lernte, so wie er von ihr Deutsch. Einen der gemeinsam übersetzten Texte haben die beiden nach Buenos Aires geschickt, damit er dort in einer Zeitschrift erschiene.

Aber die eigentliche Übersetzerei beginnt nach dem Spanischen Bürgerkrieg, im argentinischen Exil. Ayala arbeitet für den Verlag Losada, konkret für seinen Freund Guillermo del Torre (dem Ehemann von Borges' Schwester Norah). Er braucht dringend Geld und übersetzt in den folgenden Jahren sehr viel; nach eigener Aussage sind so miserable Bücher darunter, dass er sie in seiner Bibliographie verschweigt; die schlechten Werke - reine Auftragsarbeiten - dürften in der Mehrheit gewesen sein. Von Thomas Mann übersetzt er neben dem Roman "Lotte in Weimar" übrigens auch die Erzählung "Die vertauschten Köpfe".

Francisco Ayala nahm das Übersetzen sehr ernst. Doch er war zu scheu oder zu stolz, über das Honorar zu verhandeln, und sein Lohn muss karg gewesen sein. Für seine Übersetzung von Rilkes "Malte Laurids Brigge" (die sowohl in Argentinien wie auch in Spanien großen Eindruck gemacht haben soll) kassierte er hundert argentinische Pesos, was ziemlich genau dem Honorar entsprach, das er für einen einzigen Artikel in der Zeitschrift "La Nación" erhielt - und auch das dürfte nicht sonderlich hoch gewesen sein. Zum Vergleich: Die Monatsmiete für seine kleine Wohnung in Buenos Aires betrug das Doppelte.

abfeldmann

06. November 2009, 01:40

CALLING BERLIN. - eine spanische freundin, die fuer einen der fuehrenden radiosender arbeitet, braucht einen spanischsprechenden interviewpartner in berlin, der den mauerfall vor 20jahren in berlin erlebt hat (pardel?). interview findet in berlin statt - die person sollte also immer noch in berlin leben. sachdienliche hinweise jeder art werden gerne entgegen genommen.

mugabarru

06. November 2009, 01:40

Schön dass ich kein Kritiker bin. Danke pardel für die links, ich habe sie sehr genossen, belacht und fleissig an meinen persönlichen Anti-Marías-Club verschickt. Normalerweise versuche ich souverän zwischen dem Schriftsteller und dem Menschen zu unterscheiden, wie z.B. bei Vargas Llosa. Leider gelingt mir das bei Marías nicht. Er langweilt mich und seine Artikel strotzen so vor Pedanterie, dass ich diese selten zu Ende lesen kann. Der einzige Punkt in dem ich mit ihm übereinstimme ist sein Antiklerikalismus. Trotz der Jesuiten San Ignacio de Loyola und San Francisco Javier (ich bin Baske), reizt mich das Thema und diese Artikel von Marías lese ich gern und mit grösstem Genuss. Er gibt sich ja auch immer pünktlich mit dem Thema ab. Ich weiss, cih schäme mich über diese Vereinfachung.... bitte keinen Kommentar dazu.

In Spanien hat, glaube ich, niemand aus Lust und Freude übersetzt sondern ganz einfach aus Not. Gute Übersetzungen brauchen Zeit und Ruhe um überarbeitet und ausgetüftelt zu werden, natürlich auch Talent. Aber diese Zeit und Ruhe will niemand bezahlen. Meine Grossmutter väterlicherseits, auch mein Vater haben in der Branche gearbeitet. Mein Grossmutter hat sogar einen Übersetzerpreis gewonnen, doch konnte sie sich mit ihrer Arbeit kaum über Wasser halten. Aber dieses Thema hatten wir ja schon mal.

Paul Ingendaay

06. November 2009, 02:06

abfeldmann, alle Radiosender brauchen zur Zeit jemanden, der über den Fall der Mauer sprechen kann. Ich habe heute eine kleine Gemeinheit begangen. Die Cadena COPE rief mich an und bat um ein Radiogespräch am kommenden Montag. Ich sagte ihnen nicht, daß ich in "der Nacht, in der niemand schlief" (so ein geschätzter ehemaliger Kollege von mir) sehr wohl geschlafen habe; dass ich an jenem Abend im Kino war; und dass ich seinerzeit wenig über den historischen Augenblick nachgedacht habe. All das sagte ich nicht. Ich sagte, ich müsse mich um die Kinder kümmern, was stimmt. Am Montag haben sie schulfrei. Und ich werde es genießen, mich um die Kinder zu kümmern, statt über die deutsche Einheit zu reden.

Die Gemeinheit bestand dann darin, dass ich der COPE meinen Kollegen Javier Cáceres von der Süddeutschen Zeitung empfahl. Ich würde ihn zu gern einmal in der COPE hören. Natürlich rief Javier ein paar Minuten später an und fragte, was in mich gefahren sei. Sehen Sie? Das sind so die Späße, die mir in diesen Tagen einfallen. Kein sachdienlicher Hinweis, abfeldmann. Count me out.

mugabarru

06. November 2009, 02:07

Nur ganz kurz: Herr Ingendaay, Sie können sich nicht vorstellen, wie ich sie um Ihre literarischen Bekanntschaften beneide. (Javier Marías natürlich ausgenommen, und bitte nehmen Sie es mir nicht übel.) Aber ich wäre gerne bereit, mehrere Whiskys zu spendieren, um einen Abend oder eine ganze Nacht mit Mendoza, Muñoz Molina, Chirbes oder Llamazares zu verbringen, obwohl ich sicher bin, dass die letzten drei mehrere Whiskhys zum Aufwärmen brauchen, weil sie eher schüchtern sind. Aber ich wäre bereit, dafür zu sparen. Zur Zeit plage ich mich mit Bernardo Atxaga herum, und habe noch nicht entschieden, ob es sich lohnt.

Amatxu hat mir erzählt, dass ein Bekannter von ihr vor einigen Jahren in einem Madrider Restaurant hinter einem älteren und gebrechlichen, aber ziemlich selbständigen Herrn, der sich auf eine Dame stützte, die Treppen zum "comedor" heraufstieg. Als der ältere Mann an seinem Tisch sass, hat er ihn als Francisco Ayala erkannt. Der Bekannte war sehr verwundert, denn er dachte, Ayala wäre längst tot (so bekannt war er zu Lebzeiten). Zurück im Büro hat er gegoogelt und herausgefunden, dass Ayala damals schon über 100 Jahre alt war. Das hat ihn sehr beeindruckt, denn die Gesprächsfetzen, die an seinen Tisch drangen, zeugten von einem sehr intelligenten und absolut klaren Verstand.

Paul Ingendaay

06. November 2009, 02:17

Wollen Sie sich noch einmal beeindrucken lassen, mugabarru? Nicht von mir, sondern von Ayala? Dann lesen Sie dies hier:

www.abc.es/.../desayuno-cafe-zumo-huevo-20091105.html

mugabarru

06. November 2009, 02:49

Danke für den link. Ich hatte dies schon gelesen.  Obwohl ich nur ein Buch von ihm gelesen habe, habe ich alles in der Presse von ihm gelesen. Deshalb weiss ich dass er Whiskey,  Äpfel und Honig mochte. Gute Nacht.

pardel

06. November 2009, 10:48

@abfeldmann: Das wird schwer. Heute bin ich in Stockholm, am So. fliege ich nach Brüssel, von Di. bis Fr. bin ich in Luxemburg. Ich reise noch öfter als Prinz Paul! Dafür macht es mir wenig Spaß, besonders die Flughäfen. Ich war ´89 in Berlin, aber ich habe mich an dem Abend mit meiner damaligen Freundin gestritten. Danach ging ich in eine Kreuzberger Kneipe, die ich heute noch gerne besuche. Die Erinnerung ist benebelt-getrübt. Ich glaube, es traten Aliens in die Kneipe ein, aber sie blieben nicht lange. Es war nicht glamourös. Und wie stellen Sie sich vor, dass wir unsere Anonymität überwinden sollten? Vielleicht hilft die Botschaft, obwohl die manchmal etwas eigen sind. Das Instituto Cervantes sollte jemanden kennen, der schon damals in Berlin lebte. Aber warum soll es denn ausgerechnet ein Spanier sein?

Eines wurde zu Übersetzungen hier noch nicht erwähnt, es ist aber natürlich die Grundlage schlechthin dafür: Man sollte beide Sprachen beherrschen! Eine perogrullada? Fragen sie Chus oder sonst jemanden, der damit beruflich zu tun hat. Sachen gibt es, die glaubt man nicht, und der Beruf ist nicht geschützt ("beeidigter" oder "staatlich geprüfter" schon, aber "Übersetzer" und "Dolmetscher" nicht).

Paul Ingendaay

06. November 2009, 11:26

pardel, ich mag Hotels auch nicht. Und ich spreche hier natürlich nicht von den trüben Momenten, nur von den lustigen. Mein Bruder ist übrigens literarischer Übersetzer und sagt - naturgemäß - dasselbe wie Sie: Jeder Depp kann sich Übersetzer nennen. Mein Bruder rechnet mir vor, dass die Putzfrau, die er nicht hat, mehr verdient als er.

Paul Ingendaay

06. November 2009, 11:43

Ein Hinweis: Von Freitagmittag bis Sonntagabend bin ich wieder unterwegs und weiß nicht, wie die Internetsituation ist. Natürlich freue ich mich über Kommentare. Aber trinken Sie Tee und haben Sie etwas Geduld. Danke.

Albero-Amarillo

06. November 2009, 20:08

Nur eine Frage die sich auf Ihren ursprünglichen Blog bezieht - Sie erwähnen den Epos von Max Aub zum spanischen Bürgerkrieg. Also, ich fand das sehr schwer lesbar, nach dem ersten Teil habe ich schlappgemacht. Haben Sie alles gelesen Don Paul?

abfeldmann

07. November 2009, 14:45

pardel, paul ingendaay - herzlichen dank.

Chus

07. November 2009, 15:19

pardel, das Problem sind oft die Übersetzerfirmen. Ich arbeite gelegentlich für eine, die für Adidas, Bosch usw. zuständig ist (übrigens, die bezahlen besser als Verlage). Sie haben mich ja öfters gefragt, warum ich nicht auch noch das Italienische übernehme. Es handelte sich ja so oft bloß um Einzelnwörter usw. Ich habe immer entsetzt geantwortet: Italienisch sei einfach nicht meine Muttersprache. Nicht einmal das Portugiesische würde ich übernehmen. Aber Firmen wollen ja Kosten sparen. Von da bis zu der unglaubligsten Übersetzungen (als Beispiel nur kurz bei Gel, Seife, Gebrauchsanleitungen jeder Art achten) ist ein ganz kurzer Weg. Ja, jeder Depp darf sich Übersetzer werden. Das Schlimmste ist, dass viele von Ihnen nicht einmal in ihrer Muttersprache fit genug sind...

Paul Ingendaay

07. November 2009, 16:00

Albero-Amarillo, einen großen Teil davon habe ich gelesen. Und manches davon ist zäh. Aber als Ganzes ist es sehr beeindruckend. Mir gefallen auch seine Tagebücher und Aufzeichnungen. Man muss etwas Zeit mitbringen.

mugabarru

07. November 2009, 23:44

Am Tag als ich geboren wurde, hat mein aitá (Vater) die Tagesausgaben aller Zeitungen aus ganz Spanien gekauft (es gab noch kein Internet), damit ich irgendwann mal wissen könnte was amn Tag meiner Geburt wichtig war. Alles ist ganz penibel in Plastikfolie eingepack. Meine amatxu hat diese Tradition fast 20 Jahre lange beibehalten und alles was ihr wichtig schien archiviert, so sehr schriftliches als auch TV und Hörfunk. Mein Hauptvergnügen heutzutage ist ihr zu beweisen, dass sie das Band oder das VHS löschen kann weil es Internet gibt.

Heute habe ich einen Beitrag zum Fall der Mauer gesehen, zum ersten Mal. Dieser Beitrag, - von einem ihrer Lieblingsreporter, Manuel Leguineche editiert, - wurde am 12/11/89 in TVE "En Portada" ausgestrahlt, wurde also wenige Tage vor dem Fall der Mauer gedreht. Ich bin sehr beeindruckt von der Frische und der Tiefe dieser Reportage. Deshalb möcht ich es hier beisteuern. Mein Erbe ist halt ein rein Historisches, ohne finanziellen Wert, was soll es.....

www.rtve.es/.../619511.shtml

Paul Ingendaay

08. November 2009, 12:06

Vielen Dank, mugabarru. Finanzieller Wert spielt hier keine Rolle. Ideeller Gewinn dagegen wohl.

mugabarru

08. November 2009, 18:46

Ja, die Idee war gut, doch hat sich diese im Laufe der Zeit in Nichts aufgelöst, so dass gar kein Gewinn übrig geblieben ist. Vielleicht wäre ein Boot und die Möglichkeit von einer Rente leben zu können um endlich herauszufinden ob ich wirklich Talent habe oder nicht, interessanter. Oder ich könnte mich nur meinen vielseitigen Interessen widmen. Diese Idee finde ich auch sehr reizvoll.

mugabarru

10. November 2009, 18:21

Eigentlich habe ich, seit ich P.G. Wodehouse gelesen habe, immer davon geträumt so leben Bertie Wooster samt valet Jeeves.

Paul Ingendaay

10. November 2009, 18:47

Kein schlechter Traum, mugabarru.

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