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Sanchos Esel

Unverlangt erhaltene Elektropost (1): Von Trocken- und Nasskontakten

24. November 2009, 14:20 Uhr

Bei AFP stolperte ich über folgende interessante Meldung:
„Im Kampf gegen die Schweinegrippe hat sich ein Zoo in Sibirien eine ganz besondere Maßnahme einfallen lassen: Die Affen im Tierpark von Krasnojarsk bekommen täglich einen Schluck Rotwein. Auch Affen könnten wegen ihrer Verwandschaft zum Menschen die Schweinegrippe bekommen, sagte ein Tierarzt des Zoos der Zeitung Komsomolskaja Prawda. ‚Fünfzig Gramm Wein sind alles, was sie zum Schutz brauchen.' Laut dem Zeitungsbericht trinken die Affen den Wein gern und schnalzen dabei sogar mit der Zunge. ‚Die Tierärzte passen genau auf, dass die tägliche Ration nicht überschritten wird. Die Affen versuchen nämlich, die ganze Flasche auszutrinken.'"

Auf diese Mitteilung dürften die Menschen wohl sehr unterschiedlich reagieren. Meine spontane Erstreaktion war: Wunderbar! Da ich auch gern Rotwein trinke (und dabei die fünfzig Gramm gelegentlich überschreite), bin ich vor der Schweinegrippe sicher!
Erst dann fragte ich mich - zweitens -, worin wohl der Unterschied zwischen mir und den Affen im Tierpark von Krasnojarsk bestehen könnte und ob die Wirkung von Rotwein auf meine Abwehrkräfte nicht ganz anders aussehen könnte als bei jenen Krasnojarsker Affen?

Sodann las ich - drittens - den Text noch einmal und erfreute mich daran, dass Affen mit der Zunge schnalzen, wenn sie Rotwein bekommen. Sie scheinen ganz genau zu wissen, was gut ist auf dieser Welt. Woraus ich andererseits schließe, dass die Affen uns viel näher sind, als wir im täglichen Leben anzunehmen geneigt sind. Ich jedenfalls spreche wenig von Affen. Ich spreche von Pferden, Hunden und Katzen (besonders denen, die Estrella jagt), ferner von Kaninchen (die Estrella nie einholt) sowie von dem Kleingetier, das so im Haus herumschwirrt und -surrt. Aber von Affen spreche ich nie. Und jetzt erfahre ich, dass sie nach dem Genuss von Rotwein mit der Zunge schnalzen! Dass sie eine ganze Flasche trinken würden, wenn man sie nur ließe, genau wie wir Menschen! Was sind das überhaupt für Affen, dort in Krasnojarsk?

Nun viertens. Viertens nämlich meditierte ich ein wenig über den herrlichen Namen dieser russischen Zeitung, Komsomolskaja Prawda. Ich vermute, das heißt soviel wie „Die Wahrheit von Komsomolsk" oder „Die Komsomolsker Wahrheit", und natürlich wird die Zeitung mit der alten Prawda zu tun haben. Oder etwa nicht? Ich wollte mehr über dieses russische Blatt wissen und fand es hier.

Doch eigentlich wollte ich heute von der überraschenden Post erzählen, die ich manchmal bekomme. Unaufgefordert zugesandte Elektropost. Einerseits eine Plage, andererseits meine Inspiration. Denn man weiß nie, was kommt. Sehen Sie sich einmal dieses Bild an:



Das ist der neue A400M-Airbus, bei dem soeben ein paar Motorentests durchgeführt wurden, und den Berichten zufolge hat der Airbus sie gut überstanden. Sie könnten sich fragen, warum ich so etwas zugeschickt bekomme. Das habe ich mich auch gefragt. Dann las ich den begleitenden Text etwas genauer und sah, dass die Tests in Sevilla (da war ich doch noch gestern!) durchgeführt wurden. Jemand wird sich also gesagt haben: Liegt Sevilla nicht in Spanien? Und sitzt in Spanien nicht dieser... Don Paul? Von Sanchos Esel? Gut. Dann schicken wir ihm jetzt einmal unsere Presseerklärung zu den erfolgreich verlaufenen Motorentests des neuen A400M-Airbus. Vielleicht kann Don Paul etwas damit anfangen. Vielleicht hat er Lust, in der WG davon zu erzählen.

Aber Don Paul kann eigentlich wenig damit anfangen. Obwohl er bisher immer dachte, er verstünde Englisch, bleibt ihm der Technikjargon über diesen dicken Flugapparat weitgehend verschlossen. Nur das Foto, an dem hat er eine gewisse Freude. Hier sehen Sie noch einmal eine Detailansicht der wirklich beeindruckenden Propeller.



Als ich das Obige geschrieben hatte, dauerte es nur wenige Stunden, und ich bekam schon die nächste Airbus-Mail. Wahrscheinlich haben sie Don Paul wegen der schönen Fotos in seinem Blog auf den Verteiler gesetzt. Oder sie wollen die Themenpalette bei Sanchos Esel etwas erweitern. „Dear Paul", schrieben sie. „Please, find attached an Airbus Military Press Release. Airbus A330 MRTT demonstrates simultaneous refuelling of two fighters."

Ich weiß nicht, ob Sie wussten, dass Kampffluzeuge in der Luft aufgetankt werden können. Ohne anzuhalten, ohne Zapfsäule und alles. Bezahlt werden muss auch nicht. Nun, der Airbus A330 MRTT jedenfalls (bitte nicht verwechseln mit dem A400M, von dem weiter oben die Rede war) kann nicht nur einen, sondern zwei Kampfflieger in der Luft auftanken. Gleichzeitig. Diesmal las ich mir den englischen Pressetext Wort für Wort durch, bis ich ihn verstanden hatte. Ich habe es nicht bereut.



Der dicke Apparat, unser A330 MRTT, flog südlich von Madrid aus los und traf die beiden Kampfflieger, die von Torrejón aus gestartet waren, in der Luft. In dreizehn „Kontakten", von denen elf gleichzeitig stattfanden, nahmen die beiden Flieger 11.400 Kilogramm Treibstoff auf. Im Lauf des gesamten Testprogramms, schreiben die Airbus-Leute, haben bisher 47 „Trocken- und Nasskontakte" stattgefunden, was mich besonders freut. Man will doch, dass bei Trocken- und Nasskontakten alles gut abläuft. Also. Schauen Sie an klaren Tagen mal zum Himmel hinauf. Vielleicht sehen Sie, dass sich dort oben aufregende Dinge tun. Dann berichten Sie uns davon.

P.S.  Den untenstehenden ersten Kommentar wollen wir aufgrund seiner Poesie immer im Herzen bewahren. Eine Nahaufnahme des angeblichen Ingenieurs zeigt allerdings, dass es sich nicht um einen Menschen, sondern um einen Schlauch handelt. Einen schönen, mehrfarbigen, geradezu anspruchsvollen Schlauch, dessen genaue Funktionen in poetisches Dunkel gehüllt sind.

Veröffentlicht 24. November 2009, 14:20 von Paul Ingendaay
Kommentare

Dulcinea

24. November 2009, 15:32

Auf dem Foto Nummer 1, das haben Sie vergessen zu erwähnen, Don Paul, sieht man auch sehr schön, daß die Ingenieure, welche den Airbus A400M entwickeln und testen, größer sind als wir gewöhnlichen Menschen. Das müssen sie auch! Sonst könnten sie wohl kaum solche großen Flugzeuge bauen. Auf dem Bild sehen Sie, wie einer von diesen Ingenieuren oben auf dem Flugzeug liegt und ihm den Kopf streichelt. Er krault das Flugzeug am Hinterkopf, sehen Sie? Diese Ingenieure haben natürlich auch ganz andere Phantasien als wir gewöhnlichen Menschen, was man gut am letzten Bild erkennen kann. Meinetwegen könnten sie alle unten am Boden bleiben. Nun ja. Ich gehe jetzt schwimmen, und das sage ich nicht, weil ich ein Einzelkind bin, sondern wegen der Naßkontakte. Bis später!

sanjandro

24. November 2009, 15:46

Don Paul, ich denke, Sie haben die Elektropost abfeldmann zu verdanken. Er will Ihre Karriere als Berater fördern. Und wo gäbe es momentan den grössten Beratungsbedarf? Bei Airbus. Und Dulcinea wird Ihre Referentin für Solarenergie. Ich freue mich schon auf die Berichte von Chus, wenn ihre alumni die Bedienungsanleitung des A400M übersetzen müssen. Und Nass- und Trockenkontakte? Hat das damit zu tun, ob der Kontakt bei Copas und matschigen Pintxos stattgefunden hat oder nicht? Was meinen Sie, mugabarru?  

Giselakemper

24. November 2009, 16:20

Werter Don Paul!

Wie immer haben Sie einen Lebensnerv mit Ihrem Beitrag getroffen, und diesmal den einer sorgengeplagten Schulleitung, die innerlich bereit ist, ganz neue, mutige Wege zu gehen bei dem täglichen Kampf mit der Virenabwehr. Lassen Sie mich gestehen, dass mein Unbewusstes sich schon auf diesem Pfad befand, als ich in der heutigen Konferenz mein Kollegium einlud, bei mir zu Hause Anfang Dezember einen wirklich aufregenden Ribera del Duero mit mir zu kosten- wobei die Menge großzügiger bemessen sein wird als bei Ihren Affen.

Nach der Lektüre Ihres wunderbaren Beitrages habe ich folgende Mail an meine Kolleginnen geschickt, verbunden mit dem Link zu Sanchos Esel:

"Der 1. Teil ist wahnsinnig interessant und nachahmenswert. Ich bin dankbar für diesen neuen Hinweis zur Gesundheitsprophylaxe im Kollegium, macht uns doch die Schweinegrippe echte Sorgen. Auch das Schnalzen mit der Zunge werden wir in das Programm unserer Bewegten Schule aufnehmen und täglich gewissenhaft üben! Doch wie verfahren wir mit unseren Schülerinnen und Schülern? Wenn sie affengleich die ganze Flasche trinken wollen?- Wie alt sind eigentlich die sibirischen Affen? Um welche Weinsorte, welche Lage, welche Rebsorte mag es sich in Sibirien handeln? Fragen über Fragen......"

Paul Ingendaay

24. November 2009, 16:24

Würden Sie das wollen, Dulcinea? Referentin für Solarenergie werden, wie sanjandro vorschlägt?

Hier noch einmal eine genauere Erläuterung zu trocken und nass:

wiki.answers.com/.../What_are_dry_and_wet_contacts

Paul Ingendaay

24. November 2009, 16:32

Giselakemper, danke. Mein eigentlicher Beratertraum liegt wohl im Bildungsbereich.

Melibea

24. November 2009, 17:00

Mugabarru, gestern musste ich an Sie denken, als man mir hier in einer deutschen Bar die Tonicflasche zum selbst mixen dazustellte: das war mir vorher noch nicht passiert! So war es mir möglich, zu überprüfen, dass mir der Gin nicht in homöopathischer Dosis gereicht wurden war, toll! In den beiden Wochen in Spanien habe ich auch fleißig Gin Tonic bestellt (nur wegen der Testreihe für Sie) und meine Mischtechnik tiefgehend analysiert: also, ich schwinge das Glas sanft in konzentrischen Kreisen, den Nasskontakt strengstens vermeidend! Das klappt wunderbar; jedoch, ich muss es gestehen, nur in den breiteren Gläsern. Für die schmalere Schwester muss ich dann doch einen meiner Finger verwenden, um die Eiswürfel in Gang zu bekommen. Meinen Umfragen zufolge machen das (Finger-Nasskontakt) nicht nur deutsche Touristinnen so, sondern auch die indigene Bevölkerung Spaniens. Eine besonders gewitzte Katalanin nahm sich eines Nachts vom Thresen einen Trinkhalm mit und löste unser Problem auf sehr elegante Weise. (Obwohl Gin Tonic und Trinkhalm nicht zusammenpassen...) Aber mugabarru, wie wir eben gelesen haben, sollten wir uns wieder verstärkt dem Rotwein zuwenden! Ach so, es tut mir leid, Ihnen keinen Youtube-Link anbieten zu können, der Ihnen meinen singenden Bauarbeiter zeigt. Ich habe nur ein sehr einfaches Handy, ohne Kamera, kein Bluetooth, kein Touchscreen, nur Telefonieren und SMS; und als einziges Superplus eine Taschenlampe, die mir bisher treue Überlebensdienste geleistet hat…

sanjandro

24. November 2009, 18:02

Rotwein gegen Schweinegrippe, und Gin Tonic soll ja gegen Malaria helfen (weil man seinen Zeigefinger beim umrühren desinfiziert?), Whisky beruhigt nach einem aufregendem Wochenende in Getxo. Auch Leitungswasser beruhigt, wenigstens etwas, bevor man seinen Kopf gegen die Wand haut. Don Paul, vielleicht haben Sie Ihr Beraterfeld längst gefunden...

HenryCharms

24. November 2009, 18:35

Danke Don Paul, ein wunderbarer Artikel! Ich habe herzlich gelacht. Fuer den heutigen Abend freue ich mich entsprechend auch schon auf den Nasskontakt mit einem Ribera del Duero. Ich hoffe, er schuetzt mich dann nicht nur vor Schweinegrippe, sondern heilt auch gleich meinen derzeitigen Schnupfen.  Was die Menge betrifft, habe ich noch mal ganz nuechtern kalkuliert, dass ein Affe wahrscheinlich weniger wiegt als ich, vorausgesetzt es ist kein Gorilla. Und dann kann und muss ich mir zur Schluckimpfung deutlich mehr genehmigen, als die 50 Gramm. Abschliessend habe ich mich nur gefragt, warum die Menge fuer die Affen in Krasnojarsk in Gramm bemessen wird. Bekommen diese den Wein nur im Trockenkontakt?

Dulcinea

24. November 2009, 18:52

Ich möchte lieber Chus den Vortritt lassen, danke, sie hat eine Solaranlage auf ihrem Haus. Ich bleiche nur.

mugabarru

24. November 2009, 22:47

Obwohl der heutige Tag nicht klar war habe ich, wie fast immer Herr Ingendaay, ihrem Rat gefolgt und in den Himmel geschaut. Es waren viel mehr als 47 Nasskontakte in weniger als 30 Sekunden. Leider verfüge ich über keine Messinstrumente um im strömenden Regen die einzeilnen Tropfen zu differenzieren. Doch gleich habe ich mich mit dem Gedanken an die Sonnenterrasse unserer neuernannten Referentin für Solarenergie getröstet. Als Einzelkind hat sie bestimmt gerne viele Leute um sich, so dass sie uns alle zu grosszügigen Mengen Ribera del Duero und pintxos mit knackig frittierten, marinierten und gebackenen sibirischen Affen einlädt, während meine weissen Hemden in der gleissenden Sonne bleichen. Dulce Dulcinea, wir kommen uns immer näher. Wie schön!

Sanjandro, ich habe lange nachgedacht und sie haben recht. Dieser Beitrag könnte tatsächlich Don Pauls Einstieg in die Beraterbranche bedeuten, und da er diese eher im Bildungsbereich ausüben will, trainiert er seine didaktischen Fähigkeiten an uns. Wie sonst ist es zu erklären dass ich mich für den Airbus interessiere. Er ist auf dem guten Weg. Doch das mit dem matschigen pintxos dürfen sie ihm nicht abnehmen. Nicht in Getxo! Das geschah ganz bestimmt in der Nachbarprovinz, bei den giputzis. Denen ist ja alles zuzutrauen.

Ganz beeindruckt bin ich von Melibeas Leistung. Ich deutete ihr Schweigen zum Thema falsch. Und dabei haben sie so hart und gewissenhaft an der Testserie gearbeitet. Ich bin ganz beeindruckt. So langsam hat Herr Ingendaay genug Material für einen Beitrag zum Thema Gin-Tonic, so dass wir ihn um ein Stipendium zur Ausweitung der Studie auf andere Cocktails bitten sollten. Schliessen sie sich diesem antrag an? Das mit ihrem Handy verzeihe ich ihnen, wenn sie all ihre Bekanntschaften in Madrid zu der Baustelle schicken. Schönen und trockenen Abend noch.

Dulcinea

25. November 2009, 00:03

Im Grunde bin ich ja mit allem einverstanden, mugabarru. Ja, ich freue mich auch. Wenn Chus die Referentin macht. Nur Affen... werden Sie bei mir natürlich nicht bekommen. Ist das ein baskischer Witz? Ich muß vorsichtig mit Ihnen sein!

Paul Ingendaay

25. November 2009, 00:11

Der liegende Ingenieur auf dem Dach, der dem Flugzeug angeblich den Kopf streichelt, Dulcinea. Er hat mir keine Ruhe gelassen. Beim Vergrößern des Fotos stellte ich fest: Es ist kein Mensch. Es ist ein Schlauch. Möglicherweise für Nasskontakte.

mugabarru

25. November 2009, 00:21

Seit meine liebe Dulcinea, wie eine Dame schweigt und geniesst, Pardel sich dieser Lebenshaltung anschliesst und unser Gastgeber schweigsam leidet.... Darf hier überhaupt noch über Fussball geschrieben werden? Gar nicht schlecht die culés. Wollen sie den Sonntag nicht lieber in Cádiz verbringen als Berater für encierros?

Paul Ingendaay

25. November 2009, 00:28

Der Gastgeber schweigt nicht und leidet nicht, mugabarru. Sie wissen nicht, was Schweigen und Leiden ist.

Vor zwei Stunden hat die Pressestelle des FC Barcelona die Akkreditierung für Sanchos Esel bestätigt. Es gibt kein Zurück. Er wird nach Barcelona traben.

mugabarru

25. November 2009, 00:29

Gewissheit mag zwar gut sein, doch manchmal ist sie auch enttäuschend! Ich fand den kopfkraulenden Ingenieur poetischer als den Schlauch. Geschmaksache, wie Affen. Es gibt ja bestimmt Länder in denen Affen als Leckerbissen gelten!

Dulcinea

25. November 2009, 00:31

Warum leidet Don Paul? Vielleicht leidet er morgen. ICH leide. Sie haben mein schönes Bild entzaubert, Don Paul! Es wäre ein schöner großer Ingenieur gewesen. Nun ja.

mugabarru

25. November 2009, 00:32

Verspreche mis nächsten Sonntag abend (zu diesem Thema) zu schweigen, um das Schweigen zu lernen.

Paul Ingendaay

25. November 2009, 00:35

HenryCharms, entschuldigen Sie die Verzögerung. Sie fragten, warum der Wein in Gramm gemessen wird. Nun, das ist in Russland so. Als ich in Moskau vor vielen Jahren zum Trinken genötigt wurde, war nur von Fünfzig- oder Hundertgrammgläsern Wodka die Rede. Ich finde auch ein Fünfziggrammglas einen respektablen Schluck. Nach einem Hundertgrammglas könnte ich keinen Blogeintrag mehr schreiben.

mugabarru

25. November 2009, 00:41

Dass feuchter Alkohol in Gramm gemessen wir und das Volumen eines Kofferraums in Liter sind Dinge die ich auch nicht verstehe, also verstehe ich sie HenryCharms. Hoffentlich folgt bald ein beratender Eintrag zum Thema in disem Blog.

Dulcinea

25. November 2009, 00:57

mugabarru! Haben Sie das P.S. da oben gesehen? Furchtbar. Danke, daß Sie sich mit meiner Poesie solidarisch erklärt haben. Das bedeutet mir sehr viel. Ich bin natürlich nicht einverstanden, Don Paul! Ich bin geradezu... empört! Schläuche. Schläuche! Pfff!

Paul Ingendaay

25. November 2009, 01:03

Ich finde, Dulcinea, dass Ihr poetischer Gedanke erst recht über die krude Wirklichkeit triumphiert, wenn man aus der Nähe sieht, wie schön dieser Schlauch ist. Wie... kopfkraulend ingenieursgleich! Finden Sie nicht? Mir läge viel daran.

Dulcinea

25. November 2009, 01:09

Lieber frittiere ich Affen!

pardel

25. November 2009, 01:35

Don Paul: Estrella jagt Katzen? Ich bin erschüttert! Ich hoffe, die cleveren Katzen entkomen!

Zweitens, zu Sonntag: Wäre Ihrer Tochter ein Autogramm von Tom Cruise lieber als eines von Messi? Was meinen Sie? Lassen Sie sich aber bitte nicht irritieren: In diesem Falle beneide ich Sie von tiefsten Herzen. Halten Sie bitte vor Beginn des Spiels eine Schweigesekunde im Gedenken an die deutschen Fußballliebhaber, die am Sonntag keine Chance haben, das Spiel legal live zu sehen. Wieder Internetmurks! Als meine Kneipe im August für weit über 3.000 € einen Sky-Abo vertraglich annahm, haben die verschwiegen, dass sie die Rechte für Spanien noch nicht haben. Etiquettenschwindel? Betrug? Enttäuschung!

Dulcinea: Ich hoffe, Sie haben das Ende der zweiten Halbzeit genossen. Richtig gut war die erste, aber die habe ich auch verpasst: Flugzeug, wie immer! Die Güte der ersten Halbzeit haben mir die Kumpels in der Kneipe beschrieben. Das Ergebnis stimmt mich froh. Auch für Sonntag. Ich drücke uns die Daumen.

pardel

25. November 2009, 01:40

Übrigens: Wissen Sie, wie ein Tankflugzeug auf Spanisch heisst? Nodriza. Von wegen, Inschönöre wären nicht sprachbegabt.

Paul Ingendaay

25. November 2009, 01:42

Pardel, das Katzenjagen ist Estrella streng untersagt. Sie hält sich aber nicht immer an das Verbot. Glücklicherweise sind die Katzen schnell und wendig.

Chus

25. November 2009, 10:19

Hallo allerseits!

Wegen Stadtgerüche, würde ich die Arbeit Frau Sisel Tolaas sehr empfehlen:

www.tagesspiegel.de/.../art772,2486822

Solarsysteme… Ja. Die Chus könnte in der Tat ein Lied davon singen. Immerhin war sie  zwei Jahre lang beim Fraunhofer Institut (Institut für Solar Systeme) tätigt. Sie können Alles fragen, sie wird geschwind googlen und (weiterhin) klugscheißen… Immerhin war sie ACHT Jahr lang ein Einzelkind… ;-)

Melibea

25. November 2009, 12:24

Duftkünstlerin, unsichtbare Kommunikation, olfaktorische Corporate Identity - toll!! Chus, danke für diesen Link!

Herr Ingendaay, jetzt muss ich an den Angstschweiß der armen verfolgten Katzen denken; ich selbst bin Katzenbesitzerin...

Paul Ingendaay

25. November 2009, 12:46

Angstschweiß, Melibea? Die Katzen lachen sich kaputt, wenn Estrella ihnen nachsetzt. Sie sind einfach schneller. Ich schütze wohl beide, wenn ich den Hund an die Leine nehme.

Melibea

25. November 2009, 13:05

Gut, ich glaube Ihnen. Dann stelle ich mir also einen Raum mit Dufttapete vor, die nach zufriedenen Katzen riecht... Ich höre es schon schnurren!

pardel

25. November 2009, 16:22

A330 MRTT: Multi Role Transport Tanker. Eine multitasking-fähige nodriza, sie könnte zum Beispielt Ammenmärchen erzählen und ihre beiden putzigen Kampfjets mit 11,4 Tonnen Treibstoff versorgen. Von Madrid-Süd bis Torrejón braucht man selbst mit Nachbrennern nicht so viel Sprit, aber wenn man alle Waffen gleichzeitig nimmt, die die Kampfjets tragen können, kann man nur mit wenig Treibstoff starten. Dann wird in der Luft nachgetankt, und die Waffen fliegen anschliessend mit mehr Reichweite. Oder vielleicht betankt die nodriza den A400M, das ist ein Transporter, der kann dann ebenfalls mehr Soldaten und mehr Waffen weiter weg fliegen. Dafür dürfte der Schlauch/Ingenieur dienen.

mugabarru: In Russland ist es üblich, Alkohol in Gramm zu messen. Da Alkohol eine geringere Dichte als Wasser hat, entsprechen 5 Gramm Alkohol (eine zugegebenermaßen ungewöhnlich kleine Mengenangabe in Russland) mehr als 5 cl. Das Argument müsste Ihnen einleuchten, als Baske und poteador. Mir leuchtet es mindestens genauso ein, wie die Tatsache, dass man Kofferraumvolumina in liter angibt. Wie sollen sonst etwa die Mafiosi wissen, wie lange ihr Entführungsopfer im Kofferraum Luft zum atmen hat, bzw. wie weit sie bei einer bestimmten Geschwindigkeit fahren können, bevor es für das Opfer zu spät ist?

pardel

25. November 2009, 17:56

"In dreizehn „Kontakten", von denen elf gleichzeitig stattfanden..." Wie können eine ungerade Anzahl von Kontakten paarweise stattfinden? Airbus erfindet die Mathematik neu. Ihre Buchhaltung soll auch unbefriedigend sein. Und das targeting ihrer Kontakte erst! Don Paul als Empfänger für Waffenwerbung! Die europäische Zusammenarbeit ist nicht einfach. Schön, dass Sie uns das weitergeleitet haben, sehr erhellend, vielen Dank!

Paul Ingendaay

25. November 2009, 20:16

Pardel, dreizehn Kontakte mit jedem Kampfflieger, vermute ich. Davon elf, bei denen beide zugleich betankt wurden. Es bleibt schlecht ausgedrückt.

HenryCharms

25. November 2009, 23:20

Auf jeden Fall bin ich froh, dass sich die Bemessung des Rotweins in Gramm mit Russischen Gepflogenheiten aufgeklaert hat. Ich hatte schon befuerchtet, dass die armen Tiere Instant-Rioja ins Futter gemischt bekommen, eine Art NesVino.

Auf jeden Fall glaube ich, dass die Tierpfleger die Behandlung nur erfunden haben, um die Reste der Flaschen selbst zu trinken. Schluckimpfung modern.

Paul Ingendaay

25. November 2009, 23:28

Klandestiner Nasskontakt.

Dulcinea

26. November 2009, 00:08

Ich frage mich nun aber doch, was denn das für ein Rotwein ist, den die Affen im Zoo von Krasnojarsk trinken müssen. Ich meine, woher kommt der? Darüber schweigt sich diese Wahrheitszeitung aus, nicht wahr? Das können sie. Ist das sibirischer Rotwein, falls es das geben sollte? Französischer? Aus der Ukraine? Moldawien? Sollten diese Tiere nicht lieber Kwaß bekommen? Etwas Einheimisches? Ich frage nur.

mugabarru

26. November 2009, 01:55

Heute frage ich mich nichts, und andere noch weniger. Ich schweige!

Dulcinea

26. November 2009, 02:13

Und genießen Sie auch?

Paul Ingendaay

26. November 2009, 03:07

Ich wollte noch sagen, Dulcinea: Ich habe mich das auch gefragt. Mit dem Wein.

1. Was trinken die sibirischen Affen?

2. Was trinken die sibirischen Menschen?

3. Geht es den Menschen so gut wie den Affen? (Denn die schnalzen bekanntlich mit der Zunge.)

Chus

26. November 2009, 07:58

Wir können Knoblauch und Chilli essen.

Oder wie wäre es mit Manganum sulfuricum D6?

Zumindest würden wir schöne Krallen bekommen.

Alles besser als Moldawischer Wein...

Don Paul, fliegen Sie etwa nicht zur FIL?

Dulcinea

26. November 2009, 12:26

Was ist denn FIL, Chus? Etwas Kulinarisches? Oder etwas Animalisches?

mugabarru

26. November 2009, 13:05

HenryCharmes ihre Vision vom Instant-Rioja hat mich so geschockt, dass ich seither von Horrorvisionen heimgesucht werde. Ich werde allen Kellner/innen intensiver beobachten als bisher – auch wenn keine so schön ist wie Nekane – um mich zu vergewissern dass der Wein den ich serviert bekomme auch nach mehr oder weniger altertümlicher Prozedur hergestellt wurde, und nicht schnell in der Ecke instantan zusammengemixt wird. Es ist ja allgemein bekannt dass Tierexperimente am Ende doch nur deshalb gemacht werden, um die Formeln zu verbessern und das Produkt “sicherer” an den Mann/Frau zu bringen. Jetzt habe ich auf das Experiment in Siberien im richtigen Licht kapiert! Von wegen Schweinegrippe! Wir müssen den sofortigen Stop der Tierexperimente fordern! ¡¡Salvad el vino .... para los humanos!!

Paul Ingendaay

26. November 2009, 13:09

Dulcinea, das ist die Feria Internacional del Libro in Guadalajara, Mexiko. Eine sehr schöne Veranstaltung. Sehen Sie hier: http://www.fil.com.mx/

Paul Ingendaay

26. November 2009, 13:13

Ach ja, Chus, Ihre Frage. Nein, ich fliege nicht zur FIL. Man kann nicht alles machen. Vielleicht im nächsten Jahr.

Dulcinea

26. November 2009, 13:14

Ich hatte ja wieder keine Ahnung! Danke!

Chus

26. November 2009, 13:29

Dulcinea. SIE müssen mich entschuldigen. Ich habe gleich (aber zu spät) gemerkt, dass nicht unbedingt alle das kennen müssen. Mein Fehler. Ich war gleichzeitig am sämtlichen Interviews in Guadalajara koordinieren und fiel mir ein, dass vielleicht unser lieber Esel mit dabei sein könnte ; )

Paul Ingendaay

26. November 2009, 13:35

Ein anderes Mal gern, Chus.

pardel

26. November 2009, 13:41

Ja, HenryCharms, ich glaube auch, dass die Pfleger den Wein selber süppeln wollen, daher geizen sie bei den armen Affen. In Sachen Alkohol gilt in Russland leider oft: Quantität ist wichtiger als Qualität, die Folgen am Morgen danach können schlimm sein. Schön wäre es, mit einem A330 MRTT als Amme (das Thema geht mir nicht aus dem Kopf) den Gänsen im Formationsflug ein gepflegtes Bier zu kredenzen. Vielleicht hilft es gegen die Vogelgrippe. Konrad Lorenz würde staunen.

Dulcinea

26. November 2009, 14:27

Ich sagte ja schon, daß Ingenieure eigenartige Phantasien haben. Man muß sich nur den Schlauch ansehen. Aber eigentlich alle Männer, wenn ich es mir recht betrachte!

HenryCharms

26. November 2009, 18:12

Aber mugabarru, hier sind die Tierversuche doch sehr nuetzlich. Da sich meine Befuerchtung des Instant-Rioja nun nicht bewahrheitet hat, kann man von normalem, gut trinkbarem Wein ausgehen. Sollten die Affen jetzt keine Schweinegrippe bekommen, hat sich der Wein als geeigneter Impfstoff herausgestellt, wird grossflaechig an alle Buerger verteilt und von den Krankenkassen bezahlt. Ich haette gerne eine Dosis OHNE Wirkverstaerker.

Virtudes

26. November 2009, 18:53

Werte Dulcinea, das möchte ich genauer wissen, Ihre genauere Betrachtung. Wem gilt Ihr Misstrauen? Den Ingenieuren oder den Männern in ihrer Gesamtheit? Womit Sie auch so Prachtexemplare wie die in Ihrer WG versammelten mit einbeziehen. Und was wird aus den Ingenieurinnen? Vielleicht ist die Farbgebung des Schlauches weiblichem Geschmack zu verdanken? Oder der Chefingenieur sagte zu seiner neuen Geliebten: "Du Schatz, dieser Schlauch..... also ich weiß nicht, woran er mich erinnert.... Sag mir Deine Lieblingsfarbe.....". Und die neue Geliebte sagte: "Du, da kommen nur Pastelltöne in Frage....Hellgrün und hellblau und weiß" Wer weiß!

sanjandro

26. November 2009, 19:17

Liebe Dulcinea, Männer haben sicherlich eine eigenartige Phantasie, aber wer hat den mit dem hinterkopfkraulenden Ingenieur angefangen? Männerphantasien sind da doch nachvollziehbarer wie mugabarru mit der Schilderung seines Männerabends unterstrichen hat. Das dachte ich jedenfalls immer. Bis ich von der  pardel'schen Gänsephantasie las. Und das um 12:41 Uhr mittags...

Paul Ingendaay

26. November 2009, 22:52

Virtudes, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass die Farbskala so lautet: Hellgrün, hellblau, zitronengelb. Eine wirklich geschmackvolle Wahl. Hier hat jemand - vermutlich eine Frau, vermutlich zu später Stunde nach einem Glas Rotwein - eine bewusste Designentscheidung getroffen, die wir nicht durch das profane Wort "Schlauch" entwerten sollten. Wer weiß, vielleicht ist das Ding ja gar kein Schlauch? Vielleicht ist es eher eine Düse?

Virtudes

26. November 2009, 23:23

Düse, Don Paul? Sie als Spezialist für den Morgen danach????? Das sieht mir doch eher nach einem müden Verhüterli aus!

Paul Ingendaay

26. November 2009, 23:37

Virtudes, Sie machen Ihrem Namen alle Ehre.

Dulcinea

26. November 2009, 23:39

Virtudes, guten Abend. Freut mich, Sie kennenzulernen! Wissen Sie, mich hat auch pardels Kommentar von 12:41 so verwirrt, ganz besonders der Teil, der da angeht: "Schön wäre es, mit einem A330 MRTT als Amme..." Sanjandro, Sie haben vollkommen recht! Man weiß nicht so genau, weiß man? Auch ich denke bei Gänsen an andere, poetische Dinge, worüber wir später ja gern einmal sprechen können.

***

Nun möchte ich Sie alle bitten, sich den Schlauch oder die Düse doch noch einmal genauer zu betrachten. Auf dem PS-Bild. Wollen Sie das tun? Noch einmal nach oben scrollen? Jetzt? Und dann wieder herunterkommen? Ich sehe da nämlich keine Frauenhand, überhaupt nicht. Denken Sie an einen Sommermorgen, ganz früh. An einen zarten Sonnenaufgang. Denken Sie an den Himmel! Seine Farben! Denken Sie nun an die A330 MRTT, wie sie leise, aber stetig, am Himmel hochsteigt. Hochbrummt, könnte man auch sagen. Können Sie die Düse vom Sommerhimmel unterscheiden? Nein. Das sind... Tarnfarben! Das ist militärisches Kalkül, daß der Feind die Düse nicht wegpustet. Ist es nicht so? Etwas anderes kann ich leider nicht erkennen. Einen schönen Abend noch, alle miteinander!

Virtudes

26. November 2009, 23:42

Claro. Nomen est omen.

mugabarru

27. November 2009, 00:43

Zwar schweige ich zu bestimmten Themen weiterhin wie ein Trappisten-Mönch, und bin schon ganz nah an der Erleuchtung. Herr Ingendaay, ich hoffe schwer sie geben mir dafür auch eine Urkunde um sie in meinem Schlafzimmer an die Wand zu hängen.

Aber das Thema "nodriza", was für ein schönes Wort, hat mich ebenfalls verstört. Vor allem habe ich Probleme dies mit der Platzierung des oder der berüchtigten Schlauchs oder Düse. Alle Säugetiere stillen doch an der Bauchseite, der empfindlichste (was für ein Liebesbeweis) und wärmste weil besser durchblutete Körperteil. Wieso ist unser Verdachtselement dann an der Oberseite des Flugzeugs angebracht? Diese Platzierung ist doch für den genannten Zweck völlig ungeeignet, oder? Das dritte Foto zeigt ja auch wie sich die "crías" von unten nahen, wie bei Säugetiere eben. Da hat unser lieber pardel schon richtig getippt. Das ist bestimmt etwas patriarchalisches wie Pallas Atheneas Geburt die ja auch aus dem Kopf des Vaters entsprang und keine Mutter hatte. Diese Göttin war mir immer ein bisschen unheimlich. Also bleibe ich lieber bei geschlechtlicher Zeugung und Geburt ....

Paul Ingendaay

27. November 2009, 01:10

Wir können das Thema heute abend nicht vertiefen, mugabarru. Wir brauchen die Baupläne dieses Airbus. Gute Nacht.

mugabarru

27. November 2009, 01:50

Schön warten wir auf die Baupläne, und widmen wir uns heute abend anderen Tiefen... Doch was ist mit der offiziellen und öffentlichen Anerkennung meiner Schweigefähigkeiten. Ich bin Einzelkind...... Krieg ich 'ne Urkunde für mein Schweigen oder nicht? Das Leiden will ich lieber nicht üben. Ich bin halt Mann und faul. Aber wenn ich mich schon mal anstrenge will ich auch was dafür.

pardel

27. November 2009, 10:15

Finde ich ja bemerkenswert, welche Bilder hier als verwirrend und verstörend empfunden werden. Vielleich darf ich versuchen, etwas Ordnung in meine Sicht der Bilder zu bringen, wenn es gegen 10.00 morgens machbar ist. Erstens: Gänse mögen Bier, wie Igel, Schnecken und Schweine auch. Ich wollte den Tieren nichts böses. Ich mag Bier auch. Zweitens sollte man klar zwischen der nodriza (in Don Pauls Werbung ein Düsenflugzeug) und dem A400M mit dem Schlauch unterscheiden. Der A400M benutzt diesen Schlauch (die Fachmänner sprechen von "Sonde") um sich den Bauch voll Sprit zu schlagen, wie im dritten Photo die zwei Jäger. Bei Jägern ist diese Sonde meistens ein- und ausfahrbar, wegen der Aerodynamik. Bei Don Pauls A400M scheint das nicht der Fall zu sein. Ein Transporter fliegt recht langsam, da scheint die Aerodynamik keine so wichtige Rolle zu spielen. Oder die Ingenieure haben es vergessen und erst nachträglich hingepfuscht. Darauf würde der schwarze Rand zwischen Sonde und Rumpf hindeuten: Der scheint mir geeignet, um eine Schweissnaht zu kaschieren. Drittens die Farben: Die dienen, glaube ich, nicht zur Tarnung. Die Spitze hat die typische grüne Maschinenfarbe, die ist widerstandfähig. Die schützt den Teil der Sonde, der in dem von der nodriza herunterhängenden "Korb" ein- und ausgefahren wird. Da die Bewegungen des Korbs von einem Techniker im Bauch der nodriza gesteuert werden, um den Korb relativ zur Sonde richtig zu plazieren (die Sonde, phallisch wie sie aussieht, ist passiv), ist die leuchtend gelbe Farbe praktisch. Aber wenn wir schon verstört sein wollen, meine ich, dass meine Bemerkungen zur Funktion eines Kofferraumes doch viel skandalöser waren. Ich nehme alles zurück: Kofferräume sind nicht dazu da, Menschen hinein zu zwängen. Uff! Das ist aber lange geraten, so früh am morgen! Mehr technische Erläuterungen auf Nachfrage.

Don Paul: Bei der Komsomolskaya Prawda ist für mich der Komsomolskaya Teil aufschlussreicher als der Prawda Teil: Der vollständige Name lautet Всесоюзный ленинский коммунистический союз молодёжи, ВЛКСМ, zu Deutsch „Gesamtsowjetischer Leninscher Kommunistischer Jugendverband“ Silbenweise abgekürzt, wie bei Stamokap, ergibt es: Kom: Kommunistisch, So(juz): Verband, Mol(odioschi): Jugendlich.

HenryCharms

27. November 2009, 11:06

Auch wenn ich wirklich kein Experte bin, kann man auf dem dritten Bild doch deutlich erkennen, dass die Schlaeuche zur Ernaehrung der crias jeweils unten aus den beiden Fluegeln kommen. Es muessen ja auch zwei sein, wegen der gleichzeitigen Kontakte. Der vordere muss also eine andere Funktion haben. Vielleicht wird damit ja der Tanker selbst betankt. Vorne oben rein, unten raus. Das kommt ja ansonsten in der Natur auch vor.

Das bringt mich nochmal zurueck auf den Nasskontakt mit einem Priorat von gestern.  Bei mir hilft diese Anwendung offenbar auch, denn ich habe bisher keine Schweinegrippe und meine Erkaeltung ist auch fast weg. Ein Hoch auf die russischen Tieraerzte.

pardel

27. November 2009, 11:07

Allerdings gibt es am Ufer des Amur, ganz im Osten Sibiriens, ene Stadt Namens Komsomol, benannt nach den Jugendbrigaden, die sie aufbauten. http://www.kmscity.ru/ ist leider nur auf Russisch, man sieht u.a. Bilder von Militärflugzeugen, aber keine Affen.

Paul Ingendaay

27. November 2009, 11:52

mugabarru, wenn wir hier Schweigemedaillen vergeben müssten, läge JorgeValencia noch weit vor Ihnen. Sollten Sie ihn nicht kennen, liegt es daran, dass er so gut schweigen kann. Wir spüren seine Präsenz, nicht mehr. Ihre Antrengungen werden aber sicher von allen gewürdigt. Zumal Sie Einzelkind sind. Das hatte ich gar nicht bedacht.

*

pardel, vielen Dank für die Aufklärung über den russisch-militärischen Komplex. Sanchos Esel hätte sich eine derartige Vertiefung des Wissens nie träumen lassen.

*

HenryCharms, auch ich hatte gestern abend erfreuliche Nasskontakte mit La Rioja.

pardel

27. November 2009, 12:15

Verzeihung: Die Stadt heisst Komsomolsk, nicht Komsomol. Ich bin kein Morgenmensch, aber der Bezug ist dennoch richtig. Fast fünf Jahre lang war ich auch Einzelkind, falls das etwas zu erklären vermag.

Paul Ingendaay

27. November 2009, 12:35

pardel, ich war nie Einzelkind. Ich habe auch nie mit Einzelkindern gespielt. Heute bin ich da viel offener.

pardel

27. November 2009, 17:07

Dulcinea: Ich weiss nicht, was für Sie poetisch im Zusammenhang mit Gänsen sein mag. Die Gänse in diesem Artikel haben mich berührt, obwohl ich überhaupt nicht zum Kitsch neige. Tiere können Liebe empfinden und sind für den Partner bereit, Todesängste zu überwinden. Alles nur Prägung? Ja, vermutlich. Und dennoch: Respekt, meine Gänse! (Und das meine ich überhaupt nicht ironisch oder mit irgendwelchen Hintergedanken!)

www.nytimes.com/.../31iht-edkristof.1.14914266.html

Don Paul: Aber Sie hatten ein Einzelkind, nicht wahr? Bis, eines Tages... es kein Einzelkind mehr war! Oder liege ich da falsch? (Möglichkeiten: Es ist immer noch Einzelkind, Zwillinge bei der Erstgeburt, eine Frau geheiratet, die bereits zwei Kinder in die Ehe mitbrachte...)

Dulcinea

27. November 2009, 23:18

Ja, pardel und alle. Nehmen Sie sich an diesem spätherbstlichen Wochenende doch ein Stündchen Zeit und lesen Sie wieder einmal das schöne Märchen von der Gänsehirtin am Brunnen. Sie finden das Märchen in Ihrer Gebrüder-Grimm-Ausgabe, falls Sie keine haben sollten, auch hier: de.wikisource.org/.../Die_G%C3%A4nsehirtin_am_Brunnen_%281857%29. Es gibt andere Märchen mit Gänsen, dieses ist besonders schön. Wenn Sie es lesen, kommen Sie sicher auch darauf, warum es mir so gut gefällt.

Paul Ingendaay

28. November 2009, 01:43

pardel, das sind doch sehr feine Differenzierungen, finden Sie nicht? Jede(r) Erstgeborene ist eine Weile Einzelkind. Aber deswegen wächst er (sie) doch nicht als Einzelkind auf! In vielen Fällen kann sie (er) sich nicht einmal daran erinnern, jemals allein gewesen zu sein.

*

Allen, deren Interesse am Airbus erwacht ist, möchte ich außerdem sagen, dass ich weitere Elektropost bekommen habe. Darin wird der erste Flug des A400M-Airbus angekündigt. (Das ist der Airbus mit Schlauch oder Düse.) Er soll in der 50. Kalenderwoche in Sevilla stattfinden. Das ist in der Weihnachtszeit, wie Sie wissen. Jetzt frage ich mich, ob der A400M auch Geschenke transportiert.

Virtudes

28. November 2009, 09:53

Eher das Gegenteil, Don Paul. Nein, keine Weihnachtsgeschenke: Wie ich im Wirtschaftsteil heute morgen las, sollen bei den bestellten Modellen- 180 an der Zahl- Preiserhöhungen wirksam werden: Zusatzkosten von 5 Milliarden Euro, die die Bundesregierung gerne dem Steuerzahler ersparen möchte.

Auch ich hätte nicht gedacht, dass ich je auf eine Meldung wie "A4000M soll noch vor Weihnachten fliegen" derart elektrisiert reagieren würde. Dem Esel sei Dank...

Schon eher vertraut reagiere ich auf die letzte Seite des Feuilletons (!!!, nicht im Wirtschafts- oder Sportteil, Sie Tausendsassa), Ihre Firma betreffend. Ich höre Trauer und Bedauern. Mit welchen Gefühlen wird nun der Esel am Sonntag nach Barcelona traben? Mit gesenktem Kopfe? Ich kann Sie nur einladen, bei Ihrem Bedürfnis, einer wahren Mannschaft aus Stars anzuhängen, werter Don Paul, Ihre innigsten Gefühle zu überprüfen, ob Sie nicht eigentlich ein Barcaherz in Ihrer Brust pochen hören...

Paul Ingendaay

28. November 2009, 13:01

Virtudes, Sie hören Skepsis. Aber natürlich hoffe ich darauf, dass meine Jungs morgen wieder eine große Leistung bringen. Man hofft ja vor jedem Spiel darauf. Und diese Mannschaft ist unberechenbar. Was Sie mir empfehlen - meine innersten Gefühle zu überprüfen und vielleicht das Lager zu wechseln -, lässt sich natürlich nicht machen. Ich habe mir Real Madrid ja nicht ausgesucht. So, wie ich mir als Kind den 1. FC Köln nicht ausgesucht habe. Ich lebte in Köln, also wurde ich Anhänger des 1. FC Köln. Natürlich bewundere ich Barcelonas Spiel und alles, aber... ich bin nun mal kein Fan. Ich freue mich, wenn Barcelona die Champions League holt oder gegen Inter Mailand gewinnt, aber das kann ich nur, solange Real Madrid nicht dabei ist.  

Virtudes

28. November 2009, 13:21

Ja, das kann ich verstehen..... schließlich schlug mein Kinderherz auch einmal für den WSV, zu den Zeiten, als es dort noch Sczymaniak- wie schreibt der sich?- gab. Das muss aber vor Ihrer 1. FC Köln- Zeit gewesen sein.

Was Ihre Jungs morgen angeht: Ich möchte Sie nicht deprimieren, rate Ihnen aber, mit dem Schlimmsten zu rechnen. Ihre WG wird Sie sicher in Ihrem Leid wie wahre Freunde auffangen. Die Jungs von Barca spielten im letzten Spiel wie die Engel....

Paul Ingendaay

28. November 2009, 13:31

Spiele wie gegen die Luschen von Inter Mailand sind kein Maßstab, Virtudes. Spiele wie gegen die Klassemannschaft von Alcorcón auch nicht. Erinnern Sie sich, wie vor drei Jahren unsere kleine Auferstehung begann? Unter Capello? Mit einem 3:3 im Camp Nou. Bei uns ist alles möglich, ich kann es nicht oft genug wiederholen.

pardel

28. November 2009, 14:15

Lieber Don Paul: Über das Spiel reden wir morgen, dann sind wir alle schlauer. Ich wünsche Ihnen eine gute Reise hin und zurück. Vergessen Sie bitte nicht die Gedenksekunde für die in Deutschland lebenden Fans, die das Spiel nicht werden sehen können.

Wollen Sie vielleicht auch eine gute Kritik zu Javier Marías lesen? Ganz druckfrisch, heute erschienen: www.economist.com/.../displayStory.cfm

Dulcinea

28. November 2009, 14:23

Ja, allerdings, Don Paul und Virtudes. Ich habe mir Barça ja auch nicht ausgesucht! Wäre ich nicht neben dem Camp Nou niedergekommen, sondern, sagen wir, neben dem Calderón... tja, dann wäre ich jetzt wohl Anhängerin von Atlético de Madrid und würde derzeit ziemlich leiden. Ich habe einfach... Glück gehabt. Großes Glück! Ich bin dankbar.

Paul Ingendaay

28. November 2009, 14:39

Danke für den Hinweis, pardel. Was das Spiel betrifft, müssen "wir" darüber vielleicht gar nicht reden. Weder nach der erwartbaren Niederlage von Barça noch im umgekehrten Fall. Ich genieße lieber still. (Und leide lieber still.) Aber natürlich sind alle WG-Mitglieder eingeladen, sich hier bei Sanchos Esel auszutauschen. Ich stelle dann die Flasche Wein auf den Tisch. Wir sind ja schon beim Wuppertaler SV gelandet. Kennen Sie den Wuppertaler SV, pardel?

pardel

28. November 2009, 14:53

Nein, Don Paul, stellen Sie sich vor, den WSV kannte ich bis soeben nicht. Habe schnell in Wikipedia nachgeschaut, stelle fest, dass sie ein schönes Trikot haben.

Also reden wir doch! Heute schon! "erwartbare Niederlage von Barça"... Hm! Und der "umbekehrte Fall" meint den Esel, der sich nicht bekehren läßt, obwohl... das unerwartbare eingetroffen sein wird? Das ist für mich auch ein schöner Aspekt des Fußballs: Alle haben Ahnung, alle können reden, und am Ende passiert unerwartetes. Ich lasse mich überraschen, aber natürlich auch nicht bekehren! Das wäre Verrat an den vielen Zufällen, die mich hierhingebracht haben.

Virtudes

28. November 2009, 14:57

Ich gebe ja zu, Don Paul, dass der WSV seine größte Zeit schon ziemlich lange hinter sich hat... Aber damals!!!!! Auch Sie kennen die Träume, von vergangener Größe zu schwärmen... Danach gehörte meine Leidenschaft dem Freiburger FC, den Grashoppern Zürich.... bis ich mich emanzipierte und Barca-Anhängerin wurde. Das geht übrigens auch, wenn man weder dort lebt noch dort niedergekommen ist.

Paul Ingendaay

28. November 2009, 16:24

Lassen wir uns überraschen, pardel. Es ist bei Sanchos Esel übrigens nicht üblich, Tippfehler hervorzuheben oder zu kommentieren. Ich käme aus dem Kommentieren nicht mehr heraus.

*

Virtudes, der Wuppertaler SV mit dem großartigen Mittelstürmer Günter Pröpper ist mir in bester Erinnerung. Ich bin ja mit der Regionalliga West aufgewachsen und habe viele seiner Tore in der "Sportschau" gesehen. Dass Sie sich emanzipieren mussten, um Barça-Anhängerin zu werden, klingt mysteriös. Dass man dem Klub anhängt, neben dessen Stadion man niederkommt, erscheint mir dagegen völlig natürlich.

pardel

28. November 2009, 16:54

Sorry! Es kam mir so freudianisch vor, da habe ich schmunzeln müssen. Aber freudianisch zu argumentieren ist unfair, und solange ich den Unterschied zwischen Dativ und Akkusativ nicht beherrsche, sollte ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Werde fortan versuchen, mich zusammenzureissen.

Paul Ingendaay

28. November 2009, 16:59

Dafür, pardel, gehe ich jetzt hin und korrigiere Ihren Akkusativ.

Virtudes

28. November 2009, 18:47

Was sagte meine Deutschlehrerin in Wuppertal damals: Man gewöhnt sich an allem, auch am Dativ!

Molinero

29. November 2009, 22:20

Mi pésame Don Paul dieser clásico ging an Barça, hoffentlich haben sie nicht all zu sehr gefroren.

Aber erstaunlich gut war es schon das Spiel.

pardel

30. November 2009, 11:01

Haben Sie bemerkt, Don Paul, welchen Aufkleber viele Barcelonesen am Heck ihres Autos anbringen? Einen Esel!

Manche auch eine KATze. Bei uns sind die Katzen daheim, auf dem Sofa (im Sommer) oder auf der Heizung (im Winter). Der Esel klebt aber an der Heckklappe.

Paul Ingendaay

30. November 2009, 12:15

Ja, pardel, den Esel habe ich bemerkt. Ich musste gestern wieder darüber nachdenken. Aber jetzt muss ich schreiben. Sonst gibt es morgen keinen Artikel über das Spiel. Ich bin gespannt, ob es im AVE weiche Fruchtbonbons gibt. Gestern gab es keine.

Molinero

01. Dezember 2009, 01:05

Nicht nur Autoaufkleber pardel,bebés barbero ecologico.....www.spreadshirt.net/.../4

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