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Sanchos Esel

Zwischenbilanz: Das zähe Leder der wahren Stars

03. Juli 2010, 11:39 Uhr

Bitte sehen Sie es mir nach, wenn ich noch einmal auf das weltumspannende Ereignis zu sprechen komme, durch das ein beträchtlicher Teil der Menschheit in diesen Tagen seine Existenz betrachtet. Wie hieß es gerade aus Holland? Mehr als sechzig Prozent der niederländischen Arbeitnehmer hätten sich am Freitag freigenommen, um das Spiel ihrer Mannschaft gegen Brasilien zu verfolgen.

Das bringt mich zum ersten Gedanken. Wir sollten nicht so tun, als wäre der Ausgang der WM das Ergebnis einer tieferen Wahrheit. Es sei denn, man wollte als tiefere Wahrheit schon die Erkenntnis gelten lassen, dass afrikanischen Mannschaften immer noch das letzte Bisschen Kaltschnäuzigkeit fehlt, um in der 120. Minute den entscheidenden Elfmeter zu verwandeln. Nein, im Fußball - und erst recht bei einem Turnier wie diesem, das Mannschaftsgeist und professionelle Einstellung besonders hoch belohnt - liefert das Endresultat immer die Substanz des zu Beweisenden.

 

Beispiel: Brasilien. Beispiel: Holland. Von Brasilien hieß es nach dem lockeren 3:0-Sieg gegen Chile, jetzt sei die Mannschaft von Trainer Dunga zum Topfavoriten aufgestiegen, sie beherrsche viele Register, sei torgefährlich, habe eine stabile Verteidigung und so weiter. Solche Theorien gelten aber nur bis zu dem Spiel, in dem sie widerlegt werden. Und die Niederlande schafften die Widerlegung mit vergleichsweise einfachen Mitteln. Sobald Brasilien im Rückstand lag, verloren die angeblich begabtesten Fußballer der Welt ihre Magie. Wie sie dem fehlenden Tor hinterherrannten, machte einen ziemlich hilflosen Eindruck.



Die Niederländer wiederum erwiesen sich nicht nur als wahre Turniermannschaft, sondern nahmen die demütigende Erfahrung der ersten dreißig Minuten, in denen sie vorgeführt wurden, ersichtlich zum Ansporn, etwas gegen den drohenden Untergang zu tun. Sie begannen, sich stärker zur Wehr zu setzen. Ein wenig hat mich das Ganze an den 3:1-Sieg von Inter Mailand gegen den FC Barcelona erinnert, nicht nur, weil Wesley Sneijder in beiden Spielen die Schlüsselfigur war. Nein, es wurde auch wieder dieselbe Lehre erteilt. Favoriten gibt es nur auf dem Papier, und das Führungstor, das alle Welt erwartet, ist wenig wert, wenn es nicht mit Zähnen und Klauen verteidigt, möglichst sogar aufgestockt wird. „Entscheidend ist aufm Platz" lautet eine Fußballweisheit, die man in der Gegend, aus der ich stamme, gern zitiert. Man muss hart sein, geduldig, diszipliniert, zäh wie Leder, um sich den Sieg zu verdienen. Der Brasilianer Felipe Melo demonstrierte das Gegenteil dieser Einstellung, als er das wohl hässlichste Foul dieser Weltmeisterschaft beging und dafür zu recht vom Platz flog.



Eine weitere Schlussfolgerung drängt sich auf. Die beiden vergangenen Wochen haben abermals bewiesen, dass Florentino Pérez, der Präsident von Real Madrid, sich bei seiner Transferpolitik übel vergriffen hat. Die für insgesamt zweihundert Millionen Euro angekauften Stars der letzten Saison haben bei dieser WM entweder eklatant versagt (Cristiano Ronaldo), ziemlich enttäuscht (Kaká) oder wurden gar nicht erst nominiert (Benzema). Der Triumph dagegen gehört den - gegen vielfachen Rat - ausgemusterten Spielern, die in der neuen Florentino-Ära keinen Platz fanden: Wesley Sneijder und Arjen Robben. Das sollte uns dazu bringen, unseren Begriff vom spielentscheidenden Star, dem Vorbild, der Leitfigur zu überdenken. Selten habe ich einen so deplazierten hochkarätigen Stürmer gesehen wie Cristiano Ronaldo im Achtelfinalspiel gegen Spanien. (Die Bilder vom public viewing dieser Begegnung in Madrid schmücken den heutigen Eintrag.) Er schien wirklich allein zu spielen und von seinen Kameraden auch noch Unterstützung dafür zu verlangen. Vielleicht kann sein neuer Trainer ihm ja bei Gelegenheit eine andere Einstellung beibringen; an der sprachlichen Verständigung sollte es nicht scheitern.

                                                                                       [ Fotos: Alexander Roßbach ]

Veröffentlicht 03. Juli 2010, 11:39 von Paul Ingendaay
Kommentare

Dulcinea

03. Juli 2010, 12:35

Heute abend aber wohnen wir einem wirklich historischen Ereignis bei, dem Einzug ins Halbfinale. Ich glaube daran!

Paul Ingendaay

03. Juli 2010, 13:19

Wir haben hier keine Wetten laufen, soweit ich sehe. Was das 16-Uhr-Spiel betrifft. Alles scheint möglich. Es gibt keinen klaren Favoriten. Mertesacker allerdings macht mir Sorgen. Hoffentlich sind sie grundlos.

pardel

03. Juli 2010, 18:34

Ad10s, Maradona, Ad10s, Messi! Dulcinea, ich glaube auch daran. Aber die Gefahr hat man heute gesehen, und Don Paul erinnert uns auch daran: Werden wir nicht wie Brasilien (vs. NL), wie Barça (vs. Inter, naja, da bin ich differenzierter, aber als Abmahnung ist gut) oder, wie eben gesehen, wie Argentinien. Jetzt ist es hier wieder laut, ich gehe mir das Spnienspiel aushäusig anschauen, mich durch die hupenden Massen durchkämpfend.

Oh, ich bekomme gerade die SMS eines Freundes, der das Finale Uruguay vs Paraguay prognostiziert... Mein Wunschfinale wäre es nicht, aber lustig wäre es schon. Guay gegen Guay, sozusagen. Superguay.

DerMersch

03. Juli 2010, 21:17

Vielen Dank für diesen klarsichtigen Beitrag, der uns am Beispiel Brasilien versus Holland daran erinnert, wie misslich die Rolle des Favoriten ist, wenn er sie nicht erwartungsgemäß erfüllen kann.

Ich komme gerade aus der deutschen Botschaft in Peking, wo das Spiel Deutschland-Argentinien in einer Art Mini-Public-Viewing zu bestaunen war. Die Deutsche Bank spendierte Freibier, Orangensaft, Wasser und Brezen, womit sie auf die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahres einstimmte, das wahrscheinlich im Zeichen neuer Frugalität und "Rausch ist unser Schicksal" steht. Es hat Spaß gemacht! Wie Tintenfisch Paul hatte ich übrigens keinerlei Zweifel gehegt, dass die deutsche Mannschaft die Partie gewinnen würde, allerdings hätte ich eher auf 3:2 in regulärer Spielzeit getippt. Aber ich bin ja auch das blinde Huhn des Fußballs, das über jedes zufällig erworbene Korn unbändig frohlockt ... . Auch weiterhin soll gelten, dass mein Geschmack ein einfacher ist: ich folge immer der besseren Mannschaft und schätze faire Verlierer.  Pars pro toto gesprochen war Löw ein guter Sieger und Maradona ein begabter Verlierer. Das ist nicht wenig.  

Paul Ingendaay

04. Juli 2010, 01:48

Das Gesicht Maradonas in der Niederlage hatte einen Anflug von Größe. Ansonsten nämlich hatte ich mit dem grauen Anzug, dem kompakten Mann darin, dem Ohrknopf, dem Haarschnitt und dem unermüdlich demonstrierten telegenen Enthusiasmus meine Schwierigkeiten. Wie der faire Verlierer zu Hause behandelt wird, muss man in der argentinischen Presse studieren.

Dulcinea

04. Juli 2010, 08:47

Ja, das 16-Uhr-Spiel habe ich hier in Madrid über einen argentinischen Kanal im Internet verfolgt. Das war schön. Die Kommentatoren waren sehr fair, ja. Das kann man nicht anders sagen. Sie waren auch sehr lustig. Man weiß ja, daß ausländische Kommentatoren mit Namen wie Schweinsteiger manchmal Probleme haben können. Diesmal schwankte der Kommentator zwischen Wenténger, Swenténger und einmal, ganz deutlich, Schwainstaiger. Sonst spielten im deutschen Team auch Quedirá, Osíl, Podolki, Newer und, natürlich, LAN.

Und das andere Spiel! Uff! Ich sage nur, daß ich bei Villas Tor Tränen in den Augen hatte! Und daß ich in der vierundneunzigsten Minute halb auf den Boden gesunken den Fernseher angebrüllt habe: Pfeif ab! Pfeif doch endlich ab! Das zeigt die Seelenlage.

abfeldmann

04. Juli 2010, 13:56

spaete fussballsozialisierung: in madrid waren wir gestern von argentinischen freunden zum fussballschauen eingeladen. trotz der fruehen deutschen fuehrung wurden meine interessierten fragen - wie lange denn so ein spiel dauere, was eine gelbe karte und was die zweite bedeute - in der ersten halbzeit noch geduldig beantwortet.

mal schaun, wo wir am mittwoch das naechste spiel sehen. vielleicht tatsaechlich auf einer spanischen fanmeile. vielleicht sogar in deutschem trikot. das waere ein interessanter selbstversuch, denke ich. - fruehling im herbst.

Virtudes

05. Juli 2010, 01:15

Dulcinea, großartig war die Übertragung des Deutschlandspiels in einer Bar in Roma Bella: Neben den von Ihnen Beschriebenen spielte dort noch Filippo Lama mit.....

Virtudes

05. Juli 2010, 01:17

abdelfeldmann: Das war ja wahrer Bildungsurlaub für Sie. Wären Sie nicht eingeladen worden, könnten Sie es glatt von der Steuer absetzen.....

Virtudes

05. Juli 2010, 01:21

Oh je, liebe WG. Wie halten wir nur den Mittwoch aus? Im antiken Griechenland wären wir die wahren Tragöden und Tragödinnen.

Paul Ingendaay

05. Juli 2010, 01:25

Auch ich war von Argentinien-Fans umgeben, die im Lauf des Spiels immer stiller wurden. Die Dame des Hauses hatte Maradona allerdings schon vor der Partie als "desastre" bezeichnet und allenfalls gehofft, die Mannschaft spiele trotz ihres Trainers gut genug, um Deutschland zu schlagen. Ich wiederum gestehe, dass mir das ständige Betatschen, Drücken und Küssen der Spieler am meisten auf den Wecker ging. "Er war ihnen wie eine Mutter", hieß es in unserer Zeitung. "Doch eine Mutter hatten sie ja schon. Sie hätten einen Trainer benötigt."

Paul Ingendaay

05. Juli 2010, 01:31

Wie wir das aushalten, Virtudes? Ganz einfach. Sie schauen sich immer wieder die Fotos in dieser und der vorangegangenen Bloglieferung an, bewundern die weise Auwahl der dort dargestellten Emotionen, denken an Lachen und Weinen, Sonne und Regen, Ewigkeit und Müll. Sie werden lockerer, auch philosophischer. Und wenn all das nicht hilft, dann schütten Sie uns Ihr Herz aus. Irgend jemand ist bestimmt noch wach, um Ihre Zeilen zu lesen.

pardel

05. Juli 2010, 10:03

Virtudes, ich empfehle, zu Ehren vom Tintenfisch Paul, das Rezept für pulpo á feira herauszukramen. es.wikipedia.org/.../Pulpo_a_la_gallega Aber bitte keine Brezen der Deutschen Bank dazu reichen! Galizisches Bauernbrot und galizische Kartoffeln (aber wo nehmen wir die bloß in Berlin her?).

Dulcinea

05. Juli 2010, 12:27

Wenn man sich nur wie unser geschätzter abfeldmann fragen könnte: was ist das eigentlich, eine Halbzeit? Was ist das eigentlich, eine gelbe Karte? Ach! Was werde ich leiden! Was werden wir leiden, pardel und Virtudes! Aber vielleicht...

Paul Ingendaay

06. Juli 2010, 00:22

Die Buchmacher handeln Spanien für den Einzug ins Endspiel am höchsten, Dulcinea. Danach Deutschland, dann Holland und am Ende Uruguay. "Ach! Was werde ich leiden!" Spricht so eine Anhängerin des Europameisters?

Dulcinea

06. Juli 2010, 00:30

Das müssen spanische Buchmacher sein.

Paul Ingendaay

06. Juli 2010, 00:34

Das könnte sein.

pardel

06. Juli 2010, 06:44

Leiden? Nur insofern, als mein Flug morgen um Punkt 20.30 landet. Ich verpasse die erste Halbzeit, und ich werde mit jeder Minute Verspätung leiden. Wieder einmal! Aber dann, die zweite Halbzeit...

Dulcinea

06. Juli 2010, 16:46

Ich finde, unser pulpo Paul sieht sehr zufrieden aus mit seiner Wahl:

www.as.com/.../Ies

Virtudes

06. Juli 2010, 18:18

Da waren Sie aber unaufmerksam beim Buchen, werter pardel! Danke für Ihren Link. Ob unser Gastgeber vielleicht etwas mit Pulpo Paul zu tun hat? Schauen Sie, wo ich im Frühjahr war:

picasaweb.google.com/.../Pulperia

Es war einfach köstlich!

Liebe Dulcinea, ich verfluche meine Sparsamkeit, dass ich neulich am Flughafen nicht zu der verlockenden Flasche Ardbeg gegriffen habe, wie Sie es am Mittwoch tun können. Aber Sie wissen ja, ich spare auf mugabarrus Yacht. So werde ich mich in Don Pauls Fotos vertiefen und philosophisch werden.....

mugabarru

06. Juli 2010, 21:13

¡¡VIVA SAN FERMIIIIIIIIN!! (y mi amatxu).

Die Niederlande dürfen, schon aus rein historischer Ethik - falls es so etwas geben sollte - nicht gewinnen. Nicht in Südafrika. Die Nachbarprovinz mag baltische Mücken (und die wunderschönen Frauen in Tallinn) nicht, so dass wir etwas früher als vorgesehen in Madrid gelandet sind.

Demnächst klatsche ich über die Nachbarprovinz als supporter Ghanas in ziemlich dubioser Begleitung, sowie über Deutsche, die die WM in Madrider Bars verfolgen, und schon so spanisch sind, dass sie - als Angela Merkel - eingeblendet wird, laut "guapa" schreien. Ist das nicht schön?

Ich werde in der Bar "de la esquina" erwartet. Entschuldigung!

Paul Ingendaay

06. Juli 2010, 23:22

Bei Angela Merkel laut "guapa" schreien, das ist schön.

Virtudes

07. Juli 2010, 00:21

Don Paul, Sie sind ein Zyniker.

Ich bin überhaupt kein Fan von Angelita. Aber ihre Begeisterung fand ich hinreißend. Sie scheint mir echt zu sein, nach dem Stand meiner heutigen Erkenntnis.

Paul Ingendaay

07. Juli 2010, 00:26

Sie kennen mich nicht, Virtudes. Ich pflichte mugabarru bei.

Virtudes

07. Juli 2010, 00:30

Schön. Daran freue ich mich auch.

mugabarru

07. Juli 2010, 14:31

Dulcinea, ich hoffe sie frittieren keine Affen bei dieser Affenhitze in Madrid. Die Nachbarprovinz, mein Freund und ich quälen uns noch mit der Frage in welcher Bar wir das Spiel heute sehen werden. Es ist furchtbar "entscheiden" zu müssen wer nach Hause fährt, und wer die Finale spielen darf. HenryCharms, die zu junge Mannschaft hat sich ganz tapfer gehalten. Abfeldmann, ich hoffe sie geniessen ihr geplantes Erlebnis in der Fanmeile. Ich bin sicher sie können mit ruhig mitdeutschem Trikot und deutscher Fahne hingehen, ohne sich irgend welcher Gefahr auszusetzen. Pardel ich bin deinem und Virtudes Tipp gefolgt, und habe fleissig pulpo gegessen. Hoffentlich ist Paul davon unterrichtet und sucht sich demnächst ein anderes Wirkungsfeld.

Mein Freund hat mir erzählt, dass in seiner Nachbarschaft, vor dem Spiel gegen Paraguay, plötzlich einige Fahnen von Paraguay an Fenster und Balkone aufgehängt wurden. Auf eine dieser Fahnen wurdem auch handschriftlich noch ganz gross "Paraguay" geschrieben. Der/die Besitzer waren sich scheinbar nicht so sicher, dass die Madrilenen auch die Farben ihres kleinen Landes kennen....

Tippt niemand hier?

mugabarru

07. Juli 2010, 14:50

Übrigens ist es nicht lustig, dass diese Welle von spanischem Nationalismus gerade so vielen katalanischen Spielern zu verdanken ist? Und ist es nicht auch traurig, dass es in Barcelona, trotz des verständlichen Stolzes auf "ihre" Spieler, keine Möglichkeit gab die Spiele der Nationalmannschaft in public viewing zu verfolgen? Fiindet niemand die kalanisch-nationalistiche Sicht einer "spanisch-katalanischen" Nationalmannschaft einfach kindisch?

Virtudes, lassen sie uns wetten, egal ob es das heutige Ergebnis ist, oder die Anzahl der Verletzten in den "encierros" von San Fermín (Pamplona). Wetten wir um "meine" Yacht, so sind sie ihre Verpflichtung los, und können sich ohne schlechtes Gewissen gleich mehrere Flaschen Ardbeg zum feiern kaufen. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen.

Dulcinea

07. Juli 2010, 15:15

Ich trinke heute abend ganz sicherlich keinen Ardbeg, Virtudes, eher vielleicht einen Eistee. Wenn ich dann noch lebe. Denn ich bin in der Tat ganz heiß, danke der Nachfrage! Dulcinea con la selección!

Virtudes

07. Juli 2010, 17:15

Lassen Sie mir doch meine kleinen Ausreden, lieber mugabarru! Trotzdem wette ich gerne mit Ihnen: 3:2 für D, und das, obwohl ich es mir anders wünsche. Und Ihr Tipp?

Dulcinea

07. Juli 2010, 22:24

Und jetzt kaufe ich mir eine Vuvuzela! Unglaublich! Histórico! Epico!

Virtudes

07. Juli 2010, 22:49

Juchhu, das war ja ein wunderschönes Spiel! Hier in Deutschland herrscht jetzt Totenstille auf den Straßen....

Dulcinea

07. Juli 2010, 23:05

Wie freue ich mich für Puyol! Und wie freue ich mich für Vicente del Bosque! Ja! Jajajajajajajaja!

Paul Ingendaay

07. Juli 2010, 23:42

Der verdammte pulpo.

Dulcinea

08. Juli 2010, 00:39

Pulpo Paul prophezeite (perdón!):

Puyols phantastische Pioniertat.

Prima, pulpo Paul.

.

Mein kleines Haiku für die Nacht. Schlafen Sie alle wohl!

Dulcinea

08. Juli 2010, 01:25

"As" hat von "Viva España" auf "Visca España" umgetitelt. Das ist doch schön, mugabarru, nein?

mugabarru

08. Juli 2010, 13:42

Ja Dulcinea, es ist sehr schön: Gora España, Visca la roja....... Ihre Jungs, Dulcinea, haben herrlich gespielt, obwohl ich viel gelitten habe bis zu dem recht seltsamen, aber glücklichen Tor. Eine Mannschaft ohne Stars und Allüren, aber mit so einer Verständigung und so einem Spass am Spiel, das war der grosse Genuss.

Virtudes, ich - der leidenschaftliche Wetter - habe es nicht geschafft für Spanien zu wetten, obwohl ich es mir wünschte. Die deutsche Mannschaft hatte schliesslich viel geleistet und den gleichen Siegeshunger. Also habe ich gestern gezahlt, und gezahlt und gezahlt.... Und ich habe mich darüber sogar noch gefreut.

Pardel, überleg dir mal ob es nicht der richtige Moment ist in Deutschland "pulperías" zu eröffnen. Ich glaube die Nachfrage ist da, und die Möglichkeiten gehen von feineren Lokalen bis hin zu fast-food. Denk mal darüber nach. Übrigens eine Frage: mit wem hast du gefiebert?

pardel

08. Juli 2010, 15:56

Geschafft! Ich konnte sogar auf den früheren Flug umbuchen, Virtudes, (die Sitzung hörte früher auf, als ursprünglich geplant: Die Delegierten wollten wohl auch Fußball schauen, mir war es sehr recht) und bin sagenhafte drei Minuten vor Anpfiff in "meine" Kneipe angekommen. Zunächst war die Freude groß, danach haben sie sich als faire Verlierer gezeigt. Nun sind es die Deutschen, die nach dem Rezept für pulpo á feira fragen. Dann bestellte ich mir einen sommerlichen Traum-Gin-Tonic. Ich finde das alles sehr schön. Nur noch ein Spiel. Werden wir van Bommels Niederländer gegen die Wand spielen, wie letztes Jahr Barça gegen Bayern, oder werden uns Schneiders Jungs das Spiel verderben, wie heuer Inter gegen Barça? Spannend ist's...

Paul Ingendaay

08. Juli 2010, 19:08

Ein Glückwunsch an Spanien. Und hier sehen Sie, wie es mir auf Ibiza ergangen ist:

www.faz.net/.../Doc~EA4540B3C9FE2441894425B607E5EEA11~ATpl~Ecommon~Scontent.html

mugabarru

08. Juli 2010, 23:48

Herr Ingendaay, wo bleibt das zähe Leder des wahren Verlierers? Sie sind doch auch noch merengue, also haben sie ja Erfahrung. Lassen sie bitte den Kopf nicht hängen. Schlimmer geht es einem guten Bekannten  hier in Madrid: er hat eine deutsche Freundin, grosses Fan der deutschen Nationalmannschaft, und er fürchtet nun, die nächsten zwei Wochen werden, nun, sie wissen, einsam. Es ist nur ein Spiel.  Konzentrieren sie ihre Sorgen lieber auf ihre Mannschaft: CRs Vaterschaft, der neuverpflichtete di Maria sah ja so schüchtern aus, dass ich ihn fast adoptiert hätte. Ausserdem können sie sich noch immer auf eine Wahlheimat und ihr "corazón partío" besinnen. Wollen wir nur gemeinsam hoffen, dass Spanien die WM gewinnt, und dass dieser Sieg nicht zu sehr ausufert. Seien sie mutig!

Pardel, falls du ernsthaft über Alternativen zu Fritten-Buden nachdenkst, hier noch Rezepte zum pulpo.... blogs.elpais.com/.../cinco-platos-urgentes-para-hacer-con-pulpo-paul.html.

Dulcinea, üben sie nich mit der vavuzela? Ich habe kein Training gehört, und bin in ihrer Nähe. Was ist? Ich hoffe sie trauen ihren Jungs auch das grosse Finale gegen Niederlande zu.

Abfeldmann, wie war ihr Erlebnis? Haben sie überlebt? Ist Fussball in grösserer Begleitung nicht doch interessanter als in kleinen Gruppen? Ich bin auf ihren report sehr gespannt.

Virtudes, nicht nur Deutschland war still. Italien auch. In Bari gab es nur einen Menschen der den spanischen Sieg gefeiert hat, aber über SMS und Internet mit amatxu und mir verbunden. Heute haben wir die korrekte Aussprache con "Carles" geübt.

abfeldmann

08. Juli 2010, 23:59

wie sagte zapatero? - 'zumindest im fussball ist spanien besser als deutschland...' - er ist sozialist und kein mann des volkes. - wahrscheinlich ist es das, was ihn mir so sympathisch macht...

Paul Ingendaay

09. Juli 2010, 00:28

mugabarru, ich weiß nicht, was Sie gegen mein Verlieren einzuwenden haben. Haben Sie über den Link oben meinen Artikel gelesen? Wer leugnet, dass ihn eine Niederlage etwas angeht, braucht nicht davon zu reden. Dem bedeutet das Spiel nichts. Nein, mugabarru. Erst den Schlag einstecken. Dann verarbeiten. Dann wieder auf den nächsten Sieg setzen. Was denn sonst?

Übrigens brauche ich wohl nicht zu erwähnen, dass ich Spanien gern als Weltmeister sähe. Pulpo Paul allerdings ist anderer Meinung.

Dulcinea

09. Juli 2010, 00:35

Sie sind immer so kommunikativ, mugabarru, das ist so schön. Selbstverständlich  traue ich meinen Jungs alles zu, wie ich es hier bereits am 11. Juni um 11:22 hinterlegte, aber auf mich hört ja keiner. Die Vuvuzela kaufe ich erst am Samstag, wenn ich wieder am Bernabeu-Stadion vorbeikomme. Machen Sie Urlaub in Madrid, mugabarru, und ist es Ihnen hier nicht zu heiß? Ich habe gestern sehr stark an Sie gedacht, als ich an unserem Wettbüro vorbeilief, Sie wissen, an welchem.

Dulcinea

09. Juli 2010, 00:36

Pulpo Paul pflegt sich in Endspielen zu irren.

Dulcinea

09. Juli 2010, 01:31

Dagegen kann ich mich wirklich gut mit diesem Mops identifizieren! Ja. Danke, Don Paul. Auch ich bin der Mops! Der spanische Gemeinschaftsmops.

Paul Ingendaay

09. Juli 2010, 01:39

Sie sind zu gütig, Dulcinea.

mugabarru

09. Juli 2010, 12:47

Lieber Herr Ingendaay, selbstverständlich habe ich ihren schönen Artikel gelesen. Deshalb wollte ich sie trösten. Aber ich sehe auch ein, dass ich kein eingefleischter Fussballfan bin, so dass mir bestimmt viele Nuancen des Gefühlsleben eines leidenschaftlichen Fusballanhänger entgehen. Scheinbar ist es fast wie mit Liebesnot: man muss den/die Betreffenden erst mal richtig leiden lassen, so als Katharsis. Ich werde es nie lernen. Fremdes Leid bedrückt mich immer. Gott sei Dank bleibt uns ja die Literatur. Viel Vergnügen beim Lesen.

Dulcinea, ich verkomme fast in dieser brütenden, und für mich ungewohnten Hitze. Aber die Nachbarprovinz hat gesundheitliche Probleme, deshalb sind wir früher als geplant in Madrid gelandet, und auch nicht in unsere Ecke zurück gefahren. Sie soll sich schonen und erholen, denn sie fliegt ja am Wochenende zu ihrer Schwester in USA. Wenn sie nicht topfit ist, lasse ich sie nicht fliegen. Sonst macht mich ihre Familie noch verantwortlich, wer weiss......

Dulcinea

09. Juli 2010, 13:00

Etwa Grippe, wie Manolo el del bombo? Diesen habe ich einmal in einer Kneipe in Leeds getroffen (EM 1996). Diesen Grad der Fußballanhängerschaft werden wir alle nicht mehr erreichen. Er ist der Übermops, Manolo. Ich wünsche Ihrer Vertrauten gute Besserung und Ihnen, mugabarru, einen staatlich geprüften Zufächler!

pardel

09. Juli 2010, 17:20

Eine pulperia in Berlin, lieber mugabarru, wäre eine sehr gute Idee, wie auch ein Laden mit guten (!) Paellas. Leider steht diesem Projekt meine unüberwindliche Abneigung gegen selbstausbeuterische Sklaverei (auch als Gastronomie bekannt) im Wege. Aber wenn du jemanden kennst, der ein solches Projekt aus dem Boden stampfen will, ich wäre sehr gerne Berater, Testesser und Rezeptelieferant. Es wäre nicht schwer.

Kopf hoch, Don Paul! Schauen Sie nicht auf die Niederlage, sondern auf das Potential dieser deutschen Mannschaft. Unsere besten Spieler (Xavi und Puyol) werden nicht mehr ewig spielen, wir müssen jetzt endlich gewinnen, in Brasilien wird der Gastgeber, fürchte ich, nicht verlieren dürfen. Dafür sind Sie Ballack los. Das ist doch was!

Oh! Welch herrliches Gin-Tonic-Wetter!

mugabarru

09. Juli 2010, 20:48

Pardel, ich verstehe dich absolut. Auch ich bin eher zum guten Stammgast als zum guten Wirt geeignet. Aber als unabhängiger, international advsisor im Thema bin ich zu haben. Jederzeit. Auch bereit weit zu reisen, um als Testesser mein Bestes zu geben. Also diesen Teil des Teams hatten wir schon. Fehlt nur noch das kleine Detail wer die harte Arbeit übernimmt. Nekane weigert sich Getxo zu verlassen.

Dulcinea, ich brauche das kühle Wasser des Cantábrico und Wolken, um die Sonne etwas zu mildern. Wegen der Nachbarprovinz kann ich leider das Leben nicht einfach nach Sonnenuntergang beginnen, so wie es in dieser Stadt und zu dieser Jahreszeit angebracht, und mir auch ein Genuss wäre. Aber ich bin hart. Ich bin Baske.

Dulcinea

10. Juli 2010, 20:19

Dem deutschen Mops viel Glück heute! Suerte! Obwohl ich auch hoffe, daß Forlan noch ein schönes Tor schießt. Aber nur eins.

Paul Ingendaay

11. Juli 2010, 00:32

Dulcinea, Sie sind so weise wie der pulpo.

Dulcinea

11. Juli 2010, 00:55

Danke. Ich fühle mich dem Orakeltentakel in der Tat recht verbunden: 2.bp.blogspot.com/.../pulpo+paul+copia.jpg.

mugabarru

11. Juli 2010, 01:16

Dulcinea, wir sind uns wieder mal einig. Und auch bin ich glücklich, dass ihre Jungs mich von der Diskussion um "l'estatut" befreien. Nie war ich dem Fussball so dankbar.

Herr Ingendaay, ich will ihre Trauer nicht unterbrechen. Doch worüber genau trauern sie denn jetzt: um den 4. Platz für Uruguay ..., oder? Sie wissen, ich habe ja keine Ahnung.

Ein Bekannter von mir ist übrigens ganz glücklich über den Service der British Airways. Er musste am Abend der Halbfinale mit einem Kollegen nach Shanghai fliegen, konnte das Spiel also nicht sehen. Beide müssen den armen Stewardessen so auf den Wecker gefallen sein, dass sie schliesslich von BA eine Flasche Champagner spendiert bekamen, mit dem Hinweis Spanien habe gewonnen.

Und da die Nachbarprovinz mit dem Verprechen kein Sushi zu essen, wegen ihrer allergischen Reaktion auf "anisakis" (es war nicht wegen der Mückenstiche), aber ohne infiziert zu sein, abgeflogen ist, werde ich jetzt meine philodeutsche Seite herauskehren und, endlich, die Nasen der Kellnerinnen in den Madrider Terrassen erkunden. Pardel, du hast recht, es herrscht herrliches Gin-tonic-Wetter.

Dulcinea

11. Juli 2010, 17:40

Für Vicente! Dulcinea con Vicente del Bosque, der kein Elfmeterschießen trainiert. Weil er nicht daran glaubt! Der am Finale lieber als Spieler denn als Trainer teilgenommen hätte! Für diesen bescheidenen Menschen müßten meine Jungs den Titel eigentlich holen. Meine Tröte für ihn!

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