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Sanchos Esel

Die Briefmarke oder Was haben Sie mit meinem schlechten Karma zu tun?

14. November 2011, 10:40 Uhr

Bevor die spanische Parlamentswahl unsere ganze Aufmerksamkeit gefangennimmt, sofern sie das schafft, muss ich noch von einem Gespräch neulich auf dem Postamt berichten. Ich weiß nicht, ob es das in anderen Ländern auch gibt, aber in Spanien existieren Postämter, die ausschließlich Pakete und große Sendungen ausgeben, und andere, in denen man etwas abschicken kann. Früher dachte man ja mal: Ah, da ist ein gelbes Postamt, nichts wie hin! Aber das hilft einem heute nicht mehr. Man muss die Rein/Raus-Unterscheidung treffen, sondern landet man garantiert im falschen. Das Lustige ist, das man in den Abholungspostämtern noch nicht einmal eine Briefmarke kaufen kann, aber dazu gleich mehr.

Letzte Woche jedenfalls lag in meinem Briefkasten einer dieser gelben Benachrichtigungszettel, auf dem stand, ich sei um 10:45 Uhr nicht zu Hause angetroffen worden und könne (aber nicht vor dem morgigen Tag) in einem bestimmten Postamt ein an mich adressiertes Paket abholen. Der Weg dorthin und wieder zurück kostet mit Parkplatzsuche zwanzig Minuten, die Wartezeit im Postamt nicht gerechnet. Ich hielt den Zettel in Händen und verstand die Welt nicht mehr. Zu der fraglichen Zeit waren drei Personen im Haus gewesen, und eine von ihnen hätte die Klingel sicherlich gehört. Ich fuhr also am nächsten Tag leicht genervt zu meinem Abholpostamt, in der Gewissheit, der Paketbote habe sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, den Klingelknopf zu drücken.

Und so war es. Ich trug meine Beschwerde vor, erwähnte, wir seien zu Hause gewesen, als der Paketbote klingelte, und sah die Postdame freundlich nicken.
Das sei zweierlei, sagte sie.
„Was ist zweierlei?"
„Was hier auf der Benachrichtigung steht und was dann in Wirklichkeit geschieht."
Das ist Kafka, dachte ich im Stillen, sagte dann aber: „Sie wollen mir sagen, der Paketbote schreibt hin, er sei dagewesen, wenn er gar nicht da war?"
„Nein", sagte die Dame. „So ist es auch wieder nicht. Der Paketbote war da, hat aber nicht auf Ihre Klingel gedrückt. Er hat nur die Benachrichtigung in Ihren Briefkasten geworfen."
„Und das Paket", sagte ich. „Glauben Sie, er hatte es bei sich?"
„Ja, die kommen mit dem kleinen Lieferwagen. Die haben alle Pakete bei sich."
„Aber warum liefert er es dann nicht ab?"
„Weil es ihn zuviel Zeit kostet. Es sind sehr viele Pakete."
„Und warum fährt er alle diese Pakete durch Madrid, wenn er keines von ihnen abliefert?"
„Er muss. Er ist ja der Paketbote. Stellen Sie sich vor, der Paketbote hätte keine Pakete bei sich."



Ich schwöre, dass der Dialog ungefähr so abgelaufen ist, mit demselben Maß an beamtenhafter Logik und alltäglicher Absurdität. Natürlich gehe ich aus solchen gleichsam literarischen Gesprächen gestärkt hervor, um nicht zu sagen, versöhnt. Es reicht mir schon, wenn ich in meinem Kampf gegen den Irrsinn dieser Welt nicht allein bin und andere auf derselben Erkenntnisstufe verharren wie ich. Ich sage „verharren", weil man von dort auch nicht mehr wegkommt. Man wüsste ja, wie Fehler zu korrigieren und die Zustände zu verbessern wären. Doch man tut es nicht, weil man aus Schaden klug geworden ist.
„Wenn Sie eine Beschwerde einreichen wollen", sagte die Dame am Ende, „hier sind die Vordrucke."
„Vielen Dank", sagte ich. „Ich bin verärgert, aber nicht blöd."



Nein, stimmt nicht. Die letzte Zeile habe ich so nicht gesprochen, nur gedacht. Und ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob sie stimmt. Denn erstens bin ich gar nicht mehr verärgert, die vielen Jahre der Schikane stumpfen ab, man liest noch ein bisschen Montaigne und kommt klar. Zweitens könnte es sein, dass ich wirklich blöd bin. Jedes Jahr nämlich werfe ich mich mit den Postangestellten in ein Gespräch über die neuen Posttarife.

Das wollte ich Ihnen auch noch erzählen: Jedes Jahr, zum 1. Januar, erhöht die spanische Post die Tarife. Das war schon immer ärgerlich und riecht nach blödsinniger Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, nur dass jene, die diese Arbeit leisten müssen, selbst keine Ahnung haben, was sie nach dem 1. Januar eines neuen Jahres tun sollen. Es gibt zum Beispiel keine Tarifinformationen, die der Kunde bei der Post einsehen oder gar einstecken könnte. Früher waren die Angestellten so nett, mir die neuen Tarife zu kopieren und mitzugeben. („Aber sagen Sie niemandem, dass Sie das von mir bekommen haben.") Heute gehe ich ins Internet und drucke mir die neuen Tarife aus. Doch was machen die Millionen Spanier, die immer noch kein Internet benutzen? Das ist der spanischen Post wurscht. Sie will, dass die Menschen ins Postamt kommen, ein Zettelchen ziehen und warten, bis sie an der Reihe sind. Möglicherweise wiederhole ich mich, aber es verdient immer und immer wieder gesagt zu werden: Im Spanischen sind „Hoffen" und „Warten" dasselbe. Das Wort für beides heißt esperar.

Verschärft hat sich das Problem durch eine folgenschwere Neuerung. Früher hatten spanische Postämter diese Maschinen, auf denen man Briefmarken jedes beliebigen Werts drucken lassen konnte. Jemand brauchte ein Porto von 3,67 € ? Kein Problem. Die Maschine druckte es. Oder 11,70 € ? Ein Kinderspiel, 11,70 € gingen auf einen kleinen Fetzen Papier. Die Briefmarken, die aus der Maschine kamen, waren hässliche pegatinas oder Abziehbildchen, aber auf Schönheit kann man mal verzichten, wenn das Leben dadurch einfacher wird.

Inzwischen jedoch gibt es diese Maschinen nicht mehr. Die spanische Post verkauft nur noch traditionelle, also vorgedruckte Marken, die zwar auch den praktischen Selbstkleber haben, aber längst nicht in allen erforderlichen Werten hergestellt werden, ganz abgesehen davon, dass die meisten nicht vorrätig sind. Sie ahnen, was jedes Jahr passiert. Man kauft sich nach der Preissteigerung Wahnsinnsmengen Ein-Cent-Briefmarken mit dem Porträt des spanischen Königs, um seinen alten Markenvorrat umzurüsten.



Zur Zeit kostet der einfache EU-Brief in Spanien 0,65 €, um Ihnen mal einen Begriff zu geben. Anfang kommenden Jahres wird er 0,66 oder 0,67 € kosten. Spanien ist also deutlich teurer als Deutschland. Ja, ich weiß, dass die Metro von Madrid und Barcelona immer noch billiger ist als die U-Bahn in Berlin, Frankfurt oder München. Aber nicht mehr lange. Mark my words. Die spanische Post ist schon mal mit schlechtem Beispiel vorangegangen.

Ich will Sie aber so nicht allein lassen, mit all meinem schlechten Karma. Sie sollen auch noch an meiner Freude teilhaben, nämlich meinem jüngsten Briefmarkenkauf. Man druckt dort bei der Post nämlich jetzt Illustrationen der „Ziviltugenden" auf die Briefmarken, und die fand ich so bezaubernd, dass ich dachte, Sie sollten ein paar von ihnen kennenlernen. Etwa den Aufruf, im Auto den Gurt zu benutzen. Oder das caca des Hundes wegzumachen. Sehen Sie die Tüte? Bolsa caca!, sage ich da nur.



Natürlich gibt es auch sehr hübsche Schmetterlingsbriefmarken oder Marken zu Artenreichtum und Ozeanographie.



Und dann die 2,84er mit Teppichen, die Teil des spanischen Kulturerbes oder patrimonio nacional sind! Sie sehen Sie oben auf meinem Cossío liegen. So ein riesiger Lappen für so eine kleine Briefmarke! Man will schon an Weihnachten und Adventskalender denken, aber wenn ich das jetzt tue, denke ich auch wieder an all die Pakete, die der Paketbote in der festlichen Zeit nicht bei mir abliefern wird, weil er für das, was seine Aufgabe ist, keine Zeit hat, und dann werde ich wieder traurig oder ärgerlich oder blöd, und das will ich nicht so kurz vor der Wahl. Also Schluss für heute. Gracias por su atención.

                                                                         [ Fotos : Sanchos Esel ]

Veröffentlicht 14. November 2011, 10:40 von Paul Ingendaay
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Kommentare

derast

14. November 2011, 11:46

Ein kleines Kunstwerk, vor allem der Dialog im Postamt! Anscheinend hat alles auch etwas gutes: Ärger kann Kreativität freisetzen ...

Vielleicht ist auch das noch ein kleiner Trost (könne allerdings den Ärger über die Absurdität des Alltags auch vergrößern): auch in Deutschland passiert exakt das Gleiche. Wir sind zuhause und finden eine Benachrichtigung mit genau dem gleichen Text vor  - diese Formulierungen müssen wohl einer EU-Norm entsprungen sein.

Kafka war ein Vertreter des modernen Realismus ...

atorvil19

14. November 2011, 11:56

Ja, ja, ja, ja!!! (sowohl in spanischer als auch in deutscher Fassung anzuwenden!!)

Ich habe mich sehr an Ihren Beitrag amüsiert! So "schöne" Errinerung an mein (manchmal) stundenlanges Anstehen bei der Post!! "Esperar" no espero nada bueno de Correos, solo espero a que me toque!! Und das ist nicht immer einfach....

Solche Gespräche, wie Sie mit dem Postbeamten geführt haben, waren immer an der Reihe!! Und nie hatten sie was falsch gemacht.... es lag immer an uns Sterblichen, die ihnen eigentlich dankbar sein müssten, dass die Pakete und Briefe ankommen..... das sind die sogenannten und nervenzerreibende "funcionarios de ventanilla".... Gott bewahre uns vor denen!!!!

Eine schöne Woche mitten im Wahlkampf!!

VroniG

14. November 2011, 13:37

Herrlicher Dialog! Diese Beamtenlogik!

Und ich hatte tatsächlich einmal schriftlich per Vordruck und danach persönlich (persönlicher aber charmanter Nachdruck hilft immer, dachte ich) bei genau diesem Nürnberger Paketamtsleiter beschwert. Weil: Ich war ja DA, und er klingelte nicht. Und ich sah das Paketauto vom Fenster auch noch perfide davonfahren.

.

Nun: Ich beschwerte mich nie wieder. Man kommt sich vor wie ein Esel, oder wie dem Depp seine Vorhut. Windmühlenflügerl sind überall.

.

Aber Eines stimmt: Sie haben wirklich keine Zeit, alle Pakete, die sie ja im Auto HABEN, auszuliefern.

.

Das ist keine Beamtenlogik, sondern vermutlich ausbeuterischen Arbeitsbedingungen geschuldet. Solchen, in denen früher ein halbwegs redlicher REFA-Fachmann die körperlichen Arbeitsabläufe mit der Stoppuhr festlegte und heute wohl ein Ferengi, damit es den Shareholder Value befriedigt. Das ökonomische Denken ausschließlich vom Ende her gedacht ... target costing ... ein Festessen für Controller ...

.

Conclusio: Beamte und Controller dürften sich demnach gar nicht so unähnlich sein ... wenn die Ergebnisse doch auf das Gleiche hinauslaufen, nämlich kafkaeskes Chaos zu gebären. In Spanien und anderswo.

pardel

14. November 2011, 15:01

Zu ihrem Post "Vielleicht sieht so der Teufel aus" vom letzten Juli kommentierte ich:

"13. Juli 2011, 15:58

Ich ging neulich zur schicken neuen Postfiliale am Wittembergplatz, um mich darüber zu beschweren, dass der Postbote Päckchen mit Bücher nicht bei uns abgab, obwohl wir zuhause waren. Bei uns gibt es eine Gegensprechanlage und einen Fahrstuhl, es gelten keine Ausreden. Das macht er öfter, dann kriegen wir die Bücher nicht mehr am selben Tag ("heute jedoch nicht" lautet die Formulierung), wir haben es satt. Die "Beamtin" der Post stand in ihrer schicken Uniform hinter dem Schalter, direkt vor einem risiegen Schild mit dem gelben Logo der Deutschen Post, und erklärte mir geduldig, dass sie nichts dafür könne. Ich soll meine Beschwerde bitte bei der Deutschen Post einreichen, nicht bei ihr. Ich zeige auf das Schild: Deutsche Post. Sie sagt eiskalt, sie sei nicht die Deutsche Post. Ich zeige wieder auf das Schild: "Was steht da?" - andere Kunden lachen schon. Sie wiederholt es: Ich soll mich an die Deutsche Post wenden. Sie sei nur die Postbank, die nur einige Aufgaben der Deutschen Post übernehme. Beschwerdeführung gehöre nicht dazu.

Aber Briefmarken verkaufen sie noch. Meine Bücher durfte ich am nächsten Tag abholen. Der Teufel soll sie holen!"

Das ist offenbar eine universelle Plage. Bei "Men in Black II" wird behauptet, alle Postbeamte seien Aliens. Es steht zu befürchten, dass es im Oriongürtel auch nicht besser ist.

Siggi0103

14. November 2011, 15:05

Da spricht mir Sanchos Esel aber aus dem Herzen - Ich bin nicht alleine!

Klar gibt es auch in anderen Ländern Beamtentum, doch ich unterstelle den Spaniern gewisse Perfektion. Und übrigens DHL, UPS, MRW, Seur, etc. kommen an und wenn es um 20.30 Uhr ist.

Zudem musste ich bei der Lektüre dieses Eintrags an unsere Postbotin (der normalen Post) denken und schmunzeln. Sie macht ihren Job gut und schon sehr, vielleicht zu bürgernah:

Bei den "cartas certificadas" die vom DGT oder dem Rathaus kommen und augenscheinlich "multas" wg. Verkehrsvergehen oder Falschparkens enthalten, klingelt sie und verkündet über die Gegensprechanlage "MULTA". Wenn man dann nicht öffnet und auch den Schrieb im Briefkasten ignoriert, hat man viel, viel Zeit gewonnen, denn es dauert mit unter Monate oder Jahre bis man wieder von der Behörde hört, oft ohne das man sich straffbar macht oder das Bussgeld höher ist. Somit wird sie für viele zur Heiligen. Was macht es da schon wenn man ab und an mal auf ein Paket warten muss, nur weil der Kollege nicht mit so viel Herz arbeitet?

Paul Ingendaay

14. November 2011, 15:58

Pardel, danke, jetzt erinnere ich mich wieder. Damals habe ich natürlich gelächelt, war aber noch nicht so weit. Damals wurden die Päckchen noch bei uns abgegeben. Jetzt kann ich es intensiv nachfühlen. Offenbar können alle es nachfühlen. Denn wir alle sind Opfer des Postwesens. Das sind die Augenblicke, an denen mir besonders liegt: Wenn Sanchos Esel zu einem Verständigungsforum der Opfer des internationalen Postwesens wird.

atorvil19

14. November 2011, 16:13

Siggi0103 - Ich würde es an Ihrer Stelle nicht machen!! Heutzutage werden Sie dann via Amtsblatt "zugestellt" und plötzlich sehen Sie wie Ihr Bankkonto für diesen Betrag gepfändet wird, ohne dass Sie jegliche Möglichkeit zur Verteidigung haben. Dies gesagt, muss ich Ihnen gratulieren, dass Ihnen die "Multas" zugestellt werden!!! In Madrid kommt plötzlich ein Schreiben, wo steht: "nachdem Ihnen diese multa zweimal erfolgslos versucht wurde zuzustellen, wurde Ihr Bankkonto für den Betrag X gepfändet". Dieses letzte Schreiben wird immer mit Erfolg zugestellt, aber man hat nie die "multa" gesehen, noch die schöne Benachrichtigungszetteln der Post, die Herr Ingendaay abgebildet hat.... nichts wurde zugestellt und schon gar nicht zweimal.... Jetzt dürfen Sie zahlen und, wenn Sie noch gutes Geld schlechtes hinterherwerfen wollen, einen verwaltungsrechtlichen Verfahren starten, der stets abgewiesen wird und in Folge in einen gerichtlichen Verfahren endet....

Ob das an den Postbeamten liegt, der die Benachrichtigung nur die ersten zwei Male vergessen hat (oder besser gesagt, immer vergisst), weiss ich nicht, aber ärgerlich ist es allemal.....

Sorry für den Exkurs, aber sollen Sie gewarnt sein, die "multa" nicht anzunehmen!!!

Un saludo

Siggi0103

14. November 2011, 17:29

Danke! Natürlich hat atorvil19 recht. Wer die Schuld hat soll auch zahlen, schon aus moralischen Gründen! Dies hätte ich erwähnen sollen - ¡lo siento! Auch ist der Anreiz einer 50% Reduktion bei zügigem Begleichen des Strafgeldes meiner Meinung nach eine gute Maßnahme. Oder auch die Google-Ähnlichen Fahrzeuge, die per Kamera die Busspuren überwachen und heftige multas bescheren - selbst der Park-Service (Valet) hier um die Ecke bei einer Nobel-Marisqueria musste schon mehrmals und zu recht dran glauben.

Mir ging es mehr um dieses "solidarisierende" Verhalten der cartera (Postbotin) in diesem speziellen Fall welches mich erstaunte - ob man es gut findet lasse ich aussen vor.  Andere öffentliche Angestellte wie Sanchos Esels Paketbote, oder auch die Parkmoral von Polizisten, achtloses Wegwerfen von Müll vom Reinigungspersonal auf Gehwegen und ähnlichem zeigen ja oft das Gegenteil und wurden hier auch schon oft erwähnt. Die Gegensätze und Wiedersprüche im eigenen Verhalten, bei allen Leuten (siehe die zufällig liegengebliebenen oder halt aufzusammelnden Hundehaufen auf der Briefmarke), aber gerade auch im Beamtentum wo es stärker sichtbar wird, sind in vieler Lande (wie auch hier in Spanien) Stoff für Diskussion, fragwürdig, aber auch menschlich. Was ist wirklich solidarisch, was ist Trittbrettfahren, was hilft der Gemeinschaft und ist sozial? Ist es da so erstaunlich, dass am Ende viele gerade per oposición (Auswahlverfahren) einen solchen Beamtenjob ergattern wollen?

Melibea

14. November 2011, 20:01

Ich habe von der spanischen Post vor kurzem andere seltsame Dinge gehört: Mein Freund und seine Mitbewohner hatten eine Sammelbestellung bei einer amerikanischen Bekleidungsfirma aufgegeben. Nachdem diese sehr lange auf sich warten ließ, informierten sie sich bei der Firma, die angab, alles korrekt und fristgemäß abgeschickt zu haben. Also gingen sie zu ihrem "Abholungspostamt"; ich nehme an, in die Sahnetorte an der plaza de Cibeles, da musste ich auch immer hin. Dort sagte man ihnen, dass sie ihr Paket nur abholen könnten, wenn sie den gelben Aviso vorzeigen. Der war aber nie angekommen. Und über den Namen könne man das ganze nicht nachvollziehen, nur der Aviso berechtige zum Abholen...

Dulcinea

15. November 2011, 00:29

"Den Berichten nach zu urteilen, leidet am meisten von allen die Post. Wenn sich ein guter Mensch fände, der die Mühe auf sich nähme, den sibirischen Postverkehr nur von Perm bis Irkutsk zu verfolgen und seine Eindrücke aufzuzeichnen, so erhielte man einen Bericht, der den Leser zu Tränen rühren würde. ... Über Flüsse und überschwemmte Wiesen werden die schweren Postkutschen auf kleinen Booten übergesetzt, die nur deshalb nicht umkippen, weil wahrscheinlich für die sibirischen Postillione ihre Mütter heiße Gebete verrichten. Die sibirischen Postillione sind Märtyrer, sie tragen ein schweres Kreuz."

Was will ich damit sagen?

Unzugestellte Aviso-Scheine, Abhol- und Bringepostämter, Bolsa Caca und Preiserhöhung sind am Ende gar nicht so schlimm. Ich kann eigentlich nicht klagen! Post wird bei mir zugestellt von Dienstag bis Freitag, Pakete werden gebracht oder auch nicht, alle sind freundlich, das Postamt ist geheizt.

Paul Ingendaay

15. November 2011, 00:46

Siggi0103, Ihre Postbotin ist eine Heldin. Sie gehört in einen Film über den antifranquistischen Widerstand oder dergleichen. Sie wissen, was ich meine.

*

Dulcinea, Ihre positive Einstellung gefällt mir. Ich will mich immer daran erinnern, wenn ich zum Postamt muss.

stefanmadrid

15. November 2011, 14:54

Auch ich würde mich auf die positiven Aspekte der Geschichte konzentrieren, Dulcinea: das Paket ging nicht verloren. Und: es gibt - wie Paul Ingendaay schreibt - nur noch Briefmarken, keine Freistempelmaschinen mehr auf dem spanischen Postamt. Für die Vorbereitung auf zu erwartende zukünftige Diskussionen mit Beamten, Handwerkern, Dienstleistern, etc., empfehle ich den entsprechenden Lebensratgeber von Hannes Stein: "Immer Recht haben!: Totschlagargumente für alle Lebenslagen". Für die Aufbesserung des Karmas den Teeweg: www.teezeremonie-zen.de

Paul Ingendaay

15. November 2011, 15:36

Freistempelmaschinen! Danke für das Wort, stefanmadrid. Wieder eines mehr.

stefanmadrid

15. November 2011, 17:42

ja, ich wundere mich selbst, Paul Ingendaay... was aber noch viel mehr bedeuten würde, wäre, das spanische Wort für diese Maschine zu kennen. Aber wenn es tatsächlich stimmt, dass die spanische Post die Maschine wieder abgeschafft hat, wäre ja auch ein Wort dafür entbehrlich - ich  lasse Päckchen und Briefe nämlich gerne mit echten Briefmarken freimachen, und es ist mir schon öfters passiert, dass diese "bösen" Schalterbeamtinnen ihren Freistempel draufknallten, und es dann nicht mehr rückgängig machen konnten (oder wollten, oder nicht wussten, wie...), insofern freut's mich, wenn es jetzt nur noch Marken gibt, dann kann mir sowas nicht mehr passieren...  Mir fällt gerade noch was ein, was vielleicht als "typisch" spanische Mentalität in Bezug auf Portogebühren gelten könnte: meine Frau klebt immer irgendwelche Marken auf die Briefe, ich sage dann, lass mich lieber damit zur Post gehen, und fragen, wie hoch das korrekte Porto ist. Nein, sagt sie dann, wirf es einfach in einen Briefkasten. Ich gehe dann doch zur Post, und manchmal muss ich dann 1 Euro oder ein paar Cent nachzahlen, manchmal ist das korrekte Porto auch viel niedriger.

Paul Ingendaay

15. November 2011, 18:28

Übrigens könnte es noch Freistempelmaschinen geben. Nur sind sie in den spanischen Postämtern, die ich kenne, nicht mehr in Gebrauch. Für Massensendungen dürfte es aber nicht anders gehen.

stefanmadrid

15. November 2011, 19:58

ja, es gibt sie noch: máquinas de franquear www.correos.es/.../081203-SistemasFranqueo_FranqueoMaquina.asp

Paul Ingendaay

16. November 2011, 00:16

stefanmadrid, vielen Dank für den Hinweis auf Tee und Zen. Ich finde das sehr schön. Ich sollte unbedingt nach Hannover fahren. Vielleicht darf ich erwähnen, dass ich meine quasi-philosophische Haltung gegenüber den Fährnissen des spanischen Postwesens und dem Leben überhaupt nur entwickeln konnte, weil ich seit Jahren jeden Tag - morgens, mittags, abends - grünen Tee trinke. Natürlich nur japanischen. Auch jetzt trinke ich grünen Tee.  

stefanmadrid

16. November 2011, 09:35

Hannover oder Hiroshima, um die Ueda Sôko Teeschule zu besuchen, die in der 16. Generation besteht, wie auf der Teezeremonie-Website nachzulesen - das zeugt von beeindruckender Langmut. Sayonara.

SanMigueldelaCruzdelCampo

16. November 2011, 21:44

Zu den ausgewählten Büchern, die im Hintergrund die Fotos der Postwertzeichen etc. zieren, könnte ich "Verkehr mit Gott" beitragen. Geben Sie mir einfach Ihre Adresse...

Paul Ingendaay

16. November 2011, 23:19

The title rings a bell.

Gatamad

17. November 2011, 00:47

Heute traf ich meine Postbotin im Hauseingang. Sie steckte noch verschiedene Briefe in die Briefkästen der Nachbarn, ich öffnete meinen und warf die Wahlpropaganda die mir PSOE, PP und IU namentlich zugeschickt hatten direkt in den Papierkorb neben den Briefkästen. Plötzlich meinte die Postbotin: "ich verstehe es ja. Aber hättest du nicht warten können bis ich wieder gegangen bin? Weisst du wie anstrengend es ist diese ganzen Briefe auszutragen? Ich klage ja nicht. Es ist meine Arbeit, und ich sehe auch einen Sinn darin. Und auch wenn du fast zwei Wochen lang kein Namenschild am Briefkasten hattest, habe ich dir die Briefe trotzdem zugestellt. Ich bemühe mich meine Arbeit korrekt zu erledigen. Und ein bisschen Respekt ist wohl nicht zuviel verlangt, oder?" Ich bückte mich beschämt um meine Briefe wieder aus dem Papierkorb zu angeln, aber sie meinte grosszügig es wäre nicht notwendig. Jetzt nicht mehr. Ich solle nur rücksichtsvoller mit der Arbeit der Anderen umgehen. Ich entschuldigte mich, gab ihr recht, und blieb mit den Briefen in der Hand stehen, wartete bis sie wieder gegangen war, schmiss die Briefe erneut in den Papierkorb, und als wäre ich die Mutter eines sibirischen Postillions verrichtete ich heisse Gebete für meine Postbotin, auf dass sie den Wahlkampf gesund übersteht. Sie "bedient" mich ja seit fast zehn Jahren, also bin ich ihr das schuldig.

Ansonsten kann ich VroniGs Conclusio nur zustimmen.

Dulcinea

20. November 2011, 13:01

"Deshalb möchte ich Ihnen auch eine Alternative zu diese (für mich) unverständliche Diskriminierung bieten: wählen Sie hier im Blog. Doch keine Sorge, die Wahl ist ja geheim, Sie müssen Ihre Wahl nicht öffentlich preis geben. Posten Sie leer, und - ich bin mir sicher - der Blog wird es als Ihre Wahlstimme akzeptieren, und das Wahlgeheimnis wird respektiert. Mehr kann ich Ihnen leider nicht bieten."

Danke, Gatamad! Das weiß ich sehr zu schätzen.

Hier also mein voto:

Dulcinea

20. November 2011, 13:01

Ich habe gewählt!

Paul Ingendaay

20. November 2011, 13:11

Meine Stimme ist folgende:

pardel

20. November 2011, 14:05

Liebe Dulcinea, sehr geehrter Don Paul: Es wird Sie nicht trösten, aber ich bin Spanier und kann ebenfalls nicht wählen. Das geht mir seit Jahren so: Das Spanische Konsulat in Berlin verschickt die Briefwahlunterlagen grundsätzlich zu spät. Als ich mich bei der letzten Wahl beschwerte wurde mir mit entwaffnender Beamtenlogik erwidert, dass selbst die Konsulatsmitarbeiter ihre Wahlunterlagen zu spät bekommen hätten. Ja dann! Wenn selbst die Götter hinter dem Schalter nicht wählen können, habe ich gar keinen Grund mehr, mich zu beschweren. Daher nutze ich Gatamads freundliches Angebot und mache hier von meinem Wahlrecht (auf Spanisch: derecho al pataleo) gebrauch.

Hier ist sie: ∅

(Als Erläuterung für meine Stimmwahl vgl. de.wikipedia.org/.../Leere_Menge )

pardel

20. November 2011, 14:06

Ich wähle sogar zweifach, zum Trotz.

Hier noch Mal: ∅

Ha!

pastora-marcela

20. November 2011, 17:20

Ich möchte auch zwei Mal wählen. Das spanische Konsulat in Stuttgart hat bisher immer die Wahlunterlagen rechtzeitig verschickt. Auch jetzt, wo wir –españoles residentes en el extranjero- unser Wahlrecht im Voraus beantragen müssen (bald werden wir es uns erkämpfen müssen…). Ich habe am Montag mit der Post –da waren sehr freundliche Postangestellte- gewählt. Und da ich auch etwas frustriert bin, weil ich hier auch nicht wählen darf, auch nicht nächsten Sonntag bei der Volksabstimmung wegen Stuttgart 21- wähle ich jetzt noch einmal:

pardel

20. November 2011, 20:07

Also doch absolute Mehrheit für den Partido Popular. Alle Parteien haben auf Kosten der PSOE (und im Baskenland PNV) Stimmen und Mandate gewonnen. Génova feiert schon...

Dulcinea

20. November 2011, 23:16

Toll, pastora-marcela. Ich hab's! Wir adoptieren unsere Stimmen! Bei der nächsten Bundestagswahl wähle ich für Sie. Sie schreiben mir (wie damals vor einem Jahr!) einfach ein Kürzel auf eine Postkarte. Diese Partei wähle ich als Auslandsdeutsche per Briefwahl in Ihrem Namen. Dafür wählen Sie bei der nächsten Spanienwahl (Sie wissen ja, nach der Wahl ist vor der Wahl) meinen Wunschkandidaten. Was meinen Sie? Wir wählen dort, wo wir leben und Steuern zahlen? Das ergibt doch Sinn, oder? Leider kann ich bei Stuttgart 21 nicht helfen! Gibt es hier jemanden, der diese lokale Stimme adoptieren könnte?

pastora-marcela

21. November 2011, 09:23

Das wäre die Lösung, Dulcinea! Ich frage mich trotzdem, was für ein Gefühl es wäre, unsere Stimmen eventuell einer Partei zu geben, von der wir uns nicht repräsentiert fühlen. Könnten wir beide damit leben, auch wenn wir wissen, dass das die Regeln der Abmachung sind? Übrigens: Ich finde es schade, dass wir dieses Jahr keine Gordo-Aktion organisiert haben. Hätte keiner von den in Spanien lebenden WG-Leuten Lust, Zeit, etwas zu organisieren? (Mugabarru: Was ist mit Ihnen?) Vielleicht findet sich noch eine Número…

atorvil19

21. November 2011, 11:03

Hallo Pastora-marcela: Ich habe auch in Stuttgart bis zur letzten Minute warten müssen, um wählen zu können.... am Ende war es nur noch möglich, indem ich direkt am Konsulat gewählt habe!!! So etwas ist nun mal wirklich nicht seriös.... dass die Stimmen mit so viel Verspätung abgeschickt wurden entgeht jeder Logik, aber so ist es nun mal......

Wir müssen damit leben und abwarten was die neue Regierung (ein Monat unter ZP haben wir noch vor uns, wenn er freiwillig nicht gehen will...) für uns parat hat!! Es handelt sich um die grösste Anhäufung von Macht in einer Partei in der Geschichte unserer jungen Demokratie!! In den StÄdten, Provinzen, Regionen und jetzt im Staat.... überall regiert die PP.... es fehlt nur noch Andalucía.... abwarten. Mariano Rajoy hat daher keine Ausrede um Refomen einzführen!!!

Dulcinea

21. November 2011, 17:37

Sogar der Himmel ist heute blau.

Dulcinea

21. November 2011, 17:41

Liebe pastora-marcela, das habe ich mich auch gefragt! "Was für ein Gefühl es wäre, unsere Stimmen eventuell einer Partei zu geben, von der wir uns nicht repräsentiert fühlen." Aber dann habe ich das verworfen. Zuerst einmal wählen wir ja dafür in dem jeweils anderen Land. Irgendwie glaubte ich auch, wir würden mehr oder weniger zueinander passen. Sonst hätte ich Ihnen das gar nicht vorgeschlagen. Aber wir können noch weiter darüber nachdenken!

Paul Ingendaay

21. November 2011, 17:41

Ich sehe einen grauen.

Paul Ingendaay

21. November 2011, 17:47

Himmel, meinte ich.

Dulcinea

21. November 2011, 18:16

Jetzt ist es dunkel.

pardel

21. November 2011, 19:24

Vermutlich ist es mein eigenes Problem, kein echtes, aber an der PP stört mich, dass sie immer "¡España! ¡España! ¡España!" rufen und Fahnen schwenken, wenn sie sich freuen, als ob die "anderen" nicht auch Teil Spaniens wären, fast so, als ob wir Feinde wären. Sind wir nicht! Das kommt bei mir als Provokation an. Vermutlich ist es ja so gemeint. Wie im Santiago Bernabéu, nebenbei bemerkt...

Ja, Nachts wird es dunkel bis finster. Morgen hellt es aber erfahrungsgemäß auf. Kopf hoch, Dulcinea!

pardel

21. November 2011, 19:29

Übrigens: Heute ist der DAX um 3,35% und der IBEX-35 um 3,48% gefallen, trotz absoluter Mehrheit der PP. Was wäre bloß bei einem Überraschungssieg der PSOE  an den Märkten losgewesen! Nicht auszumalen!

pastora-marcela

21. November 2011, 20:03

Dulcinea, ich brauche nicht lange darüber nachzudenken, ich glaube auch, dass wir mehr oder weniger zueinander passen oder zumindest, dass unsere Wahl nicht sehr weit voneinander fallen würde. Der Gedanke kam mir aber sofort, ich wollte ihn nur mit Ihnen teilen. Jetzt müssen Sie aber fast vier Jahre warten um in Spanien wählen zu können. Ich habe es hier nicht so weit. Im normalen Fall. Bei diesen Turbulenzen kann man nicht wissen, wie es weiter geht.

Dulcinea

21. November 2011, 23:09

Und was den Gordo anbelangt ... eigentlich wollte ich dieses Jahr eine Pause machen und damit dem Verschwinden mugabarrus gedenken. Dann wieder: es ist Tradition. Wer macht mit? Letztes Jahr haben wir unter anderem ein Gemeinschaftslos gekauft. Wenn Sie, pastora-marcela, pardel und der Gastgeber mitmachen, sind wir bei 5 Euro pro Nase für ein Los. Oder ich kaufe zwei Lose: eines für die Damen, eines für die Herren. Dann wären es 10 Euro pro Person. Wer möchte denn noch mitmachen? Und: welche Endnummer nehmen wir? Ich muß das Los allerdings in Madrid kaufen, komme hier nicht mehr weg vor Weihnachten ... Melden Sie sich jetzt, wenn Sie mitmachen möchten!

Paul Ingendaay

21. November 2011, 23:27

Wie können Sie zweifeln, Dulcinea? Natürlich mache ich mit. Auf welche Weise, in welchem Modus auch immer.

Ich kaufe auch, wie im vergangenen Jahr, ein Los für die WG, und am diesmal sicheren Gewinn darf jeder partizipieren, der in den nächsten Tagen hier den Kommentar hinterlässt: Ich partizipiere. Oder: Ich partizipiere! Beides ist gültig.

Dulcinea

21. November 2011, 23:32

Ich partizipiere und bedanke mich!

pardel

21. November 2011, 23:57

Ich partizipiere!

HenryCharms

22. November 2011, 11:24

Ich partzipiere! Uebrigens auch gerne bei Ihrem Los, Dulcinea.

Paul Ingendaay

22. November 2011, 11:47

Es könnte sein, dass ich unser WG-Los in Barcelona kaufe. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

pastora-marcela

22. November 2011, 17:21

Ja, Dulcinea: ich mache sehr gerne mit. HenryCharms ist jetzt auch dabei, also 4€?

Und ich partizipiere, claro que sí!

Melibea

22. November 2011, 18:18

Liebe WG, ich würde mich dieses Jahr sehr gern an den Lotterielosen beteiligen; Mitte Januar ziehe ich nach Barcelona und die Lotterie wäre ein weiterer, netter Startschuss... Ich partizipiere.

Dulcinea

22. November 2011, 23:29

That's the spirit, WG! Yes, we can! Wir sind 6 Personen, also wären es 3 Euro pro Nase, den Rest gebe ich, weil Sie ja alle noch Portokosten haben. Melibea, Sie sind neu in der Runde, Sie müssten mir noch einmal eine (natürlich anonym-diskrete Melibea-) E-Mail an zehn.nuesse [at] gmail.com senden. Die anderen hören von mir.

.

Und was halten Sie davon, zwei zu Lose nehmen, also 6 Euro pro Nase? Dann kaufe ich ein Damen- und ein (vollkommen anderes) Herrenlos. Es sei denn, Sie wollen nicht 6 Euro quer durch Europa senden: wer weiß, wie die Finanzmärkte reagieren, wie Joe Fingeraufdiewunde sagen würde.

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Nummern gewünscht?

Dulcinea

22. November 2011, 23:30

Melibea, ich gratuliere zum bevorstehenden Umzug! Toll! Dresden gegen Barcelona einzutauschen ... traurig und schön!

Paul Ingendaay

23. November 2011, 01:55

Bei den Nummern vertraue ich ganz auf Dulcineas Geschick. Herrenlos muss nicht sein, ich glaube, beim Damenlos erhöhen sich meine Gewinnchancen. Ich war damenlos auf einem Jungeninternat, das reicht. Co-ed, heißt die Losung. Und das Los.

pastora-marcela

23. November 2011, 10:15

Ich wäre auch für zwei Lose ... für alle.

HenryCharms

23. November 2011, 10:33

Danke, Dulcinea. Zwei Lose waeren prima, aber Diskriminierung nach Geschlecht? Ich weiss nicht. Ich bin damenlos nicht gluecklich und eine gute Freundin von mir ist gerade ihren Herren los und auch unzufrieden.

Und 6 Euro quer durch Europa zu schicken schafft doch Arbeitsplaetze in diversen Absende- und Abholpostaemtern, bei Frankiermaschinenbedienern und Postboten.

Wie waere es mit der Nummer 6 fuer die Teilnehmerzahl?

Melibea

23. November 2011, 12:34

Danke, Dulcinea! Ich freue mich riesig, es ist der Liebe wegen. Aus Spaß an der Freude begebe ich mich in das Land mit der höchsten Arbeitslosenquote Europas. Und da mein Freund eher ein Sparer ist, mache ich bei der WG-Lotterie mit, vielleicht kann ich ja so mit dem Gewinn die ersten Monate in Barcelona finanzieren. Ich schreibe Ihnen bald eine anonym-diskrete Email.

Dulcinea

23. November 2011, 13:26

Melibea, ich freue mich mit Ihnen! Es ist sehr schön, Sie dann in unserer Nähe zu wissen.

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Also zwei Mischlose, irgendwas mit sechs. Damit bin ich auch einverstanden. Sie Fraternisierer! Ich melde mich.

Gatamad

23. November 2011, 14:32

Dulcinea, ich würde auch gerne mitspielen. Geht es noch?

Dulcinea

23. November 2011, 17:13

Also doch nichts mit sechs. Sieben! Ja, es geht noch, auf jeden Fall, geehrte Gatamad. Das ist sogar sehr schön! Darüber freuen wir uns!

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