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Donnerstag, 23. Februar 2012
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Sanchos Esel

Er möchte lieber nicht

20. Januar 2012, 22:10 Uhr

Es ist nichts Ungewöhnliches in der südländischen Welt, dass Schriftsteller und Künstler diplomatische Aufgaben wahrnehmen. Lateinamerika hat daraus eine Tradition gemacht (Pablo Neruda, Augusto Monterroso, Antonio Skármeta), und wenn die Motive, warum Schriftsteller zu Repräsentanten ihres Staates werden, auch jeweils unterschiedlich sein mögen, ist die Idee selbst den Menschen sehr vertraut. Auch Frankreich kennt einige Beispiele. Ein gewisser Glaube an die Macht des geschriebenen und gesprochenen Wortes, den man nicht belächeln sollte, mag darin mitschwingen.

Mario Vargas Llosa hat jetzt das Angebot abgelehnt, als Präsident des Cervantes-Instituts weithin sichtbar die spanische Sprache und Kultur zu vertreten. In Angebot wie auch Ablehnung liegt eine gewisse Pikanterie. Denn nicht sein Heimatland Peru, sondern Spanien (dessen Staatsbürgerschaft der Nobelpreisträger seit langem besitzt) hat die Offerte gemacht, und nicht um die Vertretung eines Landes geht es, sondern um das, was das frühere Mutterland und die hispanoamerikanischen Länder (zuzüglich der Phlippinen und der USA) miteinander verbindet: die spanische Sprache. Damit allein die Idee nicht zur Zumutung wird, hat die interessierte Seite sofort klargestellt, dass Vargas Llosa keine administrativen, sondern allein repräsentative Aufgaben wahrzunehmen hätte. Das Amt des „Präsidenten" wäre also neugeschaffen worden, während unter ihm wie gehabt ein Direktor seine Arbeit täte. Man muss darin erinnern, dass das Cervantes-Institut weltweit mehr als siebzig Zentren unterhält.



Die Medien haben inzwischen herausgefunden oder durchsickern lassen, wie die Sache vonstatten gegangen ist. Danach hat Ministerpräsident Mariano Rajoy letzte Woche König Juan Carlos angerufen und ihn gebeten, Mario Vargas Llosa das Angebot der Regierung zu unterbreiten, und da der König kein Mann großer Umschweife ist, könnte der Monarch den Satz fallengelassen haben: „Dann rufe ich ihn mal an." Und das ist, wenn man der Zeitung ABC Glauben schenkt, auch geschehen. Der König hat Mario Vargas Llosa angerufen.

Die beiden kennen sich seit langem. Vor sechzehn Jahren hat der Schriftsteller in Alcalá de Henares aus der Hand von Juan Carlos den Cervantes-Preis entgegengenommen, aber das war wohl nicht die erste Gelegenheit. Das Telefonat wird also in vertraulichem, fast leutseligem Ton abgelaufen sein, und das Einzige, was ich nicht genau weiß, ist, wie der Schriftsteller den König anspricht. Dass es mit Ehrerbietung geschieht, darf man voraussetzen, denn Vargas Llosa hält auf Formen. Der König wiederum könnte ungefähr gesagt haben: „Hör mal, Mario, sie wollen, dass du das Cervantes-Institut leitest, und haben mich gebeten, dir die Sache schmackhaft zu machen. Hast du Lust?" Der König duzt bekanntlich jeden.

Höflich, wie er ist, hat der Schriftsteller sich Bedenkzeit erbeten. Man sieht in seinem Innern zwei Ideen miteinander ringen. Beide Ideen sind groß, beide sind würdig. Die eine ist die des public writer, des sichtbaren homme des lettres, der nur in Anzug und Krawatte in der Öffentlichkeit erscheint, in Akademien sitzt, politische Kolumnen schreibt und für jede aufklärerische Initiative zu haben ist. Man lese nur seinen Essay „La verdad de las mentiras" (Die Wahrheit der Lügen) aus dem Jahr 1989, in dem er gleichsam für Kulturfunktionäre zum Mitschreiben erklärt, warum Fiktionen und erfundene Geschichten - die „Lügen" des Titels - gesellschaftlich nützlich sind. Es gibt wohl keinen zweiten zeitgenössischen Autor, der in so allgemein verständlichen Worten dargelegt hat, inwiefern die radikale Subjektivität der Schriftsteller am Ende die Freiheit aller erweitert und sichert. Lesen, so verstanden, ist deshalb ein demokratischer Akt. Schreiben erst recht. Beim Lesen darf es nie darum gehen, die Freiheit des Erfindens einzuschränken (weshalb die Idee der Zensur verdammenswert ist, wie schon der junge Mario Vargas Llosa den Funktionären des Franco-Regimes entgegnete), sondern im Gegenteil, den Grenzübertretungen des Autors zu folgen.

Man kann den Essay in einem nur noch antiquarisch zu findenden Band auf deutsch nachlesen (Die Wahrheit der Lügen, Suhrkamp 1994), auf spanisch in einer neueren Ausgabe (La verdad de las mentiras, Alfaguara 2002), die nicht 25, sondern sogar 35 Essays zu großen Büchern des zwanzigsten Jahrhunderts enthält. Wenn man so will: Vargas Llosas Liebeserklärungen an die Verschiedenartigkeit und formalen Abenteuer der modernen Literatur. Das alles, wie gesagt, würde seine Eignung für das Amt des Präsidenten des Cervantes-Instituts ausreichend begründen. Er kann schreiben, dozieren, erklären, er kann öffentlich auftreten und würdig dabei aussehen, und er verkörpert selbst die übergeordnete, im emphatischen Sinn identitätsstiftende Idee, die er im Auftrag der Rajoy-Regierung hätte repräsentieren sollen: dass die spanische Sprache und Kultur auch dann noch Heimat sein kann, wenn die politisch-geographische Zugehörigkeit gefährdet oder ausgesetzt ist.



Die zweite Idee im Kopf dieses Schriftstellers - man kann es nicht bedauern - hat sich am Ende durchgesetzt. Diese Idee läuft darauf hinaus, dass er nun einmal Schriftsteller ist und das Schreiben nicht aufgeben will. Er hat fünfundsiebzig Lebensjahre erreicht, und auch wenn er immer ein disziplinierter Arbeiter und guter Organisator war, sind Freiräume kostbar. Sie enger zu machen, dazu kann er sich a estas alturas nicht durchringen. Und so ungefähr wird er es mit der ihm eigenen Höflichkeit in einem Brief an Mariano Rajoy geschrieben haben. Dass er dem Cervantes-Institut nicht vorstehen könne, es aber gern unterstützen wolle. (Wie er es bisher schon getan hat, könnte man ergänzen. Kann Mario Vargas Llosa überhaupt noch mehr tun, als er schon leistet? Wohl eher nicht. Im Berliner Cervantes-Institut haben sie die Bibliothek nach ihm benannt.)

Am Ende kann man ihn verstehen. Oft sind Nein-Entscheidungen wichtiger als Ja-Entscheidungen. Der König wird es ihm kaum verübeln, der hat genug disgustos mit seinem Schwiegersohn. Natürlich wäre es schön gewesen, in der Zeitung zu lesen: „Juan Carlos I. überzeugt den Nobelpreisträger davon, die große Aufgabe anzunehmen" oder dergleichen. Aber es sollte eben nicht sein. Für Schriftsteller geht es um das ewige Leben im Reich der Lügen.

                                                                            [ Fotos : DDP, Reuters ]

Veröffentlicht 20. Januar 2012, 22:10 von Paul Ingendaay
Kommentare

Paul Ingendaay

21. Januar 2012, 02:04

Etwas ganz anderes. Ich trauere um Etta James - www.rollingstone.com/.../etta-james-dead-at-73-20120120

Wem sie nichts sagt, einfach drei Minuten "Trust in me" hören, hier:

www.youtube.com/watch

Gatamad

21. Januar 2012, 20:11

Mir ist zum Thema noch Carlos Fuentes eingefallen. Der meiinte: "¿Podemos hoy imaginar el mundo sin Don Quijote? Cuesta mucho. ¿Sin Hamlet? Cuesta mucho. Sin embargo, hubo una época en que no existían. Hoy ellos forman parte de la realidad porque fueron imaginados; lo que se imagina se convierte entonces en parte de la realidad indisoluble y ya no puedes entender la realidad sin lo que imaginó el escritor."

Dulcinea

22. Januar 2012, 14:24

Das ist wunderschön, Gatamad, dieses Zitat. Was wären wir, in der Tat, ohne Don Quijote! Nicht auszudenken! Und ohne Sara Mago!

.

Wer auch nicht mehr möchte, apart from Don Mario, sind offenbar die Jungs von Real Madrid, liest man. www.marca.com/.../1327231392.html. Ich verstehe beide! Wann wird dieser peinliche Mourinho endlich das Weite suchen? "Mou cree que los jugadores españoles están extraprotegidos por sus "amigos de la prensa" -como dice el luso- y que se preocupan más por salvar la buena relación con los internacionales del Barça que de defender al Madrid." Gut, das ist nur indirekt wiedergegeben und muß so nicht gesagt worden sein. Trotzdem. Pfeif den mal aus, afición blanca!

pastora-marcela

22. Januar 2012, 16:11

Die heutige Kolumne von Elvira Lindo in El país passt zum Thema: www.elpais.com/.../Tes. Sie weiß bestimmt, wovon sie redet, denn ihr „actual compañero sentimental, a la sazón, Muñoz Molina“ -köstlich!- hat eine Zeit lang das New Yorker Instituto Cervantes geleitet. Es wäre in der Tat interessant von ihm zu wissen, wie die Erfahrung war. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Vargas Llosa in seinen Erwägungen an ihn gedacht hat. Vielleicht hat Vargas Llosa der erfolglose Versuch, in die Politik zu gehen, einfach gereicht. Ich freue mich über seine Entscheidung.

Paul Ingendaay

22. Januar 2012, 19:15

pastora-marcela, die Arbeit von AMM für das New Yorker Cervantes-Institut hat sicherlich auch dessen eigene Interessen befördert. Er wollte einmal aus Spanien weg, er mag New York (Elvira auch), und er hat vor kurzem davon gesprochen, wie wohltuend es sei, das eigene Land aus einem gewissen Abstand zu betrachten. Soweit ich weiß, hat das Paar eine Wohnung in New York und verbringt einen Teil des Jahres dort. Was die Aufgabe selbst betrifft, musste er wohl schmerzlich die engen Grenzen der Unternehmung erkennen. Dasselbe berichtet mir der Direktor des Cervantes-Instituts in Chicago. "Das Spanische" als Kulturgut, wie es hier so gern gefeiert wird ... No pinta nada en Estados Unidos. Gewiss ist es die immer mächtiger werdende Sprache der auf absehbare Zeit größten Einwanderergruppe, aber die hochtönenden Kulturwerte und das ganze symbolische Geklingel, die damit in einer Zeitung wie ABC (um nur ein Beispiel zu nennen) verbunden werden, sind in den USA gegenstandslos. Wer das nicht erkennt, macht sich etwas vor. Insofern ist das reine Repräsentieren, das man von Mario Vargas Llosa erwartet hätte, todlangweilig. Es gibt keine Schlacht, man soll nicht kämpfen, und man wüsste auch nicht, wofür oder gegen wen. Der "Präsident" des Cervantes-Instituts, wenn es ihn gegeben hätte (oder doch noch geben sollte), wäre wenig mehr als ein Nick- und Applaudierautomat, ein Verlautbarungstier für Kongresse und Buchpräsentationen. Und das - wir verstehen das doch alle, glaube ich - mutet sich ein Literaturnobelpreisträger nicht zu, wenn er fünfundsiebzig Jahre alt und bei Sinnen ist. Man hätte also das Angebot gar nicht an die Presse geben dürfen. Und Vargas Llosa hätte im Grunde sofort ablehnen können, denn ich bin sicher, dass seine Haltung von der ersten Minute an feststand. Aber Sanchos Esel ist nur ein Vierbeiner von mäßigem Verstand. Er kennt den genauen Hergang nicht. Er war mit seinen langen Ohren nicht dabei, als der König in den Telefonhörer sprach: "Hör mal, Mario, sie wollen, dass du das Cervantes-Institut leitest..."

Gatamad

22. Januar 2012, 20:29

Herr Ingendaay, danke für die Aufklärung: "Der "Präsident" des Cervantes-Instituts, wenn es ihn gegeben hätte (oder doch noch geben sollte), wäre wenig mehr als ein Nick- und Applaudierautomat, ein Verlautbarungstier für Kongresse und Buchpräsentationen." Ich hatte es zwar befürchtet, kenne aber das IC zu wenig, um mich dazu zu äussern. Vargas Llosa hat zum 2. Mal abgelehnt, und das bestimmt nicht aus Faulheit. Er hat es wirklich nicht nötig, und ich teile pastora-marcelas Freude über seine Entscheidung.

Gatamad

22. Januar 2012, 20:39

Dulcinea, wird es nicht höchste Zeit, dass wir eine faire und elegante Alternative zu Mou erfinden? Vielleicht hilft unser Vorschlag, und Florentino sieht endlich ein was für einen Schaden dieser Mensch im weissen Umfeld anrichtet. Meine merengue Freunde dund Bekannten versuchen leise, aber auch verzweigelt, sich, und uns einzureden, dass die Tristesse mit dem Gewinn von Titeln vergeht. Ich bin eher der Meinung, dass Lust und Freude an der Sache die Titel bringen. Und eben dies spüre ich nicht. Weder assoziiert mit del Label "RM", noch bei  den Spielern.

Dulcinea, seien Sie also sportlich-neutral, und nutzen Sie die Chance bitte nicht, um einen unfähigen Trainer zu erfinden, damit Ihre Jungs davon profitieren.

Gatamad

22. Januar 2012, 20:44

Cheerleader wird dann Sara Mago. Als Geste für die damalige Erzhiehungsministerin, die auch jetzt, als Presidenta de la Comunidad de Madrid, das Madrider Schulsystem umkrempeln will. Diese Anerkennung sind wir ihr schuldig. Oder nicht?

Dulcinea

22. Januar 2012, 22:18

Das ist eine gute Idee, Gatamad. Wie immer! Ich werde darüber nachdenken. Ich glaube, meine elegante Alternative zu Mourinho würde Humberto heißen, damit wir ihn hier unter uns Don Berto rufen könnten. Und selbstverständlich müßte er eine glänzende oder doch zumindest bemerkenswerte Karriere als Fußballspieler hinter sich haben. Und sein Wort, das später als geflügeltes in die Annalen des Clubs einginge, wäre: "ni una palabra". Damit würde Don Berto in jeder einzelnen Pressekonferenz eine seiner intelligenten Antworten beginnen und damit meinen, daß er sich in Themen, die nicht direkt ihn oder seine Partei angingen, niemals einmischen würde.

.

Drüben im Bernabeu steht es 1:1.

pastora-marcela

22. Januar 2012, 22:32

Danke, Herr Ingendaay. Nach Ihrer Schilderung der Aufgabe freue ich mich um so mehr über Vargas Llosas Entscheidung. Interessant fand ich auch den Satz „er (AMM) hat vor kurzem davon gesprochen, wie wohltuend es sei, das eigene Land aus einem gewissen Abstand zu betrachten“. Ich glaube, dass das für jeden Menschen wohltuend ist, aber besonders für einen Schriftsteller. Als ich in der Schule war, haben wir die „Cartas Marruecas“ von José Caldalso durchgenommen. Da habe ich mich zum ersten Mal mit diesem Gedanken auseinandergesetzt: Marokko, damals nah genug, um den Überblick zu haben, damals weit genug um von dem Abstand einen etwas objektiverem Überblick zu gewinnen. Ich muss auch an Juan Goytisolo denken – den ich aus vielen anderen Gründen bewundere. Beide Autoren – AMM und Goytisolo - hätten im 18.Jh bestimmt als „afrancesados“ gegolten. Wer hätte gedacht, dass wir fast drei Jahrhunderte danach noch in diesen Kategorien denken könnten (ich, zumindest)?

In anderen Kategorien: was muss noch passieren, damit man den „impresentable“ Mou los kriegt?

Gatamad

23. Januar 2012, 01:35

pastora-marcela, ich bin mit Ihrer Einschätzung absolut einverstanden. So etwas ähnliches wollte ich Ihnen und Dulcinea ja zur Weihnachtszeit vermitteln: Abstand, Fremdfühlen ist manchmal ein direkter Weg zur Toleranz und zur Schätzung dessen was man hat. Sie fühlten sich in Madrid bestimmt nicht von Ihrem deutschen Alltag bedrängt, und Dulcinea mochte Madrid, von Deutschland aus, bestimmt mehr als Sie sich in Madrid, genervt vom Lärm oder anderen Unanehmlichkeiten, bewusst ist. Abstand nehmen kann sehr gesund sein. Ich beneide AMM um diese Möglichkeit. Aus reinem Egoismos. Ich mag ihn als Schriftsteller. Er soll mir noch mal so ein intensives Buch wie "Plenilunio" schreiben. Dafür darf er ruhig Abstand nehmen.

Übrigens sind natürlich alle WG-Mitglieder zur Mou-Alternative eingelanden.

Gatamad

23. Januar 2012, 01:42

Dulcinea, einverstanden mit einem ehemaligen Fussballer. Hätten Sie etwas dagegen wenn er Brasilianer ist? Piel canela? Dann darf er aber nicht Humberto heissen. Gefällt Ihnen Thiago Luiz? Sie wissen, Brasilianer haben etwas andere Namen. Und den Don müssen wir unbedingt fallen lassen. Nach Don Pan, Don Piso, und heute habe ich Don Fruta und Don Carne gesehen. Grauenhaft! Auf keinen Fall Don! Ich will nicht quengeln, aber "ni una palabra", klingt fast nach den jetztigen spanischen Ministern, früher spanischen Oppositions Politiker. Und wenn er schon, mit Ihrem Einverständnis, Brasilianer ist, wäre es nicht besser wenn seine Worte etwas gewagter sind, wie z.B. "no me da ningún morbo....." wenn er sich nicht einmischen will, aber .... Hm! Was sagt er wenn das Thema ihn anspricht?

Dulcinea

23. Januar 2012, 08:07

Gatamad, ich habe es ja eher mit zurückhaltenden Menschen - daher scheint mir Ihre Beschreibung lustig, aber weniger attraktiv. Muß allerdings auch nicht!

Paul Ingendaay

23. Januar 2012, 12:08

Gatamad, ich finde La noche de los tiempos mindestens so intensiv wie Plenilunio. Gerade wer sich auch für das alte Madrid interessiert, wird staunend die Welt der dreißiger Jahre durchwandern. Auch der Abstand ist da: Die Amerika-Kapitel sind wohl direkt aus seiner Erfahrung der letzten Jahre hervorgegangen.

*

pastora-marcela, zu den Kosmopoliten. Javier Marías wäre wohl ein noch besseres Beispiel. Seine Anglophilie ist ihm immer wieder vorgeworfen worden, besonders von dem grauenhaften Francisco Umbral (von dessen hundert veröffentlichten Büchern meines Wissens kein einziges ins Deutsche oder Englische übersetzt wurde!). Ich bin fest davon überzeugt, dass die jüngere Generation der Spanier offener, flexibler und fremdsprachlich gebildeter sein wird als ihre Eltern und Großeltern.

pastora-marcela

23. Januar 2012, 14:19

Ja, Herr Ingendaay, Marías ist ein gutes Beispiel dafür, dass man in der eigenen Stadt tief verankert sein und trotzdem das eigene Land mit Abstand betrachten kann. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass dieses Land, seine Geschichte und Gegenwart, ein großer Teil der literarischen Welt Marías ist, zumindest nicht in dem Maße wie es in AMMs letzten Büchern der Fall ist. Von Texten wie Sefarad oder La noche de los tiempos könnte man fast erschließen, dass ihm Spanien wehtut, um Unamuno zu zitieren Bei Marías lässt sich hauptsächlich nur in seinen journalistischen Beiträgen feststellen, wie sehr ihm Spanien wehtut.

La noche de los tiempos kam mir auch sehr intensiv vor. Besonders sympathisch fand ich die Figur des Moreno Villas und überhaupt die Darstellung des Lebens in der Residencia de Estudiantes. Aber am intensivsten fand ich ein Buch, das wahrscheinlich nicht zu seinen Bekanntesten zählt: El viento en la Luna. AMM ist nur einige Jahre älter als ich. Die Beschreibung der Kindheit des Protagonisten –wahrscheinlich seine eigene- hat mich sehr gerührt.

Gatamad

23. Januar 2012, 21:56

Dulcinea, mein vorgeschlagener Brasilianer ist ganz bestimmt zurückhaltend. Ganz unbedingt. Stellen Sie sich vor er haucht den vorgeschlagenen Satz so wie Caetano Veloso sein "Maria Bethania" www.youtube.com/watch

Aber ich bin auch bereit, ein anderes geflügeltes Wort für unser Avatar zu akzeptieren. Ich warte auf Vorschläge. Aber lächeln muss er, und in die Augen bezw. die Kamera blicken. Bitte, bitte.

Gatamad

23. Januar 2012, 22:10

Ich habe "La noche de los tiempos" noch nicht gelesen. Freue mich aber darauf. Was Javier Marías Anglophilie anbelangt, habe ich die immer als "impostado" erlebt, eben eher als Pose und/oder seine Begeisterung, die aber nicht physisch oder wirklich erlebt wirkt. Wenigstens auf mich. Aber ich kenne diesen Kulturkreis auch wenig. Auf jeden Fall teile ich pastora-marcelas Eindruck, dass AMM eben in der Lage ist Etwas (eine Realität, die eines ganzen Lebens bezw. einer ganzen Generation), manchmal sogar unbewusst, über die Haut Aufgenommenes, wahrzunehmen und zu erzählen. Deshalb wecken seine Beschreibungen, die Details, sofort eigene Erlebnisse und Erfahrungen. Darin steckt seine fast instiktive Wahrheit oder Realität, seine Intensität.

Paul Ingendaay

23. Januar 2012, 22:46

Aufgesetzt ist die Anglophilie bei Javier Marías sicherlich nicht. Er beherrscht die Sprache, hat in Oxford gelehrt, liebt die englische Literatur und hat sie übersetzt - für den Tristram Shandy, wahrlich ein schwerer Brocken, bekam er mit kaum dreißig einen Übersetzerpreis. Mehr beweisen kann man schwerlich. Vielleicht sagt es eher etwas über Spanien und spanische Reflexe, wenn so viel echte Zuneigung impostado wirkt? In Deutschland jedenfalls wäre so ein Vorwurf kaum zu verstehen.Warum sollte irgendjemand Zuneigung zu England heucheln, wenn er sie nicht empfindet? Davon hat man doch nichts.

Gatamad

23. Januar 2012, 23:49

Herr Ingendaay, ich habe lediglich mein Empfinden mitgeteilt. Ich bezweigle kein bisschen weder Javier Marías Bildung, noch seine Fähigkeiten, noch sonst etwas. Es war, und ist, lediglich meine Meinung über ihn als anglophiler Schriftsteller. Wenn ich Agatha Christie lese, selbst übersetzt, nehme ich z.B. Miss Marple alles ab, eben weil alles was ich lese durchtränkt ist von Details, Personen, Werten usw. die mich überzeugen. Bei Javier Marías stimmt zwar die Dekoration und viele Details, doch empfinde ich alles eben als reine Oberfläche. Die Tiefe stimmt nicht. Vielleicht fehlt eben seine Kindheitserlebnisse, was weiss ich. Und das ist, wie gesagt, kein Vorwurf, sondern reiner Geschmack. Guter oder schlechter, egal, meiner halt. Und eigener Geschmack ist, soweit ich weiss, sogar in Deutschland erlaubt. Vielen Dank.

Paul Ingendaay

23. Januar 2012, 23:57

Kein Problem, Gatamad. Wirklich nicht. Ich wunderte mich nur, wie der Eindruck des Aufgesetzten entstehen konnte. Natürlich ist Marías kein Engländer. Das hat Agatha Christie ihm voraus.

Gatamad

24. Januar 2012, 00:29

Danke Herr Ingendaay. Jetzt bin ich beruhigt. Ich fürchtete schon, als wenig enthusiastische Javier Marías Leserin verbrannt zu werden, so wie die spanische Inquisition früher Bücher verbrannte.

Dulcinea

24. Januar 2012, 00:58

Teure Gatamad, ich fühle ja mit Ihnen! Ich habe es vor langer Zeit mit "Todas las almas" versucht und verstehe vollkommen, was Sie mit "aufgesetzt" meinen, auch, wenn das Wort die Sache nicht ganz trifft, vielleicht. Mir kam England in diesem Buch ebenfalls "nur" wie eine Kulisse vor (was es - andererseits - ja auch ist!), aber ich suche den Fehler wirklich ausschließlich bei mir. Er sperrt sich etwas, dieser JM! O! Ich meine natürlich Javier Marías, Verzeihung, special one. Was denkt eigentlich Don Javier über Mou? Hatten wir das Thema schon? Dann bitte ich um Nachricht. Ich meine, Nachsicht.

Paul Ingendaay

24. Januar 2012, 01:20

Ich hatte das Vergnügen, mich vor ein paar Tagen mit Javier Marías über unseren Verein zu unterhalten. Er kann Mourinho nicht ausstehen. Er findet die Aufstellungen gegen Barcelona feige. Und er mag auch die anderen Portugiesen in der Mannschaft nicht. Nicht, weil sie Portugiesen wären. Sondern weil drei von vier portugiesischen Spielern Defensivleute sind, ohne Vision und Phantasie. Ach, es ist traurig.

pastora-marcela

24. Januar 2012, 11:41

Darf ich noch etwas zur Diskussion um Marías sagen? Ich verstehe Ihre Reaktionen, Gatamad und Dulcinea, wenn Sie Marías lesen. England, Spanien, Cuba, etc, sind eben das: Kulissen. Es ist „kein Fehler“, wenn sie Ihnen wie „aufgesetzt“ vorkommen, denn er setzt in seinen Romanen andere Schwerpunkte, die meiner Meinung nach wenig mit der Umgebung zu tun haben und mehr mit den Figuren und ihren persönlichen Welten. Er hat keinen Anspruch darauf, uns mit dieser Umgebung, unserer kollektiven Geschichte oder unserem Kollektiven Dasein zu konfrontieren sondern eher mit uns selbst, falls er an uns -Leser- denkt. Das ist für mich ein entscheidender  Unterschied zwischen ihm und Muñoz Molina. Damit meine ich aber nicht, dass ich den einen besser als den anderen finde.  Es sind zwei völlig verschiedene Welten und es ist schön, dass es beide gibt. Ich habe vor kurzem Marías "Los enamoramientos" gelesen und ich kam mir bei der Lektüre vor wie Mowgli vor der Schlange Kaa –entschuldigen Sie, Herr Ingendaay, diesen trivialen Vergleich-: es war nicht wie ein Krimi, bei dem man typischerweise nicht mehr aufhören kann, zu lesen, es war eine Art Verzauberung, so wirken einige seiner Bücher, seiner Gedanken, auf mich. Sie wirken aber definitiv ganz anders als die von AMM.

Paul Ingendaay

24. Januar 2012, 13:02

Das hätte man nicht treffender beschreiben können, pastora-marcela. JM und AMM haben völlig unterschiedliche Weisen, ihre Welten zu möblieren. Beim vorherigen Austausch gab es aber obendrein ein Missverständnis. Als von der "aufgesetzten" Anglophilie die Rede war, dachte ich nicht an Marías' literarische Beschreibungstechniken ("Fassade", fehlende "Authentizität" etc.), sondern an eine mögliche "Pose" des Menschen. In diesem Sinne meinte es vor vielen Jahren Umbral. Nicht, dass der wichtig wäre. Aber der Klatsch trug seine Urteile weiter.

Devin08

24. Januar 2012, 13:11

http://www.herold-binsack.eu

Der „authentische Akt“

.

„Er möchte lieber nicht“. Gehe ich richtig in der Annahme, wenn ich hier Slavoj Žižeks „authentischen Akt“ (blog.herold-binsack.eu) heraus höre?

Paul Ingendaay

24. Januar 2012, 13:19

Nein, Devin08. Eher Herman Melvilles Aktenkopisten Bartleby - who "would prefer not to". Aber jede Deutung ist willkommen.

Melibea

25. Januar 2012, 23:33

Uff, wie spannend... Mein Freund ist ja culé. Er rauft sich gerade die Haare. Wirklich!

pardel

26. Januar 2012, 14:37

Na, das war ja ein wirklich spannendes Spiel! So also spielt Madrid wenn sie gut sind? Sehr schön! Sehr schön auch, dass Barça die nötige Fortüne hatte. Sorry, Don Paul, es hat wieder nicht sollen sein. Wir treffen diese Saison aber nochmals aufeinander, man sieht sich wieder. Bedauerlich nur, dass sich Iniesta wieder verletzt hat. Welch ein Jammer! Melibea, gratulieren Sie ihren Freund bitte von mir. Dulcinea, fühlen Sie sich umarmt!

Was Vargas Llosa angeht, freue ich mich für ihn, dass er diesen Posten ausgeschlagen hat. Er hat es nicht nötig, und das ist erfreulich. Das Institut hätte es vielleicht eher nötig gehabt, das Profil des Cervantes ist meiner Meinung nach nicht so deutlich wie das der Alliance Française, des British Council oder des Goethe-Instituts, aber das ist vielleicht meiner Erfahrung mit dem Cervantes in Berlin geschuldet. Keine positive Erfahrung, muss ich sagen. Ich meine, was die Förderung der Spanischen Sprache angeht, leistet jede Bezirksvolkshochschule einen größeren Beitrag als das Institut, mit weniger hohlem Brimborium, ohne den Pathos einer vermeintlichen Hispanidad und mit geringeren Kosten für den Bürger. Nun, wenn eine solche Institution erstmal ins Leben gerufen wurde, ist es sehr schwer, sie wieder abzuschaffen, also bleibt mir nur, sie zu ignorieren. Lieber endlich Vargas Llosa lesen, wird höchste Zeit dafür.

Paul Ingendaay

26. Januar 2012, 20:37

pardel, solche Spiel gab es unsererseits früher oft! Mal waren die einen besser, mal die anderen. Die Gesamtbilanz ist meines Wissens sogar exakt ausgeglichen. Wobei die Neuzeit - die letzten zehn Jahre - mehr Siege für Barcelona gebracht hat.

Zum Cervantes-Institut: Es gibt dort eine Menge schöner und sinnvoller Veranstaltungen, Lesungen, Debatten, Konzerte und Ausstellungen. Auch in Berlin. Möchten Sie das alles wirklich abschaffen? Das fände ich erstaunlich.

Dulcinea

26. Januar 2012, 20:50

Warum ruft der König nicht mich an?

pardel

27. Januar 2012, 00:01

Ich habe ebenfalls gelesen, dass die Bilanz genau ausgeglichen ist. Ist das nicht toll? Nach all den Jahren, all den Aufs und Abs! Barça hat in den letzten Jahren aufgeholt; die ganze Zeit, wo Sie in Spanien waren, war Real Madrid vorne. Nach dem Sieg im Superpokal und dem Sieg in der Liga waren wir patt, und ich hätte mich gefreut, wenn wir gestern in der ewigen Privatfehde einen  Sieg Vorsprung errungen hätten, das gab es lange nicht mehr. Gut: Noch nicht. Immerhin sind wir im Pokal weiter. Und es wird, wie gesagt, weitere Chancen geben. Von denen sicher Ihre Mannschaft irgendwann auch ein Spiel gewinnen wird. Aber zur Zeit ist Barças Stil Madrids Taktik überlegen, und wenn nicht, wie gestern, hat uns das Glück zugelächelt. I'm loving it!

Was das Cervantes angeht, verstehe ich Ihre Verwunderung, aber ich würde den Cervantes in seiner heutigen Form tatsächlich keine Träne nachweinen, wenn er geschlossen würde. Es lohnt nicht: It is not value for money. Und es erfüllt seinen angeblichen Zweck nicht: Prêcher aux convaincus. Ich kenne allerdings nur die eine Filiale, vielleicht ist es woanders besser. Was Sie jedoch selber über AMM als Direktor des Instituts in NY schreiben, bestärkt mich in meiner Meinung. Sie sagen selber, dass die vornehmliche Aufgabe des Instituts gegenstandlos ist, weil spanisches Spanisch in den USA "no pinta nada". Eben! Auch in Chicago. Ein Fünftel der Bevölkerung der USA sind hispanics. Aber für das Spanisch des Instituts interessieren sie sich nicht doch gar nicht. Wozu auch? Als ob sie keine echten Sorgen hätten und nicht sowieso bereits Spanisch sprechen würden. Und AMMs Interessen standen dermaßen im Vordergrund, dass sogar Sie es erwähnenswert finden? ¡Caramba! Also: Das Institut organisiert eine Veranstaltung (eine Lesung, ein Konzert, schlagen Sie vor: Sollte die Lesung nicht lieber ein Verlag organisieren? Hat eine Konzerthalle nicht eine bessere Akustik?), ich werfe einen beruflich bedingten Blick darauf. Der Saal ist nicht ein Mal halbvoll. Von den anwesenden Gästen tragen zwei oder drei Kopfhörer und hören der Verdolmetschung zu. Das bedeutet, dass die anderen alle bereits Spanisch verstehen, also brauchen sie die Arbeit des Instituts gar nicht. Es ist ein Alibi. Die einzige Rechfertigung des Instituts ist eine politische, zugespitzt formuliert eine chauvinistische und imperialistische. Das ist an sich schon schlimm genug. Aber obendrein wird diese Politik inkompetent durchgeführt. Sie erreicht niemanden. Ja, doch, abschaffen. Ich freue mich mit pastora-marcela und Gatamad, dass Vargas Llosa diesen Posten nicht angenommen hat. Das wäre Schade gewesen.

Paul Ingendaay

27. Januar 2012, 00:14

Uff, pardel, das sind starke Meinungen! Sehr interessant. Erlauben Sie mir, dass ich Aufschub erbitte und morgen im Lauf des Tages ausführlich antworte? Es gibt das eine oder andere dazu zu sagen. Übrigens finde ich auch nicht, dass MVL den Job hätte annehmen sollen. Ich denke an seine Lebenszeit und seine Bücher. Morgen dann mehr!

Dulcinea

27. Januar 2012, 00:37

Momentchen mal! Ich kenne auch nur eine Filiale, aber an der habe ich Katalanisch gelernt. Wo hätte ich das denn sonst gekonnt? Jordi Savall hat dort gespielt und Pedro Guerra, das wäre im Konzertsaal bei weitem nicht so schön gewesen! Es war wunderbar, im dunklen deutschen Winter unter Einsatz des Lebens durch Schnee und Eis in diese spanische Exklave zu radeln und sich dort ein wenig die Seele zu wärmen! Schließen? Noch eins eröffnen!

pardel

27. Januar 2012, 08:54

Lassen Sie sich ruhig Zeit, Don Paul. Ich überspitze polemisch, klar. Aber ganz falsch, meine ich, liege ich nicht. Wenn allerdings das Institut dazu beigetragen haben sollte, dass Dulcinea culé geworden ist, dann müsste ich meine Meinung natürlich revidieren. Dann war es das wert.

HenryCharms

27. Januar 2012, 10:09

Sorry, ich muss nochmal zum Fussballthema zurueck. Zunaechst erstmal Glueckwunsch an die Barça Fans im Blog. Ich habe das Spiel nicht verfolgt, da mich die Clásicos Moumentan eher abschrecken. Ich musste ja letztes Jahr eines diese Spiele live erleben und das hat offenbar einen trauMoutischen Effekt. Dadurch hat mein Interesse am spanischen Fussball insgesam gelitten, denn der Rest der aufgeblaehten Liga ist doch mehr Staffage. Wenn nach der Haelfte der Serie zwischen dem Ersten und dem Vierten, der sich immerhin fuer die Champions League qualifiziert schon 18 Punkte liegen, zwischen diesem Vierten und dem ersten Absteiger aber nur 12 Punkte, dann kann doch was nicht stimmen. Es geht doch nur noch darum ob Messi bzw. Cristiano 2 oder 3 Tore im naechsten Spiel schiessen. Den Rest interessiert keiner. Schade.

cfruehwirth

27. Januar 2012, 11:03

Ach!! Dulcinea! Sie wecken herrliche Erinnerungen! Mein schönstes Konzerterlebnis im deutschsprachigen Raum: Jordi Savall in einem alten Renaissanceschloß ohne elektrischem Licht. Die himmlische Stimme von Monserrat Figueras wurde nur von den spitzen Schreien der Pfaue im Schloßpark  unterbrochen: ein Gesamtkunstwerk!!

Aber zum Thema Cervantes -Goethe Institute. Aus meiner Erfahrung haben viele "Filialen" ihre eigene Identität. Die Atmosphäre der Goethe institute ist aber zumeist immer sehr Deutsch!! (im positiven wie im negativen Sinne). In einigen meint man die Größen der deutschen Geistesgeschichte zu spüren, bei anderen bemerkt man nur die Überbürokratisierung und erinnern mich eher an Stasi oder Schlimmeres. (Natürlich übertreibe ich ein wenig....)

gloriah

27. Januar 2012, 13:38

Nein! Nicht abschaffen! Wo sonst koennte ich JMs oder AMMs Buecher lesen (ja, Amazon, aber mein Buecherregal quillt ueber...) und wo sonst koennte ich mental dem englischen Dauerregen entfliehen?

Bitte nicht abschaffen!!

pardel

30. Januar 2012, 16:06

Gratuliere zu einer aufmunternden Woche für die merengues, Don Paul. Ausgeschieden, aber erhobenen Hauptes. War ein schönes, spannendes Spiel. Und dann schon sieben Punkte Vorsprung in der Liga (wir zählen so: vier + drei, wg. des Rückspiels im Camp Nou, Sie verstehen). Sie haben Recht, Barça verliert dieses Jahr die Liga vor lauter Auswärtsunentschieden. Ob wir uns wieder in der Champions sehen?

Was das andere Thema angeht, wenn wir Vargas Llosa den Posten im Cervantes nicht wünschen, weil es Schade wäre, da er zu gut dafür ist - da sind wir uns offenbar einig -, müssen wir jemanden suchen, der schlecht genug dafür ist. Bei dem es keine Verschwendung an menschlicher Ressource wäre. Klingt paradox, aber uns fällt schon jemand ein. Es muss doch ein spanischer Wulff zu finden sein! Ein Aushängegrussaugust, photogen und mit hübscher Gattin. Sie könnte sich ein "ñ" auf die Schulter tätowieren. Hat jemand einen Vorschlag?

pardel

30. Januar 2012, 16:15

@ gloriah: In Berlin gibt es das Iberoamerikanische Institut, an der Staatsbibliothek angegliedert, mit einer riesigen Sammlung spanischer Texte. http://www.iai.spk-berlin.de/ Und die Amerika-Gedenkbibliothek am Halleschen Tor de.wikipedia.org/.../Amerika-Gedenkbibliothek hat auch viele spanische Bücher. Und Englisch ist nicht zu verachten, wenn es denn gut gesprochen bzw. geschrieben wird, was in Kontinentaleuropa zugegebenerweise seltener passiert, als ich es mir wünschen würde.

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