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Günther Rall gestorben

07. Oktober 2009, 16:13 Uhr

Ein kurzer Nachruf: Günther Rall war ein von den Nationalsozialisten hochdekoriertes Fliegeras im Zweiten Weltkrieg und dann einer der prägenden Offiziere der Bundeswehr im demokratischen Deutschland. Sein Lebensweg zeigt am herausgehobenen Beispiel, dass die Rede von Wehrmachtangehörigen als „Nazi-Soldaten" einem (günstigenfalls) irreführenden Schwarz-Weiß-Denken entspringt. Denn einerseits wurde Rall als junger Oberleutnant mit 275 „Abschüssen" von Hitler persönlich mit höchsten Kriegsorden ausgezeichnet und in den Wochenschauen gefeiert; er ließ sich das gefallen. Doch wahrte er zugleich dank seiner Popularität ein Stück Unabhängigkeit. Als 1943 ein Feldrichter auf einem Frontflugplatz auf der Krim Rall verhören wollte, weil seine Verlobte und spätere Frau in Wien Juden bei der Ausreise geholfen hatte, konnte er den Inquisitor barsch wegschicken. Dass der ebenfalls hochdekorierte Jagdflieger Werner Mölders, über den ähnliche Geschichten überliefert sind, in der Bundeswehr unter Minister Struck der damnatio memoriae verfiel, hat Rall bitter vermerkt. Anders als der im Krieg gefallene Mölders konnte Rall sich nach dem Krieg beim Aufbau der Bundeswehr Meriten erwerben. 1973 wurde er Inspekteur der Luftwaffe, 1974 deutscher Vertreter im Nato-Militärausschuss. Dort musste er nach anderthalb Jahren zurücktreten, weil er eine Privatreise nach Südafrika mit Gesprächen mit Militärs und Politikern des Apartheidregimes verbunden hatte, ohne dass Minister Leber davon wusste. Zuletzt lebte Rall in Bad Reichenhall, wo er am Sonntag im Alter von 91 Jahren verstorben ist.

Veröffentlicht 07. Oktober 2009, 16:13 von Stephan Löwenstein
Kommentare

LOsmers

07. Oktober 2009, 18:54

Verglichen mit den Ausfällen, die Angehörige der Wehrmacht inzwischen grundsätzlich erdulden und erleiden müssen, ist Stephan Löwensteins Nachruf auf General Rall wohltuend um geschichtliche Wahrheit im Sinne Leopold von Rankes bemüht, anständig und fair. Weil dies weiß Gott nicht mehr selbstverständlich ist (selbst gegen den Grundsatz "De mortuis nil nisi bene" wird auf schäbigste Art verstoßen), Dank an Herrn Löwenstein.

Dennoch bezeichnet auch Löwenstein General Rall als "ein von den Nationalsozialisten hochdekoriertes Fliegeras im Zweiten Weltkrieg" - übertragen auf die heutige Zeit wären die kürzlich mit dem Ehrenkreuz für Tapferkeit ausgezeichneten Bundeswehrfeldwebel von den "Christ- und Sozialdemokraten" dekoriert worden.

Und daß Rall sich die Auszeichnungen bis hin zum Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwerterrn durch Hitler persönlich sowie seine Ehrung in den Wochenschauen "gefallen" ließ, ist doch eine bare Selbstverständlchkeit und ihm nicht im geringsten vorzuwerfen. Auf den Gedanken, daß Rall eine Alternative zu seinem Verhalten gehabt haben könnte, können nur Nachgeborene in ihrer Ahnungslosigkeit und sattsam bekannten Arroganz verfallen - mit diesen jedoch hat Stephan Löwenstein nichts gemein.

Wolff Geisler

07. Oktober 2009, 21:08

Günther Rall hat 1936 öffentlich erklärt: „Ich schöre bei Gott diesen heiligen Eid, daß ich dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, dem Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, unbedingt Gehorsam leisten und als tapferer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen.“ Er war damals zu ängstlich, etwas anderes als Berufskrieger für Hitler zu werden. Er hat dann gemeinsam mit der Sowjet-Union Polen miterobert, er hat Frankreich miterobert, Großbritannien mitangegriffen. Ab Juni 1941 hat er die sowjetischen Kameraden mitüberfallen und durch sein persönliches Abchießen von 272 Flugzeugen an der Ostfront zum Töten von 27 Millionen Personen in der Sowjet-Union in außergewöhnlichem Ausmaß beigetragen. „Pervitin“ von Merck (=Amphetamin) und „Schoka-Kola“ (=Kokain und Kola), die Bordverpflegung der Wehrmacht für besondere Kampfeinsätze, haben Allmachtgefühle erzeugt, haben die natürlichen Reflexe, in Todesgefahr wegzulaufen, ausgelöscht: 33% der deutschen Jagdflieger ließen sich als Aggressoren töten. (Auch mein Vater.) 80% der ab 1944 fliegenden Piloten waren bereits nach 10 Einsätzen tot. Und liebe, nette Jungen wie Günther Rall und Erich Hartmann konnten mit einer Technik des Abschießens wie in einem Computer-Killer-Spiel die Besatzungen von 275, ja 351 Flugzeugen töten. Rall wurde deswegen 4x zu Hitler zitiert und mit Orden behängt.

Nach einer Verwundung im November 1941 lernt er im Krankenhaus in Wien eine Ärztin kennen, die er 1943 heiratete. Sie hatte nach der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich im März 1938 dem damaligen Druck der NS-Regierung, wegen ihrer jüdischen Abstammung auszuwandern, nicht nachgegeben. Sie blieb in Wien, im Unterschied zu den meisten ihrer jüdischen Kollegen. Für die Eheschließung des Offiziers Rall mit dieser „nicht deutschblütigen“ Frau war eine Sondergenehmigung Hitlers erforderlich. Rall wurde dafür durch einen Feldrichter befragt. Er habe zu dieser Prozedur damals gesagt: „Haben Sie keine anderen Sorgen? Mitten in diesen Kämpfen beschäftigen Sie sich mit solchem Scheiß?“ Göring teilte ihm später mit: „Rall, Sie haben uns große Sorgen gemacht mit dieser Judensache in Wien. Aber dank der unermesslichen Güte unseres Führers. ... ich freue mich, daß ich zwei Augen und zwei Hühneraugen zudrücken kann.“ Seine feige Reaktion zur Erlangung einer Eheerlaubnis darf Rall uns im Jahre 2009 als Heldentum andienen. Rall fühlt sich heute noch an seine Verpflichtung zur Verschwiegenheit in dieser „Judensache“ gebunden und gibt eine verheimlichende Darstellung des Hintergrundes der Genehmigung Hitlers.

Im März 1944 hatte Rall 273 Flugzeuge abgeschossen. Er wurde aus dem Kampfgebiet abbeordert und zur „Reichsverteidigung“ nach Deutschland verlegt. Er schoss am 12. Mai 1944 noch zwei Flugzeuge bei Koblenz ab. Von Mai 1944 bis November 1944 soll er wegen eines entzündeten Daumens im Lazarett gewesen sein. Bis zum 8. Mai 1945, also während einem Jahr, schoss er kein Flugzeug mehr ab. Er war im Süden tätig.

In Heidelberg oder Salzburg oder Plattning begab er sich am 8. Mai 1945 in die Obhut der USA. Die entließ ihn bereits im August 1945 aus der Kriegsgefangenschaft. Über das französische Cherbourg, über das Displaced-Persons-Lager in Hemel-Hempstead in Großbritannien, über den RAF Flughafen Tangmere, über eine berichtete Holzfällertätigkeit in Wäldern in Süddeutschland, über eine Tätigkeit bei Siemens war er seit 1947 Leiter des Sekretariats und Lehrer der Internatsschule Salem. (Geleitet vom Warburg-Schwiegersohn Rudolph Hahn, im Besitz von Prinz Georg Wilhelm von Hannover, Ehemann von Theodora Lady Mountbatten, der Schwester von Prinz Philipp von Edinburgh und von Prinz von Baden) gewesen. Dort war seine Frau als Ärztin angestellt.

1948 nimmt er in London an der „jüdischen Wiedervereinigungsfeier“ seiner Frau mit emigrierten Kollegen aus Wien teil. (Glancey J. Hitlers decent Warrior. Guardian, 30.12.2004).

Nach Engagement auch im Amt Blank trat er 1956 in die Bundeswehr ein. Seine wichtigste Aktivität dort, die Einführung des Flugzeuges F-104G in die Bundesluftwaffe, verschweigt er heute. So kann er verschweigen, dass 108 Piloten darin starben, dass 297 deutsche F-104G abstürzten. Grund: Die F-104“G“ war zusätzlich als Atombombenträger konstruiert und dadurch überladen. Und er verschweigt, dass er Kommodore in Memmingen war und dass der Memminger Metallverwertungsbetrieb Kutterer 12 F-104G offiziell an Apartheid Südafrika lieferte, die aber in einem anderen Staat startklar gemacht wurden. 1973 bereitete er im Auftrag von Bundesregierung und NATO eine Südafrika-Reise vor und bekam das Große Bundesverdienstkreuz. 1974 knüpft er in Südafrika militärische Kontakte. Er besichtigte u.a. die dortige Urananreicherungsanlage in Valindaba, in der die Fa. Steag, Essen nach dem Trenndüsen-Urananreicherungsverfahren der Gesellschaft für Kernforschung, Karlsruhe, ausgerüstet mit Trenndüsen der Firma Siemens, mit der südafrikanischen Fa. UCOR tätig war. Als der ANC das bekannt machte, als der „Stern“ Teile der Dokumente über diese Reise veröffentlichte, als „Spiegel“ und „Konkret“ weitere Dokumente vorlegten, log er, er habe privat einen Staffelkameraden in Windhoek besucht. Bei dieser Lüge blieb er bis heute, obwohl er wegen des Nachweises dieser Lüge im Oktober 1975 vorzeitig entlassen wurde. Er war ein Pervitin-Held. Und er hat nicht genug dazu gelernt.

LOsmers

07. Oktober 2009, 21:28

Was Herr Geisler hier kundtut, ist keiner Antwort würdig. Ein älteres Pamphlet - der Wechsel vom Präsenz zum Imperfekt verrät es.

Noch ein Nachtrag zu meinem obigen Kommentar: Warum setzt Herr Löwenstein die "Abschüsse" Ralls eigentlich in Anführungszeichen? Es gibt doch keinerlei Zweifel an dieser herausragende Tapferkeit und Mut beweisenden Zahl!

Wolfgang

08. Oktober 2009, 11:32

Herr Löwenstein hat einen wirklich anständigen Nachruf auf eine grosse Persönlichkeit und Piloten geschrieben. Dafür Dank! Dass gewisse "politisch korrekte" Ausdrücke einfliessen mussten, kann akzeptiert werden.

Konkret anzumerken wäre, dass die Betrachtungen jener unglücklichen Zeit aus heutiger Sicht immer hinken und darüber hinaus in den meisten Fällen von der damaligen Realität so weit entfernt sind, wie Berlin vom Mond.

Alle jene, die sich heute in Vergangenheitsaufarbeitung hervortun, und dies vor allem in der Diktion der Wortführer, belegen damit weder historisches Wissen noch Courage, genau das, was sie im Gegenzug von allen jenen fordern, die damals gelebt haben und für eine gegenteilige Meinung mit Verfolgung und Tod bedroht worden waren.

Wie einfach ist es, heute "Weise" zu sein und sich über eine Zeit zu ereifern, die längst vergangen ist, wo man sich doch gegen Völkermorde auflehnen könnte die gegenwärtig geschehen - was jedoch wirklich Mut und Mühe erfordern würde ...

HermannHagena

08. Oktober 2009, 14:50

http://www.moelders.info

Wenn der Dr. med. Wolff Geisler einen Toten als "Pervitin-Held" schmäht, muß er das mit seinem Gewissen abmachen. Sollte er aufgrund eigener Untersuchung zu dieser Diagnose gelangt sein, hat er seine ärztliche Schweigepflicht verletzt. Wenn nicht, wäre Scharlatan noch eine schmeichelhafte Bezeichnung.

Was die von L. Osmers und Wolfgang angesprochene Wortwahl von Löwenstein(einschließlich der Anführungszeichen) angeht: wir müssen der jungen Generation zubilligen, daß sie mit Begriffen wie "Abschuß" ihre Schwierigkeiten hat. Ich selber vermeide den Ausdruck und spreche lieber von Siegen im Luftkampf. Sogar im Kriege war die Bezeichnung eines Jagdfliegers als "Abschießer"  eindeutig negativ besetzt.

Im übrigen vergleiche man den Beitrag von Stephan Löwenstein mit dem Nachruf auf der Webseite der Luftwaffe (www.luftwaffe.de)

"Nach dem Einsatz im Krieg begann er seinen Dienst in der Luftwaffe 1956 im Dienstgrad Major. Er wurde in den darauffolgenden Jahren auf verschiedenen Flugzeugmustern ausgebildet.

...

GenLt a.D. Günther Rall gehört zu den Gründervätern der Bundeswehr. Seine Verdienste und sein Wirken für die Streitkräfte und das Bündnis verdienen ein ehrendes Gedenken."

Schon das Deutsch verrät Lieblosigkeit und Desinteresse des Verfassers des Nachrufes. ("Seine Verdienste verdienen ein ehrendes Gedenken").

Keine Erwähnung seiner Rolle als  eines der erfolgreichsten Jagdflieger in Rußland (275 Luftsiege), kein Hinweis auf seine wichtige und spannend geschriebene Autobiographie (Mein Flugbuch -Erinnerungen  1938 - 2004). Auf Seite 128 das Bild eines  russischen Fliegeroffiziers namens Antonow, an der Brust den Stern des "Helden der Sowjetunion". Mit einem Anflug von Lächeln blickt er in die Kamera. Er war mit seiner MiG 3 in der Nähe des Platzes von Rall notgelandet und gefangen genommen worden. Die "Faschisten" haben ihm seine Orden gelassen, seine Kopfwunde anständig versorgt und Rall schreibt über ihn: "Dieser hier ist ein Krieger, der jeden Respekt verdient."

Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte...

Patrick B.

08. Oktober 2009, 18:19

An dieser Stelle sehen wir uns gezwungen, moderierend einzugreifen. Bitte keine persönlichen Beschimpfungen! löw.

Allerdings enthält der Kommentar von Patrick B. ein paar sachliche Einwände gegen den Kommentar von Wolff Geisler, die (trotz offensichtlich bewusst provokanter Wortwahl: Hervorhebung im Original) nicht unter den Tisch fallen sollten:

 ...

3. Fehler : Er "soll" nicht nur wegen eines entzündeten Daumens behandelt worden sein. Tatsächlich ist ihm besagter Daumen bei einem Einsatz gegen allierte TERRORBOMBER von einer P-47 weggeschossen worden, und er mußte mit dem Fallschirm abspringen. Danach konnte er keine Einsätze mehr fliegen, weil er sich im Lazaret Wundbrand eingefangen hatte.

4. Fehler: Die F-104 Geschichte hat er nie verschwiegen, ganz im Gegenteil: Beinahe die Hälfte seines autobiographischen Buches handelt von der Starfighter-Tragödie.

5. Fehler: Die F-104 war nicht überladen und stürzte deswegen ab, oder hat schonmal jemand etwas von einem Absturz mit einer Atombombe an Bord gehöhrt? Die 104 wurde in Deutschland falsch eingesetzt, nicht nur als Abfangjäger wie konstruktiv vorgesehen, sondern auch als Jabo ( warscheinlich wissen Sie , Herr G. nicht mal , wo der Unterschied liegt), und es wurde in der Exportversion auf ein wichtiges Bordsystem, das NCS, verzichtet, was einen großen Teil der Unfälle hätte verhindern können.

...

Mark Hessburg

08. Oktober 2009, 23:44

Auch wenn mir der Tonfall von Patrick B. nicht zusagt, stimme ich inhaltlich mit seinem Beitrag überein. Die Vorwürfe des Herrn Geisler sind eine Frechheit.

Federführend beim Südafrika Skandal war übrigens ein ehemaliger NS-Propaganda Frontberichterstatter der damals für den Stern arbeitete. Mit diesem hatte Rall bereits an der Ostfront politische Probleme.

Piloten eines WK2 Jagdflugzeugs mit Computerspielern zu vergleichen, zeugt von absoluter Ahnungslosigkeit, Herr Geisler hat offensichtlich erstens keine Vorstellung vom körperlichen und psychischen Stress dem Piloten damals ausgesetzt waren und zweitens kennt er sich offenbar nicht mit den vielfältigen Schwierigkeiten einen Luftkampf und das Flugzeug zu führen aus.

Ich empfehle ihm weniger Hollywood-Filme zu schauen und statt dessen dann doch tatsächlich mal einen, der bei Computerspielern eher unbeliebten, WK2 Kampfflugsimulatoren wie z. B. "WWII Online - Battleground Europe" online am Computer auszuprobieren. Der zeigt ihm zwar nicht den körperlichen und seelischen Stress, aber immerhin den extrem komplexen Schwierigkeitsgrad und die erschreckend geringen Überlebenschancen.

Die Aussage "80% der ab 1944 fliegenden Piloten waren bereits nach 10 Einsätzen tot." ist falsch. 50% der NEUEN Piloten überlebten die ersten 10 Einsätze nicht, 12% der unerfahrenen Piloten überlebten ihren ersten Einsatz nicht, 28% der gesamten Verluste verteilten sich auf Piloten während ihrer ersten vier Einsatzflüge. Grund dafür war die auf deutscher Seite vollkommen unzureichende Ausbildungszeit der Piloten mit zunehmender Dauer des Krieges.

48,5% der Nachwuchspiloten stürzten gänzlich ohne Feindeinwirkung ab, zwei Dritteln davon lagen keine technischen Ursachen zugrunde; sie basierten auf menschlichen Schwächen.

„Die Informationen, die wir Anfänger von den alten Hasen, denen wir inzwischen zugeteilt worden waren, bekamen, waren mehr als schockierend für uns; wir müssten uns, wie sie uns wissen ließen, wie folgt verhalten: ‚Wenn du rechts von dir einen siehst, steigste aus. Wenn du links von dir einen siehst,

steigste auch aus ...‘  „lieber fünf Minuten feige als ein Leben lang tot“ - klingt das für Sie nach einem Computerspiel?

Lieber Herr Geisler, neben Ralls "Mein Flugbuch" empfehle ich ihnen folgende Dissertation:

"Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft"

deposit.ddb.de/.../dokserv

Und möchte Ich noch an folgendes Zitat erinnern, das meiner Meinung nach das ganze Thema auf den Punkt bringt:

"Der Krieg ist nicht die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, sondern eine Schande; er ist der völlige Bankrott politischen Handelns." - Günther Rall

Mein Beileid an die Familie Rall.

Manni1000

09. Oktober 2009, 05:52

danke @mark hessburg.

....ein patrick b. hat auf jeden fall einen grundkurs in "deutsch-rechtschreibung" dringend noetig; in geschichte kriegt er 'ne 6 und darf sich setzen.....

K.H

09. Oktober 2009, 17:52

Ich bin ein Japaner.

Deutschland ist ein japanischer verschworener Freund.

Der Tod des deutschen Helden ist traurig.

Ich zeige Respekt für seine Leistungen.

Ich bete, seine Seele ruht sich vielleicht in Frieden aus.

Wolff Geisler

09. Oktober 2009, 21:58

Günther Rall hat den Krieg in Afghanistan verurteilt. Er hat geschrieben „Der Krieg ... ist der völlige Bankrott politischen Handelns“. Er hat eine Frau, die er liebte, trotz Staats-Rassismus geheiratet.

Er hatte ähnlich wie „Bubi“ Hartmann und weitere deutsche „Flieger-Asse“ des 2. Weltkrieges ein feinfühliges, freundliches Gesicht. Darum habe ich ihn und Hartmann als „liebe nette Jungen“ beschrieben.

Was machte diesen feinfühligen lieben Jungen zum Massentöter?

Dass deutsche Kampfflieger dreimal erfolgreicher abschossen als die erfolgreichsten Kampflieger der Alliierten lag weder an ihren Flugzeugen noch an ihrem politischen Glauben. Sie verteidigten auch nicht stärker als die Alliierten ihre Heimat: Rall hat 273 Flugzeuge samt steuernden Besatzungen in der Sowjet-Union abgeschossen, nur zwei US-Flugzeuge in Deutschland. Von Mai 1944 bis Kriegsende hat er sich aus den Kämpfen heraushalten lassen. (Welche „Asse“ haben Dresden, Hamburg, Düren, Swinemünde verteidigt?)

Rall war ein „Milchgesicht“ (das ist positiv) und ein fixer Junge.

Amphetamin – (Extasy) – „Pervitin“ war von 1912 bis 1942 für Merck, Darmstadt patentiert und fast ausschließlich in Deutschland im Gebrauch für Flieger und Marine. Ob es „Schoka-Kola“ im Ausland gab, weiß ich nicht. Als das „Pervitin“ Ralls Fluchtreflexe ausgeschaltet hatte konnte er auf gegnerische Flugzeuge zufliegen und sie mit einer speziellen Technik abschießen, an einem Tag einmal 4 Flugzeuge (mit Vätern kleiner Kinder in der Sowjet-Union).

Das ist Vergangenheit. Aber er ließ sich am 4.4.2009 in einem seitenlangen Interview in der Süddeutschen Zeitung als Helden vorführen. Er war ein Pervitin-Held.

Wrtlbrmft

09. Oktober 2009, 23:12

Herr Geissler irrt sich bei Pervitin, wie bei vielen anderen Dingen in seiner Darstellung. Das Medikament war keinesfalls nur fuer Luftwaffe und Marine vorbehalten, sondern durchaus bei allen anderen Truppenteilen verbreitet. Heinrich Boell, seinerzeit Obergefreiter des Heeres, beschreibt seine eigene Sucht nach Pervitin recht anschaulich.

Ausserdem frage ich mich, warum nach Geissler die Substanz eine so gewichtige Rolle spielen soll. Den Krieg konnte man ja offenbar nicht damit gewinnen. Sollen Rall die Abschuesse wegen "Dopings" posthum aberkannt werden? Oder der ganze Weltkrieg -dann fairerweise ohne verbotene Substanzen- nochmal wiederholt werden?

Wolff Geisler

10. Oktober 2009, 20:20

Dass deutsche Kampfflieger und U-Bootbesatzungen sich in „todsichere“ Geräte setzten, dass japanische Kamikaze-Kampfflieger noch todsicherer handelten, dass zehntausende sowjetische Soldaten mit begeisterten Rufen auf die schießenden deutschen Maschinen-Gewehre zu liefen, dass sonst freundliche sowjetische Soldaten hunderttausende deutsche weibliche Personen im Alter von sieben bis siebzig Jahren z.T. tödlich vergewaltigten, diese unnatürlichen Handlungen sind nur als Folgen bewusstseinsverändernder Substanzen erklärbar. 87,3% der deutschen Soldaten inhalierten die Sulima-Rekord Zigarette (mit undeklarierten Zusätzen) der Gebrüder Reemtsma und führten einen auch dümmlich selbstmörderischen und mörderischen Krieg. Hitler besorgte im Ausland Tabak, inhalierte aber selber nicht. Dass im Vietnam-Krieg von der US-Regierung besorgtes LSD und Heroin Heroen machen sollte, ist bekannt. Exstasy wird heute staatlich kontrolliert in Amsterdam produziert.

Ralls Heldentum bestand in seiner Eheschließung. Seine Kampfeinsätze waren der völlige Bankrott eigenständigen Denkens und Fühlens. Sein Versuch, einer deutsch-südafrikanischen Urananreicherungsanlage auf die Beine zu helfen, beweist das teilweise  grauenvolle Denken dieses auch guten Menschen.

Pawlowski, Bernd

11. Oktober 2009, 12:29

Herr Rall war nicht nur Held der Geschichte , sondern auch ein hervoragender Pilot .

Steinhof , Galland , Hartmann und Rall und noch andere waren Piloten mit Biß und Mut und haben der Geschichte gezeigt das wir Deutschen auch Profis hatten .

Vor solchen Menschen habe ich Respeckt .

Willibert Wilkens

12. Oktober 2009, 08:17

http://willibert-wilkens.de

Im einzelnen will ich nicht auf die Kommentare eingehen. Nur soviel: ich habe Herrn Rall persönlich zu einem Vortrag auf die AFB Ramstein anläßlich einer Reunion der Austauschoffiziere des deutsch-amerikanischen Reserveoffizieraustauschs eingeladen. Dieser Einladung ist er zusammen mit seinem Verleger Dr. Kurt Braatz gefolgt. Mein eigener Eindruck aus seinen Erzählungen lautet: er war, wie einige andere Jagdflieger , die ich kennengelernt habe,  kein Nazi! Er war ein ehrenwerter, pflichtbewußter aber auch von der Nazi-Propaganda verführter junger Mensch und Soldat. Hierzu eine Aussage während seiner Erzählungen: auf die Frage von Dr. Braatz, warum er denn nach seiner schweren Rückenverletzung zurück zu seinem JG 52 gegangen ist, obwohl er eine ruhige Zeit in der Etappe hätte verbringen können, antwortete General Rall: "Ich konnte doch meine Kameraden nicht im Stich lassen". Das sagt meiner Meinung nach alles über seinen Charakter aus! Seiner Tochter und seinen nächsten Angehörigen richte ich auf diesem Wege mein herzlichstes Beileid aus.

Torsten Heinrich

12. Oktober 2009, 11:31

Eine mehr als traurige Nachricht! Er ruhe in Frieden.

Gottfried P. Dulias

14. Oktober 2009, 20:17

http://sailud@aol.com

 Als ehemaliger Jagdflieger im JG 53 Pik As, (jetzt seit 1958 USA Staatsbürger) hatte ich Generallt. Günther Rall In Washington kennengelernt während er  im Air and Space Museum einen Vortrag hielt. Wir beide waren im selben Motel (Holiday Inn) untergebracht und hatten zusammen dort gefrühstügt wo wir über unsere gemeinschaftlichen Erfahrungen an der Ostfront in 19944/45 sprachen.

 Am 17. Sept. 2009 besuchte ich Güther Rall im Bad Reichenhaller Krankenhaus, wo er wegen Herzbeschwerden zur Untersuchung weilte. Ich fand ihn gesund und munter mit seinem freunlichen Lächeln und präsentierte ihn mit einer gerahmten Ehrenurkunde als neuestes Mitglied von 'LARA'( Luftwaffe Aircrew Re-enactment Association ) deren Berater ich als Mitglied # 3 hier in den USA bin.

Er war sehr erfreut mich wiederzusehen und dankte LARA für diese Anerkennung

die er plante in seinem Heim auszustellen.

  Ich habe sein signiertes Buch: 'GÜNTHER RALL  A Memoir", the authorized Biography by Jill Amadio in meinem Besitz und Günther Rall hat mein signiertes  Buch "Another Bowl Of Kapusta",The True Life Story Of A World War II Luftwaffe Fighter Pilot and POW in Russia, das ich ihm nach nunserem Treffen schickte, wofür er mir einen handgeschriebenen Dankesbrief übersandte. Dieser Brief ist natürlich nun, nach seinem Ableben, von besonderem und höchstem Wert für mich.

Mein Kamerad, ruhe sanft in Frieden, bis wir uns im Jenseits wieder treffen.

Gottfried.

HermannHagena

15. Oktober 2009, 14:29

http://www.moelders.info

Ich habe eben die 44 Kommentare in einer englischen Tageszeitung durchgelesen (siehe den Link unten). Sie stimmen nachdenklich, wenn man sie mit den "wissenschaftlichen" Urteilen von Luftwaffenoffizieren - durchweg mit abgeschlossenem Studium - über die Flugzeugführer der Luftwaffe vergleicht.

www.telegraph.co.uk/.../Generalleutnant-Gnther-Rall.html

F-104G

22. Oktober 2009, 11:58

Der zweifelhafte tenor der Aussagen des Herrn Geisler lässt sich allein schon an der Tatsache feststellen, dass Südafrika niemals, weder von uns noch von sonst irgendeiner Nation, F-104G erhalten und betrieben hat.

Zudem lagen die anfangs hohen Abstürze an Faktoren wie unzureichender Ausbildung, fehlendem Wetterschutz, dem gefährlichen Einsatzprofil - aber niemals an der "Überladung", zumal - zum Glück - niemals eine deutsche F-104 mit einer scharfen Nuklearwaffe wirklich auch abgehoben ist. Nach der Bewältigung der sogenannten "Starfighter-Krise" ab 1966 war die Verlustrate in etwa vergleichbar mit der ähnlicher Flugzeuge anderer Staaten, wie z.B. der britischen Lightning oder der französischen Mirage III; zudem war die 104 bei ihren Piloten zuletzt recht beliebt.

Kurzum, wer es nicht für nötig hält, seinen linkspolemisch inspirierten Schund gegenzuprüfen, bei dem kann es auch sonst mit der nötigen Information und Objektivität nicht weit her sein.

Harald Buchner

24. Oktober 2009, 14:09

http://harald.buchenr@t-online.de

Manchmal scheint man zu übersehen, dass ein Günther Rall und seine Kameraden damals Jünglinge / junge Männer waren, die von einer heute nicht mehr vorstellbaren autoritären und militaristischen Erziehung und Ausbildung geprägt waren. Auch war ihr Idealismus noch nicht mißbraucht worden, zumindest  im Selbverständnis Deutschlands - trotz der Massenschlachten des 1. Weltkrieges. Somit konnte die Begeisterungsfähigkeit der Jugend leicht für einen Krieg instrumentalisiert werden. Das gibt es heute nicht mehr, man sehe aber mal die heute personalisierten und ökonomisierten Massenvernastaltungen und Hysterien an  bei Musikkonzerten, Fußballspielen etc.. Heute schießt man nicht mehr mit Hilfe der Begesterungsfähigket der jungen Leute, man verdient Geld damit. Allein,  an deren leichten Verführbarkeit und Verfügbarkeit hat sich nichts geändert. Mensch bleibt eben Mensch.

Mal ehrlich, wer von uns hatte zwischen 17 und 25  ein politisch und ethisch eigenständiges Urteilsvermögen, die in befähigten die "richtigen Entscheidungen" zu treffen. Wohl die wenigsten und manche erreichen es nie.

Zudem, kann man überhaupt eine vollständige persönliche Distanzierung eines Menschen von seinen damaligen Taten erwarten? Die meisten würde eine derart  kompromißlose Selbstverurteilung in eine nicht zu bewältigende Krise stürzen. Da fasse sich doch jeder an seine eigene Nase und frage sich, wie verständig er auf persönliche Kritik reagiert.

wolff Geisler

31. Oktober 2009, 01:32

Unter anderem die vom Lizenznehmer Messerschmitt-Bölkow-Blohm produzierten F 104G, RF 104G  mit den Hersteller-Nummern 2031, 2047, 5047, 6600, 6604, 6605, 6607, 6618, 6619, 6620, 7099, 8012, 8020, 8026, 8032, 8040, 8054, 8070, 8072, 8075, 8076, 8080, 8088, 8199, 8212, 8220, 8231, 8295, 9009, 9012, 9014, 9015, 9026, 9074, 9075, 9081, 0111, 9112, 9117, 9122, 9123, 9124, 9169 wurden 1973 mit Zustimmungen  des Bureau of Political-Military Affairs des Department of State der USA-Regierung, des Bundessicherheitsrates und des Bundesamtes für Gewerbliche Wirtschaft von  der Luftwaffe an Kutterer, Memmingen für die Überführung nach Südafrika geliefert.(siehe T.Gervasi, Arsenal of Democrazy.New York, 1978).

Wie gesagt, diese -oder daraus zusammengebaute-  atomwaffentaugliche   F104G  sind nicht in Südafrika geblieben.                          

Balu der Bär

04. November 2009, 00:08

Wie manche, den Tod eines Menschen zu ihrer ideologischen Selbstdarstellung mißbrauchen, haben wir doch schon mehr als einmal in unsere Geschichte erlebt, egal was es für eine Farbe trug......

Ich wünsche dem zweiten Kommodore meines Vaters, wie auch dem Ersten Herrn Oberst Erich Hartmann, daß beide jetzt an einem Ort sind, wo unsere kleinlichen Sichtweisen einfach nur lachhaft sind! Es war mir eine Ehre beide kennen zu dürfen!

Herr Geissler, ich darf ihnen noch, mit untertänigster Demut bezüglich ihrer Südafrika-Lieferungen, ihren durch keinerlei Sachkenntnis getrübten Blick auf die Tatsache richten, daß der Starfighter mit der Seriennummer 9163 beispielsweise bis zum 28 Februar 1978 in Diensten der Bundesluftwaffe stand, und an diesem Tag in dem MatDep 11 in Erding verschrottet wurde. Er trug das taktische Kennzeichen 26+21 und wurde auch nicht von MBB gebaut, sondern von SABCA in Belgien, wo er am 5. Februar 1965 seinen Erstflug hatte.

Die anderen Seriennummern bringen sie dann zu ähnlichen Erkenntnissen.

Verzeihen sie mir bitte, wenn ich mir mir die Mühe erspare.

Seriennummer 2031 stürzte am 8 November 1971 in Arizona ab, wo diese maschine bei der 2 Luftwaffenausbildungsstaffel in Dienst stand.

Diese Maschine wurde am 27 Oktober 1961 von Lockheed direkt ausgeliefert.

Warum fällt mir gerade jetzt ein zitat eines deutschen Kaberettisten ein....

Mit freundlichen Grüßen

schumann

07. November 2009, 17:09

die in unserem land weit verbreitete angewohnheit,soldaten des 2 weltkrieges grundsätztlich zu verurteilen ,sie waren ja vasallen hitlers zeigt sich in dem schreiben von herrn geissler.ich will das thema gar nicht vertiefen,denke aber ,dass man mit der heutigen aufklärung in allen lebensbereichen den soldaten des dritten reiches nicht gerecht wird.wenn man einige berichte sieht,die heute veröffentlicht werden,könnte man glauben ,jeder hätte ja auswandern können,da es ja ein unrechtsregime war.wo solche leute leben weiß ich nicht.mein vater war bei der marine und war kein naziverehrer.er haut auch den eid geschworen und schokakola zu sich genommen.kritiker der neuzeit sollten es sich verkneifen ,mit heutiger sicht der dinge menschen von damals zu beurteilen.

KFuchs

11. November 2009, 00:26

http://klaus.fuchs@vr-web.de

Wie ein Land mit seinen Helden umgeht ist weit weniger eine Aussage über die betreffende Person als über den Zustand des Landes und dessen herrschende weltanschauliche Richtung, die nicht immer heldenhaft ist. Natürlich ist so eine Biographie problematisch, weil die ganze Periode problematisch war. Es muss für einen solchen Menschen traurig gewesen sein, wenn man ihn nicht mehr verstehen - wollte, und sich über diese Generation mit einer ganz unverständlichen moralischen Selbstgefälligkeit erhebt.

Diese Menschen haben aber täglich ihre Haut für ihr Land riskiert. Wer das nicht achten kann, was sollen wir über den denken?

Sein Interview in der SZ habe ich gelesen; es ist wie ein Nachruf auf eine Epoche.

Wolff Geisler

14. November 2009, 00:27

Betr.: Rall, F104G, Lieferungen nach Südafrika, Kommentar Balu der Bär 04.11.09

Das Gerät mit der Seriennummer 9163, dessen Verschrottung in Erding Balu der Bär nachweist, wurde von mir nicht als nach Südafrika geliefert  aufgeführt.

Ein Gerät mit der Seriennummer 2031 wird von ihm als am 08.11.1971 abgestürzt aufgeführt. Die Verschrottung weist er aber nicht nach. Es gehört damit weiterhin zu den von mir aufgezählten , über den Memminger Schrott-Kutterer nach Südafrika gelieferten Flugzeugen "diese- oder daraus zusammengebaute- atomwaffentaugliche F104G" .

Oliver B.

14. November 2009, 20:06

1. Zum Südafrika Reisenden Herrn Geisler keinen weiteren Kommentar.

Allen anderen: Danke für den Meinungsaustausch!

2. Die Auseinandersetzung, mit eventuell von Südafrika gelieferten 104-G und Zusammenbau/Einsatz in einem anderen Land, ist müßig und führt ins Lächerliche.

Wenn man den eigentlichen Grund für diese Kommentare anführt, kommen wir zurück auf den kürzlich verstorbenen Günther Rall, der jetzt in Frieden ruhen sollte. (Habe es erst heute erfahren)

3. Dem Kommentar von Wolfgang (8.Oktober) kann ich zu vollen 100% beipflichten!

32-jährig und ehrenamtlich tätig, auf dem Gebiet der Suche nach vermissten deutschen und alliierten Jagdfliegern, wird einem bei den Recherchen und der generellen Auseinandersetzung mit den einzelnen Schicksalen sehr mulmig und man versucht einfach nur noch zu verstehen.

Diese zum Teil sehr sehr jungen Männer, wurden schlicht verheizt! Sie wussten es einfach nicht besser

Einige, der in unserer Gegenwart Lebenden, triumphieren mit ihrem geschichtlichen Wissen über gerade die Menschen, welche diese Geschichte in ihrer damaligen Gegenwart geschrieben,beeinflusst und miterlebt haben.

P.S.

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten oder weiterverwursten!

Wolff Geisler

15. November 2009, 12:58

Günther Rall war seit 1943 mit einer jüdischen Frau verheiratet, war Zechkumpan damals in Wien von Curd Jürgens (Ehemann einer „nicht-deutschblütigen“ Frau) und des „nicht-deutschblütigen“ Hans Moser. Von Konzentrationslagern habe er nichts gehört, behauptet er nach dem Krieg. Er war bis Mai 1944 aktiver Soldat gegen die Sowjet Union. Er erkannte im Mai 1944 die groteske Unterlegenheit der deutschen Luftwaffe gegenüber dem Potential der USA. Von Mai 1944 bis Ende Feb. 1945 war er Schreibtischtäter. Als Kommandeur des Jagdgeschwaders 300 war er Auftraggeber für das Verheizen junger Neupiloten, von denen 80% nach 10 Einsätzen tot waren. Dann verliert sich für Uneingeweihte seine Spur „im Süden“. Er wurde aus einem Kriegsgefangenenlager abgeholt und zeigte Piloten aus den USA und aus Großbritannien, wie sie mit deutschen Flugzeugen (angeblich die Me262) umgehen konnten. Damals wurden hunderte Me109 über die Tschechei an die Jewish Agency geliefert.

Er wurde mit dem zweithöchsten Kampforden Hitlers ausgezeichnet, erhielt die USA Ehrenmedaille Legion of Merit, das Bundesverdienstkreuz und war Ehrensoldat bei der Beerdigung Konrad Adenauers. Er half Apartheid Südafrika bei der Uran-Anreicherung und der Überführung von F104G.

Ein Held hat Prinzipien und Schamgefühl.

Hans-Peter Engel

15. November 2009, 19:44

http://engelhanspeter@aol.com

Ich gehöre der Nachkriegsgeneration an (Jahrgang 1952) und habe als Bundeswehrsoldat zum Glück nie Krieg erleben müssen. Insgesamt erscheint mir bei der Würdigung von Günter Rall doch etwas mehr Sachlichkeit und Oblektivität angebracht. Da es im Jahre 1936 weder eine freie Presse/Rundfunk gab, das Fernsehen in den Kinderschuhen steckte und auch das Internet als Informationsquelle nicht zur Verfügung stand, kann man es einem 18jährigen wohl nicht zum Vorwurf machen, das er am Ende der bis dato schlimmsten Wirtschaftskrise wie Millionen andere auch dem vermeintlichen Retter Treue schwor. Dass er dann später seinen Eid erfüllte, wie Millionen andere auch (Heusinger, de Maiziere, Baudissin, Steinhoff, Obleser etc. ohne die die Bundeswehr nie auf die Beine gekommen wäre!), kann man ihm ebensowenig wie den anderen genannten zum Vorwurf machen. Er hat als Jagdflieger das getan, was er sollte: gegnerische Flugzeuge abzuschießen (ob man es Abschuß oder Luftsieg nennt, ist in der Sache gleichgültig); er hat es getan, als seine Bf 109 ein überlegenes Waffensystem war und die Luftwaffe dem Gegener taktisch und zahlenmäßig überlegen war. Er hat es auch noch getan, als seine Bf 109 gegen die modernen Jäger der Alliierten hoffnungslos unterlegen und der Luftkampf häufig gegen 10-20fache Übermacht ausgefochten wurde. Dass er selbst 14x abgeschossen wurde, beweist, dass er nicht unfehlbar war. Ob er seine 700 Luftkämpfe unter dem Einfluß von zeitgemäßem Doping durchhielt, wage ich zu bezweifeln, denn Doping dürfte einen Tunnelblick erzeugen, dem im Luftkampf tödlich war. Seine Nachkriegslaufbahn, durchaus wechselhaft, hat er in seinen Memoiren beschrieben, auch das Strafighter-Drama. Er hat diesen Donnervogel vielleicht in die Bundesluftwaffe eingeführt (wie jedes Waffensystem von Soldaten eingeführt wird), aber die Einführung hat die Politik entschieden und kein Soldat: Strauß hat die Starfighter-Einführung entschieden. Als Rall Kommodore in Memmingen war, hat man dort noch - lange vor Einführung des Strafighters - die F-84 geflogen. Und wenn angeblich von Memmingen aus 12 Starfighter den Weg nach Südafrika gefunden haben sollten: da war Rall schon lange aus Memmingen weg, außerdem kann ein Kommodore wohl kaum 12 Maschinen einfach mal so exportieren. Behalten wir also Günter Rall so in Erinnerung, wie er war: mit einem bemerkenswerten Erfolgsweg in der falschen Armee (Wehrmacht) und einem ebenso bemerkenswerten Erfolgsweg in der richtigen Armee, der Bundeswehr (auch wenn sein Südarfrikabesuch 1974 alles andere als taktisch klug war).

Wolff Geisler

17. November 2009, 00:49

Wer unter die Verwirklichung der im NSDAP-Programm, im Völkischen Beobachter und im Polit-Unterricht geäußerten Vorhaben einen Schlussstrich ziehen will, darf  damalige Massentötungen nicht als Heldentum erklären.

Bezüglich des NSDAP-Rassismus  darf für General Rall kein Schlussstrich gezogen werden. Er hat 1974 heimlich unter dem Namen "Mr. Ball" die Uran-Anreicherungsanlage UCOR in Südafrika inspiziert. Sie sollte die Apartheid- Regierung mit Atomwaffen-Material versorgen. Als die Inspektion bekannt wurde, benutzte er die vor Reiseantritt mit dem südafrikanischen Botschafter vereinbarte Ausrede ,er habe einen Staffelkameraden in Windhoek, Namibia besucht. Bei dieser Darstellung blieb er bis zu seinem Tod, ohne Reue oder Entsetzen zu äußern.

Stephan Löwenstein wiederholt den Tenor dieser Darstellung, Rall habe "eine Privatreise nach Südafrika mit Gesprächen mit Militärs und Politikern des Apartheid-Regimes verbunden." Auch er äußert keinen Abscheu über den Kontakt zu den Rassisten, kein Entsetzen über den Bruch des Atomwaffen- Sperrvertrages.

Und Engel schreibt nun, dass  "sein Südafrikabesuch 1974 alles andere als taktisch klug war". Rall hätte demzufolge die Kontakte nicht durch eine nachprüfbare Reise gefährden sollen.

Hans-Peter Engel

17. November 2009, 21:13

Irgendwie drängt sich mir der Eindruck auf, dass Herr Geisler nicht objektiv sein will. Kann er die "spezielle Technik" zum Abschuß gegenerischer Flugzeuge unter Droegneinfluß vielleicht genauer beschreiben? Rall hatte anders als Hartmann keine spezielle Technik (jeder Jagdflieger versuchte, seine Gegner aus der Überhöhung und mit der Sonne im Rücken ins Visier zu bekommen; Rall und Hartmann paßten dabei einfach auf, dass sie elbst keinen Gegner im Rücken hatten). Luftkampf Pilot gegen Pilot, mit den besseren chancen für den technisch und zahlenmäßig überlegenen Gegner, ist das Massentötung? Massentötung war der Angriff auf z.B. Dresden, Bomber-Harris ist vielleicht der Massentöter, aber ein Jagdflieger? Und woher weiß Herr Geisler, dass die 4 von Rall an einem Tag abgeschossenen russischen Väter waren? Übrigens, Hartmann hat mal an einem Tag 11 und Marseille sogar 16 gegnerische Flugzeuge abgeschossen. Nochmals also, im Umgang mit Toten vielleicht auf Polemik verzichten. Und nochmals zur Südafrikareise: statt "taktisch unklug" setze ich: politisch hochgradig dumm, Soldaten sollen sich nicht für politische Zwecke einspannen lassen. Hm, wer hat Rall eigentlich zum Atomanlagen-Experten ausgebildet, so dass er eine Atomanlage inspizieren konnte? Lassen wir ihn in Frieden ruhen (Ehre erweisen ihm merkwürdigerweise seine ehemaligen Gegener) und lassen sie uns alle dafür sorgen, dass Soldaten nie wieder in verbrecherischer Weise für politische Zwecke massenhaft missbraucht werden.

Wolff Geisler

19. November 2009, 17:08

Betr.:Hans-Peter Engel, 17.11.09

Danke für die Fragen und Aussagen.:Ralls Technik?: Kann ich nicht genauer beschreiben.// Massentötung?:275 Abschüsse. Dresden war 350.000facher-nicht 25.000facher,wie Goebbels 1945 und Roman Herzog 1995 zählten - Massenmord.// Familienstatus der abgeschossenen sowjetischen Piloten: bitte nehmen Sie die Frage zurück.// Süafrika: Der Nichtexperte Rall, den die nach dem Zentrifugenprinzip arbeitende Uran-Anreicherungsanlage "an eine Molkerei" erinnerte, ließ sich für den Ausbau der geheimen Atombomben-Partnerschaft Bundesrepublik Deutschland -Südafrika beordern. Damit hat ersich in den Kreis nicht-friedliebender Personen hinein begeben.

Es ist erfreulich, dass in der Diskussion das Ziel einer nicht verbrecherischen Politik wiederholt angegeben wurde: "lassen Sie uns alle dafür sorgen".

Was ist der Unterschied zwischen der Goebbels-Behauptung ,den Überfall auf den Sender Gleiwitz zu rächen und  der Behauptung, in Afghanistan nach Usama bin Laden zu suchen? (Wo die Sowjet-Union vorher grundlos gemordet hatte).

Ernst-Ulrich Godel-Maas

24. November 2009, 14:27

http://aemaas@telus.net

An Wolff Geisler

General Guenther Rall war ein Ehrenmann. Er haette sich nie ueber verstorbene Personen so geaeussert wie Sie. Bitte denken sie daran: "Wer andern in der Nase bohrt ist selbst ein Schwein."

Klaus Stopfer

01. Dezember 2009, 07:05

Die Aussagen von Herrn Geisler sind eindeutig und lassen nur einen Schluss zu:

Genau darum konnte es eine Zeit, wie das Dritte Reich geben, nur weil es Menschen wie Herrn Geisler gibt, die immer das letzte Wort haben müssen und für die andere Meinungen keine Bestand haben dürfen und mit allen Mitteln unterdrückt werden. Ich glaube Herr Geisler würde sogar auf das Grab seines Vaters pinkeln, wenn der eine andere Meinung gehabt hätte.

Fazit:

Solche Menschen wie Herrn Geisler braucht kein Mensch.

Menschen wie Günter Rall hingegen zeigen uns öffentlich ihre Fehler, welche sie in der Vergangenheit gemacht haben, welche Alternativen sie hatten und welche Weltanschauung damals verbreitet war. Welches Recht hat Herr Geisler, daraus Vorwürfe zu erfinden, seinen Frust über sein eigenes unbedeutendes Leben als Anlass zu nehmen über einen Verstorbenen zu lästern.

Sie, Herr Geisler sind nicht besser al jene Volksverhetzer, welche unser Volk in den II. Weltkrieg führten.

Ernst-Ulrich Maas

01. Dezember 2009, 20:19

http://aemaas@telus.net

Herr Stopfer

Ich schliesse mich ganz Ihrer Meinung an.  

Dr. Wolfgang Mohr

26. Dezember 2009, 18:24

http://gibt es nicht mehr; regt mich zu sehr auf

Ganz einfach: so würde ich mich niemals nimmer nie nicht bloßstellen, schon einmal gar nicht in einer angesehenen Zeitung.

Mir dröhnt der Kopf vom Schütteln über die aufgelisteten Starfighter-"Tatsachen". Ich hätte mich zunächst einmal gründlichst informiert, bevor ich nicht Überprüftes oder nicht mehr zu Überprüfendes ins Feld führte. Schon gar nicht würde ich, um irgendwelche Ergüsse auf die Menschheit loszulassen, ideologisch eingefärbte Hirnwindungen zum Glühen bringen. Das muss doch wehtun, oder ist dort nichts mehr vorfindbar, was schmerzen könnte?

Bevor ich auf die abstruse Idee käme, über jemanden herfallen zu wollen, zumal nach dessen Ableben, von dem ich nur Einseitiges gehört und gelesen hatte, müsste ich meine humanistische Erziehung komplett in die Tonne werfen. An dieser Stelle nochmals Dank meinen Eltern, die mich ins Görres und nach Sankt Johnny "zwangen".

Habe ich nach dem Tod von Marschall Georgi Schukow oder von Air Marshal Arthur Harris gemault? Nein und nein! Dass ich den beiden oder anderen jedoch nachgeweint hätte, müsste der gute Dr.G. noch beweisen.

Einer unserer jungen load masters hatte mir aus Kaiserslautern den Tod des auch hier hoch angesehenen Generals Günter Rall mitgeteilt. Nur deshalb habe ich gestern nachgeforscht und bin in diesem Blog "gelandet".

Deutsche Nachrichten zu lesen, habe ich vor langer Zeit aufgegeben; das ist alles zu deprimierend. Zudem hatte ich vor einigen Jahren meinen deutschen Presse-Ausweis unter Protest zurück geschickt. Wir leben nicht unter Gottes Sonne, um uns selbst und anderen mit zynischen, zweifel-haften oder hochglanzpolierten Behauptungen das Leben noch schwerer zu machen sowie durch Unwissende unser Dasein vergammeln zu lassen. Das Leben ist zu kurz für lange Gesichter.

Immer ist ein wenig Abstand gesund. Ausnahmen sind natürlich aktuelle Ereignisse. Man möge seine Gedanken paaren mit den unumgänglichen Nach-forschungen, bevor man den Mund öffnet bzw. auf die Tasten des armen Computers haut. Ansonsten sollte man das doch, bitte sehr, sein lassen.

In diesem Sinne an die Kollegen Balu, Maas, Engel, Stopfer, Schumann u.s.w.: Positiv, lassen Sie sich nur ja nicht unterkriegen!

Ach ja, Zechkumpan - da hört nun wirklich alles auf!

Es ist arg bedenklich, sich "auf dem Rücken" eines Verstorbenen fragwürdige Meriten zukommen lassen zu wollen. Wozu eigentlich - für den Spiegel im Badezimmer etwa, der neben dem nicht benutzten Schalter der Ventilation hängt?

Mir ist nicht gut, wenn ich mir einige Ergüsse aus dem Volk der Dichter und Denker anschaue. Vollkommen klar ist mir jedoch gleichfalls, dass meine Denkweise nicht für jedweden bequem zu verdauen ist. Nun wohl, also zucke ich, zwar nicht zusammen, jedoch mit den Schultern.

Beste Grüße aus dem rheinland-pfälzischen Partnerstaat South Carolina im Wilden Süden sendet

                   Wolfgang

Focke-Wulf

28. Dezember 2009, 21:40

Ich bin Mitglied der Gemeinschaft der Jagdflieger. Und ich habe das Glück gehabt viele Jagdflieger und andere Soldaten des 2. Weltkriegs kennengelernt zu haben und zu kennen,  Und ich sage Ihnen eines: Ja sie haben für Hitlerdeutschland gekämpft. Und ja, Sie haben das gemacht weil Sie es für Ihr Vaterland getan haben, wie übrigens die Franzosen in Algerien, die USA in Vietnam u.s.w. Und ich habe keinen kennengelernt der sich dieser Sache gerühmt hätte im Gegenteil. Aber ich habe aber nirgends auf der Welt so eine Respektlosigkeit und Ehrlosigkeit eines Landes gegenüber seinen Soldaten gesehen wie in Deutschland. Wenn man dann noch sieht was Männer wie Rall, Meimberg, Rudorffer, Bob u.s.w aus dem nichts aus Ihrem Leben gemacht haben; habe ich nur höchste Annerkennung und Respekt Ihnen gegenüber. Und ich kann nur die bedauern und bemitleiden die sich nicht einmal die Mühe gemacht haben solche Männer zu verstehen. Es war früher schon nicht einfach für Deutschland in den Krieg zu ziehen und es ist heute nicht anders. Wenn ich diese ganze Diskusion über Afghanistan sehe lache ich mich nur noch tot. Da wird in einer Art und Weise vom Grundproblemen abgelenkt das es nur so kracht. Und ich hätte unsere Moralapostel mal sehen wollen wenn es so gekommen wäre das wir im Kundus 100 tote Soldaten auf einmal gehabt hätten. Dann hätten Sie Ihre Geschichte eben anders erzählt, und genau da ist das Problem in Deutschland . Es wird nicht das geachtet und geehrt was jemand für sein Land geleistet hat. Nein es wird jede aber auch jede Gelegenheit genutzt um deutsche Soldaten in den Dreck zu ziehen. Deutschland sollte sich schämen endlich aufwachen und zusehen das wir nicht ein monotones,geschichtsloses Volk werden das durch Presse , Funk und Fernsehen total verblödet. General Günter Rall und allen in diesem Jahr von uns gegangenen ein letztes Horrido auf seinem letztem Flug. Wir werden Sie alle sehr vermissen.

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