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Zur Sicherheit

Kriegsgeschrei

03. November 2009, 19:55 Uhr

Verteidigungsminister zu Guttenberg hat die erste Gelegenheit ergriffen, das K-Wort in den Mund zu nehmen, das Vorgänger Jung bis zuletzt gemieden hatte. Angesichts seiner Ankündigung, die "unbequemen" Aspekte des Afghanistaneinsatzes zur Sprache zu bringen, konnte das nicht überraschen. Weithin Lob war ihm sicher, vom Bundeswehrverband und dem Wehrbeauftragten bis hin zu Oppositionspolitikern. Bemerkenswert ist der Kommentar des Grünen-Linken Ströbele:  „Er nimmt die Realitäten zur Kenntnis. Das ist Krieg." Jung habe das „aus ideologischen Gründen" nicht getan und sei dafür „zu Recht kritisiert" worden.

Da zeigt sich die Zweischneidigkeit, wenn dem allgemeinen Geschrei, es müsse doch endlich gesagt werden, dass in Wirklichkeit Krieg sei, nachgegeben wird. Natürlich ist es wahr: In Afghanistan herrschen "kriegsähnliche Zustände". Und man kann nur Verständnis für jeden Soldaten haben, der sagt, es sei Krieg, wenn man angegriffen, verwundet, getötet wird. Dass der Minister dieses Verständnis bekundet, verringert zweifellos eine in den letzten Jahren entstandene Distanz der Spitze des Ministeriums zur Truppe. Das ist  sozusagen die eine, in die richtige Richtung weisende Schneide der Klinge. Doch auf der anderen Seite ist denen Vorschub geleistet, die den Einsatz der Bundeswehr mit der Formulierung diskreditieren wollen, Deutschland oder die Nato führe Krieg in Afghanistan. Das ist nicht der im Mandat der Vereinten Nationen formulierte und damit legitimierte Auftrag der Isaf-Truppe, es ist auch nicht der im Bundestag mandatierte Auftrag der Bundeswehr, und es ist nach unserer Auffassung auch nicht der Fall. Sachgerecht haben wir eine Formulierung gefunden, die der Grünen-Politiker Nachtwei einmal gebraucht hat (das ist der Politiker, der auch unter den Lesern und Kommentatoren dieses Blogs seine wortgewandten, sachlichen Bewunderer hat, wie einige Kommentare zum vorigen Eintrag zeigen): Die Bundeswehr führt nicht Krieg in Afghanistan, aber die Taliban führen Krieg gegen die Bundeswehr.

Nun hat Guttenberg ja gar nicht gesagt, Deutschland führe Krieg am Hindukusch; er hat nur dieser Interpretation nicht ausdrücklich widersprochen. Er hat von Zuständen gesprochen, vom Verständnis für Soldaten, und er hat in differenzierter Weise dargelegt, dass manche herkömmliche Wortwahl auf die heutigen Situationen nicht mehr so recht passt. Guttenberg formuliert prägnant und nicht in den Floskeln, in die sich Jung gerne geflüchtet hat. Das ist nicht nur angenehm fürs Publikum, sondern auch ein wichtiger Faktor, um seine Politik zu erklären. Worte sind Politik. Aber sie sind es nicht allein. Es ist nach wie vor notwendig, dass der Truppe im Einsatz die Mittel und die Handlungssicherheit gegeben werden, die sie braucht, um ihr Mandat gegen Taliban durchzusetzen, die gegen sie Krieg führen.

Das gilt auch für die rechtliche Situation. Wir teilen nicht die Auffassung, die Politiker müssten vom "Krieg" reden, damit die Soldaten Rechtssicherheit hätten. Und es wird auch nicht ausreichen, eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Soldaten im Einsatz zu definieren, auch wenn dieses Koalitionsvorhaben ein Schritt in die richtige Richtung ist. Es muss ein Rechtstatus formuliert und beschlossen werden, der nicht die Flucht in den Notwehrparagraphen nötig macht, wenn Soldaten zum Einsatz eines völkerrechtlich legitimierten Mandates militärische Gewalt einsetzen.

Veröffentlicht 03. November 2009, 19:55 von Stephan Löwenstein
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Kommentare

auxtroisglobes

03. November 2009, 20:22

Bitte wie?!

Da ist Krieg, also KpfPz und PzH hin, auf 25 000 Mann aufstocken. Oder wollen wir den Krieg nicht gewinnen?

Scheinbar der Gastgeber nicht. Danke, Kamerad.

Herr Löwenstein, die Floskeln, Begründungsverrenkungen und Phrasen die sie benutzen, darüber werden sie sich in zehn Jahren selber ein wenig wundern. Das ist doch Politbüro-Sprech, was sie uns hier bieten.

Causa Klein

03. November 2009, 21:14

Mit Verstädnis dafür, dass sich deutsche Soldaten in ISAF subjetive "im Krieg fühlen" durchbricht der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt (im Frieden)  nur ein sprachliches Tabu in Deutschland. Der Tabubruch ändert jedoch nichts an der rechtlichen Einordnung durch RoE, dem allgemeinen Umdruck 100/1, der den Einstaz der Bundeswehr im Frieden außerhalb der Bundesrepublik Deutschland  und der im Juli dieses Jahres neugefaßten Taschenkarte. Alle drei Dokumente sind im Wortlaut einer interessierten Öffentlichkeit nicht zugänglich. Mithin werden der interessierten Öffentlichkeit wichtige Grundlagen vorenthalten, die eine intersubjektive und eigene Reflexion über die Rechtsgrundlagen eines Einsatzes erleichtern könnten, der nicht nach den Regeln des allgemeinen Kriegsvölkerrechtes, der Genfer Koventionen und der Vielzahl von Zusatzprotokollen geführt wird.

Muß es wohl auch nicht, denn die von der Islamischen Republik Afghanistan erbetene Hilfe, und in zwei Petersberger Konferenzen näher festgeschriebene, ist kein Kriegseinsatz. Auch der Einsatz deutscher Streitkräfte und anderer Staaten, war nicht "ultima ratio" - allerdings, zu der erbetenen Hilfe fügten die Staaten ihre äußersten Mittel - nämlich Streitkräfte hinzu. Womöglich wäre es klug gewesen, die erbetene Hilfe von ihrem Ende her zu bedenken und nicht wortgewaltig zu umschiffen und zu umschreiben, wie aus der Vielzalh der Protokolle im Deutschen Bundestag zu den Mandaten hervorgeht.

Was könnte dieses bedeuten? Wird durch das Gericht in Dresden Anklage erhoben, dann steht nicht nur ein deutscher Offizier vor Gericht, sondern die gesamte Rechtsfigur des Einsatzes der Bundeswehr im Frieden außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, wo möglich auch die Rules of Engagement (RoE) und die spezifische Ausprägung in einer deutschen Taschenkarte, die ja wohl eher für die Staatsanwaltschaften als für die handelnden deutschen Soldaten neu gefaßt worden ist.

Mithin wäre es im Sinne der Rechtssicherheit wünschenswert, dass darüber in und bei einem ordentlichen deutschen Gericht verhandelt wird. Zu vermuten bleibt jedoch, dass dabei zu viel auf dem Spiel stehen wird, denn deutsche Gerichte sind unabhängig. Unabhängige Gerichte halten sich -Gott Lob - selten an politische Korrektheiten.

Was wird also bleiben in der Causa Klein? Wir werden es nachlesen können, sofern Anklage erhoben wird und ein Urteil gesprochen wird.

HansMeier555

03. November 2009, 22:44

Die Kriegs-Erklärung Guttenbergs paßt gut zur Wahlsieg-Erklärung Karsais.

Wird das Opium jetzt endlich wieder billiger? Das wäre bedenklich, dann ganz ohne stabilie Währung kann die Weltwirtschaft auf Dauern nicht funktionieren.

Adolar

04. November 2009, 07:55

Der Minister hat Recht.

Sollen unsere Leute dort den Arsch für den Westen hinhalten, und sich anschließend vor dem Staatsanwalt und im Kittchen wiederfinden, wenn sie sich gegen muslimische Irre verteidigen müssen?

Selbstverständlich ist das Krieg dort, da hat Kriegsminister Guttenberg völlig Recht.

Entweder man gibt das offen zu, und handelt danach, oder man geht raus.

Quidde

04. November 2009, 08:25

Lieber Herr Löwenstein, liebe Mitautoren

könnt Ihr mir sagen, weshalb Krieg in Afghanistan nach Eurer Meinung nicht legitim sein soll? Warum und in wessen Augen würde die Feststellung, daß Krieg geführt wird, den Einsatz diskreditieren? Ist Krieg nach Eurer Meinung schlecht, wenn er für ein hehres Ziel geführt wird (wie etwa die Einführung von Demokratie, Marktwirtschaft und Frauenemanzipation in Mittelasien)?

Wäre es nicht besser, die Notwendigkeit des Kriegsführens in Deutschland offensiv zu kommunizieren?

Weiter schreibt Ihr:

"[Krieg]  ist nicht der im Mandat der Vereinten Nationen formulierte und damit legitimierte Auftrag der Isaf-Truppe, es ist auch nicht der im Bundestag mandatierte Auftrag der Bundeswehr, und es ist nach unserer Auffassung auch nicht der Fall."

Dazu habe ich zwei Fragen:

1) Wenn es nur das Mandat ist, daß Euch zum Kriegführen fehlt, warum besorgt Ihre es Euch dann nicht einfach?

2) Wer seid Ihr überhaupt? Unter Eurer Verlautbarung sehe ich nur den Namen von Herrn Löwenstein. Wer also sind die anderen? Herr Löwenstein, würden Sie uns bitte Mitteilen, wer Ihre Mitautoren sind? Wenn Sie die Verlautbarung ganz alleine verfaßt haben und außer sich selbst niemanden repräsentieren, dann sollten Sie künftig lieber das Fürwort "ich" benutzen, wie es in journalistischen Meinungsbeiträgen allgemein üblich ist.

"Sachgerecht haben wir [schon wieder...] eine Formulierung gefunden, die der Grünen-Politiker Nachtwei einmal gebraucht hat (...): Die Bundeswehr führt nicht Krieg in Afghanistan, aber die Taliban führen Krieg gegen die Bundeswehr."

Aber sind das nicht sophistische Verrenkungen von Winkeladvokaten?  Selbstverständlich führt Deutschland Krieg in Afghanistan. Schon durch alleine die umfassende Unterstützung, den die Bundeswehr und die deutsche Geheimdienste den US-Streitkräften tagtäglich leisten, ist Deutschland eine kriegführende Partei. Wer zu solchen Formulierungen zuflucht nimmt, die niemanden, der nicht der politischen Klasse angehört, überzeugen können, untergräbt seine Glaubwürdigkeit, sowohl im In- wie im Ausland.

.

Herr Löwenstein, nehmen Sie mir es nicht übel. Aber in Ihrer für einen Qualitätsjournalisten bemerkenswerte Unbedarftheit beim Gebrauch der ersten Person erkenne ich ein Indiz dafür, daß Sie sich über Ihre eigene journalistische Rolle nicht recht im Klaren sind. Das zumindest möchte ich zu Ihren Gunsten annehmen.

politisch inkorrekt

04. November 2009, 08:51

1. Weil das Mandat durch den UNSC festgelegt wird und da haben wir deutsche aber auch die ISAF-Truppensteller keine so grundlegende Gestaltungsmöglichkeit.

...Russland und China....

2. Wer oder was ist eine Quidde? Winkeladvokat sollte nicht allg. Sprachgebrauch im Forum werden!

Herr Löwenstein schreibt hier keine wissenschaftliche Arbeit sondern macht pers. Anmerkungen "Zur Sicherheit".

Ich erkenne hier langsam ein TROLL artiges Verhalten.

pi

Quidde

04. November 2009, 09:09

Nachgeschoben:

Beim Gebrauch der ersten Person handelt es sich hier nicht nur um eine Stilfrage.

An folgendem Beispiel wird es evident:

.

Man bedenke, wie komisch es geklungen hätte, wenn Löwenstein geschrieben hätte:

.

"Sachgerecht habe ICH die Formulierung gefunden, die ... Nachtwei einmal gebraucht hat...."

.

Wer einen journalistischen Kommentar gebraucht, benutzt dort normalerweise die besten Formulierungen, die er finden kann.  Ohne extra darauf hinzuweisen, daß er sie gefunden hat. Noch grotesker muß es wirken, wenn dann im nächsten Halbsatz zugegeben werden muß, daß die "von mir gefundene" Formulierung eigentlich von einem anderen stammt.

Warum also benutzt unser Historiker und Star-Kolumnist nicht einfach den raffinierten Kunstgriff des ZITATS?

.

Aus folgendem Grund:

Die Wendung: "Wir haben eine Formulierung gefunden...." kennt man aus diplomatisch-juristischen Verhandlungen. Zwei Positionen stehen einander gegenüber, und dann "finden" die gewieften Diplomaten oder Juristen eine geniale "Formulierung", die heute alle unterschreiben können und die jede Partei schon morgen zu ihren eigenen Gunsten interpretieren kann.

.

Herr Löwenstein präsentiert sich uns hier also sozusagen als Pressesprecher derjenigen Fraktion politischer Entscheidungsträger, die glaubt, daß genau diese Formulierung die vertackte "Notwehr"-Situation auflösen kann, in welche die Bundeswehr mit ihrem "Nicht-Kriegseinsatz" geraten ist. Wir brauchen kein Kriegsgeschrei, wir brauchen nur einen wendigen Juristen...

.

Lieber Herr Löwenstein, es würde mich wirklich interessieren, wie Sie dazu kommen, sich hier quasi selbst zum Pressesprecher dieser Fraktion zu ernennen. Haben Sie dazu tatsächlich ein Mandat erhalten und von wem? Oder ist das nur Bluff? Glauben Sie womöglich, daß Sie Ihre journalistische Rolle aufwerten können, indem Sie ihre ganz besondere, pressesprecherähnliche Nähe zu dieser Fraktion auch noch demonstrativ herausstellen? Und widerspricht das denn nicht Ihrer Auffassung von journalistischer Unabhängigkeit?

.

Ihre Selbstbeschreibung oben rechts "Wir [sic!] wollen den Soldaten ein freundliches Interesse entgegenbringen und der Politik ein kritisches Augenmerk" hilft mir da, ehrlich gesagt, nicht weiter.

Quidde

04. November 2009, 09:14

@politisch inkorrekt

Ihre Antwort auf Frage 1) habe ich nicht verstanden. Könnten Sie bitte versuchen, ganze, zusammenhängende Sätze zu formulieren?

Wenn Herr Löwenstein "persönliche Anmerkungen" wiedergeben will, warum läßt er dann offen, von welchen Personen diese Anmerkungen stammen?

Causa Klein

04. November 2009, 09:30

leider geht es -seit einigen Einträgen - nicht mehr um die Sache.

Schade, denn bislang fand ich das ganz lesenswert. Na ja, vielleicht beruhigt man sich wieder. Es wäre zu wünschen

adolar

04. November 2009, 09:58

In der Kürze liegt die Würze.....

Quidde

04. November 2009, 11:09

@Causa Klein

Lieber Herr Klein, falls Sie mich meinen: ich bin vollkommen ruhig und mir geht es sehr wohl um die Sache.

Es interessiert mich wirklich, wen Herr Löwenstein meint, wenn er von "wir" spricht. Daß er damit nicht einfach nur sich selber meinen kann (was zwar stilistisch fragwürdig, aber vom Standpunkt der journalistischen Ethik aus unbedenklich wäre), habe ich oben ausführlich begründet.

Hajuem

04. November 2009, 12:25

politisch inkorrekt,

vielleicht kann ich zu Ihrer oben aufgeworfenen Frage, "wer oder was ist eine Quidde", mit einer möglichen Antwort aushelfen: Ludwig Quidde war ein deutscher Friedensnobelpreisträger(1927) und Pazifist in der Weimarer Republik.

Causa Klein

04. November 2009, 16:25

mit Verlaub, ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit und inhalticher Substanz - und dies gemessen an der Bedeutung des Sachverhaltes, über den, nach dem Grundsatz des Rechtes auf freie Meinungsäußerung,  hier Einträge formuliert werden.

Zunächst: es ist -gemessen an dem zu diskutierenden Sachverhalt völlig unerheblich, ob ein Journalist in Plural oder Singular schreibt. Dies ist eher eine Frage der persönlichen Eitelkeit, über die hinwegzusehen erwachsene Menschen durchaus in der Lage sein dürften, denn es hat mit der Botschaft nichts zu tun, die der Verfasser eines Beitrages veröffentlicht haben möchte.

Wichtiger erscheint mir, dass das "freundliche Desinteresse" welches nach Auffassung des Bundespräsidenten den Streitkräften, ihrem Auftrag und dem Dienst des Soldaten entgegengebracht wird, zumindest hier keinen "Show-Down" erfährt. Das Thema und der Sachverhalt, der in Deutschland nur in wenigen Medien eine Lobby hat, verdient eine angemessene Aufarbeitung. Wir schreiben ja nicht über die Höhe der Mehrwertsteuer, ihrer Berechtigung oder Abschaffung, sondern über deutsche Staatsbürger, die im Auftrag des Deutschen Bundestages ihr Leben auf ´s Spiel setzen müssen.

Das verdient eine angemessene Würdigung - jenseits parteipolitischer Kalkülsetzungen und partikularer Interessen. Deswegen eine Bitte: bevor auf "Hinzufügen" geklickt wird: Hirn einschalten und sich der Wirkung des Eintrages bewußt sein.  Oder geht es auch hier um die "Spaßgesellschaft"?

Quidde

04. November 2009, 16:56

@Causa Klein

Ich glaube nicht, daß es eine Frage der Eitelkeit ist, eher des Geschmacks. Ich glaube nicht, daß jemand der "wir" schreibt eitler ist, als jemand, der das "ich" benutzt.

Nur habe ich ernsthaft den Eindruck, daß Löwenstein wirklich nicht nur sich selbst meint, sondern eine Art Bundeswehr-Afghanistankrieg-Unterstützergemeinde, als deren Sprecher er sich fühlt.

.

Weiter habe ich für den Afghanistaneinsatz auch kein "freundliches Desinteresse", sondern durchaus unfreundliches Interesse!

.

Dann schreiben Sie von "deutschen Staatsbürgern, die im Auftrag des Bundestages ihr Leben aufs  Spiel setzen müssen".

Ich weiß wirklich nicht, wovon Sie sprechen. Könnten Sie mir erklären, was Sie meinen?

Causa Klein

04. November 2009, 17:34

na dann bemühe ich mal darum, Ihrer Frage angemessen zu antworten.

Fast neige ich der Meinung zu, dass es beim bloggen nicht um Pädagogik und den jeweiligen Intentionen dererer geht, die Ihre Aufassung im www preisgeben.

Darum kann es doch nicht gehen.

Freunde, die in internationalen blogs darüber schreiben, informieren mich gelengentlich garüber, dass über deutsche blogs eher gelächelt wird. Sie meinen, da findet nix statt, außer technizitischer Details, die mit Politik nichts zu tun haben, Aber auch darüber ist hinwegzusehen.

Wegen der "deutschen Staatsbürger"? Ganz einfach. Sie sind meine Nachbarn, sie sind meine Neffen und Nichten, sie sind auch meine Freunde. Meine grundsätzliche Emphatie gilt denen, die das leisten, was ich nicht zu leisten in der Lage bin, denn ich bin ausschließlich Steuerzahler - ohne dem Risiko des Einsatzes meines Lebens. da hab ich ein bisschen Respekt nor denen, die mehr aus Steuern zahlen und daraus ihre vermeintlichen Ansprüche an das Gemeinwohl begründen. Wie ergeht es Ihnen dabei?

Quidde

04. November 2009, 18:19

@Causa Klein

Haben Sie Dank für Ihre Bemühungen, leider blieben diese ohne Erfolg.

.

So verstehe ich immer noch nicht, was das für seltsame "Staatsbürger" sein sollen, "die ihr Leben aufs Spiel setzen müssen". Werden dem Minotauros geopfert?

.

Und worum geht es Ihrer Meinung nach beim Bloggen?

Mangelhaft!

04. November 2009, 18:24

Dieser Blog-Eintrag ist mangelhaft: Er ist stilistisch schlecht, und er ist grammatikalisch ungenaus, und aus diesen beiden Gründen ist der schon kaum vorhandene Inhalt garnicht zu erkennen, sondern nur zu erraten?

Was soll ein solcher Beitrag erbringen, Hr. Lowenstein?

Quidde

04. November 2009, 18:36

Muß mich selber korrigieren und teilweise auch bei Herrn Löwenstein entschuldigen.

Beim fünften Lesen meine ich verstanden zu haben, was Löwenstein mit dem Satz sagen wollte:

"Sachgerecht haben wir die Formulierung gefunden, die ... Nachtwei einmal gebraucht hat...."

Er wollte sagen:

"Ich würde der Formulierung Nachtweis zustimmen, der einmal gesagt hat..."

.

Dennoch scheint dem Autor die Distanz zu den Entscheidungsträgern zu fehlen.

NPK

04. November 2009, 18:50

Lieber Quidde,

"Demokratie, Marktwirtschaft und Frauenemanzipation in Mittelasien" kann man nicht per Krieg "einführen", wie Sie schreiben. Diese Lehre muss man nicht erst heute aus dem Afghanistan-Einsatz ziehen. Es gibt vielleicht andere gute Gründe für diesen Einsatz, aber wenn man so naiv ist, sollte man besser die Truppen abziehen.

Hajuem

04. November 2009, 18:54

Wie kommt es, dass mir beim Lesen folgender Lessingvers eingefallen ist:

"Als Fell, der Geiferer, auf dumpfes Heu sich streckte, stach ihn ein Skorpion.

Was meint ihr, daß geschah! Fell starb am Stich?-Ei ja doch, ja! Der Skorpion vereckte.

Causa Klein

04. November 2009, 19:05

na gut. Ich verabschiede mich mal aus diesem blog.

Der Initiator, Herr Löwenstein, scheint mir nicht der

Grund zu sein. Es ist eher niveaulos,

Weiterhin, viel Erfolg.

Quidde

04. November 2009, 19:12

@NPK

Genau das meine ich eben auch!

Rüpdiger von Thun und Hohenstein

05. November 2009, 07:33

Mittlerweile schürt sich bei mir auch der Eindruck das wir den Kriewg am hindukusche eher nicht gewinnen wollen.Schade eigentlich

Hajuem

05. November 2009, 10:48

Die Lage im Verantwortungsbereich der Deutschen Streitkräfte in Afghanistan hat sich grundlegend geändert: Die afghanische Regierung ist politisch stark geschwächt aus den jüngsten Wahlen hervorgegangen und wird mit den eigenen Sicherheitskräften noch auf Jahre hin nicht zum Selbstschutz befähigt sein. Die Afghanen vertrauen inzwischen im Kampf gegen die Taliban wieder mehr den Mudschahedin, die im Raum Kundus erste Erfolge aufzuweisen haben. Die Bundeswehr hat die Wiedererstarkung der Taliban in ihrem Verantwortungsbereich nicht verhindert und sieht sich nun Taliban-Kräften gegegüber, die selbst dazu übergegangen sind, die von der Stärke her unzureichend ausgestatteten und nur leicht bewaffneten ISAF-Kräfte der Bundeswehr gezielt und mit erstaunlich gut koordinierten Schlägen zu zermürben.

Der bisherige VertgMin Jung verfügte nicht über ausreichend politische Kraft, die Lagezuspizung zur Kenntnis zu nehmen und eine deutliche politische Kurskorrektur herbeizuführen. Von der militärischen Führung der Bundeswehr, insbesondere vom Generalinspekteur, gingen kaum Impulse aus. Wenn nun der neue VertgMin zu Guttenberg bereit ist, die Lageänderung anzuerkennen, ist ein Schritt in die richtige Richtung getan. Weitere müssen folgen. Ob er dazu die politische Kraft besitzt, wird sich zeigen. Denn einfach wird das nicht.Worum geht es? Es geht darum, die Taliban militärisch zu zerschlagen. Wenn man sich dafür entscheidet, wird man durchsetzungsfähige Kampftruppe in wesentlich größerem Umfang als bisher einsetzen müssen. Will man die militärische Konfrontation nicht, bleibt nicht anderes übrig, als die eigenen Kräfte abzuziehen. Der vermutlich von der Politik bevorzugte Weg, so weitermachen wie bisher, hieße, den Konflikt auf den Rücken unserer Soldaten auszutragen. Ob das politisch und moralisch durchhalbar ist, dürfte fraglich sein. So manch einer wird sich daran erinnern, dass Helmut Schmidt vor gar nicht langer Zeit darauf hingewiesen hat, dass die Soldaten sich darauf verlassen könnten, niemals missbraucht oder falsch eingesetzt zu werden.

auxtroisglobes

09. November 2009, 15:57

Auch wenn meine eingängliche Kritik etwas plakativ geriet, und andere Kommentatoren nun garnicht unähnlich diskutieren, liegt doch tatsächlich ein Mangel dieses Blogs dem zu Grunde:

Die tatsächliche Meinung des Autors wird nicht ersichtlich. Gerade aber eine erkennbare Meinung hilft doch ungemein beim kontextualisieren der Artikel, ob man sie nun teilt, oder nicht.

Wir sind dazu verdammt aus den Beiträgen irgendetwas meinungsähnliches herauszuorakeln. Wozu?

Ich kenne die Einstellung aktiver zufällig Offiziere ganz gut, die ja eben ausführende Gewalt sind, und so öffentlich gar nicht anders können, als sich in wasserdichte Formeln zu flüchten. Ist dies am Ende das Ziel? Den aktiven Kameraden "wasserdicht-Sprech" zu erleichtern, das Vokabular und die möglichen Winkelzüge zu erweitern? Ein aktueller Artikel dieser Zeitung legt ja nahe, daß die kameraden im Einsatz u.U. seelischen Schaden dadurch erleiden.

Schön wäre ja ein Meinungsblog zu Sicherheitsfragen im Rahmen der FAZ, das würde ich mir wünschen.

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