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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Zur Sicherheit

Zweifel

02. Dezember 2009, 14:59 Uhr

Die Turbulenzen im Bendler-Block haben uns in den vergangenen Tagen an die Tagesberichterstattung gebunden, die hier nicht dupliziert werden soll. Das gilt auch für die Aufnahme der Obama-Rede in Berlin. An dieser Stelle daher nur ein kurzer Hinweis auf einen Aspekt scheinbar am Rande, der aber Beachtung verdient. Die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung hat einen Brief afghanischer Frauen publiziert, der sich an die deutschen Bundestagsabgeordneten vor der Mandatsentscheidung am Donnerstag richtet, aber durchaus auch als Kommentar des neuen amerikanischen Zieldatums 2011 verstanden werden kann:  "Die Nachrichten und die öffentliche Diskussion über einen schnellen Rückzug der internationalen Gemeinschaft wirken sich negativ in Afghanistan aus, weil sie Zweifel daran aufkommen lassen, dass die internationale Gemeinschaft der Freiheit und der Demokratie in Afghanistan wirklich verpflichtet ist."

Veröffentlicht 02. Dezember 2009, 14:59 von Stephan Löwenstein
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Kommentare

HansMeier555

02. Dezember 2009, 16:55

Das waren die Ehefrauen von Karsai, seinen Ministern und Ministerialangestellten.

Hans-Heinrich Dieter

02. Dezember 2009, 17:36

http://www.hansheinrichdieter.de

Der Brief der afghanischen Frauen ist ein bemerkenswertes Dokument zur Lage in Afghanistan und wird von den Abgeordneten hoffentlich nicht nur "mit Interesse zur Kenntnis" genommen.

Da die deutsche Kanzlerin "Übergabe in Verantwortung" zugesagt hat, dürften die Frauen theoretisch keine Zweifel am deutschen Engagement haben. Deutschland ist aber im Hinblick auf sein Afghanistan-Engagement wenig souverän, stark von den USA abhängig und weiß immer noch nicht, was unser Engagement in Afghanistan genau bewirken soll. Wir haben unverändert kein strategisches Konzept, das den Namen verdient, wir wissen immer noch nicht, was wir beim Aufbau und im Hinblick auf Sicherheit wann in in welcher Qualität erreicht haben wollen. Wir haben also zwar das Schlagwort von der "Übergabe in Verantwortung" aber noch nicht definiert, welche erreichte Lage in den unterschiedlichen Politikfeldern eine Übergabe an die Afghanen verantwortbar macht. Da das Datum Juli 2011 für den Beginn des Abzuges der US-Truppen verkündet ist, werden wir unsere Definition der "Verantwortbarkeit" der Übergabe eher an diesem Datum ausrichten als an errungener Freiheit und Demokratie. Die Zweifel der Frauen sind in der Praxis also sehr wohl begründet.

Allerdings sollten diese Frauen auch intensiv mit ihren Männern reden und deren Verständnis für Freiheit und Demokratie verbessern. Dieser Prozess fängt in den Familien an und muss in die Clans hineingetragen werden. Erst dann wird sich auch die Lage der Frauen und Mädchen in Afghanistan verbessern.

Hajuem

02. Dezember 2009, 18:47

Die US-Strategie zur Fortzetzung des Kampfes in Afghanistan zeigt deutliche Spuren eines Kompromisses zwischen den Gegnern im Verteidigungs-und Außenministerium der USA. So soll man einander vorgeworfen haben, den "Schneiderhan" gemacht, also dem US-Präsidenten wichtige Akten vorenthalten zu haben (J.Joffe/Zeit). Es ist schon bestürzend, wenn das fragwürdige Vorgehen des ehemaligen Generalinspekteurs zum Synonym für fehlende Loyalität wird. Damit hat Herr Schneiderhan dem Ansehen der Streikräfte schweren Schaden zugefügt.

Matthias Grässlin

02. Dezember 2009, 20:38

Wenn ich mich recht erinnere, dann geben ja auch zwei Ihrer Herausgeber, Nonnenmacher und Kohler, inzwischen zu, daß es in Afghanistan nicht mehr um Nation Building, sondern nur noch um (angebliche) westliche oder bundesdeutsche Sicherheitsinteressen geht.  

Kohler heute:

"Amerika schickt seine dreißigtausend Mann nicht zum Regeln des Verkehrs nach Afghanistan."

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