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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Salon Skurril

"Ich bin kein Leser. Ich bin ein Schreiber."

30. Januar 2012, 10:00 Uhr

Das Internet hat die Art und Weise, wie wir kommunizieren, revolutioniert. Wir haben den Raum überwunden. Wir können in Echtzeit Gedanken austauschen. Es gibt nicht eine beschränkte Bühne, sondern jeder kann sich äußern. Jedes 14-jährige Mädchen, das eine Internetanbindung hat, kann ihre Gedanken mit der ganzen Welt teilen. Regierungsgegner in unfreien Ländern, Behinderte, winzigste Randgruppen können Information verbreiten und sich mitteilen, auch ohne in die etablierten Medien zu gelangen.

 


CC by-nc Melvin Gaal (Mindsharing.eu)

 

Hier bei uns im Internet hat jeder was zu sagen. Viele möchten Schreiber sein; aber nicht Leser. Auch in der klassischen Kommunikation kennen wir dieses Phänomen. Zum Beispiel findet in Talkshows zwischen den Gästen ja kein Gespräch im eigentlichen Sinne statt. Sie reden, aber nicht miteinander. Politischer, gesellschaftlicher und philosophischer Diskurs besteht oft daraus, dass man seine Meinung kund tut und dann ungeduldig wartet, während der andere redet, um selbst wieder zu Wort zu kommen. Der Andere, indess, konstatiert auch nur seine Meinung, ohne auf die erste einzugehen.
Beständig produzieren wir Menschen Inhalt, wir verwirbeln die Luft und oft ist es uns egal, wer aus diesen Verwirbelungen Information gewinnt. Wir sind ungeduldig, wenn andere erzählen, denn was können sie schon wissen. Um überhaupt Inhalt zu transportieren, knallt die Presse uns kürzeste Überschriften, kürzeste Texte um die Ohren, im Schleudertempo. Die Welt kommt mir manchmal sehr laut vor, während alle versuchen, einander zu überschreiten.

Als ich meine Mutter fragte, was ihrer Meinung nach das Thema der Zeit sei, sagte sie: "Zuhören". Einerseits meinte sie damit den politischen Diskurs, den sie zurzeit beobachtet, andererseits bezog sie sich auf ihre ganz privaten Probleme, die nicht entstanden wären, wenn Menschen einander gehört hätten. Interessanterweise war sie diese Woche aber nicht die einzige, die mich darauf ansprach. Während ich im Zug darüber nachdachte, worüber ich wohl schreiben könnte, antwortete der Fahrgast neben mir: "Ich weiß nicht." "Ich weiß es auch nicht", erwiderte ich. Er sagte: "Nein, nein, das Phänomen des 'Ich weiß nicht'. Dass kaum noch jemand sich traut, diese Worte zu sagen. Dass alle kompetent wirken wollen."
Das hat sich dann wundersam an das Zuhören geknüpft. Anstatt seine halbgaren Lösungsvorschläge oder Beurteilungen einer Situation abzugeben, einfach mal zu sagen: "Ich weiß es nicht, kannst du es mir erklären?" Und dann die Erklärung anhören. "Ich weiß es nicht" ist eine Phrase geworden, zu der man immer weniger berechtigt ist, je häufiger man die Möglichkeit bekommt, zu sprechen. Und das ist, im Internet, praktisch immer.

Dabei ist der Vorteil des Zuhörens, dass man so unendlich viel lernen kann. Seltsam, wie wenig die Lust, die beim Lernen entsteht, angesprochen wird. Der ganz praktische Vorteil, wenn man Älteren zuhört, ist ja zum Beispiel, dass man aus deren Fehlern gut lernen kann. Man glaubt es nicht, aber in den paar tausend Jahren Menschheitsgeschichte haben unsere Vorfahren ein paar ganz nützliche Erfahrungen sammeln können. Und es muss ja nicht jede Generation das Fahrrad neu erfinden.  Aber gerade, wenn man mit weit offenen Ohren durch die Welt geht, entdeckt man auch das Wunderbare darin. Einmal traf ich im Bus zufällig eine Frau, die mir erklärt hat, warum es Schicksal sein könnte, dass meine Haarfarbe sich von meiner Familie unterscheidet. Sie sagte während einer 20-minütigen Busfahrt vor vier Jahren Dinge über Gott und die Menschen, die ich bis auf den heutigen Tag nicht vergessen werde. Wie viele verschiedene Berufe und Lebensläufe lernte ich auf Parties, an Bushaltestellen und in Zügen kennen.

Der Fahrgast, den ich da auf der Strecke von Münster nach Berlin traf und der solchen Wert auf die Phrase "Ich weiß nicht" legte, ist Designer. Er entwirft zum Beispiel Dinge rund um Tischkultur. "Das Design so eines Gegenstands beeinflusst direkt das Verhalten des Menschen, der damit umgeht. Ich richte mich da immer nach dem Satz: 'Wenn man einen Stuhl entwirft, entwirft man eine Art, sich zu setzen.'", erzählte er mir. Man kann einen Gegenstand so gestalten, dass die Benutzung ganz automatisch geht, oder dass er im Gegenteil befremdlich ist und innehalten lässt. Er kann zu schnellen oder langsamen Bewegungen verleiten, zu guter oder schlechter Stimmung. Ich mochte es, diesen Gedanken weiter zu spinnen. Wenn ich das Verhalten eines Menschen durch das Design einer Teekanne beeinflussen kann, kann ich auch das ganze soziale Verhalten der Tischgesellschaft beeinflussen. Eine Kanne mit zwei Griffen und zwei Ausgüssen würde vielleicht den Gedanken wecken, man schenkt lieber einander ein, als sich selbst. Dadurch würde ich die soziale Konstellation am Tisch verändern.

Solches sozial-veränderndes Design findet man auch in einem ganz anderen Bereich - dem Straßenverkehr. Immer mehr europäische Gemeinden, darunter das niedersächsische Bohmte im Landkreis Osnabrück, probieren ein Straßenmodell, das "Shared Space" heißt. Diese Straßen zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf Markierungen, Schilder, Ampeln, Radwege und Bürgersteige völlig verzichten. Der Raum wird von Fußgängern, Rad- und Autofahrern geteilt. Dadurch, dass Schilder den Vorgang nicht extern steuern und automatisieren, sind alle Verkehrsteilnehmer gezwungen, stärker auf einander zu achten und zu kommunizieren. Die Aufmerksamkeit für einander im Öffentlichen Raum wird gesteigert. Die Unfallstatistik sieht sehr vielversprechend aus, es kommt nirgends zu einer Häufung von Unfällen. Denn dieses Design zwingt Menschen, auf einander zu achten, Signale von einander wahrzunehmen - zuzuhören.

Wenn es nur öfter Elemente im öffentlichen Raum gäbe, die uns den Raum so entfremden würden, dass wir kurz stehen bleiben, inne halten und auf die Umgebung und die anderen Menschen wieder aufmerksam achten, das wäre gut. Doch Moment - fiel mir ein - so etwas gibt es. Das ist eine der Aufgaben von Kunst. Kunst ist der Zerrspiegel, der die Welt so entfremdet, dass wir ihr aufmerksamer lauschen. Monet hat mir die unterschiedlichen Farben eines Sonnenuntergangs verdeutlicht, Kahlo die Intensität von Schmerz und Einsamkeit. Viele Kunstwerke erzählen eine Geschichte und dadurch, dass sie so seltsam sind, möchte man die Geschichte dahinter hören. Besonders beeindruckend in ihrem 'social engineering' ist die Kunst im öffentlichen Raum. Wenn eine Stadt durchzogen ist mit Skulpturen und interaktiven Kunstwerken, die Menschen ins Interagieren bringen. Sie kann helfen, uns in Zeiten des lauten Sprechens die Kunst des Zuhörens zu bewahren.

Einmal stand in Münster mitten auf dem Bahnhofsvorplatz eine grüne Tür. Um sie herum war nur ein Türrahmen, sonst nichts. Man konnte sehr leicht drum rum gehen. Die Tür war verschlossen. Um sie zu öffnen, musste man 50 Cent hinein werfen. An der Tür klebte ein Schild: "Die 50 Cent fließen ausschließlich in den Erhalt dieser Tür".
Solche und andere Wundersamkeiten waren Teil der Skulptur Projekte Münster, deren Geschichte ich in zwei Wochen hier näher beleuchten will. Denn ich habe da einigen sehr interessanten Männern zugehört...

Veröffentlicht 30. Januar 2012, 10:00 von Marina Weisband
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Kommentare

Quantenwelt

30. Januar 2012, 10:24

http://www.quantenmeinung.de

Wollte einfach mal Danke sagen. Sehr interessante Gedanken.

Jeeves3

30. Januar 2012, 12:58

http://www.kdmueller.com

"Jedes 14-jährige Mädchen, das eine Internetanbindung hat, kann ihre Gedanken mit der ganzen Welt teilen."

Kann sie, ja natürlich. Aber "teilen" würde ich das nicht nennen. Denn da ist ja meist keiner, den das Geteilte (Gedanken einer 14jährigen) interessiert.

Es sei denn, ihre Gedanken sind ständig und regelmäßig von dieser frappanten Art: "Einmal stand in Münster mitten auf dem Bahnhofsvorplatz eine grüne Tür. Um sie herum war nur ein Türrahmen, sonst nichts. Man konnte sehr leicht drum rum gehen. Die Tür war verschlossen. Um sie zu öffnen, musste man 50 Cent hinein werfen. An der Tür klebte ein Schild: "Die 50 Cent fließen ausschließlich in den Erhalt dieser Tür"."

Dann hätte sie eine Chance, gelesen zu werden.  

Kurz: Da muss schon Inhalt sein, der andere interessiert, amüsiert, der kurzweilig ist, anregend, unterhaltend, auch mal ironisch oder frechund vor allem (wenn schon "Gedanken"): ehrlich.

ThorHa

30. Januar 2012, 13:37

Mit "Ich weiss nicht" bekommen Sie in der heutigen Mediendemokratie günstigenfalls überhaupt keine Aufmerksamkeit. Und ungünstigenfalls, also wahrscheinlicher, die geballte Häme einer Schar von Kleingeistern verschiedener Provenienz (Journalisten, politische gegner, Parteifreunde).

Solange sich dieses "Gesetz" nicht verändert, gibt es keinen Anreiz, coram publico sein Nichtwissen, seine Unsicherheit, sein Unverständnis auszudrücken. Dann ist diese Ehrlichkeit nichts als eine Steilvorlage für Heuchler, Besserwisser, Niedermacher, Hochstapler, Feiglinge.

Kann man diese Automatikreaktionen abstellen? Nein :-). Oder genauer - erst dann, wenn sich sehr viele Menschen grundlegend ändern. Solange ist derjenige der Verlierer, der öffentlich zugibt, nichts zu wissen.

Im privaten Bereich dagegen ist Zuhörenkönnen schon lange eine Kardinaltugend, die einem viele Freunde verschaffen kann ...

Gruss,

Thorsten Haupts

Welehamm

30. Januar 2012, 17:07

http://www.friedemann-wehr.de

Dem Jeeves3 kann ich nur zustimmen. Wer Facebook (noch) hat, kann das am besten feststellen. Wie oft werden da Dinge posaunt, die keinen Interessieren. Bei Facebook steht da: "Was machst Du gerade?" Das impliziert, dass man immer was machen muss und das sofort mitzuteilen ist. Ich habe einmal geschrieben: "Ich kratze mich am Sack" und schon kamen die Rückmeldungen zuhauf. Diese Nonsenskommunikation ist zeittypisch. Die verbale Inkontinenz ist nicht aufzuhalte. Gestern bestes Beispiel: Da kam im ZDF Nachtstudio) "Kapitalismus reloaded" und da war die hochgehypte  Marie-Christine Ostermann (Typ: Koch-Mehrin/Schwesig) und diese Frau ist Vorzeige-Jungunternehmerin (von Papa die Kohle). Alle Medien kloppen sich um diese Dame, die leider sehr wenig in der Birne hat. Aber sie genießt das Medieninteresse, obwohl sie nur Dünnes absondert. Das ist unsere Medienwelt, die Luftblasen anmalt.

melursus

30. Januar 2012, 19:19

Willkommen in der FAZ Frau Weisband, und Gratulation, daß Sie als """Linkere""" "Politikerin" im Blatt von Wirtschaft, Liberalen, Konservativen und Bildungsbürgern schreiben. Wir Leser wollen zuhören und lernen, zumindest hier.

Ich schließe mich Herrn Haupts an und danke Ihnen und ich bitte um Weiteres.

Quantenwelt

30. Januar 2012, 20:26

http://www.quantenmeinung.de

Sie haben natürlich recht, Welehamm, nicht jedes fünfzehnjährige Mädchen wird so substantiell zur gesellschaftlichen Debatte beitragen, wie Sie mit ihrem Facebook-Eintrag.

Aber das ist ja gar nicht der Punkt. Es geht darum, dass die Schwelle, überhaupt irgend etwas zu schreiben, gerade durch Dienste wie Facebook herabgesetzt ist. Als ich anfing, im Internet zu publizieren, musste man noch HTML können und einen Provider finden, bei dem man die Textdateien per FTP hochladen musste. Heute können wir auf Facebook oder Twitter nebensächliches in ein paar Sekunden publizieren, wir können uns aber auch - für wichtigeres - mehr Zeit nehmen.

Was wichtig ist, entscheiden dann im Internet nicht mehr ausschließlich Redaktionen. Manchmal wird auch ein interessanter Gedanke eines weniger einflussreichen Menschen weitergetragen. Das kann der eines fünfzehnjährigen Mädchens sein und das kann spannender sein, als die Frage, wo sie sich zuletzt gekratzt haben.

HansMeier555

30. Januar 2012, 20:39

Als Kind haben mich Winnetous Indianer beeindruckt, die ihre REde immer mit "Hugh" beendeten. Danach war der andere dran.

.

Andererseits fand ich das beunruhigend unrealistisch. In der Zivilisation, der ich angehörte, hätte kein Winnetou jemals die Chance auf gehabt, sich mit einer starken Ansprache zu profilieren. nach dem ersten Halbsatz hätte man ihm das Wort abgeschnitten, dazwischengequatscht oder einfach niedergebrüllt.

HansMeier555

30. Januar 2012, 20:42

Auch im Berliner Abgeordnetenhaus scheint es ja wesentlich zivilisierter zuzugehen als bei den Indianern.

Gisela-Rem

30. Januar 2012, 20:43

Das nenne ich psychologisch ausgefeilte Basisdemokratie: Ungelegene Meinungen auf dem Weisbandblog 'Marinaslied' werden entweder gelöscht oder als niedrig gebrandmarkt....die Diktatur lässt grüßen - merkwürdiges Demokratieverständnis

zumZähneausbeißen

SteveAnorizz

30. Januar 2012, 20:57

http://steveanorizz.wordpress.com

Ein anregender Artikel, wirklich! Ich finde, solche subjektiv gesehenen Gesellschaftsanekdoten sind viel mehr schlagzeilenwürdig als ... nun ja, die Schlagzeilen.

OA.Luetzenich

30. Januar 2012, 22:25

http://SprechLichtung.blogspot.com/

Wenn Sie OA... lesen, wissen Sie ja schon, jetzt kommt etwas ausführlicheres, aber es geht ja in Ihrem Beitrag auch genau um folgendes ...

Zulesen und auf das gelesene eingehen: Sie schrieben: "Das Internet hat die Art und Weise, wie wir kommunizieren, revolutioniert." Bin ich ein Besserwisser, wenn ich stets versuche, die Inhalte der sprachlichen Kommunikation (Sie wissen, es gibt noch etliche andere Kommunikationsformen) auf den Punkt zu bringen, sie, statt weiter zu vernebeln, zu klären? Mag sein, ich selbst würde mich als Genauigkeitsfreund bezeichnen. Ich mag es, wenn etwas, was gesagt, geschrieben, oder auch gezeigt wird, genau ist, auf den Punkt zeigt und nur wenig darumherum deutet. Manchesmal so weit, dass es schon wieder nichts (genaues) bedeutet. Beim schreiben umso mehr, als beim sprechen, denn beim schreiben ist Mensch fürs-ich und meist weniger gefordert, als im Gespräch, im Gespräch verlassen auch meinen  Mund oft Worte und ganze Sätze, die alles mögliche bedeuten können und die Angesprochenen oft ratlos machen, aber beim schreiben versuche ich die bestmögliche Klarheit und Genauigkeit.

Lange Rede, kurzer Sinn: das Internet ist mitnichten eine Revolution der Kommunikation. Den Raum überwindet auch ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, denn es ist immer etwas zwischen Zweien und wenn es nur ein Quark (Physik) ist. Fall Sie die weiten Distanzen zwischen gleichzeitigen GesprächspartnerInnen meinen, dann geschieht das bereits seit Erfindung der Telegraphie oder später auch des Telefons. Gedanken können Wir schon seit wir Denken können in Echtzeit austauschen, falls Wir dazu fähig sind, die Gedanken in die passenden Worte, Bilder, Zeichen, Musik oder sonstige Kommunikationsformen (z.B. Pheromome) zu bringen und einander zuhören, wie Sie einfordern. Meine

Ohr haben Sie dabei und auch meine Stimme.

Auch die Beobachtungen in den Folgesätzen sind beileibe nicht erst seit Internet möglich, schon Bücher und Post und Boten und ... machten Kontakte und den Austausch von Ideen und Informationen und Verbindungen Weltweit möglich.

Aber wie "verliebte" oft sind, loben sie dasjenige (Mensch, anderes Tier oder auch einen Gegenstand), was sie "lieben" gerne "über den grünen Klee" und machen es oft weit besser, als Es ist. Verzeihen Sie die Analogie. Ich zum Beispiel bin ein in die Lebendigkeit verliebter, also erscheint mit die Lebendigkeit mit allen Facetten als das ALLES Andere überragende, aber was empfindet ein Stein oder ein Artefakt beim Stein-sein, beim Artefakt-sein? Vielleicht ist der Stein ja glücklicher als ich, mit seinem Stein-sein, woher will ich das wissen?

Da haben Sie das: ich weiss nicht? Das ich übrigens beständig in Gesprächen höre, so ganz nebenbei immer wieder eingeflochten: ...., ich weiss nich, aber ... Als Besserwisser, der ich auch bin, möchte ich dann immer einflechten: ..., dann informier dich halt, ... aber Mensch tut das aus Höflichkeit ja nicht und lässt die Unwissenheit EINfach so weiterlaufen, anstatt ZWIElichtig einzugreifen. Ausserdem, was weiss ich schon, was, das Mensch überhaupt? Im Vergleich mit das, WAS (zu Wissen) IST?, ist Unser Wissen eine Nichtigkeit, eine Verschwindichkeit weniglichheit, allerdings ist klar, dass fast ALLES, WAS zu Wissen IST?, in Uns enthalten ist, denn ohne dieses Wissen, also die Informationen und Inhalte des SEIN gäbe es keine Lebendigkeit (DaSein) nicht. Wir Lebendigkeit sind vergegenständlichtes Wissen. Inhalt in Haut gepackt und angeschubbst: Nun leb mal Du Wissen und finde raus: Was ist?

Kann Mensch das so ausschreiben? Ich weiss nich, aber ...

Dem Designer hätte Sie mit einem Grundgesetz der Physik antworten können, Newton hat als drittes Gesetz das "Wechselwirkungsprinzip" formuliert, ein Prinzip auf dem das DaSein auch beruht, und das etwa so lautet: Jede Bewegung bewirkt eine GegenBewegung, Betonung liegt auf: JEDE. Genaueres können Sie (und jetzt kommt eine kleine Verbesserung zu früheren Bibliothekszeiten:-) googeln oder wikken (Wikipedia, Sie wissen). Sie wirken auf mich, ich wirke nun zurück: Rückkopplungseffekt. Physik.

Du lieber Himmel, schon wieder so viel geschrieben! Ob Sie da wohl zulesen?

Bohmte finde ich richtig gut! Auch die grüne Tür finde ich Spitze! Freue mich auf die Gedanken drummherum. Bis dahin Viel Freude!

Und, Sie wissen, dass ich stets bedenke, dass ich Ihnen 30 Lebensjahre voraus bin, deshalb fuchtel ich hier nicht rum, sondern bringe nur etwas ein. Wenn Sie das so lesen, ist das schön.

HansMeier555

30. Januar 2012, 22:43

@O.A. Lützenich

.

Sehen Sie, das ist  eben das Revolutionäre an der Kommunikation im Internet

.

1) Nicht jeder kann jedem einfach das Wort abschneiden oder sonstwie die Möglichkeit nehmen, seinen Standpunkt zu artikulieren.

2) Nicht jeder muss jeden Beitrag geduldig bis zu Ende sich antum. Was einem als konfuses Gefasel erscheint, das kann man einfach ignorieren, ohne dadurch unhöflich zu wirken.

3) Niemand kann produktive Unterhaltungen zerstören, indem er sich vorlaut dazwischendrängelt

4) Niemand kann einen klugen Gesprächspartner für sich monopolisieren.

.

dfleischhauer

30. Januar 2012, 23:29

Ach, deswegen der ganze Heckmeck. Herzlichen Glückwunsch.

PeRiBa

31. Januar 2012, 00:43

http://nachbarsgarten.blogspot.com/

@jeeves3 / Weleham

Ihr Kommentar zeigt, dass sie von 14-jährigen Mädchen so ziemlich gar keine Ahnung haben. Schon mal bei over-blog.com gestöbert? Gedanken einer 14-jährigen interessieren durchaus - andere 14-jährige. Natürlich geht es dort nicht um so unglaublich wichtige Dinge wie Weltfrieden und den Euro, aber wenn für die Kinder wichtig ist, in welchem H&M oder Primark diese Bluse oder jene Schuhe zu kaufen sind, dann müssen wir auch damit leben.

@Marina

In den ersten zwei, drei Absätzen war ich noch kopfnickend ganz bei Ihnen, aber dann habe ich den Faden verloren. Um was ging es eigentlich?

lyreII

31. Januar 2012, 08:54

Internet. Da braucht man Ruhe. Viel strömt auf einen ein. Der Drang, gleich noch mehr davon bekommen zu wollen, und der Nachteil, der dadurch erwachsen kann, wird mir in wachsender Weise bewusst. Gibt man dem Drang nach, kann es zu einer echten Aufgabe geraten, sich überhaupt auf ein Topic zu konzentrieren. Was ich mir daher vornehme, ist, mehr Zeit der kontrollierten Reflexion zu geben. Das beinhaltet den Verzicht auf manchen Input. Aber was nützt schon nur bruchstückhaft verarbeiteter Input, will man auch Output generieren. Der steht und fällt mit Muße. So geht es mir.

Ich betrachte es daher als ernstes Unterfangen, unter den zig mitunter innerhalb einer Stunde gemessenen Klicks, dem einen oder anderen Offklick Platz einzuräumen.

So da war er, dieser O.

Schwierig scheint es für Menschen zu sein, die einen Nachholbedarf an Austausch im Internet kompensieren wollen. Die reissen zumindest genau diese Hürde leichter, indem sie zu neugierig sind und nichts verpassen wollen und mehr mit mehr verwechseln.

alexpoell

31. Januar 2012, 09:39

http://www.infound.at

Sehr schöne und klare Gedanken.

Stellt sich die Frage wem man zuhören soll? Und ob es nicht unter der (Web-) Oberfläche sehr viel mehr "unsichtbare Zuhörer" als "sichtbare Sprecher" gibt?

„Dabei ist der Vorteil des Zuhörens, dass man so unendlich viel lernen kann.“

Manchmal frag ich mich, ob wir nicht mehr lernen, wenn wir unseren eigenen Gedanken  Raum geben, wenn wir auch der inneren Stimme zuhören.

Danke in jedem Fall für den starken Beitrag,

@alexpoell

Welehamm

31. Januar 2012, 13:02

http://www.friedemann-wehr.de

@PeRiBa

Ich hatte mich nicht über 14-jährige Mädchen ausgelassen, sondern ganz allgemein das Mitteilungsbedürfnis für Nonsens-Info angeprangert. Wenn bei Facebook Statusmeldungen gepostet werden, wie: "noch DSDS gucken und dann mit Schatz kuscheln", "at work", "Urlaub geplant" u.v.m. ist das verbale Umweltverschmutzung.

ThorHa

31. Januar 2012, 14:00

"1) Nicht jeder kann jedem einfach das Wort abschneiden oder sonstwie die Möglichkeit nehmen, seinen Standpunkt zu artikulieren."

Was jeden 2. zu der Illusion verleitet, sein Standpunkt sei der Rede wert?

Gruss,

Thorsten Haupts

PeRiBa

31. Januar 2012, 15:00

http://nachbarsgarten.blogspot.com/

@welehamm

Wenn wir mit "Nonsens-Info" anfangen würden, dann hätten wir ein weites Feld Feld zu beackern, da sind aber nicht die Jugendlichen Vorreiter, sondern auch die Erwachsenen, die die betreffenden Plattformen zu Verfügung stellen.

angelinagehirnelektrodeundgratistumor

31. Januar 2012, 17:35

http://notethicsbutbutchery.blogspot.com/

ABDUCTIONS/ FORCED BRAIN IMPLANTS/ UNEMPLOYMENT/ HUMAN EXPERIMENTATION & ASSASSINATIONS

ABDUCTIONS / FORCED BRAIN ELECTRODE/CHIP IMPLANTS / BLACKLISTING / FORCEFUL UNEMPLOYMENT / HUMAN EXPERIMENTATION / MK-ULTRA BRAINWASHING AND ASSASSINATIONS AGAINST WHITE(under "NAZI" lie) CIVILIAN POPULATION TODAY IN 2011/2012 ACROSS THE EUROPE AND NORTHERN AMERICA !!!

VISIT ALL NEW notethicsbutbutchery.blogspot.com OR READ WHOLE STORY myshortbiography.blogspot.com

LEARN TRUTH ABOUT UNITED NATIONS, AMNESTY INTERNATIONAL AS WELL AS NEW WORLD ORDER(MULTICULTURALISM = TERRORISM) GOVERNMENTS(Equal Employment Opportunity Commission) !!! NOT THERE TO PROTECT YOUR RIGHTS, BUT TO DENY YOUR RIGHT TO EXISTENCE !!!

All related to WHITES ARE NOT WELCOME IN AMERICA ANY LONGER !!! www.youtube.com/.../BostjanAvsec OBAMA'S HEALTH CARE RECORDED LIVE IN 2009 !!! EXILING WHITES(US citizens) WITH EXTREME PREJUDICE AND IMPORTING NON WHITES IMMIGRATION REQUIREMENTS FREE !!! WHY TO ACCEPT LIABI

OA.Luetzenich

31. Januar 2012, 20:33

@HansMeier555: zu1) Das ist auch in einem gepflegten Gesprächskreis als Voraussetzung möglich, aber wie Sie bemerken, nicht üblich.

zu2) Ja, ich bin auch schon in Vorlesungen mit offenen Augen eingeschlafen. zu3)siehe1). zu4) Danke für die Blumen:-) Übrigens, ein Nachtrag zu 2), darin liegt doch Ihre Meisterschaft, Ihre kurzen und kürzesten Kommentare sind kräftig gewürzte Unikate, wer die verpasst isst hier oft nur eine fade Suppe. Das passiert mir bei Ihnen also nicht.

@Marina: Was ich als wirklichen Fortschritt auffasse, ist die Bündelung von Informationen, von Orten und Personen in einer Leitung und die Bereitstellung all dessen Zuhause oder inzwischen fast überall. Der Weg zu Bibliothek, zur Telefonzelle, zur Bank, zum Kaufhaus, zum Büro, ... kann fast gänzlich entfallen, die "Welt" kommt in der Leitung nach Hause; ich bin gespannt, wann auch das Auto per Internet zu betanken ist?

Fortschritt!, denn in dem Wort Revolution steckt immer auch der Rückschritt (Re...), nach der französichen Revolution (FR) kam Napoleon, nach der ägyptischen Revolution kommen die Kleriker, deshalb finde ich ist bei dem Ruf "Revolution!" immer auch Vorsicht angebracht. Bis zu dieser FR bezeichnete das Wort "Revolution" den "Umlauf" der Planeten um die Sonne, oder allgemein, den von Planeten um ein Zentralgestirn. Lesen Sie Kepler oder Kopernikus. Die beständige Wiederkehr des Gleichen war die Revolution, insofern stimmt das mit dem Internet schon wieder, wenn da nicht der Fortschritt wäre.

armedjihad

31. Januar 2012, 22:32

"Mit Schatz kuscheln mit 14" und mit 15 schwanger!

"Kinder betet Mutti macht Abitur."

Und schon haben Sie ein Erwachsenen-Problem - das mit den markenklamotten ist aufs amkroskopische nichts anderes als die frage nach bedarfsdeckungs oder weckungsgesellschaft - (kapitalismus/kommunisus)

was war an IndiANIen nochmal so besonderes? kinder satt heilige rinder.

armedjihad

31. Januar 2012, 22:44

zudem haben einige leute so viel zeit oder geld daß es ihnen möglich ist jedes gesetz zu umgehen - andere - die selbnst geldwaschkontrukte betreiben bezichtigen wiederum andere der geldwäsche - und das fortgesetzt

siehe beispielsweise leute die betruegen beim nochmaligen einklagen von mietkautionen die nachweislich bezahlt wurden oder die drogen unterschieben oder die kinder entführen SAGTE ICH DROGEN!

vertreibung einheimischer ... amerikanische besatzungsmacht ... karl moik issses nicht aber so ähnlich? im kolonialismus bei onkel toms hütte das ist kein rassismus, nicht? die chinesen vertreiben nicht etwa die tibetische kultur aus deren hemat? und das kleine gallische dorf heist nicht berlin oder danzig? rassismus ist es nnur wenn er vom deutschen ausgeht.

armedjihad

31. Januar 2012, 23:23

Es gibt keine beständige Wiederkehr ... es gibt nur Dummheit und möglicherweise Leute die in der Zeit rückwärts reisen odee die nachrichtenlage zeittechnisch manipulieren.

-< eine Zunahme von hohen Einsätzen bei Wetten aller Art - siehe Biff bei zurück in die Zukunft -  wäre ein sicherer Indikator >- und dadurch

der rest ist die rache von spamhouse.pl im auftrag vom fuji/nat  kartell.

Duroy

02. Februar 2012, 13:18

http://www.raumgewinner.blog.de

Das ist ganz richtig beobachtet und mit dem Verlust des geduldigen Zuhörens (oder gar noch, man verlangt da fast zuviel: Nachfragens!) schwindet die Kultur der Gespraechsfuehrung rapide. (Dies ist bitte auch im Folgenden als trocken deskriptive, nicht hysterisch kulturpessimistische Aussage zu lesen.)

Das darf aber auch nicht verwundern in einer Kultur der ''Ökonomie der Aufmerksamkeit'' (um es einmal mit Georg Franck zu sagen), in der neben der optisch zur Schau gestellten Hervorhebung und Optimierung des eigenen Ichs der Raum der zu projizierenden Aufmerksamkeit auch akustisch besetzt wird, ob durch Lautstaerke oder durch einen Redeschwall. Kaum noch einer bringt die Staerke auf, Rezipient zu sein. Wir leben in einer Absendekultur. Statt dass wir also informiert werden, werden wir allerorten nur noch exformiert. (Exformation gleich unnütze Informationseinheit). Eine solche Kultur laedt zur Lautstaerke ein.

Und da wo es vielleicht an der Zeit waere, einmal aufzuhorchen und sich einer Idee ganz aufgeschlossen zu zeigen, verlieren wir entweder die Geduld oder bringen sie gar nicht erst auf. Wer zuhoert, hat schon von allem Anfang an verloren, so kommt es uns vor. Wenn sich das alles so weiterentwickelt, sind wir bald an dem Punkt der Viktimisierung des Zuhoerers, der sich dann als Zuhoerender als unterlegen oder als Opfer des Redners fuehlt. Die redende Autoritaet darf es ja in der Zeit der schwindenden Autoritaeten nicht mehr geben.  

Eine Anmerkung zu Ihrer Beobachtung des ''Ich weiß nicht'' als Phrase, die man kaum noch hoert: doch doch, man hoert sie auch in der jugendlicheren und oftmals eingeschobenen Variante ''Keine Ahnung'' mehr als je zuvor! Dabei entpuppt sich diese Aussage (aber vielleicht meinen Sie das ja auch) als wahre paradoxe Phrase: die Form und der Inhalt decken sich nicht mehr. Derjenige, der nach eigenem Bekunden ''keine Ahnung'' hat, schwadroniert nun erst recht vor sich hin.

Sie bringen den ''Shared Space'' aufs Tapet und da ist unbedingt was dran! Keine okkupierenden Manoever einzelner mehr im oeffentlichen Raum, sondern gegenseitiges Interagieren, gern auch mal ohne Worte.

Allein, ob die Kunst uns zum Interagieren bewegen soll oder ob sie uns vielleicht nicht doch besser provozieren und abschrecken und befremden sollte, darueber kann man ja streiten. Kunst sollte von vornherein die Uebereinstimmung mit dem vermuteten Rezipienten verweigern, aber jetzt sind wir schon wieder auf einem ganz anderen Gebiet...

Als einstmaliger Muensteraner erwartet man Ihren Skulpturenprojekt-Artikel nahezu brennend.

Und als letzte Anmerkung: der letzte Satz Ihres obigen Eintrages laesst entweder auf eine Freud'sche Fehlleistung oder uninteressante Frauen oder die chauvinistische Wurzel der Kunst schließen (wenn man ihn mit dem uebelwollendem Auge liest).

Entschuldigen Sie, jetzt habe ich dieses forum auch uebergebuehrlich raeumlich beansprucht. Ich verabschiede mich zerknirscht.

Oliv1

03. Februar 2012, 09:29

http://www.flirtspiegel.de

Treffender Artikel. Hoffentlich hält Frau Weisband ihre kommunikativen Aktivitäten im Netz weiter Aufrecht, auch wenn sie jetzt politisch kürzer tritt. Die Kunst des Zuhörens - eigentlich nicht unbedingt eine Kunst, so manch einer muss sie aber wohl trotzdem erst erlernen.

Devin08

06. Februar 2012, 12:06

http://www.herold-binsack.eu

Wer gut schreiben will, muss besser lesen

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Lange Zeit tat ich mir schwer in der FAZ.net als Leserkommentator. Nicht nur wegen der erzwungenen Kürze der Beiträge, sondern wegen der da vorgefundenen Kommunikationskultur. Lauter Autisten, dachte ich. Da erzählt einer was, und keiner geht darauf ein. Ich versuchte es dann doch, nachdem ich zuvor der ZEIT (blog.herold-binsack.eu) entfloh, und siehe da, es geht doch. Er ist wohl immer noch ein wenig holprig, der Diskussionsstil, doch er existiert. Ja, wir sind alle Schreibende. Und das ist gut so. Denn nur so ist es möglich auch all die anderen „Arbeitsteilungen“ zu überwinden, die ja nicht selten Klassenteilungen sind. Die Privilegien werden geschleift -  der Reihe nach. Das bedeutet aber auch, dass der Schreibende, schon als Lesender mit mehr Professionalität zur Sache gehen muss. Er muss besser lesen, wenn er gut schreiben will. Und genau das ist der beste Weg Arbeits- wie Klassenteilungen obsolet werden zu lassen. Zumindest von unten her.

Und haben wir nicht gerade dort uns am meisten zu erzählen?

Devin08

06. Februar 2012, 13:40

http://www.herold-binsack.eu

Das letzte Drittel gehört mir

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@Lützenich: Ich möchte jetzt das Thema nicht wirklich wechseln, daher in aller Kürze.

Das „Lebendige“ (Sie bezeichnen sich ja als Liebhaber des Lebendigen!) mit Worten fixieren zu wollen, kann zur Hybris werden, oder zu einer Manie. Wie bei Heidegger, an den Sie mich stark erinnern. Jeder Begriff weicht vom Begriffenen ab. Niemals sind Dinge und Begriffe identisch. Die „Lücke“ (Zizek) dazwischen vermacht uns nicht nur das, was wir Freiheit nennen, sondern schafft Raum für die Wirklichkeit. Wie sie wirklich ist, die nicht Begriffene, die noch nicht Geschaffene.

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Einer Idee nach (ich weiß jetzt nicht von wem) ist das Schreiben das Antilebendige schlechthin. Entweder man schreibt, oder man lebt. Auch wenn das vermutlich auf die Rolle der Semantik zielt – alles Geschriebene fasst per definitionem Vergangenes -, so denke ich, zielt das auf den Menschen selbst, au den, der da schreibt - oder lebt. Solange wir schreiben, leben wir nicht.

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Der Prototyp diesbezüglich wäre für mich Balzac. Der Gute (ich verehre ihn) war eigentlich viel zu jung für  d i e  Menge an Wissen, die er da zum Besten gab. Er war der Vielschreiber schlechthin. Vermutlich hauste er mehr in seiner Schreibstube als draußen, wo es lebt. Ein photographisches Gedächtnis soll er gehabt haben. Also ein Autist (blog.herold-binsack.eu) – vielleicht!? Und „Das Chagrinleder“ („Die tödlichen Wünsche“) wäre die diesbezügliche Parabel zu. Wo der „Alte Mann“ im Antiquariat dem angehenden Schriftsteller offenbart, dass man die Welt bereisen könne, indem man sie „äußerlich“ bereist, oder im Inneren des eigenen Kopfes. Aber hier offenbart sich ein Widerspruch. Der zwischen Wollen und Können, Tod und Leben. Und die Magie des „Chagrinleders“ wäre, diesen Widerspruch zu überbrücken. Doch jedes Wollen lässt das Leder schrumpfen. Das Können ist auf diese Weise unerreichbar.

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Auch beim Lesen leben wir nicht – nicht unser eigenes Leben. Wir leben das Leben anderer. Erst wenn daraus Taten erwachsen, wenden wir uns dem Leben zu. Unserem Leben. Meinem Leben. So habe ich von Kind an die Angewohnheit, kein Buch zu Ende zu lesen. Das letzte Drittel gehört mir. Ganz allein.

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