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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
Stützen der Gesellschaft

Die völlige Ausrottung des Ehebruchs in besseren Kreisen

06. Februar 2010, 14:37 Uhr

Bis dass der Tod Euch scheidet
Populäre Unwahrheit, die oft in Kirchenräumen zu hören ist.

Es gibt Themen, über die spricht man in besseren Kreisen nicht. Und dann gibt es noch Themen, über die man nicht nur nicht spricht, sondern die man auch nicht weiterplaudert oder weitertratscht. Themen, über die man nicht spricht, sind Themen, die als allgemein bekannt vorausgesetzt werden und über die man vertraulich schon mal ein wenig schwätzen kann. Themen, über die man definitiv nicht spricht und deshalb auch nicht plaudert, sind jene Dinge, die einen selbst irgendwie treffen könnten, und die ebenso unangenehm wie häufig sind. Und dazu gehört auch der Ehebruch.

Das war früher ganz anders. Früher war es das Bestreben der moralisch tonangebenden Kreise, die seltenen Fälle von Ehebruch so öffentlich wie möglich zu machen, um Missetäter zu diskriminieren und Nachahmer abzuschrecken. Zudem war Ehebruch bis 1969 auch strafrechtlich sanktioniert, sprich, man konnte das mit allem Nachdruck tun und wusste das Recht auf seiner Seite; die öffentliche Empörung und Blossstellung der Täter war nicht weniger geboten als die Anzeige eines Ladendiebs oder eines Reifenstechers. Ehebruch hatte in der öffentlichen Rezeption in etwa jenen Unterhaltungswert, den man bei unsereins heute dem Vorfahren der Steuerfahndung beim Nachbarn zumisst, selbst wenn man sein Geld jüngst nach Singapur verschob.

Der Ehebruch als solcher ist in Deutschland auch heute nicht legal, es gibt sogar noch einen  Paragraphen im BGB dagegen, aber es gibt auf Autobahnen auch eine Richtgeschwindigkeit und einen Mindestabstand zum Vordermann, und das, was in Privatsendern zu späterer Stunde an Nacktheit und Promiskuität ohne jede moralische Verbrämung zu sehen ist, war sicher auch nicht der Grundgedanke bei der Zulassung von privaten TV-Anbietern. Nachdem aber die bessere Gesellschaft deutscher Westviertel in diesen Punkten nicht zwingend liberaler ist, hat das Verschweigen des Ehebruchs andere Gründe. Und die sind selbst gemacht: Die eigenen Kinder.

Früher war es so leicht, über Ehebruch herzuziehen, weil das Risiko der eigenen Betroffenheit eher gering war. Man ging nicht fremd, und falls doch, gab man sich alle Mühe, es zu verheimlichen. Eine Scheidung aus einem dummen, emotionalen Grund einer Liebesbeziehung zu einem anderen Menschen heraus wäre unvorstellbar gewesen, und hätte ausserdem enorme Kosten verursacht. Man konnte das Thema ansprechen und dabei die sicher auch nicht geringe Dunkelziffer geflissentlich ignorieren, denn die Geschwätzigkeit der Öffentlichkeit wurde auf Seiten der Liebenden mit hochgradig effizienten Verschleierungstaktiken beantwortet. Bei einem Risiko der eigenen Betroffenheit von weniger als 5% lässt es sich leichter Leute ausrichten, als mit einem Risiko von mehr als 50%.

Dort aber steht heute auch die bessere Gesellschaft. Denn auch bei uns sind die Scheidungsraten inzwischen nicht mehr so niedrig, dass man daraus die besondere Tugend dieser Kreise ableiten konnte, wie es früher üblich war - Alleinerziehende, Geschiedene und zerbrochene Ehen waren stets nur in niedrigeren Schichten anzutreffen, aber höchst unüblich in den konservativen Kreisen, die für sich die moralische Führung beanspruchten. Eine Scheidung hat noch zu meiner Kindheit nicht nur massiven familiären Druck nach sich gezogen, sondern natürlich auch den Ausschluss aus allen sozialen Bindungen: Man kann eine Geschiedene schlecht zu einem Kaffeetratsch einladen, in dem über Scheidungen hergezogen wird, das verstanden alle, und die Frau zog vielleicht bald weg, was nicht das Schlechteste wäre, denn wie erklärt man das den eigenen Kindern, dass ihre Freundin keinen Vater hat? Schlechte Manieren breiten sich ja so schnell unter der Jugend aus, man darf die das gar nicht mitbekommen lassen. Das System aus Ehepartner, Familien und Umfeld war selbstverstärkend, und spätestens nach der Geburt von Kindern war eine Trennung vollkommen undenkbar.

Trotzdem muss es irgendwann einen Bruch gegeben haben, und die Vermutung liegt nahe, dass die letzten Bastionen dieser Haltung, wie das Westviertel, aus dem ich stamme, von einer Generation geschliffen wurde, die mit mir in die Schule ging. Um es so brutal zu sagen, wie man es bei uns nie sagen würde: Die Scheidungsrate ist inzwischen fraglos auf dem Niveau von Blockvierteln. Die Illusion, bei uns würden die Partner besser passen und mit grösserer Umsicht ausgewählt, erlitt an der verschwiegenen Erkenntnis Schiffbruch, dass Vermögen und Mitgliedschaft im Konzertverein das Leben und die Sinnesfreuden, nach denen mancher Partner giert, nicht dauerhaft befriedigen können. Aus meiner Erfahrung kann ich - hier in dieser Zeitung, aber nur begrenzt über Damast und Hutschenreuther hinweg - sagen: 40% Scheidungsrate schaffen wir in den ersten 10 Jahren vermögender Ehen problemlos. Und nachdem davor eine Zerrüttung der Ehe festgestellt werden sollte, und die Partner formal getrennt leben, stellt sich eine weitere Frage, die man  nicht stellen sollte: Mit wem haben sie Sex, wenn sie nicht miteinander schlafen? Und woher nehmen sie diese Leute?

Als Unverheirateter und Junggeselle ist man natürlich in solchen Fällen stets tatverdächtig, zumal die Scheidungen zwangsläufig solche - diskreten, sehr diskreten - Untersuchungen nach sich ziehen. Wo eine Scheidung ist, muss auch mindestens ein Beischläfer, ein Zizibeh, ein loses Weibsstück sein, das leuchtet ein und ist logisch, aber der natürlich Lauf der Ehedinge ist doch eher so, dass sich junge Paare zusammenfinden, und da stellt sich natürlich auch die Frage, ob vielleicht nicht daraus der Missetäter stammen könnte... und verkehrte der eigene Sohn mit der Schwiegertochter nicht auch dort... Zum Elend der alten Tanten verwandeln sich die Scheidungen nicht nur in persönliche Dramen, sondern auch zu reinen Tretminen gesellschaftlicher Delikatesse. Geht eine Ehe in die Luft, fliegen Verdächtigungssplitter nach den Ehebrechern durch die Wohnzimmer, vielleicht war es nicht der eigene Sohn, aber die Tochter von der Bekannten soll recht frei denken und Dinge, also wirklich Dinge sagen, die man nicht sagt. Die eigene Brut hat das früher so geschätzte Terrain der öffentlichen Hinrichtung mit Sprengfallen versehen. Es könnte jeden treffen. Mindestens jede 2. Person ist mit dem Problem verwandt, jeder kennt einige, die man damit verletzen könnte, und nie kann man wissen, was die anderen vielleicht über die eigenen  Kinder wissen, was man selbst nicht weiss.

Zum Glück gibt es ja noch den Ministerpräsidenten und seine Verfehlung in Berlin, man kennt auch jemanden, der jemanden kennt, dessen Sohn eine Frau aus Afrika mitbrachte, über den alten Deppen von Notar und seine aus Russland bestellte Frau kann man reden, und auch ein Bürgermeister soll sich wenig Mühe geben, den Wechsel in seinem Nichtehebett den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen. Es sind schwere Zeiten, man kann nicht mehr über alles reden in der allgemeinen Schamlosigkeit, also sucht man sich Fälle, die ausreichend weit vom eigenen Teetisch entfernt sind. Der verheiratete Ehebrecher, der seriös erscheinende, aber von den Tanten enttarnte Lüstling ist ebenso aus der Wahrnehmung verschwunden wie die unter dem Deckmantel der Lebensbeziehung agierende Abenteurerin. Man kapriziert sich eher auf jene, denen man ab erklärter Kinderfeindlichkeit ohnehin alles zutrauen kann, und findet enorm viele wunderbar und sinnreich klingende Gründe, wenn  die eigene Tochter gesteht, dass es mit dem Karl so nicht mehr weiter geht: Seine Vorliebe für Wagneropern, sein Essen mit offenem Mund, seitdem er für die Heuschrecke arbeitet, seine Lieblosigkeit. Ein Ehebruch, das jedoch passiert immer nur anderen Leuten in weiterer Entfernung.

Und ausserdem redet man ohnehin nicht über solche Sachen. Noch etwas Tee, Herr Porcamadonna? Und wie ist das Wetter am Tegernsee?

Veröffentlicht 06. Februar 2010, 14:37 von Don Alphonso
Kommentare

donna laura

06. Februar 2010, 15:12

lieber Don Alphonso, ein schönes thema!

"und woher nehmen sie diese leute?"

- ganz einfach: es gibt einen hausfreund.

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wozu eifersucht, wenn man weiss, dass man als liebende eheleute beieinanderbleiben wird, komme, was da wolle. wenn man sich freiheiten - die diskret verhandelt werden - zugesteht, lebt die ehegemeinsachft dauerhafter und fröhlicher: entspannter. lieben kann man mehr als einen menschen - allerdings nicht sich öffentlich dazu bekennen.

nicht kleinigkeiten im blick zu haben, sondern auf das grosse ganze des partners, den man wertschätzt, liebt und dem man insofern lebenslang treu bleibt, dass man immer für ihn da sein wird. ist das nicht etwas sehr schönes, das geborgenheit vermittelt?

auch ich habe einen - ledigen - hausfreund. er hat einfach das pech gehabt, selbst in unseren jungen jahren zwei jahre zu spät zu komen (ich habe mich eben sehr früh für die heirat mit meinem mann entschieden), aber er ist ein ehrenmann und fröhnt (recht hartnäckig) der minne, im wahrsten sinne und in jeder hinsicht. er schreibt darüber und kann sogar davon leben. mein gatte hat in jeder hinsicht das absolute vorrecht, er ist ein ehrenmann und übersieht geflissentlich, was ihn ohnehin nicht weiter tangiert, was mir bei ihm ebenso gelingt. keinem wird etwas genommen, sehen sie mal im decamerone nach.

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da gibt es für die tanten nicht sehr viel zu lästern - die kinder sehen einander alle recht ähnlich, die gendurchmischung ist gelungen und ausserdem: tantchen war auch nicht anders. und je älter und fröhlicher die tante, desto eher rät sie zu, der liebe zu huldigen wie und wann es geht, gerne auch mit alternativpartnern. insofern muss ich ihnen, werter gastgeber, etwas widersprechne.

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pech ist es natürlich, den partner so unumsichtig gewählt und seine zunge so wenig im zaum zu haben, dass eine scheidung unumgänglich scheint. geschiedene sind zwar keine exoten - aber sie werden in gesellschaft nicht wirklich mit gelassnehit zur kenntnis genommen, insbesondere nicht von den müttern, die eine verstimmung in der ehe ihres kindes wahrzunehmen glauben.

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ist eine trennung dann aber mal passiert, wird in der betroffenen familie nach kräften verharmlost und man gibt sich plötzlich wahnsinnig modern, glauben sie mir. die anderen grinsen etwas, evtl. mit einem "noch" versehen.

HansMeier555

06. Februar 2010, 15:40

Gott sei Dank gibt es noch das englische Königshaus.

Da haben Sie doch noch ein Thema für ein Gespräch, an dem sich auch die Schwiegertochter aus dem Block beteiligen kann.

.

Und Boris Becker natürlich.

Rosinante

06. Februar 2010, 15:46

donna laura, ich bin erstaunt und höchst erfreut über die nonchalante Leichtigkeit ihres klugen Kommentars. So sind Sie, bitte verzeihen Sie, von weit enspannterem Charme, als wenn Sie den femininen Degen ziehen, der nicht immer von einer Weidenrute unterschieden werden kann.  

HansMeier555

06. Februar 2010, 16:17

Mal sehen, womit uns Barack Obama noch überrascht. Über die Palin-Family wissen wir ja schon bescheid.

HokiMann

06. Februar 2010, 16:17

Werter Don,

wenn Sie schon so wortmächtig den Verfall der guten Sitten beklagen, dann sollten sie auch wortpusselig sein und darauf achten, dass Bastionen geschleift und nicht geschliffen werden.

Noch einen schönen Nachmittag

BertholdIV

06. Februar 2010, 16:45

na ja geht aber doch etwas am thema vorbei der beitrag. Habe mir gerade Heimerl/Pree Kirchenrecht und allgemeine Normen, Springer 1983 p. 151 ff - als Katholik hat man so etwas zu Hause wie natürlich den CIC auch - nachgelesen . Also der jetzige Ehebegriff mit einem dauerhaften Consensus tritt wie der freie Wille (auch eien Diskussion wert) auch erst im Mittelalter auf. Im römishcen Recht war der Consensus ein Faktum, wenn er wegfällt ist die Ehe weg. Selbst Augustinus hatte wenn ich mich an die Vorlesung von Norbert Brox noch richtig erinnere eine "Vorehe". Und die Theologie über die Ehe als unwiderruflicher vertrag, glaube ich, ist auch selbst in der römisch katholischen kirche nicht mehr state of the art. Begriffe bleiben, Inhalte ändern sich, das ist die Gefahr

fionn

06. Februar 2010, 17:37

Die letzten Beispiele sind Tiger Woods and John Terry (der soeben seinen Job als England's soccer captain verloren hat).   Im 21. Jh. rate ich zu etwas mehr Toleranz in der Ehe - wir alle leben länger - müssen wir uns mehrmals scheiden lassen wegen Partnerwechsel?   Also möglichst lange treu bleiben ...und wenn dies nicht mehr möglich ist,  sollten die Ehepartner versuchen weiterhin unter einem Dach zu leben, doch irgendwie getrennt?   Leben und leben lassen?  Wenigstens bis die Kinder aufgewachsen sind.   Kinder brauchen beide Elternteile.  Nobody is perfect, und immer mehr Menschen wollen beide haben

eine intakte Familie sowie "a bit on the side" (einen Freund resp. eine Freundin)

oder anders ausgedrückt "das Weggli und das Geld fürs Weggli haben" (to have both - to eat the cake and still to have the cake intact...).  

Und damit sind wir wieder am Teatime angekommen....

Stephen

06. Februar 2010, 18:56

Mich wuerde ja mal interessieren, was geredet wird, wenn so eine Scheidung wegen einer Beziehung zu einem neuen Partner des *eigenen* Geschlechts stattfindet? In meiner Sippe war es so, dass der erste bekennende Schwule (that would be me) und dann der zweite (ein Vetter zweiten Grades) auftauchten, bevor die erste richtige Scheidung anrollte - die war erst beim Familientag Weihnachten 2009 zum ersten Mal ein Thema.  Die Annulierung der Ehe einer bedauernswerten Cousine, die auf einen Bigamisten reinfiel, ist ja wohl eher ein Streichresultat  ;-)

Mal im Ernst, lieber Don, Sie koennten mir hier eine grosse Hilfe sein, denn mein Clan ist viel zu hoeflich, um vor mir sowas zu diskutieren.  Ablehnung meiner Person wird eher durch Weihnachtskarten kundgetan, wo ich noch weit hinter dem popligsten Geschaeftsfreund rangiere, trotz alljaehrlichem Brief und Karte meinerseits.  Aber man will ja seine Manieren und Selbstachtung nicht einfach so wegwerfen, oder?

Paulchen

06. Februar 2010, 19:11

Wehrter Don,

es ist doch, wie es war und immer sein wird.

Was einem die eigenen Eltern nicht erzählen, hört ein jeder

eventuell von den Grosseltern. Und glauben Sie mir, ab einem

bestimmten Alter erinnert sich ein jeder gern daran.

Meistens jedensfalls.

Herzlichst P.

Foersterliesel

06. Februar 2010, 19:14

gelungene psychologische Studie, verehrter Don!

Glück und Liebe, Ehe und Treue, all das war doch immer schwierig. Wir geben Donna Laura recht, daß eine Ehe ein soziale Vereinbarung ist, die mehr auf "Zusammenhalten" als auf ewiger Anziehung beruht. Aber so einfach und mühelos sind die Arrangements dann doch nicht, auch Cicisbeos können einen Rappel kriegen...

Nico

06. Februar 2010, 19:39

Don, kurzum: die verheirateten Frauen sind am schnellsten zu kriegen, egal welchen Standes. Da sind wir uns doch einig. Das zeigt sich schon dergestalt, daß diese, mehr noch ihre Partner, am lautesten über ihren Drang sprechen und am stärksten begehren. Die Ehe ist ein Auslaufmodell, so sie denn ohne Gütertrennung gestaltet wird. Nur: Welche Frau schreitet dann noch zum Altar?

Inge

06. Februar 2010, 19:46

also Ihre Seite immer wieder köstlich zu lesen, und PS noch nichts von der neuesten Genforschung gehört? Da werden Sie Augen machen und alle alten Tantchen werden schön schweigen und betroffenen Männer wird ein kalter Schauer

über den rücken laufen

donna laura

06. Februar 2010, 20:07

@ Foersterliesel

oh, die anziehung ist ja da und bleibt wohl hoffentlich auch, das zusammenhalten, wie sie es nennen, ist gar nicht so schwierig, denn es ergibt sich aus der natur der liebe ganz von selbst ...

.

@ Nico

ad verheiratete - gar nicht so falsch - man ist ja nie wirklich ausgefüllt...

.

ad ehe ein auslaufmodell? ich erinnere mich, dass hier im blog einige so sehr begeistert sind von ihr, dass sie den hafen mehrmals anliefen, allerdings wohl auch wieder diei segel hissten.

aber wer sagt denn, dass nur die männer das geld hätten und sich nur deswegen eine eheschliessung "lohne". erstens heiratet man auf gleicher beutelhöhe, und zweitens fehlt mir bei ihrem beitrag, mit verlaub, die romantik ...

lohnende ehe, ts ts..

.

@ Stephen

ich glaube, dass sich mein zweiter sohn sich zu einem wahren männerfreund entwickelt. ich zumindest unterstütze seine ästhetisch-künstklerischen bestrebungen und seine modeattacken, die an ihm wirklich sehr gut und äusserst stilvol aussehen - und ausserdem kann ich ihn sehr gut verstehen: ich liebe ja auch männer. ich freue mich:da kommt mal etwas schwung in den laden - aber leider, fürchte ich, sind wir da eine ausnahme. meine jagenden onkel sind da wohl ein wenig anderer meinung ... na, dann sind sie es halt

.

@ Inge

was meinen sie genau - äh, nur so, aus wissenschaftlichem interesse?

Inge

06. Februar 2010, 20:21

die Zeit wird noch kommen und dann bekommen sie lange Ohren wenn sie in der

Wissenschaft zu neuen Erkenntnisse vordringen dann bleibt die Offenlegung nicht

aus.j(alles läßt sichhalt von Männern nicht erforschen, irgendwo hat der Herr Gott

den Frauen auch ein Quäntchen Vorsprung zugesprochen)

Nico

06. Februar 2010, 20:26

@donna laura, nun, die Romantik, sie ist ein staatenloses Gut, die kommt und geht, und ist sicher ohne Trauschein möglich. Wird die Ehe erst geschieden, so zeigt sich die Infamie in ungeahnter Deutlichkeit. Man wechelt gar die Straßenseite, begegnet man dem einstigen Partner. Grundsätzlich gilt das Credo: Ist genug Geld da, kommt die Liebe irgendwann von allein. Es sei denn, die Beutelhöhe ist vorhanden. Nun, auch da sind hinreichende Gründe des Trennens gegeben, wie man immer wieder liest. Generell ist es so, weil dem Eheversprechen eine schwere Last aufgebürdet wird: bis der Tod euch scheidet. Für viele zu gewichtige Worte.

Teutobrecht

06. Februar 2010, 20:51

http://G. Schoenbauer

"die verheirateten Frauen sind am schnellsten zu kriegen."

Ob verheiratet oder nicht, was habe ich mich abgemueht in jungen Jahre - mit maessigem Erfolg.

Koennte mir vorstellen, dass man sich einen solchen Schritt als Frau zweimal ueberlegen wird, wenn man vom lieben Ehegatten finanziell abhaengig und dieser gerade nicht zur liberalen oder gleichgueltigen Sorte gehoert, selbstredend jenseits jeglicher Romantik.

Auch scheint es viele Ehen zu geben, ob sie mehr oder weniger gut funktionieren, in denen die Gattin diesen Wunsch nach Abwechslung nicht einmal verspuert, wobei ich selber ein, zwei, drei ... "Fehltritte" in einem langen Eheleben gar nicht zaehlen wuerde.

Und wenn es sich bei ihr um eine ausgesprochen schoene, auch interessante Frau handelt, hat sie es nicht noetig, mit jedem ins Bett zu steigen. Ihr Schoenheit ist ihr Kapital, sie kann damit wuchern, sich bedienen lassen, auf Zeit spielen, auswaehlen ...

Aus der Oekonomie stammende Prinzipien sind ja auf andere Gesellschaftsbereiche uebertragen worden: die Politik (Downs), Haushalte (Becker) .... Wuerde man, was m.W. noch nicht geleistet wurde, eine solche Uebertragung auch auf das hier verhandelte Thema vornehmen, wuerde man ganz genau wissen, was ohnedies jedem bekannt ist: das weniger schoene weibliche Geschoepfe leichter zu "knacken" sind als andere, und wenn dann noch die Schande der Armut, dieses oder jenes Wehwehchen hinzukommt ..., dann lieber Nico koennten Sie recht haben und auf Ihre Kosten kommen.

Gruss

G.S.

HansMeier555

06. Februar 2010, 20:56

In Italien z.B. war bis 1974 Ehescheidung nicht möglich.

bluecotton

06. Februar 2010, 21:22

Ähnliche Gedanken bei Adorno in der Minima Moralia haben mich vor einigen Tagen geschockt. Ich gehöre zwar nicht zu den Stützen der Gesellschaft, finde es aber ausgesprochen lächerlich wenn liierte Mädchen oder Frauen zu viel Aufhebens meines Wesens wegen machen. Ich finde Romantik ist zum Teil konstruiert, es lohnt sich nicht und ist gar nicht so romantisch. Ich finde einen einsamen Spaziergang, ein schönes Bild, ein gutes Buch sind um einiges interessanter. Eine echte Frau, mit Bedürnissen, mit diesem Körper, diese Animalität, Instinkte - wer kann das schon verstehen, geschweige denn irgendwie harmonisch mitleben.

Nico

06. Februar 2010, 21:39

@teutobrecht, welche Naivität liegt Ihrer Beurteilung zugrunde, daß Schönheit oder finanz. Abhängigkeit ausschl. die Rolle spielte. Die Schönen sind zumeist die einsamen und entsprechend geneigt. "Liebe" ist ein Geschäft, und älter als das Geschäft selbst. Aber jeder aus seiner Sicht.

Don Marco

06. Februar 2010, 22:01

Lieber Don Alphonso, passend zum Thema möchte ich an dieser Stelle endlich die Gelegenheit nutzen, Ihnen für Ihre vielen schönen bisherigen Artikel zu danken, deren Inhalte mir reichlich Anregungen für umwerbende Gespräche mit ein, zwei sehr charmanten, jungen Damen gegeben haben.

donna laura

06. Februar 2010, 22:10

@ Nico

gerne kann mich der tod von meinem gatten scheiden, und erst und nur dieser und dies bitte möglichst erst in, na, sechzig jahren, man soll ja nicht bescheiden sein.

liebe ein geschäft, oje!

man sollte doch aber bedenekn, dass sinn und zweck der ehe nicht das gefängnis der sexuellen treue ist, zumal da heutzutage gilt: et pater semper certus est.

lasset sie, die hübschen, schlanken, sinnlichen männer, kommen (s o viele sind das gar nicht, mal knallhart betrachtet) - wenn sie kommen d ü r f e n, fällt ohnehin wieder das fallbeil der biologischen selektion, sprich: das weibchen entscheidet über die intensität der kommunikation. und wenn der ihr daumen hochgeht, dann geht auch bei ihm .... äh. mantel des schweigens her: jetzt wird es. ups.

.

und es wählt dann nicht die notgeilheit, die - beinahe - alles unbesehen nimmt.

.

ich gebe Teutobrecht in einer hinsicht recht: wer nicht so wählerisch ist, muss auch eher den blick in den spiegel fürchten. respektive umgekehrt (so wird es wohl manchen gerechter erscheinen).

und für ihre misserfolge, werter Teutobrecht, mein aufrechtes bedauern: wen haben sie denn verfolgt?

.

ihr titel, lieber Don Alphonso, war schon recht gewählt: es gibt keinen ehebruch mehr - wenn (= cond. sine qua non) freiheit gewährt wird, was soll ich da brechen?

.

männer schätzen es jedoch nicht gejagt zu werden, auch wenn die mässig erfolgreichen (= die meisten) laut verkünden, von einer offensiven frau zu träumen. protect me from what i want. resultat: duck and cover.

ziemlich hoffnungslose fälle sind: sportler - zu ichbezogen, computernerds - versauen vermutlich vorzeitig den teppich ... (aber ich wüsste ein gutes reinigungsteam)

.

[@ Inge - bitte helfen sie mir: ich habe zwar auch gehofft, die zeit werde kommen, allein ich verstehe sie immer noch nicht recht.]

.

@bluecotton - mei , ein jeder wie er's braucht. wer's ned ko, soll's halt lassen.

.

mein lieber Don Alphonso, da fällt mir ein bzgl ihres versuchs, sich von 60 cm höhe mit einer geliebten auf einen teppich fallen zu lassen, wobei ihnen ein zeh brach - wie wäre es mit varianten: 2 geliebte, 30 cm höhe/4 geliebte 15 cm höhe. wieviele zehen wären dann gebrochen - oder hätten sie dann andere ermüdungsbrüche erlitten? testen sie das noch?

HansMeier555

06. Februar 2010, 22:22

So ein fescher Weltkrieg mit anschliessendem Flüchtlingschaos löst auch manche Knoten und Probleme.

minna

06. Februar 2010, 22:34

...deswegen die vielen "italienischen" Scheidungen...

kleinerberg

06. Februar 2010, 22:57

Ich habe verstanden: auch die Stützen brauchen gelegentlich Krücken.

Das ist nicht schlimm,das ist normal.

swina

06. Februar 2010, 23:28

ich frage mich, warum ein rodler über wasserski schreibt.

Marcus Tullius

06. Februar 2010, 23:29

So viele Frauenkenner. Ich darf aber eine eigene Lektion beisteuern: sich Frauen suchen, die 17 bis 26 Jahre jünger sind. Dann kann ich zwar gerade erst damit anfangen, aber es verspricht echte Stabilität. Da ist das Ex-Model, das hier jeder schon einmal im TV gesehen hat ("Ausgerechnet an meinem Geburtstag"). Bipolar, schwer bipolar. Ich bin ein Opfer von ihr. Seit Jahren verheiratet mit einem Kneipier (17 J. älter) in der Wüste im Südwesten der USA. Ihre Schwester, ebenso schön, ebenso groß, lebt mit einem Mann, der 26 Jahre älter ist. Nichts für jede, aber als Mann weiß ich, was ich zu tun habe.

Inge

06. Februar 2010, 23:38

Donna Laura dann müssen Sie sich halt noch ein bißchen gedulden sie werden das

schon noch aushalten - eine Quelle bahnt sich ihren Weg ja auch an die Oberfläche

um nie mehr zu versiegen

Don Alphonso

07. Februar 2010, 01:25

donna laura, so geht es natürlich auch, wenn es ansonsten in der ehe funktioniert. Aber das ist eben nicht immer der Fall. Und dann hilft auch keine Abwechlung mehr

.

HansMeier555, das britische Königshaus ist nett, aber insgesamt doch etwas zu weit weg, und wirklich kennen tut man da auch niemanden.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 01:30

BertholdIV, was das Vorleben des Augustinus und die gelebte Realität der Spätantike angeht, so hatte der spätere Augustinus damit durchaus seine Probleme; er nahm gewissermassen das Werden und das Wesen alter Tanten vorweg.

.

fionn, gerade Tiger Woods war doch ein Paradebeispiel für das Funktionieren der "alten Denkstrukturen". Und gerade in den USA ist das aicher alles noch mittelalterlicher. Zumal dort auch die Kirchen mehr zu melden haben als bei uns.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 01:36

Stephen, ich kenne das von einem Fall in der Stadt, der prompt "talk of the town" wurde. Aber mei, wo die Liebe hinfällt. Je grösser die Stadt, desto eher wird das akzeptiert, wenngleich es eben auch bedeutet, dass die meisten in die nächste Metropole zogen und dort fern der Tratscherei gücklich wurden. ich glaube auch nicht, dass das je ganz akzeptiert sein wird.

.

Paulchen, natürlich heilt die Zeit alle Wunden, und besonders jene, bei denen es nicht um Geld ginbg. Aber bis dahin ist es nun mal nicht so leicht.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 01:45

Nico, ich wüsste nicht, dass es da gravierende Unterschiede gäbe, zumal sich Verheiratete beiderlei Geschlechts zuerst mal in der Ehe verkriechen. Ansonsten, höre ich, soll die Ehebrecherei nach Jahren der Monogamie ohnehin ein mühsames Geschäft sein.

.

Foersterliesel, ich würde Treue vielleicht auch eher relativieren, allein: Wer vor dem Altar steht und solche Sachen sagt, gedenkt wohl auch, sich daran zu halten. Sonst würde er/sie es kaum tun, nehme ich an.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 01:48

inge, so oder so ist das alles eine komische Brühe.

.

Teutobrecht, ich würde auch denken, dass Gewöhnung und Langeweile letztlich stärkere Triebfedern für den Ehebruch sind, als Bemühungen Dritter.

Inge

07. Februar 2010, 05:21

na ja komische Brühe wenn alle Punkte auf den Tisch kommen, dann ist das wie

kristallklares Bergquellwasser inzwischen kocht ihr alle eure Gerüchtesuppe

HansMeier555

07. Februar 2010, 07:18

Neu im Angebot: Der Homo-Scheidungskrieg

HansMeier555

07. Februar 2010, 09:16

Liebe Inge,

jede Wahrheit wird langeweilig, sobald sie bekannt ist.

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Daß Seitensprünge und Scheidungen im Westviertel ein solches Tabu gewesen sein sollen, wundert mich schon.

Da war Heinrich VIII. schon einmal weiter gewesen.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 09:21

Trotzdem hatte er einen miesen Ruf, und musste sich eine eigene Kirche schnitzen.

BocaccioHamburg

07. Februar 2010, 09:27

Warum muß beim Bloggen das sprachliche Stilempfinden so leiden?So ein Thema darf man nicht so holperig abhandeln-das braucht sprachliche Eleganz, Fantasie

und nicht diese bemühte Witzigkeit.

Inged

07. Februar 2010, 09:28

HansMeier555 du durchdringst diew Wahrheit nochgar nicht  und wenn du glaubst du hast ein Zipfelchen davon dann stehst du ja doch wieder nur im Wald und siehst

gar nichts

Don Alphonso

07. Februar 2010, 09:41

Dann, lieber BocaccioHamburg, machen Sie es besser, Sie sind herzlich eingeladen.

.

Foersterliesel, mit Gütertrennung ist es ja fast schon ein Leasingvertrag, mit Sollbruchstelle und Kleingedrucktem.

mawu

07. Februar 2010, 09:58

fionn - da ich momentan keine Zeit zu längeren Ausführungen habe (heute ist ein Rodelausflug mit Freunden und der Familie in Garmisch-Partenkirchen angesagt) nur ein kurzer Gedanke zu Ihrer Theorie.

.

Erstens frage ich mich, ob das menschliche Gehirn wirklich für die heutigen Lebensdauern konzipiert ist. Zweitens habe ich gerade im Roman "Ein Liebling der Götter" von Sybille Bedford, den mir meine Tante zu Weihnachten schenkte, eine solche, von Ihnen postulierte Situation des Ehelebens am Beispiel Roms vor 100 Jahren gelesen. Man heiratete und hatte selbstverständlich parallel seine Liebschaften. Nicht böse gemeint, eigentlich wusste jeder bescheid. Das scheint es also schon wirklich gegeben zu haben.

HansMeier555

07. Februar 2010, 10:19

Wenn die Kirche und die Westviertelfrauen gegen Homo-Ehen sind, dann müssten sie Homo-Scheidungen eigentlich befürworten.

.

Oder ist das jetzt nicht logisch?

gheluveld

07. Februar 2010, 11:07

als Wagnerfeind Wagner hören, geht das, oder doch Paradoxon ?, Rienzi in Berlin , Gasmörders Liebilingsoper, viell. das letzte mal in vivo, was denen damals die Tränen  in die Augen  trieb. Mal sehen, was sich in der Wirbelschleppe der Altnazis so rumtreibt. Interessant .

HansMeier555

07. Februar 2010, 11:30

Liebe Inge,

dann muss man halt jemand finden, der einem eine CD anbieten kann.

fionn

07. Februar 2010, 11:44

Es gibt keine garantierte lebenslange Treue -  die einzige Ausnahme - eine Vogelart, sofern ich weiss.

P.S.  

In den 90er Jahren als Jacques Chirac Präsident Frankreichs war,  klingelte um 03h Mitte in der Nacht das Telefon im Schlafzimmer (im Elysee Palast) des Ehepaars Chirac.  Madame Chirac nahm den Hörer ab.  It was a top urgent call from a government official who wanted to speak to the president.    Madame Chirac said to him "How should I know where the president is at this time of the night?"  (Zitat aus einer CH-Zeitung).  

Don Ferrando

07. Februar 2010, 11:53

"Gütertrennung" wird von jur. Laien maßlos überschätzt.

Da muß man schon viel mehr regeln, daß die Ehescheidung ihre möglichen fatalen pekuniären Folgen verliert.

Stephen

07. Februar 2010, 12:07

Lieber Don, vielen Dank.  Deshalb wohne ich ja auch in Dublin anstatt in der dummen kleinen Stadt an der Ostsee, wo der deutsche Teil meiner Familie lebt. Die amerikanische Haelfte ist da trotz oder wegen ihres Neuengland-WASP-Status um etliches weiter und erzaehlt mir immer von ihren Radical Faeries Kunden.  

Trotzdem wuerde ich denken, dass der deutsche Klan, sollte ich mit einem in Sachen soziale Herkunft "unpassenden" Lebensgefaehrten daherkommen, sofort rumnoergeln wuerde, dass "der Mann doch gar nicht zu Stephen passt".  You can't win ;-)

Donna Laura, vielen Dank auch Ihnen.  Schlussfolgern Sie nur nicht zuviel ueber Ihren Sohn! Einiges, was Sie da schreiben, trifft ja auch auf unseren verehrten Gastgeber zu, was ihm in seiner Weltlaeufigkeit sicher nicht entgangen ist.  Assume Nothing! - der alte Spruch der  Nation, wo ich meine radikalen Jugendtage verbracht habe.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 12:12

Stephen, der deutsche Klan ist eigentlich nie so, dass jemand wirklich gut genug ist - und falls doch, ist er arrogant, neureich oder tendiert zum Lotterleben. Irgendwas findet sich immer, und das ist unabhängig von der Art der Beziehung.

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Don Ferrando, wirklich schlimm wird es erst, wenn überschrieben wird. Aber in bayern hat man dagegen ja auch traditionelle Vorbehalte. Fakt ist: ich würde, selbst wenn ich wollen würde, was ich absolut nicht tue - immer alles komplett getrennt machen. Sogar die Wohnorte.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 12:18

fionn, das ist eine feine Geschichte, die viel Tradition in der französischen Geschichte hat. Generell empfinde ich auch die Beibehaltung einer "maitresse en titre" als angenehme Sache, die in besten Familien vorkommen sollte.

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mawu, mit 100, denke ich, hat man einfach andere Interessen. Ich persönloch gedenke ja auch, in 20, 30 Jahren spätestens solche Sachen anderen und schöneren Menschen zu überlassen, und mich auf offene Sportwagen der 50er Jahre, Villen mit Seeblick und die ein oder andere kurze Bergwanderung zu reduzieren.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 12:27

gheluveld, ich habe das mal halb gezwungen getan, und ich bin davon nicht krank am Körper geworden. Immerhin! Ansonsten: ich mag Wagner einfach nicht.

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HansMeier555, das ist höchst rabulistisch, ja nachgerade jesuitisch, diese Überlegung!

Don Ferrando

07. Februar 2010, 13:02

"immer alles komplett getrennt machen. Sogar die Wohnorte."

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Das, werter Herr Porcamadonna, ist nach meiner Erfahrung eine Grundvoraussetzung einer glücklichen Beziehung reiferer Menschen!

Der Tiger

07. Februar 2010, 13:02

Das ist alles hochinteressant. Leider hat man mir in meiner bürgerlichen Kronberger Jugend beigebracht:

"Über Sex, Religion und Geld spricht man nicht .... man hat es", weswegen ich diesen hochinteressanten Beiträgen keinen entsprechend hochinteressanten Kommentar hinzufügen kann.

fionn

07. Februar 2010, 13:24

Don Alphonso um 11.18.    Stabilität in der Gesellschaft sowie das Kapitalvermögen der Familie intakt zu erhalten sind wichtig : und nicht das ganze Vermögen mit WAGs (Wives and Girlfriends) verplempern.   Also, die Franzosen mit dem Konzept "maîtresse en titre" liegen nicht falsch imo :  Eine elegante Lösung und sowieso besser als sich immer wieder scheiden lassen und in die Schlagzeilen zu geraten wie in den USA.

Rosinante

07. Februar 2010, 14:01

Der Tiger, möglicherweise kamen Sie, ähnlich wie Robert Gernhardt, ohne Zähne und fast ohne Haare zur Welt. Also eine Tatsache, die für ein beginnendes Leben schon eine beträchtliche Hypothek darstellt. Aber, wenn man sich in Ihrer Familie nicht über Sex, Religion und Geld unterhielt, ja um Gottes Willen was dann? Kreiste der familäre Gesprächsstoff nur um Schule, Hamster oder andere Haustiere? Und ist ihre Jugend ein Fall für den Europäischen Menschengerichtshof?

prince Matecki

07. Februar 2010, 14:03

Ín unseren Kreisen wird nicht geschieden. Erwähnte ich schon daß wir stramm katholisch sind? Meine Eltern waren 54 Jahre zusammen bis zu Mutters Tod. Wenn es Wünsche nach Freiheit gab oder es im Gebälk der Beziehung gekracht hat dann man vielleicht ausgelebt, öfters toleriert, immer verziehen. Don Alphonso, was singt der Conte in "Le Nozze di Figaro" am Ende: contessa, perdona...

Für alles andere gibt es seit über 5 Jahrhunderten Rollenmodelle, sei es maitresse de titre, sei es der minnende Liebhaber und Hausfreund oder seien es die bei Charlotte von der Pfalz und Saint-Simon ausführlich gewürdigten Jungs und Kerls des Monseigneur.

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@Stephen - Nun über Homosexualität redet man bei uns nicht, aber das bedeutet natürlich nicht daß es nicht vorkäme.  Mitgebrachte "Gefährten, Kameraden, Neffen" (wer kann denn den ganzen Baum kennen, man will ja auch nicht immer im GHdA nachschlagen) werden freundlich distanziert akzeptiert. Eiserne Regel ist natürlich dass letzte Söhne der Familienzweige dann doch irgendwann heiraten zwecks Fortsetzung der Familie. Sollte die Ausübung der ehelichen Pflichten dabei zu viel Überwindung kosten, half früher die Karlsbader Kur (mit den kräftigen Helfern im Bade, man lese Freud) zuverlässig. Heute gibt es da sicher auch Mittel und Wege.

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Immerhin gebe ich D.A. recht, früher waren Geschiedene nicht hoffähig und konnten nicht vorgestellt werden. Aber seit es selbst in regierenden Häusern Scheidungen gibt und in ehemals regierenden katholischen, wackeln auch diese Grundfesten bedenklich. Allerdings, die Eskapaden einen herzoglichen Prinzen aus dem Hause Frankreich die zur Scheidung von seiner deutschen Ehefrau führten, führten immerhin auch zur Aberkennung aller eventuellen Rechte aus dem Haus und der Geburt. Auch wenn die Rückkehr Frankreichs zur Monarchie nicht eben bevorzustehen scheint, aber man kann ja nie wissen.

icke

07. Februar 2010, 14:53

Wie lange ist "früher" her? In Berliner Seglervereinen (nein, nicht der schicke PYC oder VSaW) wurde noch in den späten 80er Jahren des letzten Jahrhunderts bedeutet, dass man eigentlich ein Familienverein sei ... hm, hm. Und bis heute sind mir da keine bekennenden Geschiedenen bekannt.

perfekt!57

07. Februar 2010, 15:33

Das aber auch nur die kleine, enge Moral der Unfreien, Abhängigen unter den insgesamt Geringeren der Westviertler: Wer wirklich reich war leistete sich schon seit jeher ein Leben jenseits dessen - und war am Ende trotzdem immer willkommen, z.B. wg. herausragender Spendfähig- u. willigkeit - für alles, was Westvierteln ansonsten schon immer wichtig und bedeutsam war und ist und bleibt: Oper, Theater, Konzert, Museum, Segel- und/oder Rudervereine, ... . Noblesse obligé eben. (Und schmuddelige Golfvereine eher nicht.)

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Die Geliebte bekam eine standesgemäße Wohnung in der nächsten Großstadt oder nächstgrößeren Stadt. Außerdem hatte man noch eine solche in der Niederlassung in Lissabon. Und extra zum Zwecke sozialen Lernes in Liebesdingen wurden selbstverständlich schon jede Menge Niederlassungen/Zweigbetriebe "irgendwo am Amazonas" gegründet, in Brasilien also oder Argentinien z. B..

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Eben damit der älteste Sohn frühzeitig lernte, wie das nun mal so geht mit der großen, echten, wahren und einzigen Liebe, den großen Gefühlen, der durchgeführten Notwendigkeit ein oder zwei Herzen (nämlich ggfls. das eigene mit) zu brechen, mit dem ersten wunderbaren Kind also (klar unehelich, warum auch nicht?, "Hauptsache gesund" muss es richtigerweise heißen bei richtigen Kerlen, jung und stark im Wollen und in Saft und kraft, nicht wahr?)  - und selbstverständlich schon lange vor der standesgemäßen Hochzeit hier zu Hause.

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Finanzielle Möglichkeiten sollen und wollen eben vorbildlich gelebt sein, kenntnisreich, glücklich-gelungen, ganzheitlich und selbstverständlich wo überall es sich anbietet in der Welt - eben auch zu Vorbild der Westviertler, deren Viertel ihre Enge ist. Oder umgekehrt.

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www.youtube.com/watch

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Heute wachsen die Kinder dagegen eher mit dem guten alten Frankie auf, hört sich melodisch auch netter an: " ... this girl was easy meat ... " sprechen ja zum Glück auch alle englisch, anders als die Großmütter und Tanten der Westviertel.

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www.youtube.com/watch

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Überhaupt scheinen mir Zappas Titel heute aktueller denn je; es scheint, unwissentlich vollziehen die Westviertel jetzt nur (und wie unendlich schwach und langweilig!), was seit 20-30 Jahren auch für sie längst angekündigt und besungen war:

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www.youtube.com/watch

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Also alle jetzt ran an den Whippin Post: "... took all my money, wrecked my new car, ... " www.youtube.com/watch

Der Tiger

07. Februar 2010, 17:02

@Rosinante

Wollen Sie ernsthaft behaupten, neben Sex, Geld und Religion gäbe es keine interessanten Gesprächsthemen? Nur mal zur Anregung, gestern Abend haben wir uns mit unserer Tochter und deren Freund unter anderem über folgende Themen unterhalten: Hochschulpolitik (wer wird warum Rektor an der TU Delft), Mathematik (was man nicht nachweisen kann), die Beobachtung das Wissenschaftler ausgesprochen unlogisch sein können (Stichwort war irgend ein russischer Wissenschaftler, der behauptet Anerlerntes könne man vererben), Fahrradreparaturen (was macht man, wenn die Kette sich zwischen Getriebe und Rahmen einklemmt) ......aber ich will sie ja nicht mit noch mehr Vorschlägen langweilen.

Hanskarl

07. Februar 2010, 17:40

Werter Don,

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mit Verlaub, Sie irren!

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In allen Zeiten wurde in den "besseren und besten Kreisen" fremdgegangen - mehr als jemals Steuer hinterzogen wurde!

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Nachzulesen in 3/4 der Weltliteratur.

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Gruß Hanskarl

Don Alphonso

07. Februar 2010, 17:44

Don Ferrando, es ist vielleicht nicht das, was man sich im Überschwang der Jugend so vorstellt - aber es hat doch seine Vorteile, wenn man eine Beziehung auch zu kleinen Reisen nutzen kann.

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Der Tiger, nun, nach meiner Erfahrung gibt es genug Leute, die darüber nicht sprechen und ihn nicht haben und das auch als Problem betrachten würden, sprächen sie davon.

Nico

07. Februar 2010, 17:46

@fionn, es sind die Enten, die eine Einehe führen. Passt weniger zu mir und zum franz. Präsidenten, esse sie aber umso lieber. Er sicher auch.

Rosinante

07. Februar 2010, 18:03

Der Tiger, ich konzediere gerne, dass es Ihnen gestern um einen anspruchsvollen Strauss von Themen ging. Und ich bin aufrichtig überzeugt, dass die Fahrradkette nichts mit Sex zu tun hatte.

Nico

07. Februar 2010, 18:21

Don, darf ich Ihren Blog mißbrauchen, um einen geschätzen Kollegen der FAZ zu empfehlen: Auf einen Espresso "Eine Welt voller Löcher" von Holger Appel.

Ich meine, etwas Erheiterung tut diesem Blog gut. Sowas zum Frühstück ist noch besser und ein echtes Leckerli.

Der Tiger

07. Februar 2010, 19:02

@Rosinante

Benutzt man in Ihren Kreisen etwa Fahrradketten als Metapher für Sex? - Dieser Blog ist wirklich hochinteressant, wie ich ja schon mal weiter oben schrieb.

Foersterliesel

07. Februar 2010, 19:31

verehrter Don,

sicherlich heiratet man im Glauben an die große Liebe, die nie nachlassen wird, aber wenn man die Eltern und Verwandten als realistische Vorbilder hat, weiß man, daß Krisen kommen können und wie man die zu nehmen hat. Man kann den Partner nicht auf ewig ins eigne Bett zwingen aber man kann erwarten, daß er einen nicht brüskiert, daß er ein guter Vater bleibt und alle seine sozialen Pflichten erfüllt, daß man mit ihm freundschaftlich und emotional verbunden ist.  Die Ehe, die grundsätzliche Verbundenheit, wird durch eine Geliebte nicht in Frage gestellt, die Familie geht vor. Natürlich geht das alles leichter in großzügiger Wohnumgebung in der man sich etwas aus dem Weg gehen kann und in einem Milieu, das der Familie, der Tradition,dem Tradieren großen Wert beimißt und den Individualismus dadurch auch etwas relativieren kann.

Allerdings habe ich auch in diesem Milieu Scheidungen beobachtet, die erste Frau "von Stand",  die zweite noch eine wohlhabende Bürgertochter und die nächsten dann nur noch blond und jünger. Man darf zu dem Betreffenden dann

am Hochstand durchaus einmal "bist halt a alter Depp, mein Lieber " sagen. Er weiß es eh selber auch.

Eheverträge sind im reichen Bürgertum schon lange üblich, da dort Scheidungen eher vorkommen. Hat eine schöne wohlerzogene Arme da reich geheiratet, fällt sie auch bei der Scheidung nicht ins Nichts, aber Firmen und Besitz werden dadurch nicht tangiert.

Wirklich schlimm sind Scheidungen bei "Normalos" weil da Geld, Liebe, Wohnung, Schulden miteinander verquickt sind und die einzigen Gewinner bei der Sache die Vermieter von Kleinappartments und die Erzeuger von convenience food sind. Und vom patchworken halte ich gar nicht viel. Die einzige emsige und schlaue patchworkerin die ich bisher beobachten durfte, war eine Journalistin die nach zwei gemeinsamen Kindern den Intendanten an eine achor Blondine verlor und als da dann ein blondlockiger Töchterlein entsproß, dieses patchworkend vereinnahmte; das tat sie aber nur, um um die Zahlungen des Intendanten für die Söhne über der Pflichtgrenze zu halten.

Rosinante

07. Februar 2010, 21:11

Der Tiger, sie verorten mich etwas surreal, was ich Ihnen nicht verübeln kann und durchaus einem gesunden Menschenverstand entspricht. Das Surreale liegt in meinem Curriculum, der den Sex -als Sex- wenig kennt (und schätzt) und in welchem kein Fahrrad existiert. Dies weder im materiellen noch übertragenen Sinn. Und als lediger Mensch sollte ich zu Don Alphonsos Scheidungs-Epos eigentlich auch schweigen, aber ich verfüge über ausreichend heterogene "Eheerfahrung" und sämtliche Varianten des Zusammenlebens/-bleibens und der Trennung, die donna laura und Foersterliesel hier lesenswert benannten, sind mir aus persönlichem Miterleben vertraut. Selbst die sympathische Schilderung von prince Matecki -die Ehe seiner Eltern betreffend- erlebte ich mit etwas erhöhterer Jahreszahl bis vor kurzem in einer Freundschaft live. Insofern sind "meine" Kreise nicht sehr konzentrisch, und ich musste in den letzten Jahrzehnten auch den Zerfall von zahlreichen familiären Banden schwierig ertragen. Worüber man sich als Initiant freilich nicht wundern darf. Meine Befindlichkeit (scheussliches Wort) ist ledig, kinderlos, glücklich. Und halten Sie mich bitte nicht für einen unsensiblen Hedonisten.

fionn

07. Februar 2010, 21:34

www.telegraph.co.uk/.../German-men-are-worlds-worst-lovers-with-English-men-in-second-place.html

Aha!   Wer auf diesem Blog hat Erfahrung mit deutschen Männern?

bluecotton

07. Februar 2010, 21:47

Ich habe einmal den P. Sloterdijk auf einem alten, verrosteten Fahrrad in einem Wollmantel gesehen. Ich fand auch die Hausbibliothekmodellen-Ausstellung, die er im Auftrag gegeben hat inspirierend. Auf einer Beschreibung fand ich den Satz, das P. Sloterdijk für sich entschieden hat eine normale Ehe zu führen und wie ich interpretiert habe, den Rest seiner Zeit, seiner Arbeit zu widmen. Ich fand das sehr einfach und nachahmenswert.

Rosinante

07. Februar 2010, 21:57

Im letzten Beitrag muss es "heterosexuell", nicht "heterogen" heissen.

der Tiger

07. Februar 2010, 22:38

@bluecotton

Vielleicht liegen sie damit auf der Linie von Einstein: 'Am Anfang gehören alle Gedanken der Liebe. Später gehört dann alle Liebe den Gedanken.'

donna laura

07. Februar 2010, 23:18

ist es nicht verwunderlich, wie zurückhaltend der blog insbesondere zu diesem eigentlich frivol-spritzigen thema ist?

sind denn alle beim fasching und bemühen sich nach kräften? na hoffentlich. hinter den e-larven ist doch niemand genötigt, sich wie eine vrouwe oder ein gentleman an-/auszuschweigen ...

indiskretionen wären hier jetzt doch absolut erfordert ... erlebt hier niemand etwas? hallo? (leider situativ bedingte) asexualität doch ein thema?

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liebe leute, so mancher scheint hier vermehrt das sogenannte starke geschlecht als besonders ehebrechend - was für ein wort! seufz - auszumachen ('die' geliebte etc.) - ts ts ts.

geliebte (mehrzahl), die gibt es auch in männlich.

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ausserdem ist eine erweiterung der ehe über die engen, kleinbürgerlichen grenzen hinaus doch nun wirklich ncihts neues.

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apropos - mein lieber Don Alphonso: mit ihrer einstellung zur ehe wären sie ja der absolut geeignete kandidat für einen soclhen status, trotz kurzhalsigkeit und wie auch immer sie sich bescheiden geben

- solange sie nicht nur ein guter rodler sind.

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@ fionn: lieben gruss!! ich freue mich immer, von ihnen zu lesen: dieser link ist besonders gut.

deutsche männer zu geruchsintensiv? kommt darauf an, ich denke dann nur an die gattin eines französischen kaisers ...

im ernst: deutsche männer sind eher zu wehleidig-jammerig (s. don und sein zeh) und geben wegen der schmerzen im ellenbogen zu schnell auf, aber was soll's, man nimmt, was auf den tisch kommt.

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mein mann hat ja zum glück irisches blut in seinen adern - und nicht nur dort ... - und die russische ader hat sich glücklicherweise nicht auf seinen primatenstatus ausgewirkt...

mein ... äh ... hausfreund stammt aus italien, ich habe französische wurzeln (nicht nur ...), ich müßte zwischendurch nur mal meinen brasilianischen gärtner mal intensiver begutachten, oder? oder doch besser den spanischen feinkosthändler (aber spanier sollen doch so an mamas rockzipfel und weniger am eigenen hängen ...)?

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aber die schweizer männer: mein gott, ich habe selten solch charmant-bemühte männer erlebt. wie sie flirten!! überall! dauernd! ist doch so, oder? oder sind sie nur nett und meinen es gar nicht so? das wäre ja furchtbar! halten sie ihr versprechen auch? wie sind sie? ich möchte es gerne wissen, bitte, fionn, ich flehe sie an, klären sie mich auf!

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danke, lieber don, den martini nehme ich gerne!

Don Alphonso

07. Februar 2010, 23:23

donna laura, normalerweise werden die Beiträge ja vorgeschaltet, dann ist mehr los, aber auch so ist die Beteiligung jetzt nicht bschlecht - Wochenende. Ich sehe meine private Rolle ja eher in der Bespassung anderer freier, ungebundener Wesen.

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bluecotton, gerade wenn dieser Mann etwas sagt, muss man auch überlegen, ob es für den auf dem freien Markt überhaupt Alternativen gäbe, was ich bezweifeln möchte.

Don Alphonso

07. Februar 2010, 23:27

fionn, ich kenne mich nur mit Frauen aus, und da würde ich widersprechen wollen.

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Liebe Foersterliesel, ich habe ja den Eindruck, dass gerade die Familie in solchen Fragen eben nicht mehr vor geht. Die familie wurde inzwischen etwas reichlich abstraktes, und die Haltekräfte lassen auch da merklich nach.

donna laura

07. Februar 2010, 23:42

geschätzter don, sie sind ja wohl kein kostverächter und werden qualität zu schätzen wissen - und ich hoffe sehr, dass auch sie bespasst werden, wohlduftend und 60 cm über dem teppich.

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ach ja: die nächsten tage sollte es ja wieder schneien - rodeln sie schön!

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ich spanne schon mal die pferde an (bei unserem nachbar ist gestern der schlitten umgekippt und danach das pferd durchgegangen, bedauerlich, dass  die werte frau nachbarin den schnee küssen musste ...)

Don Alphonso

07. Februar 2010, 23:45

Aber nein - ich stehe hier gerade in Diensten der FAZ und lebe nachgerade mönchisch.

Ms. Phipps

07. Februar 2010, 23:58

Bekanntlich heisst es, Ehepaare erkenne man daran, dass sie sich anschweigen - etwa in öffentlichen Räumen wie Gaststätten.

Interessanterweise mache ich diese Beobachtung immer wieder. Was mich natürlich freut, weil ich nicht zu dieser Klientel gehöre!

minna

08. Februar 2010, 00:37

donna laura 23:18

.

wir leben hier in einer alternden und - schrumpfenden - Gesellschaft; zudem hat

nicht jeder brasilianische Gärtner oder barbusige Gärtnerstöchter zur Hand.

mit betrübtem Gruß

Ralf1969

08. Februar 2010, 08:11

Auch das Westviertel erkannte, daß dauerhafte Inzucht der genetischen Gesundheit wenig förderlich ist.

Rosinante

08. Februar 2010, 08:19

donna laura, beim Thema Schweizer Männer möchte ich Ihre experimentellen Erfahrungen doch ergänzen. Der bemühte Charme, von dem Sie sprechen, ist nicht zu leugnen, und durchaus flächendeckend, also in allen Sprachregionen zu finden. Die bekannten Ausnahmen, die die Regel bestätigen, selbstredend eingeschlossen. Und dies insbesondere, wenn es diese Herren mit einer -was ich Ihnen jetzt unterstelle- selbstbewussten und eleganten Erscheinung zu tun bekommen, die zudem ein akzentfreies Hochdeutsch spricht. Die Schweizer Frauen, von denen es, wenn man diesen Terminus für ein weibliches Wesen mit erwachsenem, emanzipierten Verhalten verwendet, inzwischen ebenso rar wie in Deutschland sind, werden in allen Sprachregionen und unterschiedlicher Dichte von Damen ergänzt. Auch diese lebenskluge, tolerante, humorvolle, gut erzogene und gebildete (nicht zwingend wohlhabende oder vermögende) Gruppe ist eine Ausnahme der Regel. Ein Problem des Schreibenden ist, dass selbst diese Damen in den letzten 20 Jahren einen animalischen Hang zu undifferenzierter, feministischer Solidarität entwickelt haben. Darin liegt ein Grund, warum ich in der Schweiz alleine lebe und dies zunehmend nachhaltiger geniesse.

fionn

08. Februar 2010, 09:11

@ donna laura / rosinante

An der London School of Economics habe ich einen Grieche kennengelernt.  In the library hat er mich angebaggert und dann sass er mir gegenüber, er folgte mir in die Refectory (dining-hall),  liess mich nicht los bis ich "ja" sagte zu einem

Rendezvous (Kinobesuch).  Dieser Entschlossenheit  (the chase - Verfolgungstaktik - nicht aufgeben)  ist  schwer zu widerstehen.

Ich bin  überrascht, dass die Greeks im "Daily Telegraph" Ranking  "Best Lovers" nicht dabei sind.  

Don Alphonso

08. Februar 2010, 09:18

Die Griechen haben im Moment eher andere Sorgen - Stichwort Staatsbankrott.

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Die Schweizer, liebe Rosinante, empfinde ich dagegen als, sagen wir mal, mitunter etwas gewöhnungsbedürftig. Was nicht schlimm ist, aber es ist einfach ein anderes Land.

Don Alphonso

08. Februar 2010, 09:28

Ralf1969, das mag früher vielleicht so gewesen sein, aber auch da schon tauschte man das Genmaterial unter Westvierteln aus, und nicht mit Nordvierteln.

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Ms. Phipps, wenn man ohnehin alles zusammen erlebt, wundert mich das nicht besonders. Davon leben ganze Zeitungsverlage.

muscat

08. Februar 2010, 10:00

Ralf1969, in der Tat.

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Einer Ehe ohne Kinder könnte ich nichts abgewinnen. Das ist das Programm "wasch mir de Pelz, aber mach mich nit nass". Kann man mittlerweile wirklich drauf verzichten.

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Sich gegenseitig das gelegentliche Fremdgehen zu erlauben, werte donna laura, schön liberal gedacht; Problem ist insoweit nur, dass in den allermeisten Fällen einer von beiden - i.d.R. der/die, von dem/der die Idee NICHT stammte, still vor sich hinleidet.

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Man muss ausgesprochen clever vorgehen, wenn der Partner es nicht mitbekommen soll. Clever sind die meisten (Männer) jedoch nicht. Deshalb meine Empfehlung: Lasst es einfach sein. Sehr uncool, ich weiß.

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Don, zum Thema getrennte Wohnorte: Habe ich lange Jahre probiert, hat aber auch nicht geklappt. Es nutzt alles nichts: Beide müssen so ein Modell wollen und bei der Entscheidung mit sich selbst im Reinen sein.

driver

08. Februar 2010, 10:25

Alors,

ich habe mal in der Diskussionsphase nach einem Vortrag gefragt: "Kann man ernsthaft neben einem Ehepartner dauerthaft leben, den man nicht liebt?" Die Antwort des Publikums war ein begeistertes "Ja!" (wenn auch bezogen auch ein nicht-europäisches Land). So ähnlich erscheinen mir auch die Kommentare hier. Offenbar geht es immer nur um das Deckeln von Gefühlen, das Regeln der Geldflüsse und das Absichern des Fremdgehens. Die Liebe wurde nicht im Westviertel erfunden, wir finden sie überall, zu allen Zeiten, in allen Gesellschaften und in allen Schichten. Dauerhafte Bindung ist die Regel, einsames Abhängen nur eine neumodische, postmoderne Ausnahme. Bindungs-, Entwicklungs-, Kinderlosigkeit (angeblich) zu genießen, ist kokett. Seien wir doch ehrlich: Die meisten Kinder werden deshalb nicht geboren, weil den jungen Paaren das Geld fehlt. Also verwechseln wir nicht Ursache und Wirkung.

Der Gärtner

08. Februar 2010, 10:43

Muscat.: Gegenseitiges Akzeptieren beim Fremdgehen. Ich gebe Ihrem Gedanken recht. Es handelt sich m.E. um eine Illusion, die im Kopfe des Betrügers solange besteht wie er/sie, als Stärkerer die Oberhand behält, sprich der betrogene Ehepartner nichts mitbekommt oder aufs Fremdgehen verzichtet. Sollte dieser aber auch Appetit bekommen, ist's in der Regel aus mit der Ehe, denn gar zu selten erträgt der zuvor dominante Partner, die neue Konstellation nun aber garnicht. Warum sollte man dann auch bitteschön zusammenbleiben? Wegen der Nachbarn? oder wegen des Hauskredits? Schön spiessig.

HansMeier555

08. Februar 2010, 11:15

Filmtipp: "Sie haben Knut". Spielt im Milieu der alternativen LehramtstudentInnen 1983 (jaja), aber voll von feinen Beobachtungen, von denen manche auch im Westviertel ihre Entsprechung haben dürften.

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Dann meine hilflos-plumpe Frage nach dem Thema Liebe? Ist es denn nicht vorstellbar, daß tatsächlich die  gliederlösende, böse Liebe die Ursache ist für den fatalen Seitensprung, bei dem die Erblindeten keine Rücksicht mehr zu nehmen in der Lage sind auf alle Vernunftgründe?

Also ein Gefühl, das nicht nur mit eitler Selbstbestätigung, nach dem Ausweg aus der Langeweile zu tun hat, sondern eben wirklich die Liebe zu einem Menschen, für die man seine gesammelten Sicherheiten zu opfern bereit ist?

.

Oder läuft das Fazit der Diskussion darauf hinaus, daß es Liebe schlichtweg nicht gibt, sondern nur einen Beziehungsmarkt?

donna laura

08. Februar 2010, 11:34

"undifferenzierte, feministische Solidarität " - Rosinante, sie bringen mich ins grübeln. und sie leben allein in der schweiz?

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liebe fionn, charmante hartnäckigkeit führt oft zum ziel. um zumindest meine neugier zu befriedigen:

ist das balzen der schweizer männer tatsächlich nicht nur heisse luft? man will ja wissen, worauf man sich bei einem überzeugenden angebot eventuell einliesse.

diese charmebolzen legen sich ja wirklich mächtig ins zeug und machen es einem schon schwer zu widerstehen - was ist erst, wenn man sie liesse?

mehrheitlich unwiderstehlich zart schmelzende schweizer schokolade oder schwer im magen liegendes, leicht angebranntes käsefondue mit traurig darin verlorenen brotstückchen?

.

liebe muscat, natürlich n u r vorher vereinbarte liberalität. dreiecksverhältnisse, wie sie sie beschreiben, sind eine emotionale katastrophe für den nicht so liberal lebenden partner und eine echte menschliche niederlage für den, der die 'freiheit' für sich alleine in anspruch nimmt.

es gilt auch zu bedenken: man hat nur ein leben, und zwar jeder.

manchmal ist die schullektüre gar nicht so uninteressant ... die wahlverwandschaften zum beispiel

.

werter Der Gärtner: man kann wirklich mehr als einen menschen lieben. und man muss mit jedem menschen, den man liebt, sehr behutsam umgehen, als wäre er das kostbarste gut auf der erde (nun, er ist es auch). ich freue mich immer, wenn eine dame mir durch ihre annäherung an ihn bestätigt, dass mein mann ganz toll ist. ist er auch - und er gehört mir nicht. im übrigen sollte man auch darauf achten, dass der hausfreund/die hausfreundin etc. ebenso wenig verletzt, benutzt, nicht als vollwertiges menschliches wesen mit klaren bedürfnissen gesehen wird.

wir führen ein gastfreundliches haus, da sind oft alle da, die elf erben wissen nicht, was (auch) los ist, aber blöd sind die nicht. die beiden 'externen' sind quasiverwandschaft.

.

lieber driver - ja, man sollte die liebe (und ihre folgen) leben, und sie kann riskant und gefährlich sein für ein gemüt mit zuviel angst vor nähe und kontrollverlust.

.

lieber HansMeier555 - den letzten punkt, den sie anführen, befürchte ich für die diskussion auch.

darum noch mal: wenn nicht die liebe: was hat der mensch sonst? alles andere erscheint mir autoaggressiv.

Inge

08. Februar 2010, 11:56

Liebe ist wie der Tautropfen der sich in jeder Blume widerspiegelt bunt und klar

Rosinante

08. Februar 2010, 12:00

Don Alphonso, Ihr Eindruck der Gewöhnungsbedürftigkeit helvetischer Eigenheit bleibt unwidersprochen. Die Fremden, die dies wirklich ernst nehmen, brauchen viele, viele Jahre und kein geringes Wissen zur Aklimatisation. Die Vorstellung in Deutschland, dass aufgrund der gemeinsamen muttersprachlichen Wurzeln (von 4,5-5 Mio. Einwohnern) dort eine Art skurriler Fortsatz existiere, der schwäbische Sparsamkeit und Ordentlichkeit in mediterrane Richtung verlängere, ist leider ein Kurzschluss. Selbst der gebürtige Schwabe Dr. Schäuble hat dies nicht begriffen. Aber trösten Sie sich, all jene Menschen hier im Land, denen -wenn ich Ihren Blog richtig verstehe- Ihre und meine besondere Wertschätzung gilt, sind geil auf Berlin.

Altes Eisen

08. Februar 2010, 12:04

Es schockiert mich regelrecht, was ich hier lese. Hier brüsten sich alternde Damen mit ihrer ausschweifenden, offenbar aus eigenen Erfahrungen genährten Grosszügigkeit und reden über Ehe und Beziehungen als seien es im 21. Jahrhundert noch gesellschaftliche Arrangements zur Erhaltung oder Mehrung des Besitzes.

Männer sprechen von stillen Vereinbarungen und davon, dass man lediglich genügend Platz benötige sich aus dem Weg zu gehen, um eine lange Ehe zu erhalten.

Wie dümmlich ist doch diese pseudotolleranz. Hier versuchen selbsternannte "Westend"-Bewohner, die sich von dem armutsgeplagten  Anwohner einer ostdeutschen Plattenbausiedlung offenkundig nur durch das Sprachniveau unterscheiden, ihre genitale Selbstbefriedigung zu rechtfertigen und zu exponieren ohne dafür den - wahrscheinlich ohnehin nur geerbten - sozialen Status zu gefärden.

Eine Beziehung - und besonders eine Ehe - basiert auf Vertrauen. Wer dieses schädigt oder zerstört, zerstört auch das Fundament der Gemeinsamkeit.

Und an dieser Stelle möchte ich mal ganz deutlich werden. Wenn nicht mehr genügend Achtung und Respekt vor dem Partner vorhanden ist, dass man in der Lage ist seinen wechseljahrsgetriebenen Hormonschwankungen Einhalt zu gebieten, dan möge man doch bitte genügend "Arsch in der Hose" haben dies aufrichtig mit dem Ende der Verbindung zu quittieren.

muscat

08. Februar 2010, 12:18

http://muscat

Rosinante, Herr Schäuble ist gebürtiger Badener.

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Altes Eisen, DANKE!

Rosinante

08. Februar 2010, 12:53

muscat, ich dachte, der schwäbelt, aber vielen Dank.

Altes Eisen, Sie formulieren nicht sehr charmant, aber zutreffend. Dies ist einer der Gründe, warum ich alleine lebe. Viele Frauen profitieren schamlos von der Dümmlichkeit Ihrer Männer. Oder solten wir lieber Oldboys sagen?

donna Laura, s.o.

Gälfießler

08. Februar 2010, 13:19

http://de.wikipedia.org/wiki/Badenser

Rosinante,

.

"muscat, ich dachte, der schwäbelt, aber vielen Dank."

.

ich hoffe für Sie, er liest nicht auch (heimlich) dieses Blog.

Schwäbisch hört sich eindeutig anders an: www.youtube.com/watch

donna laura

08. Februar 2010, 13:31

"Eine Beziehung - und besonders eine Ehe - basiert auf Vertrauen. Wer dieses schädigt oder zerstört, zerstört auch das Fundament der Gemeinsamkeit." -genau.

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allerwertestes Altes Eisen, wie Rosinante schon sagt, sind sie recht wenig charmant. allerdings sind sie nicht gerade dabei, die partie schiffe-versenken für sich zu entscheiden.

nur um sie zu amüsieren: wo bleibt mirabeau? der würde vermutlich die behauptung in den raum stellen, dass es zuweilen ganz hilfreich sei, noch etwas anderes in der hose zu haben.

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den schweizer extremindividualismus finde ich übrigens herrlich anarchisch. schweizerdeutsche begeistung für ein klares hochdeutsch? könnte sich das nicht bald ändern? ach ja, ich will es nicht vergessen: danke, Rosinante, für die freundlichen blumen. die partie geht sie.

HansMeier555

08. Februar 2010, 13:41

Wert legen würde ich doch auf die Feststellung, daß zum Seitensprung vor allem auch eines gehört: ANGST.

Sonst machte es ja keinen Unterschied und man  könnte ja gleich treu bleiben.

Doctor Snuggles

08. Februar 2010, 14:30

@Muscat: mal eben etwas ganz Off-Topices: www.spiegel.de/.../0,1518,676490,00.html

 

Wenn ich mich nicht täusche unterhielten wir uns letztens darüber.

ferry

08. Februar 2010, 14:46

-Für den morgigen Abend bitte auch nichts vornehmen, du kannst bleiben, bis mir die Augen zufallen!- porca miseria, manchmal kann man nicht widerstehen, häufig aber doch. -Weininger in Geschlecht und Charakter: -die Askese ist eine gefährliche Verführerin-

Rebound

08. Februar 2010, 15:55

Bin mir nicht sicher, ob sich hier jeder genau vorstellen kann, was eine Scheidung fuer die Beteiligten bedeutet, wenn das eigentlich mal ganz anders geplant war und echte, ungewollte, schlimme Probleme dazu gefuehrt haben. Wer das selbst einmal durchgemacht hat, der aeussert sich glaube ich nicht so leichtfertig/zynisch, sondern weiss, dass man gewissen Schicksalsschlaegen nicht ausweichen kann, auch wenn man es noch so gern moechte. Ausser, man hat einfach keine Gefuehle (mehr) und laesst sich auf nichts (mehr) ein. Mir faellt uebrigens bei vielen Blogbeitraegen auf, dass die Leichtigkeit, mir der das urspruenglich verfasst wurde, in der Diskussion recht unter die Raeder kommt, wird mir manchmal zu duester (und daher auch zu realistisch). Mein Wunsch waere: etwas mehr "live and let live" und "l'art pour l'art".

Foersterliesel

08. Februar 2010, 16:07

liebes Altes Eisen,

Ihre Empörung ehrt Sie! Glücklich die Frau, die jemanden wie Sie bekommen hat! Aber nach dem Motto "ganz oder gar nicht" kommt es ja zu Scheidungen. Nach etwa sieben Jahren (im statistischen Durchschnitt) wenn der Alltag und der Mangel an Selbstbeherrschung die Liebe umgebracht haben, bleiben nur noch Enttäuschung und Entzweiuung. Ist es da nicht besser einen langsamen Wandel zum mehr Geschwisterlichen, zu etwas mehr Distanz anzustreben und vom anderen nichts Übermenschliches auf lange Dauer zu erwarten? Und: gewiß geht das leichter mit mehr Mitteln und mit mehr Platz, wie eben vieles andere im Leben auch. Dieses "etwas auseinanderrücken" nach längerer Ehe ist doch normal, der Papa richtet sich eine Werkstatt im Keller ein, in der er gleich nach dem Frühstück verschwindet um nicht vor dem Abendessen wieder aufzutauchen etc...

fionn

08. Februar 2010, 16:40

@ donna laura um 10.34h.  

Ich nehme Ihre  Frage sehr ernst.

1.   Die Schweizer sind zurückhaltend, konservativ, zuverlässig und...empfindlich.

2.   Fall Sie ein Angebot bekommen haben, würde ich dieses ernst nehmen.

3.  Wenn Sie negativ reagieren würden, werden Sie wahrscheinlich (doch nicht definitiv) kein zweites Angebot bekommen.

4.  Ich habe nie eine Beziehung mit einem Deutschschweizer gehabt, doch ein Nachbar (Swiss-G.) hat mich einmal im Aufzug (in the lift) plötzlich geküsst.  

Ich bin absolutely dumbfounded/sprachlos gewesen und habe nicht reagiert.  Obwohl ich ihn eigentlich gern hatte.  Anyway,  he made no second attempt ....als ob sein erste Versuch nie stattgefunden hatte.

P.S.  What happens if a woman says "Nein" to a German man?  Does he try again?

HansMeier555

08. Februar 2010, 16:46

Das mit dem Distanzhalten macht schon Sinn.

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In der Liebe zum Partner mischt sich beides: Die Liebe zum Eigenen, Vertrauten, und zum Fremden, Unbekannten.

Ersteres verschafft einem die Bequemlichkeit einer seelischen Heimat, aber letzeres wirkt, aufregend und attraktiv. Schon darum sollte man sich gegenseitig ein gewisses Eigenleben und Freiheiten gönnen.

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Und auch das gibt es: Alleintehende Frauenzimmer, die notorisch Beziehungen zu verheirateten, arrivierten Ehemännern anstreben und sich in genau dieser dramatischen Dreiecksbeziehung wohlfühlen. Am anderen Ehe die unglückliche Ehefrau, in der Mitte der umworbene Ehemann, am längeren Hebel sie selbst. Keinesfalls wollen sie den Ehemann selbst heiraten, auch wenn sie das gerne behaupten, um ihn unter Druck zu setzen. Sobald er nämlich ersnthaft Anstalten macht, sich tatsächlich scheiden zu lassen, führen sie unter irgendeinem Vorwand einen Bruch herbei. Wenn er dann reumütig zu seiner entnervt-verzeihenden Ehefrau zurückkehrt, dann warten sie ein bißchen ab, um dann das Spiel wieder von vorne zu beginnen.

Das machen oft Frauen, die als Töchter während ihrer Kindheit unsagbar darunter litten, daß es ihrer Mutter genauso erging  -- und sich nun auf diese Weise an der Welt rächen.

donna laura

08. Februar 2010, 16:50

@ Rebound: wohl gesprochen! ich stimme völlig mit ihnen überein.

muscat

08. Februar 2010, 17:04

Doctor Snuggles, in der heutigen F.A.Z. steht ja auch ein Beitrag dazu. Der Kommentar, den ich daraufhin verfasste, wurde bisher allerdings noch nicht freigeschaltet. Dabei habe ich mich dort nur bei Herrn Biller für seine Rezension in der F.A.S. vom 24.1. bedankt. Nach Lektüre derselbigen hatte ich mich nämlich entschieden, das Büchlein NICHT zu kaufen...

Adieu...

08. Februar 2010, 17:27

...bessere Gesellschaft!

donna laura

08. Februar 2010, 17:41

@ fionn - herzlichen dank für ihre auskunftsreiche antwort.

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ad 2.: jetzt zucke ich aber in echt zusammen. in mir keimte der verdacht, dass es volkssport sei, nette damen intensiv anzuflirten. dem ist nicht so? oh.

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denn die flirterei würde ich nicht als zurückhaltend, wohl aber als freundlich umschreiben wollen.

dann ist sie demnach nicht nur ausdruck einer persönlich gemeinten wertschätzung?

liebe fionn, korrigieren sie mich bitte, wenn ich falsch liege. ich möchte in der schweiz nicht versehentlich den faux pas begehen, in den ruf einer femme fatale zu geraten. weder bin ich leicht zu haben noch möchte ich meinen geschlechtsgenossinnen unnötige angst um ihre gefährten einjagen.

.

ad 3. wie beruhigend.

ad 4.: immerhin hat er sich danach als gentleman erwiesen.

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zu ihrem ps: ich glaube, dass sich auch deutsche männer dann verdrücken. wer erhält schon gerne einen korb - träumt man doch von zwei körbchen ...

Rosinante

08. Februar 2010, 17:54

donna laura (16:50), Vorhang, Schluss. Verehrter Don Alphonso, bitte die nächste Nummer.

Altes Eisen

08. Februar 2010, 18:06

@Försterliesel: Vielen Dank für ihre freundlichen Worte. Ich stimme ihnen auch völlig zu, dass eine Ehe nach 10 Jahren sicherlich von anderen Themen dominiert wird als die ersten Wochen einer Bekanntschaft.

Ist aber nicht genau das die Aufgabe in einer Beziehung? Einen gemeinsamen Weg zu finden, der für beide Partner Zufriedenheit und "Glück" - wenn es so etwas im engeren Sinne überhaupt gibt- bedeutet? Müsste nicht die Achtung und der Respekt vor meinem Partner mich dazu bringen neben den eigenen Bedürfnissen auch die Seinen als mindestens genauso wichtig zu akzeptieren und zu berücksichtigen? Sind wir wirklich nur noch ein Haufen bedürfnisgetriebener individualisten, die selbst für die Menschen, die uns am nächsten stehen keinen Blick mehr haben und schon gar keine Mühen auf sich nehmen?

@donna laura: Geht es wirklich darum irgendeine Partie für sich zu entscheiden? Ich gehe davon aus ihre Moralvorstelungen ebensowenig zu beeinflussen, wie sie die meine. Der Philosoph Wittgenstein sagte: "Was man sagen möchte, soll man klar sagen. Über alles andere muss man schweigen." Daher ist es mir ein anliegen, mich nicht in irgendwelchen wortgewaltigen Seichtigkeiten zu verstecken, sondern meine Meinung deutlich zu äußern.

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Charme ist das süße Trugbild der Verführung. Aufrichtigkeit gibt Orientierung. Schon Kant forderte uns auf, uns so auszurichten, dass unser Handeln als Maxime für andere übertragbar sei. Bei der Vorstellung in einer Gesellschaft zu leben, in der ihre Grundhaltung nicht nur akzeptiert, sondern auch noch gutiert wird - wie charmant auch immer verpackt - wo für Aufrichtigkeit nicht einmal unter Liebenden platz ist, füllt sich mein Gemüt mit düsteren Wolken.

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Natürlich gibt es Seitensprünge. Natürlich werde ich mich hüten für mich in Anspruch zu nehmen, nie einen zu begehen. Natülich reizt das Verbotene. Natürlich gibt es in jeder Beziehung Phasen der Unzufriedenheit.

Als genauso selbstverständlich sollte es aber auch gelten, dass wir uns nicht nur mit unseren Trieben treiben lassen, sondern aktiv Verantwortung für uns und andere übernehmen.

So, nun höre ich auch auf zu moralisieren...

muscat

08. Februar 2010, 18:25

Altes Eisen, ich fand Ihre Gardinenpredigt eigentlich recht erfrischend.

Foersterliesel

08. Februar 2010, 19:19

liebes Altes Eisen,

hier disputieren weitestgehend Kunstfiguren, deswegen sind die Vorschläge zur Kabale im Stil des Rokkoko auch nur literarisch; ich kenne keine Gesellschaftsschicht in Deutschland die das intendiert betriebe; wenns passiert sinds immer nur traurige Unfälle.

Vielleicht sind Sie selbst ja auch eine Kunstfigur, der Kantianer?

Wie auch immer, Don Alponso hat Recht, die dauerhafte Ehe ist in der Defensive.

Das hat viele Gründe, daß die Frauen nicht mehr im Kindbett sterben, daß wir alle länger leben, daß frau auch alleine überleben kann und zumeist höhere Ansprüche an die Qualität der Beziehung stellt und deswegen die meisten Scheidungen von Frauen angestrebt werden, daß Mann oder Frau als Alleinelebender kein Paria mehr ist (allerdings wird man dann von vielen Paaren nicht mehr eingeladen, was aber durchaus kein Verlust ist) und daß es durchaus honette Zweitheiratsmärkte gibt (wenn man älter als der Don ist, sind es allerdings Viagraromanzen, bei Frauen gar nicht beliebt, deswegen: alles zu seiner Zeit)....

prince Matecki

08. Februar 2010, 20:20

Freilich disputieren hier Kunstfiguren, aber doch wohl solche deren Grundanlage in uns angelegt ist und die wir hier fröhlich ins Blog projizieren. Wenn die dauerhafte Ehe in der Defensive ist, dann vielleicht auch wegen / nach der Pille, also der belastbaren Entkopplung von Sex und Fortpflanzung. Zuweilen frage ich mich auch was für manche heutigen Paare ein Opfer ist. Das es solche gibt, dass man sie bringen muss, dass sie sich lohnen über den eigenen Lustgewinn hinaus, war der Generation meiner Eltern selbstverständliche Gewissheit. So  hielt eine Ehe durch Stürme und Gefahren, durch Gefangenschaft und Flucht und Vertreibung, Wiederaufbau, schwere Krankheit, fehlgeschlagenen wirtschaftlichen Wiederanfang, der erst im zweiten Anlauf gelang. Und auch Attraktivität, Gelüste, winkende Verführung konnten das wohl gefährden, doch nie zerstören. Dabei war meine Mutter keine milde Dulderin, sondern grande dame und - wäre der Krieg und die Familie nicht gegen die Karriere als hochdramatischer und Koloratur-Sopran gewesen - die Lieblingspartie war durchaus Königin der Nacht - Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen. Dann trotzdem verzeihen zu können macht Größe in Liebe aus.

Filou

08. Februar 2010, 20:44

Dies, lieber princeMatecki (die ersten 9 Zeilen), ist auch heute noch so. Nicht bei allen, aber bei vielen. Alles andere ist eitel.

prince Matecki

08. Februar 2010, 21:21

Das will ich doch sehr hoffen ("nicht bei allen, aber bei vielen"). Es kam mir in diesem thread etwas zu kurz.

Filou

08. Februar 2010, 21:23

Ich bitte den letzten Satz wegen missverstaendlichkeit zu igonrieren.

prince Matecki

08. Februar 2010, 21:52

Man darf ruhig Prediger 1, 1-2 zitieren.

Grimaldeli

08. Februar 2010, 23:05

Zu Seitensprung:

Im Elsass hab ich im letzten Jahrhundert einmal folgenden Spruch (frei uebersetzt) gehoert:

"Mit der Nachbarin was haben ist typisch franzoesisch, erwischt zu werden ist typisch deutsch!"

Hier im Sueden ist es aehnlich. Ich bin ein guter Beobachter....

Filou

08. Februar 2010, 23:27

Hallo Grimaldeli! Besten Dank fuer die Wuenschen zum Neuen Jahr vom 6. Januar. Selbige gehen an Sie zurueck, obwohl es dafuer ein wenig spaet ist.

Bleiben Sie gesund, machen Sie Ihre Dufour klar fuer den Fruehling.

Grimaldeli

09. Februar 2010, 00:23

@Filou

Ich danke Ihnen!

Dieses Jahrzehnt kann eigentlich nur besser werden...

.

Das Boot ist schon laengst wieder im Einsatz. Ich hatte es im November, Dezember draussen im Dock, aber vor ein paar Tagen war es zu schoen, da mussten wir schon wieder raus. Nur Schwimmen ist noch nicht (ca 12°)

Gruss aus MC

G

Foersterliesel

09. Februar 2010, 14:48

Durchlaucht und cher filou,

Ihre Sicht der Dinge ist herzerwärmend und ich hoffe Sie hatten und haben Gelegenheit sie an Kinder und Kindeskinder weiterzugeben

Filou

09. Februar 2010, 16:20

Foersterliesel, nicht immer sind denken und handeln eins. In diesem Fall ist es aber so. Ich habe es nie anders gewollt, und aus diesem Grund relativ spaet geheiratet. Zu Moral (meine naja) und Ethik (hmmm) gesellte sich noch die Aesthetik: bei solchen Anspruechen wird der Markt klein aber solide.

PS: Ich wurde erjagt. Raffiniertes weibliches Trappertum. Ich glaube, dass es nur so funktioniert. Sie koennen mir glauben, da fanden nicht zwei auszahlfaehige Bausparvertraege zueinander.

kurze frage

27. November 2010, 22:08

ich hab mal eine frage, undzwar wie ist der titel des bildes ?

Don Alphonso

27. November 2010, 22:26

Privatbesitz :-) Erotische Szene um 1760.

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