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Supermarktblog

Edeka, die "Extraklasse"-Eigenmarken und ein wertloses Liebesgeständnis

24. Oktober 2011, 13:37 Uhr

In einer grundsympathischen Werbekampagne erklärt Edeka seit einiger Zeit, dass auch Supermärkte Gefühle haben. "Wir lieben Lebensmittel", heißt es in den Fernsehspots von Deutschlands größter Handelskette. Ganz besonders groß ist diese Zuneigung offensichtlich gegenüber der Eigenmarke "Edeka", die gerade erst aufgehübscht wurde und sogar eine eigene Hochglanzbroschüre spendiert bekommen hat, mit der die ganze Welt von der Supermarktromanze erfahren soll. Gleich auf der ersten Seite räumt das "Edeka-Team" ein für alle Mal mit dem Vorurteil auf, es ginge im Lebensmittelhandel bloß um betriebswirtschaftliche Ziele:

"Aus Liebe entstehen oft die tollsten Sachen, bei uns z.B. eigene Produkte, die sowohl in ihrer Qualität als auch ihrem Preis einfach Extraklasse sind und die den Anspruch haben, sich in ihrer Warengruppe durch echte Vorteile abzuhaben – etwa durch innovative Rezepturen oder eine besondere Herstellung."

Mehr als 30 Seiten umfasst die Liebeserklärung an Laktosefreie H-Milch, Thunfisch-Filets und Mini-Schnitzel, auf die das Logo des Unternehmens gedruckt ist. Und die Liebe geht sogar noch einen Schritt weiter. Denn dass die Eigenmarke "gleichzeitig auch noch günstig" angeboten würde, sei "übrigens eine kleine Liebeserklärung an Sie. Deshalb müssen Sie jetzt aber nicht rot werden – genießen Sie es einfach!" Machen wir! Wer könnte einem solchen Angebot auch widerstehen? Nur eine Frage noch: Was sind das denn jetzt für Vorteile, in deren Genuss Kunden kommen, die sich für die Produkte der Edeka-Eigenmarke "Edeka" entscheiden und nicht etwa für die Produkte der Edeka-Eigenmarke "Gut und günstig"?

Oder – um's mal konkret zu machen: Warum ist die Nudel- und Dosenbevorratung im selben Edeka-Markt in diesem Fall exakt 2 Euro teurer?

Einkaufszettel 1: "Edeka"
"Tomaten in Stücken Classic", 400-g-Dose: 0,79 Euro
"Champignons 1. Wahl ganze Köpfe", 400-g-Dose: 1,49 Euro
"Spaghetti aus 100 % hochwertigem Hartweizengrieß", 500-g-Packung: 0,99 Euro
"Mandarin-Orangen gezuckert", 312-g-Dose: 0,99 Euro
Macht zusammen: 4,26 Euro

Einkaufszettel 2: "Gut & Günstig"
"Tomaten gehackt", 400-g-Dose: 0,49 Euro
"Champignons 1. Wahl ganze Köpfe", 400-g-Dose: 0,89 Euro
"Spaghetti aus 100 % Hartweizengrieß", 500-g-Packung: 0,39 Euro
"Mandarin-Orangen leicht gezuckert", 312-g-Dose: 0,49 Euro
Macht zusammen: 2,26 Euro

Ist schon klar: Die Billigmarke hilft Edeka, auch Kunden anzulocken, die sonst zum Discounter gehen würden. Und dass billige Produkte nicht immer automatisch schlechter sein müssen als Markenware, wissen die meisten Kunden auch. Aber seit die Supermärkte im großen Stil auch eigenproduzierte Mittelmarken ins Regal stellen, verschwimmen die Unterschiede.

("Mittelmarke" wird hier als Synonym für Produkte verwendet, die von den Supermärkten unter eigenem Namen hergestellt werden ["Edeka", "Rewe", "Kaisers Star Marke", "Real Quality"], aber teurer sind als die klassischen Billigmarken ["Gut & Günstig", "ja!", "A&P", "Tip"] und günstiger als Bio- und Feinkost-Eigenmarken ["Edeka Selection", "Rewe feine Welt"].)

Wer sich bei Edeka nach den konkreten Unterschieden der eingekauften Produkte erkundigt, erhält eine deutlich weniger romantische, dafür aber sehr allgemein gefasste Antwort:

"Die Basismarke Gut & Günstig bietet den Verbrauchern im Preiseinstieg Markenqualität zum Discount-Preis. Das gehobene Sortiment unter dem Edeka-Logo zeichnet sich durch echte Produktvorteile aus, denn alle Artikel bieten dem Kunden neben einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis einen klaren Mehrwert. Dieser Zusatznutzen resultiert beispielsweise aus besonders hochwertige Rohstoffen, einzigartigen Rezepturen oder speziellen Produktionsverfahren."

Na gut: Auf der Verpackung des "Edeka"-Produkts wird versprochen, dass ausschließlich "erntefrische Tomaten" verwendet wurden – aber heißt das im Umkehrschluss, dass die "Gut & Günstig"-Tomaten erst eine Weile liegen bleiben bevor sie in die Dose kommen? Und was genau ist an der "traditionellen Herstellung mit Bronzeformen" der "Edeka"-Spaghetti so toll, dass mehr als doppelt so teuer sind wie dasselbe Produkt von "Gut & Günstig"? Müsste ein Unternehmen, das Lebensmittel so sehr liebt, all das nicht flott erklären können, vor allem, wenn es vorher umfassende "Mehrwert"-Versprechen auf Hochglanzpapier abgibt?

Es müsste schon. Edeka allerdings schreibt auf nochmalige Anfrage:

"Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diese wettbewerbsrelevanten Informationen nicht kommunizieren."

Das probieren Sie am besten gleich mal zuhause: Dem Partner erst überschwänglich Ihre Liebe gestehen und wenn sie oder er dann nachfragt, warum Sie sich so hoffnungslos verknallt haben, antworten: "Bitte, Schatz, hab doch Verständnis, dass ich dir diese wettbewerbsrelevanten Informationen leider nicht kommunizieren kann." Kleiner Tipp: Vielleicht ducken Sie sich dabei besser.

Wie die anderen großen Handelsketten mit Eigenmarken-Zwillingen umgehen, steht in den kommenden Tagen im Supermarktblog.

Fotos: Supermarktblog

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Veröffentlicht 24. Oktober 2011, 13:37 von Peer Schader
Kommentare

CaoKy60

24. Oktober 2011, 14:54

Ein Mehrwert ist sicher dass man zum Oeffnen der Champignons und Tomatenkonserve keinen Dosenoeffner ansetzen muss :).

Jeeves

24. Oktober 2011, 15:15

Wetten? In allen Dosen ist jeweils das gleiche drin. Nur das Papier drumherum hat 'ne andere Beschriftung. Und hier oben durfte man das nicht so deutlich sagen, weil's sonst Ärger gibt (?). Ich aber, ich darf und kann.

jobst65

24. Oktober 2011, 15:43

http://Ja, da steht man vor dem Regal...

... und murmelt: Vera..chen kann ich mich allein!, da brauch ich keine Edeka. Früher hieß EDEKA = Ein deutscher Esel kauf alles.

ThorHa

24. Oktober 2011, 17:21

Der Autor fühlt sich offensichtlich für blöd verkauft :-). Das ist der Normalzustand für alle Menschen, deren Denken funktioniert, bei der Begegnung mit Werbung. Da Werbung trotzdem wirkt, haben wir zwei wenig schmeichelhafte Möglichkeiten der Schlussfolgerung: 1) Es gibt weit mehr Menschen, die nicht denken können Oder/und 2) Denken hat nur einen marginalen Einfluss auf unsere Kaufentscheidungen#

Klagen über verdummende Werbung sind wie die über´s Wetter. Richtig aber sinnlos. Es ist das Wesen von Werbung (politisch: Propaganda) zu verdummen.

Gruss,

Thorsten Haupts

Peer Schader

24. Oktober 2011, 17:32

@Thorsten Haupts: Ist schon klar, aber ich find's spannend, die Systematik, die dahinter steckt, mal aufzudröseln.

evm

24. Oktober 2011, 17:39

Herr Schader, bitte photographieren Sie künftige Produkte bitte wieder auf dem schönen Brückengeländer vor den subtilen Bahngleisen. Diese Holzgartenmöbel haben nicht die feinsinnige inhaltliche Qualität Ihrer Beiträge.

Peer Schader

24. Oktober 2011, 17:41

@evm: Das sind doch aber die hübsch-wettergegerbten Draußenmöbel vom Café nebenan!

Vroni

25. Oktober 2011, 00:50

Lieber Peer Schader, lieber ThorHa,

die Verursacher eines solchen Kommunikationsbruchs zwischen Flirt und plötzlichem BND-Getue, wenn der Kunde mal wirklich was wissen will, kommen nicht einmal im Traum auf die Idee, dass sich da jemand veräppelt vorkommt. Sie sind zu sehr in ihrer Welt.

.

gez. eine Ex-Werberin,

die sich nicht nur aus diesem Grund in Richtung Nur-Design davongemacht hat.

.

Man glaubt aber nicht, wie stark die Werbung seit den 70ern dank ihrer "Strahlkraft" auch bei manchem meiner heutigem Design-Auftraggeber die Sprache und die Ethik verändert hat: Viele dieser sonst sehr lieben, aufrichtigen und Nachhaltigkeit liebenden Menschen glauben, dass man auf ihren Prospekten schon ein bisschen Tünnef erzählen müsse, das wäre doch so in der Kommunikation.

Man kämpft gegen Windmühlen. Es bleibt nur der leichte Grinser des Schwarzen Humors, Style: in Richtung Eisenbahnunglück, alle Gesichtszüge sanft entgleist.

Lutz

25. Oktober 2011, 09:05

Jetzt fehlt noch ein Geschmackstest. Die billigen Mandarinen "leicht gezuckert" schmecken wahrscheinlich besser als teuren "gezuckert". Obst aus der Dose ist ja immer zu süß (für 50 ct Preisdifferenz gibt's eine Menge Zucker).

Zur Diskussion über Werbung: Der Mechanismus ist für einen denkenden Menschen nicht schwer zu durchschauen. Bis es sich aber zu allen Menschen rumgesprochen hat, dauert es noch ein Weilchen. Deshalb in Sachen Werbung am Ball bleiben.

Es gibt immer was zu Lernen für die einen, und was zu Schmunzeln für die anderen.

ThorHa

25. Oktober 2011, 09:27

Hallo Vroni,

ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, den "Kreativen" der Werbewirtschaft Denken zu unterstellen. Das aber ist die notwendige Voraussetzung, um über den Tellerrand des emgeren Berufsumfeldes hinauszublicken.

Im übrigen haben Werber ja leider dieselbe gute Entschuldigung, wie die Verfasser von Julia-Heftromanen: Es scheint zu funktionieren bzw. es verkauft sich. Und das ist in der Marktwirtschaft wie in der Mediendemokratie hinreichende Rechtfertigung. Egal, wie sehr sich die denkenden Menschen daran stören. Die werden immer eine kleine radikale Minderheit bleiben :-).

Gruss,

Thorsten Haupts

Patrik

25. Oktober 2011, 10:52

Der Begriff "Mittelmarke" war mir neu. Liegt aber offenbar im Trend, denn auch die Baumarktkette Praktiker macht jetzt Mittelmarken. Die bei verschiedenen Produkten von Schneeschaufeln über Farbe bis Glühbirnen in den Märkten nebeneinander als Billig/Vernünftig/Markenprodukt aufgebaut werden.

Andreas

25. Oktober 2011, 14:12

Vielleicht gibt es aber auch nur deswegen zwei Eigenmarken, weil an der Gut & Günstig Marke nicht ganz so viel, bis fast nichts verdient ist. Bei der "Mittelmarke" bleibt dann halt doch noch was für den Einzelhändler hängen, um z.B. seine Miete, Mitarbeiter, Strom....usw. zu bezahlen. Das wäre doch eine Erklärung, oder? Nachdem die Hartdiscounter sämtliche Preise zugrunderichten, hat der Verbraucher leider schon lange keine Wertschätzung für Lebensmittel mehr. Das Motto: "Beste Qualität, Regionale, frische Frische Ware aus nachhaltiger Bio Erzeugung am besten für Fast ganz Umsonst!!!

Peer Schader

25. Oktober 2011, 14:20

@Andreas: Die Wertschätzung kommt aber auch nicht dadurch zurück, dass man an der Nase herumgeführt wird. Die Supermärkte wollen gleichzeitig Discounter sein, das ist das Problem, glaube ich.

Andreas

25. Oktober 2011, 14:40

Supermärkte wollen nicht, aber sie müssen es gleichzeitig sein. Ein Problem sehe ich darin nicht. Der Verbraucher erwartet alle Preis und Qualitäts Kategorien, also werden sie angeboten. Wer soll also hier wen an der Nase herumführen?

Peer Schader

25. Oktober 2011, 14:54

@Andreas: Edeka verspricht in diesem Fall höhere Qualität und kann sie nicht konkret erläutern. Das ist mit das Schlimmste, was man seinen Kunden zumuten kann, würde ich sagen - weil dabei die Glaubwürdigkeit komplett flöten geht.

Vroni

25. Oktober 2011, 16:02

"ich wäre auch nie auf die Idee gekommen, den "Kreativen" der Werbewirtschaft Denken zu unterstellen."

.

:-)

Lieber ThorHa,

ja sehr lustig. :-P

.

Jetzt wieder ernst. Dann muss ich in der Sache deutlicher werden: Es sind weniger die Kreativen, sondern eher die Auftraggeber, die so ticken. Die wollen das so, dieses "süffige Getexte" ohne Substanz. Problem Aufgabenverteilung: Es sind auch oft ganz andere Kreative, die die Etiketten machen als die, die die sonstige Kommunikation machen. Es fehlt oft intelligente Koordination zwischen den einzelnen Budget-Töpfen (als internes Brand Management), es fehlt oft extern eine Lead-Agentur, die die Pfoten drauf haben darf. Der einzelne Kreative, die einzelne Spezialagentur, steht oft mit dem Rücken zur Wand. Weigern sie sich, weil sie die Brüche sehen, sind sie den Auftrag los.

.

Sio einfach tickt Wirtschaft. Wer zahlt, schafft an. Koordination? Synchronsierung? Was ist das?

.

Und hören Sie bitte mit dem pauschalen Gebashe gegen "die Kreativen" auf.

Es sind eher die, die "Geld" studiert haben (BWL, CEOs, sonstige Vorstände und Marketingleiter, Vertriebsleiter), die diesen Unsinn samt der Kommunikationsbrüche verzapfen.

.

Die Realität: Agenturen sind meist nachhaltiger unterwegs als man ihnen unterstellt. Sie raten sogar meist ab, solche verheerenden Brüche zu machen. Deren Auftraggeber jedoch sehen es oft nicht ein oder stecken das dafür notwendige Geld nicht in eine von Anfang bis Ende durchgängige Kommunikation. Weil sie es nicht einsehen, für stringentere Unternehmenskommunikation auch noch ztusätzlich Geld auszugeben. Sie halten es für überflüssig, da nicht direkt wertschöpfend, das "social media team", den Kundenservice, der Briefe beantwortet, in die ganze Aktion mit einzubeziehen und darauf zu schulen. Eine Agentur, die das als groben Unfug und kontraproduktiv bezeichnet (also sagt, was es ist), fliegt raus.

.

Das öffentliche Argument vieler werbetreibender Auftraggeber, die Agentur hätte gepfuscht und sie schlecht beraten: Häufig bekommt eine Agentur ja gerne deswegen etwas mehr Honorar als ein keinerer Kreativer, damit man sie auch mal als Sündenbock in der Presse hinstellen lassen kann. Oder dem zumindest nicht widerspricht. Es ist Sündenbock-Geld. Hart verdient. </irony off>

.

Auf Anfrage kann ich gerne mit weiteren hilfreichen Infos dienen über die Realität in der Werbewelt. Wie sie wirklich ist. Bin ein Entronnener aus dem Land der Riesenwaschkraft. (Wegen der Agenturen, die mir zu devot sind und arbeiten bis sie umfallen, ihre Leute ausquetschen. Wegen der werbetreibenden Großauftraggeber, die die Agenturen ausquetschen.)

.

Zum Ausklang und passend dazu ein Filmchen, das man beinahe für Satire halten kann.  Solche Werbeleiter in der Richtung hatte ich auch schon mal in meiner Vergangenheit. Sehr realistisch. Bei mir ging das allerdings anders aus, bin auch ein anderer Typ. Dieser Typ im Film aber ist ziemlich häufig verbreitet.

MAZ ab für den film "The Process":

www.youtube.com/watch

Tom

25. Oktober 2011, 16:28

Unterhaltsames Thema, immer wieder. Aber vermutlich gibt es keine andere Lösung in diesem Markt?

Es ist so wie Andreas schreibt - nur durch die Einführung eines neuen Produktsegments kann ein neuer Preis aufgerufen werden, nachdem der Hartdiscount die Preise kaputt gemacht hat. Dass das neue Produktsegment möglicherweise auf überwiegend konstruierten Verwendervorteilen basiert? Doof, gemein, Skandal! Aber was ist die Alternative?

Mal ernsthaft - was ist die Alternative? Mit allen Konsequenzen dann aber!

Peer Schader

25. Oktober 2011, 16:40

@Tom: Eine Lösung wäre, die Leute, die zum Discounter gehen wollen, zum Discounter gehen zu lassen und der restlichen Kundschaft eine Qualitätsalternative zu bieten. (Passiert ja in vielen Teilen schon).

Eine andere Lösung wäre, absoluten Grundbedarf als Billigmarke anzubieten, um mitzuhalten, und im Mittelmarkensegment Produkte zu führen, die einen klaren, erkennbaren Mehrwert besitzen, für den die Kunden auch gerne bezahlen. (Auch das gibt es ja schon - z.B. bei Edeka. Ich vermisse da nur eine gewisse Konsequenz.)

Tom

25. Oktober 2011, 19:40

Bei der ersten Lösung gäbe es relativ schnell einen Markt der Discounter und von mir aus noch sowas wie Real.

.

Bei der zweiten Lösung gibt es nicht genug Marge wenn das Produkt mittelpreisig sein soll. (Mit Sicherheit wird es auch Produkte geben, wo das funktioniert aber nicht beim Groß)

.

Ich finde das Thema auch unterhaltsam, wie du oben selber schreibst. Aber ändern wirst du das System an dieser Stelle nicht. Das muss beim Verbraucher geschehen, denn der sagt was er kaufen will. Solange aber der Preis die wichtigste Info bei unserem tägl. Brot ist, brauchen wir darüber nicht zu sprechen.

.

Blogs wie die zum Brot fand ich inhaltlich sinnvoller. Übrigens...über die Situation der Produzenten wird in der Öffentlichkeit so gut wie nie gesprochen - jedenfalls nicht wenn es nicht wieder einen handfesten Geflügelskandal gibt. ;) Dabei stellen 13 Preisrunden jährlich und "Beste Qualität immer überall für quasi umsonst" für viele Produzenten existenzbedrohende Realität dar.

ThorHa

25. Oktober 2011, 22:22

@Vroni:

Reminder @self - Ironie in schriftlicher Form vermeiden. Ebenso Überverdichtung. Ich hatte das Kreative in Anführungsstriche gesetzt, weil ich damit exakt meinte, die sich unverdient für kreativ haltenden. Und das sind meistens nicht die Spezialisten. Ich kenne die Branche aus Berührungen und Erzählungen ein bisschen. Kreativenbashing betreibe ich aus anderen Anlässen.

Gruss,

Thorsten Haupts

Peer Schader

26. Oktober 2011, 12:37

@Tom: Es wäre zu diesem Zweck natürlich fein, wenn die Produzenten auch mit Journalisten reden würden.

Triticea

27. Oktober 2011, 20:17

Ich habe den Geschmackstest mehr aus Versehen mal bei den Nudeln gemacht und muss sagen, die EDEKA-Nudeln sind wirklich gut und merklich besser als Discounter-Nudeln bzw. Gut-und-Günstig-Nudeln. Ich konnte es kaum glauben, dass es solche Unterschiede tatsächlich bei simplen Nudeln gibt, aber eine empirische Studie, die ich daraufhin über ein paar Wochen betrieben habe, hat gezeigt: die Edeka-Nudeln sind wirklich knackiger und leckerer. Den Unterschied hat sogar mein Mitbewohner gemerkt, und der isst sonst eigentlich alles ziemlich ohne große Quälitätsunterschiede festzustellen.

wolfaisle

28. Oktober 2011, 04:37

Danke, liebe Vroni,

für die interessanten Innenansichten - so ähnlich hatte ich mir die Verhältnisse anhand der Berichte von Bekannten vorgestellt. Bei den als Verursacher dieses Bruchs identifizierten "kostenbewussten Entscheidern" kommt das Feedback jedoch leider nicht an. Im Kundenservice sitzen angeheuerte call centre agents, zu "competitive rates" angeheuert und schon von Vertrags wegen außerstande, Anfragen wie die unseres Blogautors wenn schon nicht vernünftig zu beantworten, dann wenigstens an der richtigen Stelle zu platzieren. Dabei war ja ursprünglich genügend Einsicht vorhanden, dass für die Etablierung der Mittelmarke beträchtlicher Aufwand betrieben werden muss. Schließlich gilt es, höhere Preise gegen die beim Endverbraucher latent vorhandene Überzeugung durchzusetzen, dass die Billigprodukte doch eh vom gleichen Hersteller stammen und die vielbeschworenen Unterschiede lediglich eine Frage des Labels sind.

Wenn diese "ausgeklügelte Strategie" durch Aussagen aus dem eigenen Hause, wie wir sie oben lesen konnten, komplett ad absurdum geführt wird, dann handelt sich's in der Tat um ein Kommunikationsdesaster.

Das verlinkte Video bringt's wunderbar auf den Punkt. Danke!

westernworld

30. Oktober 2011, 16:12

Andreas25. Oktober 2011, 14:40

"Supermärkte wollen nicht, aber sie müssen es gleichzeitig (Discounter) sein."

nö müßen sie überhaupt nicht.

in meinem kleinen paralleluniversum fahren die meisten erst zum discounter und dann zu vollsortimenter. die vollsortimenter wollen sich nur ums verrecken keinen cent umsatz entgehen lassen.

das hat mit kundenerwartungen nichts zu tun.was die supermarkteigenmarken mittelfristig zum erfolg führen könnte ist die für mich vor allem bei lidl zu beobachtende strategie die qualität der eigenmarken bei gleichbleibendem oder nur moderat steigendem preis bis zur schmerzgrenze des kunden zu senken.

früher kaufte ich z.b. parmesan, pecorino, fischkonserven oder gemüsemais bei lidl heute nicht mehr.

bin gespannt ob die supermärkte ihre eigenmarken langfristig auch so schänden werden.

Rayk

01. November 2011, 14:47

Also gerade bei den Dosentomaten gibt es einen Unterschied, bei den Billigmarken werden Tomaten immer mit Tomatensaft gestreckt, bei der "Mittelmarke" sind meist nur die Tomaten drin. Und das macht schon einen Unterschied. Ich kaufe meist die Billigmarken, aber bei Tomaten aus der Dose nehme ich immer die Edeka-Marke.

Horst

01. November 2011, 18:34

Ich, als gerne Nudeln essender Mensch, möchte hier mal darlegen, warum die mit Bronzeformen produzierten Nudeln leckerer sind, als die günstigere Variante.

Durch die Bronzenformen erhält die Nudel eine raue Oberflächenstruktur, weshalb Sauce besser aufgenommen wird und haften bleibt, als an einer anders hergestellten Nudel.

Ganz subjektiv empfinde ich die Bronze-Nudeln als viel weniger "rutschig" beim Verzehr.

Ob dieses gustatorische Erlebnis nun den Mehrpreis wert ist, muss jeder selbst entscheiden.

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