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Supermarktblog

Schuhcreme oder Schokolade? Die Supermarktblog-Verpackungskritik (2)

02. Februar 2012, 12:25 Uhr

Das Supermarktblog hat sich mit Jürgen Siebert – Design-Kolumnist, Fontblog-Autor, Twitterer und Vorstand bei Fontshop – zur Verpackungskritik getroffen. (Falls Sie den ersten Teil verpasst haben: bitte hier entlang.) Im zweiten Teil geht's um witzig gemeinte Wurstverpackungen und Lebensmittel, die sich ins kleine Schwarze gezwängt haben.

Wenn Sie mögen, widersprechen Sie uns unten in den Kommentaren – oder komplettieren die Liste mit besonders fiesen oder tollen Verpackungen, die Sie schon mal eingekauft haben.

* * *

Herr Siebert, bevor wir weitermachen: Wie wichtig ist Design im Supermarkt überhaupt? Ist es nicht völlig egal, wie Produkte verpackt sind – Hauptsache, sie schmecken?

Siebert: Ich denke, dass ein stimmiges Produktdesign schon relevant ist. Wenn die visuelle Ansprache nicht stimmt, gilt das oft auch für andere Bereiche im Markt – dann ist vielleicht der Boden schmutzig, das Obst alt oder die Milch abgelaufen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein schlampiger Laden plötzlich eine tolle Typografie hat, oder umgekehrt. Ein Markt, der gut geführt wird, hat meistens auch ein gutes Erscheinungsbild.

Glauben Sie, dass sich Kunden davon überzeugen lassen, ein Produkt zu kaufen, bloß weil es schön verpackt ist?

Siebert: Ansprechende Verpackungen können zumindest ein Verkaufsargument sein – dazu gehören Schrift , Farbe, Material, Texts und die Inszenierung des Inhalts. Wenn bloß eines dieser Elemente nicht funktioniert, ist das Produkt nur noch halb soviel wert.

Dann bin ich gespannt, was Sie zum nächsten Schwung sagen. Die folgenden Produkte sind alle sehr unterschiedlich gestaltet, aber aus demselben Discounter.

Siebert: Aus dem Discounter? Das hätte ich nicht gedacht.

Das gibt es bei Netto (mit Hund) zu kaufen [Begriffsklärung hierund gehört zum Label "Ess-Kunst".

Siebert: Die Heringsfilets finde ich sehr schön gestaltet, die Schokolade sieht aus als sei sie mit Sammelbildern bedruckt. Und die Witze auf der Wurstverpackung sind banal: "Heute schon Schwein gehabt?" Das mag nett gemacht sein, aber ich halte das auch für eine absolute Risikoproduktpolitik. Es gibt keine Zusammengehörigkeit, außer dem aufgedruckten blauen Label. Und das wird ziemlich erschlagen durch die – sagen wir: lebhafte grafische Gestaltung.

Es sind regionale Produkte, unter anderem aus Mecklenburg-Vorpommern, wo Netto (mit Hund) seine deutsche Zentrale hat. Die Idee war, deshalb auch die Verpackungen von Künstlern aus der Region gestalten zu lassen.

Siebert: Wenn Netto (mit Hund) Regionalität betonen möchte, ginge das viel einfacher. Zum Beispiel, indem man drauf schreibt: "Aus der Region." Ich hätte mich auf einen durchgehenden grafischen Stil eingelassen. Wenn man schon so ein Label wie "Ess-Kunst" hat, dann müssen die Produkte auch visuell zuzuordnen sein.

Haben Sie trotzdem einen Favoriten? Und was gefällt Ihnen gar nicht?

Siebert: Wenn ich für die Produktlinie zuständig wäre, würde ich mich mal mit dem Illustrator der Heringsfilets treffen, um ähnliche Zeichnungen für die Schokolade, die Wurst und die Milch zu entwickeln. Die Schlagsahne ist besonders schlimm: Bei dem Schwarzweiß-Muster muss ich an flüssige Lakritz denken.

Für die Kuhfleckenmilch mit den Nähwertangaben im gezeichneten Euter können Sie sich nicht begeistern?

Siebert: Auf keinen Fall.

Es gibt eine letzte Kategorie. Wir fangen mit diesen beiden etwas düster verpackten Produkten an. Und ich muss gleich fragen, ob sich Schwarz als Grundton für eine Lebensmittelverpackung nicht von selbst verbietet?

Siebert: Nein, im Gegenteil. Es geht bei höherwertigen Produkten ja darum, dass sie edel wirken sollen. Das lässt sich am einfachsten mit Schwarz erreichen. Sehr überzeugend ist das hier nicht gemacht, auch wenn eine ganz nette Idee dahinter steckt. Über dem Schriftzug steht eine Krone, die sich aus Löffel, Messer und Gabel zusammensetzt. Wenn man die vergrößern würde und eine edlere Schrift nähme, ließe sich was draus machen. Auf jeden Fall erkenne ich die Absicht. Ich weiß nur trotz des Bilds immer noch nicht, was in der rechten Packung drin ist. Was Süßes? Schuhcreme?

Probieren Sie ruhig mal.

Siebert: Nee, nee. Ich lese lieber: "Feine Confiserie-Schokolade mit Trüffelcremefüllung." Aha. Und was ist das Weiße außenrum?

Das ist die Schokolade.

Siebert: Dann ist mir das Produkt zu kompliziert. Auch hier gibt es wieder keine Einheitlichkeit. Auf die eine Verpackung ist ein Weinglas gedruckt, um den Portweinspiegel in der Pastete zu symbolisieren – das linke ist doch Pastete, oder? Auf der der anderen fehlt eine entsprechende Abbildung. Das ist nicht konsequent zu Ende gedacht. Eine eher zweitklassige Premium-Marke.

Die Produkte gibt es bei Penny zu kaufen. Ich hab aber noch ein anderes Beispiel dabei: "Feine Welt" von Rewe.

Siebert: Das kenne ich. Und natürlich fällt sofort der Unterschied auf. Man sieht gleich, wie teuer das bedruckt ist. Das goldene Signet sieht aus wie eine Erde, auf der verschiedene exotische Symbole, Luxusgüter und Rohstoffe angeordnet sind. Das hat fast etwas Koloniales. Es gibt im Moment wenige Produkte, die besser designt sind.

Aber man sieht hier erstmal die Verpackung, liest den Namen – und muss noch genauer hinschauen, um zu erkennen, was überhaupt drinsteckt, weil "Kanadas Würze" das nicht verrät.

Siebert: Die Form der Verpackung, die typische Chipstüte, und die Abbildung helfen aber.

Und die Schrift finden Sie nicht zu langweilig?

Siebert: Ich finde, die ist wunderbar ausgewählt, weil sie eine gewisse Zurückhaltung symbolisiert und sehr leicht aussieht. Light-Schriften findet man nicht so oft auf Produktverpackungen. Viele sind eher fettgedruckt und schreien die Kunden im Supermarkt förmlich an. In den Texten gibt es eine Art Dreigliedrigkeit: zuerst der Bezug zum Herkunftsland im Namen, fast wie die Überschrift zu einem Gedicht. Dann kommt die Produktbeschreibung. Und schließlich eine ausführliche Erläuterung.

Dann hab ich aber lange vorm Regal gestanden, um das alles wahrzunehmen.

Siebert: Sie zahlen ja auch eine Menge Geld dafür. Ich finde die Aufteilung gut, weil sie die Produkte konkurrenzlos macht. Das einzige was man bemängeln könnte, ist, dass schon da fast schon zu viele Elemente zusammengepackt wurden. Aber das ist wirklich pingelig. Man muss froh sein, dass ein Unternehmen so etwas Designgetriebenes zulässt.

Hätte das in Schwarz genauso gut funktioniert?

Siebert: Ich glaube, es wäre schwer gewesen, die gleiche Qualität hinzukriegen. Freigestellte Produkte kann man mit schwarzem Hintergrund nicht so schön inszenieren, dafür braucht es oft ein Fenster mit einer hellen Basis. Die Freiheitsgrade bei schwarzen Designs sind eingeschränkt.

Ganz zum Schluss: Welches der Produkte, die wir uns angesehen haben (inklusive denen vom letzten Mal), würden Sie am ehesten kaufen. Und welches würden Sie auf keinen Fall anrühren?

Siebert: Die Chips nehm ich sofort. Auf keinen Fall würde ich den Schwarzweiß-Flecken-Becher kaufen, schon wegen des Musters nicht. Da stülpt sich mir der Magen um – und der Inhalt "Saure Sahne" kriegt nochmal eine ganz neue Bedeutung.

Fotos: Supermarktblog

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Veröffentlicht 02. Februar 2012, 12:25 von Peer Schader
Kommentare

ThorHa

02. Februar 2012, 12:44

Für die REWE "Feine Welt" Produkte kann ich dem interviewten Designer bezüglich der Verpackungsgestaltung nur zustimmen - selten etwas besser Gemachtes in Discountern oder Supermärkten gesehen.

Nur darf man die Zutatenliste dann besser nicht genauer studieren. Drin ist ein 08/15 Produkt aus der Lebensmittelmassenindustrie - und dafür ist teilweise der Preis im Vergleich zu ähnlichen Produkten einfach viel zu hoch.

Gruss,

Thorsten Haupts

Jeeves3

02. Februar 2012, 12:50

http://Jeeves.blogger.de

"Glauben Sie, dass sich Kunden davon überzeugen lassen, ein Produkt zu kaufen, bloß weil es schön verpackt ist?"

Das ist doch leider die Regel bei den meisten Käufern (Anwesende wie immer: ausgeschlossen), oder?

Daniel

02. Februar 2012, 13:07

Laut Netto-Seite sind Heringe und Saure Sahne vom selben Illustrator.

Die Heringe sind aber auch mein Favourit. Würd ich sofort kaufen.

Uli

02. Februar 2012, 13:20

Nach den Schilderungen hier habe ich fast Lust mal selbst in einen Netto (mit Hund) zu gehen. Die Designs sind ja der Hammer.

FoodFan

02. Februar 2012, 13:28

@Thorsten Haupt: so ganz kann ich dem Geschriebenen nicht zustimmen. Das hochwertige Design spiegelt sich auch in der Qualität der Produkte wieder. Im konkreten Beispiel: Für die Chips werden sortenreine Schweizer Kartoffeln verwendet, deren Herkunft bis auf das Feld und den Bauern zurückverfolgt werden kann. Kartoffelsorte, Bauer und Ackerfeld sind auf der Rückseite der Chipstüte individuell aufgedruckt. Ich kenne keine 08/15-Chips, die diese Rückverfolgbarkeit anbietet

ThorHa

02. Februar 2012, 13:46

@FoodFan:

Für die Chips mag das zutreffen (interessieren mich nicht, ich habe schon meine Marke/Geschmacksrichtung für die Ewigkeit gefunden). Aber studieren Sie mal die Zutatenliste und die Gewichtsanteile "Bretonische Ente". Oder "Deutsches Geflügel".

Gruss,

Thorsten Haupts

Jan

02. Februar 2012, 14:14

Chipspackungen sind einfach die schönsten, auch wenn ich garkeine Chips mag, die Packugnen liebeich!

Aufrechtgehn

02. Februar 2012, 14:30

http://www.aufrechtgehn.de

Mir geht's da ähnlich wie Thorsten Haupts. Ich finde die FeineWelt-Produkte ebenfalls wunderschön, sehr hochwertig und sehr ansprechend gestaltet. Um so enttäuschter war ich dann, als ich mir die erste Zutatenliste durchgelesen habe - zwar nicht von den Chips, sondern von einem der süßen Brotaufstriche. Und von einem der kühlpflichtigen Desserts: zugesetzte Aromastoffe, wohin man schaut. Damit ist für mich die komplette Produktrange gestorben, denn es ist ganz offensichtlich eben nichts anderes als billige, mit dem Chemiebaukasten aufgepimpte, konventionelle Massenware, hübsch verpackt und im Hinblick auf die Produktqualität massiv überteuert. Das mit dem Verpackungsdesign suggerierte Versprechen auf qualitativ hochwertige Spezialitäten für bewußte Genießer wird für mein Empfinden nicht eingelöst. Ich bin offen gesagt so stark enttäuscht von diesem Roßtäuscherverhalten, dass mein Vertrauen in die gesamte Marke Rewe ein wenig gelitten hat.

Raoul

02. Februar 2012, 14:32

http://www.goodnewstoday.de

Die "Feine Welt" Produkte finde ich auch sehr ansprechend. "Ess Kunst" von Netto ist gewollt und nicht gekonnt. Wir haben hier in Lübeck die Marke "Unser Norden" bei Plaza, die vom Verpackungsdesign durchgehend sehr einfach gehalten ist und die Farben blau und weiß dominieren sehr. Sie signalisieren auch im Regal "Schaut her, ich bin günstig und komme aus der Region (hoffen wir das mal)".

Hochwertige Verpackungen erwarte ich sogar bei Produkten, die teurer sind, weil wir uns dann etwas gönnen und das darf und soll sich dann auch im Verpackungsdesign wiederspiegeln.

Thorsten Haupts

02. Februar 2012, 15:10

"billige, mit dem Chemiebaukasten aufgepimpte, konventionelle Massenware"

Exakt. Leider. Dabei wäre ich durchaus bereit gewesen, für wirklich Hochwertiges auch wirklich Geld auszugeben.

Gruss,

Thorsten Haupts

El Grande G.

02. Februar 2012, 18:57

"Glauben Sie, dass sich Kunden davon überzeugen lassen, ein Produkt zu kaufen, bloß weil es schön verpackt ist?"

Falsche Frage. Die Verpackungsgestaltung "überzeugt" die Kunden nicht. Sie appelliert auf allen Ebenen an's Unterbewusstsein (wenn sie gut gemacht ist) und löst dort etwas aus. Dadurch wird ein "Haben-wollen-Gefühl" ausgelöst ...

Petra

02. Februar 2012, 19:01

http://nachbarsgarten.blogspot.com/

Rewes "Feine Welt" hat ja schon wegen der Verkaufsstrategie "angeturnt". Am Anfang standen alle Produkte wie eine kleine Weltreise in einem Extra-Regal, alle mit exotischen Namen (Garten Indiens für eine Curry-Dosensuppe / Sonne Italiens für Bruschetta).

Die saure Sahne würde ich kaufen, wenn sie preiswerter als die Marke wäre. Das kommt es auf Inhalt und Preis an. Ich kann natürlich die teure Blockhouse "Schuuurkriem" nehmen oder in einen 50-Cent-Becher selbst Kräuter reinrühren.

Vermisst habe ich jetzt eine Bewertung von Kaffee- und Teepackungen, aber die sind irgendwie alle gleich - oder?

Su

02. Februar 2012, 19:58

http://www.thefoodandthecity.blogspot.com

Sehr interessant alles. Aber liebes Supermarkt-Blog, wann gibt es endlich einen Verriss des LPG Marktes in der Kollwitzstr? Es ist doch unglaublich, wieviele zugezogene Hauptstädter, die den lieben langen Tag lang über guten Geschmack schwafeln und sich einbilden, einen solchen zu haben, Samstag für Samstag den hässlichsten Supermarkt der Stadt einrennen. Dabei sein oder davor stehen ist anscheinend alles.

Peer Schader

02. Februar 2012, 20:05

@Su: Weiß nicht, ich find das Ding irgendwie uninteressant. Aber vielleicht sollte ich mich mal wieder da umschauen.

Su

02. Februar 2012, 21:12

http://www.thefoodandthecity.blogspot.com

Ja, pardon für das Off-Thema. Er hieß nunmal der größte Bio-Supermarkt in Europa (wenn das wirklich wahr ist wäre das ziemlich erbärmlich bei einem Vergleich mit Park Slope Food Coop oder Whole Foods) und schwuppdiwupp waren alle dabei.

Für mich passt die Aufmachung einfach nicht zusammen (Der einzige Supermarkt weit und breit mit Rolltreppe. Und das bei Bio. Die Verschandelung der Nachbarschaft usw) und die Mitgliedschaft und Preisgestaltung ist nicht nachvollziehbar (weil man bei anderen Bio-Ketten die gleichen Produkte genauso günstig kaufen kann). Aber vielleicht ist es nur eines der ärgerlichen Phänome dieser Stadt, das sich hoffentlich nicht ausweitet.

Mara

02. Februar 2012, 21:15

Ich möchte hier mal eine Lanze für die saure Sahne brechen, ich finde die sehr schön und liebevoll gestaltet, schöner als die Eigenmarken von Rewe oder auch die Bergbauernsachen bspw.

Nur bei der H-Milch hat Hr Siebert Recht. Die ist wirklich unglücklich geworden mit diesem von allem losgelöten, zentrierten Euter. Wobei es mich fast schon an diese Poster mit blanken Damenoberkörper erinnert, ist ja dasgleiche Körperteil ;-)

Paul

03. Februar 2012, 08:12

Die REWE "Feine Welt" ist doch laut Zutatenliste ein reines Horrorszenario. Was nützen "sortenreine" Kartoffeln etc. wenn man in den Produkten Konservierungs- Farb- und Aromastoffe stecken?

"Feine Welt" der Chemie wohl eher.

Oliv1

03. Februar 2012, 09:37

Und wir werden doch entscheidend von optischen Reizen geleitet beim Einkauf, ob es jetzt bewusst beim Kauf eines elegant gestalteten Notebooks passiert oder mehr unbewusst beim Kauf des Schokoriegels in ansprechender Verpackung. Finde das nicht unbedingt überraschend, mich stört eher wieviel Geld wir für die Designkosten unbemerkt mitbezahlen. Aber was will man machen.

Carsten

03. Februar 2012, 09:42

Sehr geehrter Herr Schader,

auch hier sei noch einmal angemerkt, besonders Rewes Feine Welt hat ein Funktionalitätsproblem. Für Blinde ist der Größte Teil der Verpackungen nicht Barrierefrei zu öffnen. Ebenso ist vieles für Ältere Menschen nicht zu öffnen, da mehr als 1kg an Kraft notwendig ist um die Verpackungen zu öffnen. Gerade für einen Konzern wie REWE ist dies sehr blamabel und versperrt Menschen den Zugang zum Konsum solcher Lebensmittel. Es gibt wohl keine vergleichbare Edelmarke wie Feine Welt die sich bei diesen Personen Gruppen so schnell ein schlechtes Image erworben hat.

Liebe Grüße

Carsten

Peer Schader

03. Februar 2012, 13:20

Die Kritik zu den Inhaltsstoffen von RFW ist angekommen und wird an dieser Stelle nochmal Thema sein.

Daniel

06. Februar 2012, 09:59

Hm, ich habe mich noch nie mit den Inhaltsstoffen der "Feinen" REWE-Chips befasst, aber realistisch gesehen gibt es doch bei Chips nur wenig Spielraum, auf Geschamcksverstärker und Konsorten zu verzichten wenn man den "typischen" Chipsgeschmack erreichen will.

Sowas geht z.B.  bei gesalzenen Chips, den diversen Essig/Balsamico/Vinegar Chips etc, aber nicht bei klassischen Paprika-Chips. Ich vermute fast REWE stellt sich hier nur bei der Deklarierung nur besonders dumm an, "Hochwertigkeit" opder BIO-Feeling stellen die Hersteller ja gerne dadurch sicher, dass sie "Hefeextrakt" statt Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat schreiben oder "Zuckerkulör" statt Farbstoff E150

Zoe

07. Februar 2012, 18:04

Ich bekenne mich zur Sauern Sahne - das würde mich im Kühlregal so wundern, das sich das ein Unternehemn traut, das mich das Unperfekte daran zum Kauf animiert.

Die Saure Sahne ist für mich ein Regal-Punk.  

Feine Welt hat mich beim ersten sehen umgehaun und hätte mich sofort zum "da gönne ich mir was, war ein langer Tag" Kauf animiert.

Dann aber der Preis-Schock: Unter 3 Euro für eine Glas Pesto! Was soll das sein? Viel zu billig, wenn da was Leckeres drin sein soll. Zu den Inhaltsstoffen bin ich nicht mehr gekommen.

Preise und Design kommunizieren ncht dasselbe.

Und dann - Lieblingsthema -  steht die Feine Welt in einem aufgerissseneen Kartontray, weil es der schlecht bezahlte Regaleinräumer eilig hatte. Da ist dann Ende mit feiner Welt. Die Produkte bräuchten eine eigenes  Display.

nutznießer

07. Februar 2012, 19:49

Also Rewe Feine Welt hat ein top Design und tolle Ideen bei Kreationen und Rezepten (v.a. Suppen, Chips, Fisch). Klar muss dann auch die Präsentation passen.

Aber ich halte die Preise schon für ziemlich exklusiv, Zoe.

Oelsen

09. Februar 2012, 01:20

http://oelsen.nosite.example.com

Hihihi. Dieser Mensch müsste sich mal in unserer Migros umsehen - Design ja, aber sowas von helvetisch, dass sich einem deutschen Auge der Sehnerv abhängt :)

Im Ernst. Gewisse Dinge, die hierzulande niemand hinterfragen würde, gehen einfach durch. Da sind Ravioliverpackungen noch so wie in den 80ern, Milchprodukte haben seit gefühlten Jahrzehnten zwar andere Druckverfahren, aber irgendwie sehen sie noch gleich aus. Als vor kurzem (auch Jahre her) M-Budget eingeführt wurde, wie gross war das Geschrei. Billigzeugs! Und jetzt die M-Classic Linie, die ausschaut als sei sie frisch aus dem schwarzen Loch gefallen, das in den 70ern endet. Währenddessen ist die Premiumlinie von Migros wie Coop so überdruckt, wie der Experte hier wohl anmerken würde.

Unser Oligopol im Detailhandel hat den grandiosen Vorteil, dass man die Produkte teils Jahrzehntelang im Schlaf findet. Sicher, in der letzten Zeit hat sich auch hier der Trend zur ewigen Neugestaltung durchgesetzt, aber im grossen Ganzen sind schweizerische Supermarktprodukte eigentlich nicht gestaltet. So im Sinne von helvetica überall drüber, das reicht für uns. Wenn es hoch kommt ein paar Berge und Kirchen drauf.

Athansius Pernath

09. Februar 2012, 22:25

Der Rewe- Feine-Welt-Kaffee hat zwar auch einen blöden Namen ("Incahuasi Crema")  ist  aber sehr  lecker. Und nicht nur bekommt man ihn als ganze Bohnen, er ist außerdem fair trade und Bio! So etwas ist sonst  in keinem Supermarkt zu finden, sonst gibt es allenfalls, wenn man Glück hat, den "Café Intención ecológico" als gemahlenes Vakuumbrikett.  Vom Preis mit knapp 3 Euro für das halbe Pfund auch ok. Also bestimmt nicht alles schlecht, was in den schönen Verpackungen steckt.

Marlenka

27. Februar 2012, 20:02

Als noch ein Beispiel für gelungene Verpackungen fallen mir sofort die Milchprodukte von "Schwarzwaldmilch" ein. Sie sind zwar nicht einheitlich gestaltet, aber insbesondere die "Weidemilch" sieht so aus, als wenn sie besser schmeckt als andere... ob sie das wirklich tut, kann ich gar nicht sagen, aber dieses ganze grün führt schon dazu, dass ich glückliche Kühe irgendwo auf einer Schwarzwald-weide sehe, wenn ich den tetrapack aus dem Kühlschrank nehme.

freiburg.schwarzwaldmilch.de

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